USA! USA! USA! – paranoid – bekloppt – interessant

 

Moin zusammen!

Wir sind grade über die Grenze rüber und waren auf dem Weg nach Hemet, das liegt 2 Stunden von Los Angeles weg und wir hatten vor mit dem Greyhound Bus von San Diego nach Banning zu fahren, um uns dort von Amanda abholen und nach Hemet bringen zu lassen. Dafür mussten wir nun den „Trolley“, eine Straßenbahn, vom Grenzübergang bis nach Downtown San Diego nehmen und dort nur noch in den Bus umsteigen, der gleich gegenüber losfahren sollte. Gar nicht so einfach wie sich das anhört. Als wir in San Diego ankamen und zum Greyhoundbusterminal gelaufen sind, hieß es dort am Schalter, der Bus nach Banning habe eine unbestimmte, aber mehr oder weniger lange Verspätung. Ob es nun 2 Minuten oder 2 Stunden seien, konnte man uns nicht sagen. Am Ende wurden es die 2 Stunden, was durchaus blöd war. Als abzusehen war, dass es so lange dauern würde, meinte die Dame am Schalter, ja ihr müsst ja in San Bernadino umsteigen, aber den Anschlussbus verpasst ihr auf jeden Fall. Und ach ja, das war der letzte von Zwei Bussen an diesem Tag, der die Strecke fuhr. Was dumm war, da es eine Hauptverkehrsstrecke war und zahlreiche Leute betrifft. Wir haben dann das Ticket nur bis San Bernadino gekauft und wollten von dort aus mit einfachen Linienbussen bis nach Banning fahren, da es wohl nicht mehr so weit von da aus sein sollte. Dumm war auch, dass wir keine USA-Handynummer hatten und daher Amanda die Zeit mitgegeben hatten, nach der wir regulär in Banning ankommen sollten. Wir also ein Münztelefon gesucht und Amanda bescheid gegeben, dass wir sie wieder anrufen, wenn wir es bis nach Banning geschafft haben und dann halt auf sie warten. Was 20 Minuten sein sollte, da Hemet nicht eben um die Ecke lag, sondern 20 Minuten von Banning weit weg lag. Aber solche Distanzen sind für US-Amerikaner normal und bedeuten „gleich um die Ecke“ - Autoland.

 

Als der Bus dann irgendwann kam, gab es technische Probleme und es wurde eine halbe Stunde lang rumgetüdelt und versucht die Probleme zu beheben. Kurz nachdem wir losgefahren sind wäre es auch schon fast wieder vorbei gewesen, da der Motor auf einer Kreuzung ausging und der Busfahrer den fast nicht mehr in Gang bringen konnte. Aber nach ein paar Schreckminuten ging es schließlich weiter.

 

In San Bernadino kamen wir mit einer atemberaubenden Verspätung an und wollten uns am Schalter nach den Alternativen und Linienbussen erkundigen. Nora war schon seit Stunden auf 180, da es schlimmer als in allen anderen Ländern war und Simon war sich auch nicht wirklich sicher wo das hinführen sollte. Aber in solchen Situationen drückt das Schicksal manchmal ein Auge zu und hat ein Einsehen. Wir also zum Schalter, unser Leid geklagt und siehe da, der Anschlussbus ging uniform mit dem Verein und hatte fast genau die gleiche Verspätung und sollte nun in 10 Minuten ankommen. Welch ein Glück. Welche ein Pech, dass wir die Karten nur bis San Bernadino gekauft hatten und die von dort nach Banning ungefähr das gleiche kosten sollten. Aber ohne, dass wir danach gefragt hätten, hat uns der nette junge Mann am Schalter gesagt, wir sollen ihm bescheid geben, wenn der Bus ankommt und dann würde er mit dem Fahrer sprechen und wir könnten umsonst mitfahren. Gesagt, getan!

 

In Banning haben wir schließlich Amanda angerufen und ungefähr 20 Minuten auf sie an einer Tankstelle gewartet. Hier ist uns der megakrasse Unterscheid zu Mexiko und fast allen Ländern in Südamerika zuvor aufgefallen. Die USA ist extrem weitläufig und überall ist alles zugepflastert mit Parkplätzen. Wo in Mexiko auf 100 Meter ungefähr 20 Geschäfte und Häuser kamen, kommen hier auf 100 Meter nur 2 mit Parkplatz. Die Straßen sind übertrieben breit und alles is geteert und gepflastert. Überall kommt man mit dem Auto hin. Fastfood Drive Trough, Aapotheke Drive Through, Geldautomat Drive Trough, Baumarkt Drive Trough und sogar, ohne Vorgreifen zu wollen, eine Drive Trouh Kirche, in der man in Las Vegas heiraten kann ohne aus dem Auto aussteigen zu müssen. Passend dazu gibt es auch Drive Trough Scheidungsämter in Las Vegas, nur für denn Fall nech.

 

Wir haben nach ein paar Stunden in diesem Land gemerkt, man braucht ein Auto, ohne Auto geht es nicht. Und wir sollten daran noch oft erinnert werden, aber dazu später mehr. Was auch sofort aufgefallen ist, die Millionen von Fastfoodketten mit ihren Abermillionen von Filialen. Es gibt nicht nur Mc Donbalds Burgerking und KFC, es gibt auch noch Jack in the Box, Dennys, Wendys, In and Out, Tacobell, Pizzahut, Pollo Loco und viele andere, deren Namen wir uns noch nicht merken konnten, was aber noch folgen wird.

 

Amanda war ein Jahr in Deutschland in der Uni und konnte nahezu perfekt deutsch sprechen. Ihre Mutter war mexikanerin und ihr Vater irgendwie nicht da, aber der Freund ihrer Mutter, Donald kam jeden Tag zu besuch. Die Familie hat in einem selbstgebauten Haus in Hemet gewohnt.

 

Am nächsten Tag sind wir mit der Mama und Don zusammen einkaufen gefahren, in einen gigantischen Supermarkt, der eher an Metro und ein Hochregallager erinnert hat. Alles in unnötig großen Mengen und Jumbo-Packungen. Witzig waren aber die großen Behälter aus denen man sich alles nach erwünschten Mengen abfüllen konnte, von Nudeln über Reis, bis hin zu Haferflocken und Bonbons. Das Geilste waren aber die unglaublch fetten Menschen. Wir haben selten so viele so dicke Menschen gesehen. Und in den Supermärkten wie Walmart und co können sich dicke Menschen und elektrische Einkaufswägen setzten und mit denen dann rumfahren und einkaufen... nicht, dass die noch Fett verbrennen die Dicken da...

 

Am nächsten Tag sind wir abends alle zusammen auf einen Berg gefahren, um einerseits der Hitze des Tals zu entfliehen, wir hatten ja über 45 Grad und andererseits, um in einem Restaurant in einem kleinen Dorf zu Abend zu essen. Das war so cool, das Dorf war wie aus dem Bilderbuch über den Wilden Westen mit so dicken Baumstämmen als Baumaterial für Hütten und alles Rustikal und mega klischeeamerikanisch. Sind in einem kleinen Holzfällerrestaurant gelandet in dem unterm Dach eine Spielzeugeisenbahn ihre Kreise über den Köpfen der Leute gedreht hat. Den ganzen Abend über gab es Karaoke und es gab sogar einen dicken, fetten, alten Elvis in originalkostüm und gar nicht so schlechter Elvisstimme. Sah aber im Großen und Ganzen eher wie eine traurige Parodie von Elvis aus.

 

Nachdem wir die Tage über weiter unsere Zukunft geplant hatten und überlegt hatten wo wir denn in Los Angeles bleiben konnten, haben wir ein Auto gemietet für die Zeit nach Los Angeles und ein Zelt und zwei Isomatten für den geplanten Roadtrip von Los Angeles nach San Francisco gekauft. Am Abend bevor wir nach Los Angeles aufgebrochen sind, hat Nora Amanda beim Carwash geholfen und dann gings ins Bett. Am nächsten Tag sollten wir uns mit David treffen, ein etwa 50 jähriger Mensch aus Palos Verdes, was südlich von Los Angeles liegt. Amanda musste nach L.A. reinfahren, da sie dort einen Job hatte und David hatte uns angeboten uns dann vort dort abzuholen. So weit, so gut.

 

Ende.

 

Todesstreifen – Sturmtruppen – Tijuana

 

27.06. - 28.06.2013

 

Willkommen zu unserem letzten Kapitel aus Mexiko.

 

Nachdem wir in Mexiko City einen Zwischenstop eingelegt und den Flieger gewechselt haben, ging es weiter nach Tijuana. Im Anflug auf die Stadt konnte man schon die Grenze zu den USA sehen, an die sich die Stadt schmiegt. Die Grenze besteht aus zwei großen Zäunen, ein mexikanischer und ein US-amerikanischer, sowie einem breiten Streifen Nichts dazwischen. Der Zaun zog sich so weit das Auge reichte durch Täler, über Berge und duch das ganze Land.

 

Am Flughafen ist uns sofort, nachdem wir aus dem Flieger raus waren, die enorme Militär und Polizeipräsens aufgefallen. Auf dem Flughafen hat man überall, noch bevor man das Gepäckband erreicht hat, Polizei und Militär mit Sturmgewehren und vollautomatischen Waffen rumspazieren sehen. Wir mussten erstmal was Essen und uns Internet besorgen, um rauszufinden, wo es denn nun hingehen sollte. Wir hatten richtig nervig mit Stress zu tun, da der Couchsurfer für San Diego, der uns eigentlich schon vor Tagen zugesagt hatte, sich nicht mehr hören lies. Wir haben die Tage zuvor schon fieberhaft nach Alternativen gesucht und es hatte sich bis dato noch niemand bei uns gemeldet. Wir haben dann in unserer letzten Verzweiflung und angesichts des bevorstehenden Preisschocks in Facebook gefragt, ob vielleicht irgendjemand irgendwen kennt, der in San Diego wohnt und uns kennen lernen will. Das klingt grad so einfach und stressfrei, aber das war es leider ganz uns gar nicht.

 

Naja auf jeden Fall hatten wir dann Glück und eine Person, die wir in Buenos Aires kennen gelernt haben, kannte jemanden in San Diego, bzw dachte, dass die Person in San Diego wohnen würde. Leider war das nicht ganz der Fall, die Person wohnt nämlich in Hemet, das so ungefähr 2 Stunden von Los Angeles Richtung Wüste ist. Aber dazu im nächsten Text mehr.

 

Wir haben uns dann ein Hotel in der Nähe des Flughafens und des Grenzübergangs gesucht, da wir am nächsten Tag die Grenze zu Fuß überqueren und dann von San Diego mit dem Bus bis nach Banning fahren wollten, wo Amanda (besagte Person aus Hemet) uns dann abholen wollte. Da wir ein bisschen Angst vor Tijuana hatten, sollte das Hostel nicht zu weit weg sein und mit Bus oder Taxi schnell erreicht werden. Wir hatten sogar von so gut wie allen Mexikanern und anderen Menschen, die wir so getroffen haben, gehört, dass Tijuana wirklich gefährlich ist und man da echt aufpassen muss, bzw. manchmal einfach nichts machen kann und ganz schnell Opfer eines Gewalterbrechens werden kann. Es würde wohl schon reichen zur falschen Zeit am falschen Ort zu sein oder einfach nur auszusehen wie man aussieht. Das wollten wir natürlich nicht und haben uns deshalb recht lange überlegt was wir nun am besten machen können.

 

Nachdem wir dann den ersten Schock über die sich an die USA angelehnten Preise überstanden hatten, stand der Reise ins Hotel nichts mehr im Wege. Wir haben zu dem richtigen Bus durchgefragt und der hat uns dann direkt vor der Haustür des Hotels rausgelassen. Simon hat dann am Tresen versucht auf Spanisch nach dem günstigsten Zimmer zu fragen, wurde missverstanden und bekam eine Wegbeschreibung zu einem noch günstigeren Hotel nur einen Block weiter die Straße runter. Sehr nett die Dame, auch wenns ein Missverständnis war. Also hatten wir Glück, sind mit Sack und Pack ein paar Meter weiter gezogen und haben ein Hotel im US-amerikanischen Motelstil gefunden. Eingecheckt und erstmal vom Stress erholt.

 

Wir waren immernoch sehr nahe an der Grenze, da der Flughafen, direkt am Grenzzaun lag und wir mit dem Bus nur ein paar Minuten gefahren sind, sodass wir beschlossen haben, uns das Ungetüm von Zaun mal aus der Nähe anzusehen. Auf dem Weg zu dem Zaun fuhren auf den Straßen überall Militärpickups mit schwer bewaffneten und gepanzerten Soldaten. Zusätzlich gabs noch jede Menge dieser richtig gruseligen, wahrscheinlich übelst korrupten Polizisten mit Sturmhauben, Maschinengewehren und jede Menge zusätzlichem Schnickschnack zum töten oder nicht getötet werden. Sehr, sehr beunruhigend, wenn solche Wagen ständig an einem vorbeifahren und die Uniformiertem hinten auf den Pickups einen anstarren...

 

Der Zaun war auch sehr gruselig und überall waren Kreuze mit bis zu 4 Namen drauf angebracht. An der Kreuzung am Zaun gab es noch ein großes Denkmal für all die Menschen, die beim Versuch illegal ins gelobte Land zu reisen, ums Leben gekommen sind.

 

Am nächsten Tag wollten wir dann die Grenze überqueren und haben, nachdem wir bei einem von Deutschland begeisterten Imbisbudenbesitzer gefrühstückt haben, den Bus zum Grenzübergang genommen. Dort sah man von weitem die unglaublich lange Menschenschlange, deren Ende man nur erahnen konnte. Nach endlosem Abwimmeln von Leuten, die uns mit dem Taxi über die Grenze fahren wollten, damit es schneller geht, hatten wir das Ende der Schlange gefunden und gleich noch einen netten Fahrradkurier kennen gelernt, der nur mal eben ein Päckchen in die USA bringen sollte. Zusammen standen wir ungefähr 2 Stunden in der Schlange, mit den schweren Rucksäcken auf dem Rücken und haben das Drehkreuz immer näher kommen sehen. Wir waren erstmal sehr verwirrt, da niergens Informationen standen, wo wir denn nu hin mussten und unseren Stempel bekommen sollten. Sind dann einfach mal in das nächst beste Büro gesiefelt und haben gefragt wo wir denn hin müssen und was wir machen müssen, damit man uns reinlässt. Mussten dann jeder 6 Dollar bezahlen (ein Glück, dass wir noch unsere Reserve aus Paraguay in Dollar hatten) und einen Wisch ausfüllen, den die nach etwas Herumkramen sogar auf deutsch hatten. Dann noch Fingerabdrücke abgeben und Foto von sich machen lassen und ZACK gabs den Stempel. Danach mussten wir wieder raus aus dem Büro und in das nächste Gebäude vor dem schon wieder eine extrem lange Menschenschlange stand. Irgendwann sind wir dann zu so Schaltern wie beim Flughafen gekommen und haben unseren Stempel gezeigt. Daraufhin war alles ok und es wurde nur noch unser Gepäck durchleuchtet. Sicher ist sicher. Am Ende des Tunnels konnte man schon das Licht sehen und die Freiheit riechen … MC Donalds. Das Erste was man sieht, wenn man es ins gelobte Land geschafft hat, ist eine riesige Mc Donals Filiale. Welcome. Wie es nun weiter ging, gibt’s im nächsten Text über die USA.

 

Viele liebe Grüße an alle, die sich so für uns interessieren und danke für das Lesen :)

 

Simon und Nora

Urlaub mit Marie – Touristenhölle – Gratis Cocktail

 

22.06. - 27.06.2013

 

Guten Tag.

Nachdem wir in Limones aus dem Collectivo gestiegen sind, hatten wir nur 2 Sekunden, um uns zu orientieren wie wir von dort weiter nach Tulum kommen sollten. Wir waren noch nicht ganz aus dem Van gestiegen, da kam auch schon der Bus, den wir schnell stoppen mussten und in den wir dann gehüpft sind. Weiter ging es also und irgendwann gegen Mittag sind wir in Tulum angekommen, wo wir nach ein bisschen laufen und herumfragen das Hostel gefunden hatten, das wir uns ausgesucht hatten. Dort angekommen haben wir eher so aus Spaß und nicht ganz erst gemeint mit verhandeln über den Preis angefangen und voll ins Schwarze getroffen. Die hatten doppebetten in dem 4 Bett Raum und wir haben vorgeschlagen uns ein großes Bett zu teilen und dafür ein Viertel des Preises Erlass bekommen sollten. Ein kurzes Telefonat mit dem Boss später war alles geregelt und wir hatten den Rabatt. Witzig war später dann, dass keine anderen Personen mehr in das Zimmer gekommen sind und wir daher dann doch in zwei Betten geschlafen hatten und so gleich noch einen Privatraum hatten, leider sollte es aber bis dahin mit dem Glück bleiben.

 

Tulum ist im Vergleich zu Mahahual eine extrem auf den Tourismus ausgelegte Ortschaft. Nicht wirklich groß und eigentlich nur an der Bundesstraße, die duch den Ort führt, orientiert. Überall, mehr als irgendwo sonst, Schnickschnack zu verkaufen und die Preise haben sich mehr als verdoppelt, Touristenpreise also. Auch hat sich das Zeug was die dort verkaufen von unnötig zu mega unnötig gewandelt.

 

Wir haben dann beim großen Supermarkt Essen für den Abend und den nächsten Tag gekauft, da wir uns Brote machen und diese mit zu den Ruinen nehmen wollten, zu denen es am nächsten Tag gehen sollte. Beim Obstkaufen wurden wir dann noch von der Verkäuferin beschissen, die, nachdem wir das bemerkt hatten, uns schnell noch drei Bananen gegeben hat, und sich so von etwaiigen Problemen freizukaufen. Ist ihr gelungen aber wir haben ihr keinen guten Tag gewünscht.

 

Am nächsten Tag sollte es dann weiter gehen mit unseren eher schlechten Erfahrungen in Tulum. Wir haben den nächstbesten Collectio angehalten, der uns zu den Ruinen bringen sollte. Haben extra vorher nachgefragt, ob der zu den Ruinen fährt. Als wir es uns dann grade gemütlich gemacht hatten, sollten wir schon aussteigen, da wir ja nun bei den Ruinen wären. Was aber nicht so ganz stimmte, da wir erst die Hälfte der Strecke zurückgelegt hatten. Der Fahrer meinte, er würde aber nun einen anderen Weg fahren und wir müssten den Rest halt laufen und das würde nun 20 Peso pro Person kosten. Was für eine Abzocke, für den Preis hätten wir mit dem Van bis in den nächsten Ort fahren können. Aber egal.

 

Die Ruinen waren dann echt cool und mit dem türkisblauen Karibikmeer im Hintergrund sahen die Ruinen richtig toll aus. Eigentlich hieß die Mayastätte zu Zeiten der Maya anders und das Mayawort für Mauer ist Tulum, weswegen die Ruinenstätte so genannt wurde. Um die Stadt wurde nämlich eine komplette Steinmauer gebaut, durch die man gehen musste, um ins Innere der Anlage zu gelangen. Voll cool waren auch die ganzen Varane bzw. Echsen, die dort rumgelaufen sind. Traurig und auf Grund von fehlgeleiteter Tierliebe haben die Besuchen die Echsen aber mit Kartoffelchips und Schokolade und sonstigem Mist gefüttert, was sicher nicht gut für die ist. Wir haben uns einige Stunden dort aufgehalten, uns einen leichten Sonnenbrand geholt, 10 Liter geschwitzt und von Mücken zerstechen lassen. Alles in Allem also ein voller Erfolg.

 

Zurück am Hostel haben wir schnell unsere Rucksäcke aus dem Hostel geholt und sind dann mit einem Collectivo bis nach Playa del Carmen gefahren. Auf dem Weg dahin hat sich schon abgezeichnet was uns erwarten würde. Die TOURISTENHÖLLE! Überall neben dem Freeway gigantische, protzige und pompöse Eingänge zu Luxushotels, Spas, Resorts und Pauschaltouristenparadiesen. Die Hölle für uns. Das hat ja so gar nichts mit Mexiko zu tun, alles wirkte auf uns wie eine Karikatur eines Klischees über das Land Mexiko. Ziemlich bitter, aber dafür gibt das gut betuchte Klientel sein Geld aus. Die Leute dort Leben vom Tourismus und für die ist es eine sichere und ergiebige Einnahmequelle. Für uns war es interessant und ätzend zugleich.

 

In Playa del Carmen angekommen, hat uns der nette Collectivofahrer so nah es für ihn möglich war an das Hostel gefahren, das wir uns mit Marie zusammen ausgesucht hatten. (Marie ist mit Simon zusammen zur Schule gegangen, nur damit sich niemand wundert, wer das denn nun wieder ist.) Wir mussten nur noch 2 Blocks laufen und schon waren wir da. Leider war das Hostel eklig, dreckig und ranzig und nannte sich Ecohostel. Mit dem Laben „grün“ und „ökologisch“ sollten umweltbewusste Kunden angelockt werden. Leider hieß bei denen wohl „Eco“, dass man nicht sauber macht und allen Keimen und Bakterien und Tierchen, die da so im Dreck leben eine Chance gibt. Naja, sollte nur für 2 nächte sein und wir haben uns eh nur zum schlafen im Hostel aufgehalten. Wie schon angespochen wollten wir uns mit Marie in dem Hostel treffen, da sie nach fast einem Jahr Entwicklungsarbeit in Mexiko nun ein paar Tage Zeit für Urlaub hat. Abgemacht war, dass wir uns einfach irgendwann im Laufe des Abends in dem Hotel treffen wollten. Wir wussten, dass Marie mit dem Flugzeug von Mexiko City nach Cancun fliegen und dann den Collectivo nach Playa del Carmen nehmen wollte. Nachdem wir den ganzen Abend gewartet haben und uns schon langsam Sorgen gemacht hatten, haben wir um 11 Uhr einen Zettel an die Tür gehängt, auf dem wir Marie gesagt habe, dass wir uns rufen soll, wenn die ankommt. Die Tür des Hostels wurde nämlich um 11 Uhr geschlossen. Wir haben uns dann auf die Dachterrasse gesetzt und weiter gewartet. Haben dabei einen Mexikaner kennen gelernt, der kein Englisch konnte, aber eine Zeit lang in der Schweiz war und daher ein paar Wörter auf deutsch wusste. Wir haben uns dann mit Händen und Füßen auf Spanisch und ein bisschen deutsch unterhalten und nachdem er meinte, dass er unbedingt deutsch lernen wollte, hat Simon ihm seinen Spanisch – Deutsch-Sprachführer geschenkt. Er hätte den sonst 3 Tage später in den Müll werfen müssen. Der Mexikaner hat sich riesig gefreut und ist kurz verschwunden. Als er wieder da war, hatte er eine Kette mit einem Fossilstein dran dabei, die er selber gebastelt hatte und Simon geschenkt hat. So kanns gehen, hat sich auch sehr darüber gefreut, der Simon.

 

Als wir dann irgendwann gegen 1 Uhr morgens keine Lust mehr hatten zu warten und grade den Computer runtergefahren hatten und auf dem Weg ins Bett waren, haben wir Marie draußen auf der Straße schreien hören. Was für ein Timing! Wir haben dann noch bestimmt 2 Stunden geschnackt und sind dann irgendwann totmüde ins Bett gefallen. Der Grund, warum Marie so spät war, war der, dass die einem alten Kumpel bescheid gesagt hatte und dieser sie vom Flughfen in Cancun abgeholt und bis nach Playa del Carmen gefahren hat. Dummerweise haben die sich dann noch in einer Bar festgequatscht.

 

Am nächsten Tag haben wir einen Cocktailtag gemacht und dafür wieder Eis und Fruchtsäfte gekauft und uns dann ein nettes Fleckchen am Strand gesucht. War sehr lustig und später kam noch der Mexikaner vom Abend zuvor vorbei und wir haben den Abend zusammen verbracht. Sind nochmal durch die Kaosan Road von Mexiko gelaufen, so haben wir die Touristenmeile in Playa del Carmen getauft, und uns schrecklich fehl am Platz gefühlt. Überall Mexikaner in albernen Kostümen, die die Touristen bespaßen mussten und überall alles grotesk und überspitzt aufgemacht und lächerlich touristisch eben. Eine Sache war aber ziemlich cool, auch wenn das an der Natur und nicht am Menschen lag, und zwar war das der Abfluss eines Cenotes. Wir haben ja schonmal von den Cenoten erzählt oder? Hier nochma ganz kurz was das ist. Die Yucatanhalbinsel besteht aus Limestone, das ist poröses gestein, in dem Wasser durch sog. Sinkholes oder Cenoten im Boden in unterirdischen Tunnelsystemen bis zum Strand ins Meer fließt. Die Cenoten isnd dabei Kreisrunde riesige oft mit Wasser gefüllte Höhleneingänge, die auf der Halbinsel verstreut liegen. Auf jeden Fall ist am Strand von Playadel Carmen ein so ein Tunnelsystem zu Ende gegangen und man konnte sehen wie am Strand das Süßwasser aus dem Boden gesprudelt ist und ins Meer geflossen ist. Das Meer war dabei ganz warm und das Wasser, das aus dem Tunnel kam, war eiskalt. Richtig cool mitanzusehen.

 

Am nächsten Tag ging es dann zur Insel Isla del Mujeres, die vor der Küste vor Cancun liegt. Mit Collectivo und Taxi sind wir zum Fähranleger gefahren und haben dort dann eine Stunde auf di richtige Fähre warten müssen. Dabei wir das Panorama der ganzen Hotels am Strand genießen dürfen und uns von als Piraten verkleideten Mexikanern unterhalten lassen, ob wir wollten oder nicht. In der Fähre lief eine Dauerwerbesendung, die so laut war, dass die Leute halb hypnotisiert, halb verstört das Programm verinnerlichen konnten.

 

Auf der Insel angekommen, wussten wir nicht so ganz genau wo unser Hostel liegt und haben uns erstmal auf den Weg ins Landesinnere gemacht. Nach 3 Straßen standen wir wieder am Strand, was uns zeigte, dass die Insel nur ein paar hundert Meter breit, dafür aber 6 Km lang war. Haben uns durchgefragt und schließlich das Hostel gefunden. Das Hostel war so ein mega beliebtes Touristenziel mit ständig wechselnden Leuten und einfach riesengroß. Die hatten jeden Abend eine Bühne aufm Dorfplatz (im Hostel) mit live Musik, eine Bar, ein Restaurant, eine Strandbar, Aktivitäten wie Yoga, Spanischkurse oder sonstiges, Jede Menge Hängematten am eigenen Strand, einen Souvenierstand, ein Tauch- und Schnorchelcenter mit Touren, die man Buchen konnte und jede Menge mehr Kram, den man sich nur so vorstellen kann.

 

Wir haben die Tage da am Strand verbracht, haben den ersten Abend lecker Fisch gegessen und einen Mexikaner, Sebastian, kennen gelernt und eine richtig nette Zeit zusammen gehabt. Abends haben wir es uns an der Strandbar mit Cocktails gut gehen lassen.

 

Einen Tag bevor unser Flugzeug nach Tijuana gehen sollte, haben wir uns von Marie verabschiedet und sind mit der Fähre von der Insel nach Cancun gefahren. Dort wollten wir in einem billigen Hostel für eine Nacht unterkommen und am nächsten Morgen sollte dann der Flieger gehen. Der Taxifahrer, den wir erwischt haben, war leider ein bisschen scheiße und hat die Adresse des Hostels nicht gefunden. Nachdem er 4 Leute gefragt hat und nichts finden konnte, hat er uns an einem vermeintlich ebenso günstigen Hotel in der Nähe raugelassen. Wir haben ihn gefragt, ob er das Hotel kenne und ob das wirklich so günstig wäre und auch einigermaßen ok, woraufhin er meinte, jau kenn ich, is gut und günstig. Wir also zu dem Hostel gelaufen und festgestellt, der Laden steht seit Jahren leer und der Taxifahrer hat uns angelogen und wollte uns nur los werden. Arschloch. Wir sind dann eine Stunde durch die Gegend gelaufen und haben uns nach einer Übernachtungsmöglichkeit umgesehen, bis wir endlich eine alternative hatten. Leider sehr viel teurer, dafür aber in der Nähe vom Busterminal, zu dem wir am nächsten Morgen mussten, um zum Flughafen zu gelangen, der leider etwas außerhalb der Stadt liegt.

 

Am Flughafen ging alles glatt und wir sind völlig müde und gaga nach Tijuana geflogen, von dem unser nächster Bericht handeln wird. Viel Spaß so lange mit Diesem und haltet euch munter,

 

Simon und Nora

Karibik – Strand – Hurricane

 

15.06. - 22.06.2013

 

Moin miteinander und herzlich willkommen zu einer neuen viel zu späte Ausgabe unseres Reiseblogs. Wir waren in Chetumal stehen geblieben und sind danach nach Mahahual gefahren. Dort angekommen wurden wir mitten im Ort vom Collectivo rausgelassen, der einen netten Fahrer hatte, der uns sogar noch ein bisschen näher an unser Ziel herangefahren hatte, als er das eigentlich musste und uns noch erklärt hat wo wir hinlaufen müssen, um den Supermarkt zu finden, der 4 Häuser neben unserem Ziel war. Am Ziel hat uns Hugo, ein Freund von Javier aus Mexiko City gleich gesehen und ins Haus gelassen, in dem er mit seiner Frau Nydia und seinem Rottweiler Greta wohnt.

 

Mahahual ist ein kleines, verschlafenes Örtchen mit einem Anleger für Kreuzfahrtschiffe, was auch mit Abstand die Haupteinnahmequelle des Ortes ist. In guten Zeiten zur Hauptsaison legen dort wohl täglich 2 is 3 Ozeanriesen an und spucken tausende Touristen an Land. In Mahahual leben heute 500 Einwohner, was aber nicht immer so war. Vor 6 Jahren hat es einen verheerenden Hurricane, einen Tropensturm gegeben, der den Ort fast komplett ausgelöscht hat und von den ehemals 1500 Einwohnern nur 500 hat wieder kommen lassen. Der Tourismus war auch komplett eingebrochen danach, hat sich aber wieder erholt und ist sogar schon mit größeren Hotels und Tourianlagen am Strand zurückgekehrt. Wenn man durch den Ort gefahren ist, hat man überall noch komplett verlassene Straßenzüge gesehen, mit Gründstücken, die schon von der Natur zurückerobert wurden.

 

Wir haben uns zur Begrüßung erstmal Bier gekauft und sind dann mit den beiden Fahrrädern von Hugo zum Strand gefahren und dort die Promenade entlang und haben erstmal geguckt wo wir hier gelandet sind. Ist echt paradisiesch dort mit einem Korallenriff direkt vor dem Strand zu man hinlaufen kann, da das Wasser dort nur höchstens einen Meter tief ist. Leider war von den meisten Korallen nicht mehr viel übrig, aber schön sah es dennoch aus. Weiße Strände, Palmen und pisswarmes, türkises Wasser... wunderbar!

 

Hugo hat auch im Tourismus gearbeitet, als Barkeeper in einem Resort, in das Touristen von den Kreuzfahrtschiffen gekarrt werden und dort dann zu einem festen Preis den gazen Tag trinken können. Hugo meint, das ist sein Traumjob und er lebt im Paradies und war mehr als zufrieden dort in Mahahual. An der Bar bei der Arbeit darf er auch und muss sogar mit den Kunden trinken und bekommt von reichen Leuten wohl ganz gut Trinkgeld. In seinem Kühlschrank gabs auch ein paar edle Tropfen, die er von der Arbeit mitnehmen könnte und sich von Zeit zu Zeit mal gegönnt hat. Außerdem gabs es in Mahahual und scheinbar nur dort in der Gegend einen Rohrzuckerschnaps, der mit Abstand der billigste Schnaps war, den wir je auf der Reise getrunken haben. Da hat der Liter nur zwei Euro gekostet und das war wohl steuerfrei oder hatte Korruptionsgründe. Jedenfalls war der echt lecker und wir haben uns für den nächsten Tag einen Cocktailtag ausgedacht.

 

Haben dafür ein paar Liter Saft und ein bisschen von dem Schnaps gekauft, uns Becher, Eiswürfel und Strohhalme eingepackt und sind zum Strand geradelt. Da haben wir uns so gut es ging mit Sonnencreme eingeschmiert (gar nicht so einfach wenn es tropisch schwül-heiß ist und man schwitzt wie Sau) und haben uns einen gemütlichen Cocktail Tag gemacht. Ab und zu sind wir mal einen Runde schwimmen gegangen und Simon hat gleich zwei riesige, tolle Schneckenhäuser („Muscheln“) gefunden. Nachdem wir dann noch ein paar Runden Schnorcheln waren und Simon fast nen Föhn bekommen hat, weil der Schnorchel nicht richtig funktioniert hat am Anfang, sind wir zurück und haben Pfannkuchen gebacken. Es war zwar bewölkt an dem Tag, was bei der Hitze eigentlich gut ist, aber leider war die Sonne trotzdem so stark, dass wir uns etwas verbrannt haben. Da kam uns das dann auch gelegen, dass wir die nächsten zwei Tage die Ausläufer eines Hurricanes abbekommen haben, der über Guatemala und den Westen von Mexiko hinweggezogen ist. Hat den einen Tag auch ganz schön gestürmt und geregnet, aber war immernoch extrem warm dabei und dann war den Tag darauf wieder alles wie vergessen und perfektes Wetter.

 

Während wir also drinnen unsere Zeit verdaddeln mussten, hat Nora irgendwann so einen Rappel bekommen, dass wir einkaufen mussten und Nora dann ganz alleine zwei richtig leckere Mangokuchen gebacken hat... Das war ein Fest sag ich euch xD.

 

Als das Wetter dann wieder gut war, haben wir uns am nächsten Morgen alle zusammen auf den Weg zu Hugos Lieblingsrestaurant gemacht und dort Meeresfrüchte mit Tacos und leckeren Soßen gegessen, typisch mexikanisch und richtig lecker. Shrimps mit Tintenfisch in Salat, Tomate und Chilli. Danach haben wir den Tag am Strand verbracht, abends bei Hugo Party gemacht und mit seinen Freunden die Zeit verbracht, sehr coole Zeit gewesen da. Als wir dann abends noch mit den Rädern die gegend unsicher gemacht haben, sind wir einem Armetruck gefolgt, der gerade Patrouile gemacht hat und haben dabei sehr interessante Tiere über die Straße laufen gesehen. Jedoch musste man immer in Bewegung bleiben, ansonsten wurde man von dem Mücken aufgegessen.  Den nächsten Tag haben wir uns dann ausgeruht und abnds wollten wir eigenltich Nopales kochen, das ist Kaktus, aber leider gabs bei allen 5 Lebensmittelläden keine Nopales, sodass Nydia dann vorgeschlagen hat, dass sie für uns Aztekensuppe kocht. Die Supper war der Hammer, haben echt selten eine so leckere Suppe gehabt.

 

Danach ging es dann weiter nach Tulum, aber das wird der nächste Bericht beinhalten.

 

Haut rein und machts gut und wir lassen bald wieder von uns hören,

Simon und Nora

 

Chetumal: Chaoskinder – Todesmücken – Karibikflair


12.06. - 15.06.2013


Moin alle mitnander,

 

wir saßen ja wie bereits berichtet schließlich im Bus von Palenque nach Chetumal und wussten, dass wir zu einer richtig blöden Zeit ankommen sollten. Nämlich mitten in der Nacht um 4 Uhr. Dank der Verspätung kamen wir dann um 5 Uhr an und wurden Geweckt, als der Bus stand und schon fast alle draußen waren. In Windeseile haben wir unsere Habseligkeiten, die um uns verstreut lagen, eingesammelt und sind aus dem Bus gestolpert. Nachdem wir dann unser Gepäck bekommen haben, haben wir uns in die Eingangshalle auf eine Bank gelegt und noch eine Stunde geschlafen bevor wir uns ein Taxi genommen haben und zu der Adresse gefahren sind, wo wir hin wollten. Andris, unser Couchsurfer, hatte uns zwar geschrieben wie viel ein Taxi vom Busterminal zu ihm nach Hause kostet, aber wir hatten das leider vergessen nachzugucken, als wir noch Internet hatten, und wurden daher voll übers Ohr gezogen. Arschlöcher. Das war so, dass wir noch wussten, dass Andris in der Nähe des Flughafens wohnte und wir daher im Terminal gefragt haben, was ein Taxi zum Flughafen kostet, damit wir wenigstens eine kleine Vorstellung bekommen sollten. Somit wussten wir, dass das Taxi auf keinen Fall mehr als 30 Peso kosten sollte, da der Flughafen weiter weg war, als das Haus. Der Taxifahrer meinte dann aber mit all seinen umstehenden Kollegen einstimmig, dass die Fahrt 50 Peso kosten sollte. Wir haben ihm dann gesagt, dass das nicht stimmt und, dass wir wüssten wie viel die Fahrt kosten würde. Haben dann den Preis von 35 Peso ausgehandelt weil wir müde waren und ankommen wollten. Nachdem wir uns dann während der Fahrt soooo nett unterhalten haben und der Fahrer so sympathisch wirkte, haben wir ihm dann 40 Peso gegeben. Scheiße war dann, als wir später rausgefunden haben, dass die Fahrt eigentlich nur 20 Peso kostet... hat der unsere Gutmütigkeit eiskalt ausgenutzt, die Folge ist, dass von dort an kein Taxifahrer jemals mehr Trinkgeld von uns bekommen hat. Gern geschehen.

 

Als wir dann angekommen sind hat Andris uns aufgemacht und wir haben seine Frau Maria und seine beiden Töchter Jade, 3 Jahre alt und Ambar, 5 Jahre alt kennen gelernt. Nora saß dann schon nach 5 Minuten mit den beiden zusammen und musste mit Kreide Bilder malen und sich Kinderbilderbücher angucken. Simon hat sich unterhalten und gegen die Müdigkeit angekämpft. Nachdem wir dann ein echt leckers Pfannkuchenfrühstück bekommen haben und sich Andris auf den Weg zur Arbeit gemacht hat und die Kinder in die Schule gebracht hat, haben wir uns nochma 2 Stunden schlafen gelegt. Irgendwann kam Maria mit dem Mädchen zurück und wir sind in den Zoo gefahren. Der Zoo war nett, da die dort 5 Jaguare hatten, 3 Normale und 2 Schwarze. Frei liefen da auch so große Echsen rum, Warane oder so, sehr cool. Leider war der Zoo ziemlich abgeranzt und dem ist wohl, wie so vielen Projekten in Mexiko, während des Baus, bzw. des Umbaus, das Geld ausgegangen was man auch überall sehen konnte. Viele Tiere gab es nicht und die die es gab hatten nichtmal wirklich genug Wasser im Gehege. Aber an sich war der Zoo richtig cool angelegt und man konnte überall sehen, dass man sich bei der Planung extrem viel Mühe gegeben hatte und das alles mega schön werden sollte. Die hatten künstliche Höhlen angelegt, ein Flusssystem durch den Zoo gebaut, einen aus Hängebrücken bestehenden Weg gebaut, der über die Gehege ging und zum Beispiel einen begehbaren Vogelkäfig.

 

Danach sind wir dann noch durch die Stadt gefahren und Maria hat uns ein bisschen zu allem Möglichem erzählt und wir sind noch bei einem Denkmal von einem großen Hurricane angehalten, der vor ca. 50 Jahren die Stadt (damals eher ein Dorf) fast komplett ausradiert hat. Damals hatten nur ein paar Familien überlebt. Vor 6 Jahren gab es dann noch einen sehr starken und verheerenden Tropenstur, der in Chetumal zum Beispiel fast alle Bäume entwurzelt hat, weswegen der komplette Baumbestand der Stadt eher Jung war. In dem Meer direkt vor der Stadt sollten wir allerdings nicht schwimmen, da viele der Abwässer der Stadt immernoch ungeklärrt ins Meer geleitet werden. Als wir zurück waren haben wir dann zum Abendbrot noch ein bisschen Pizza und Popcorn mit Brie-Käse gegessen. Danach sind die Kinder ins Bett gegangen – wenn auch nur wiederwillig, da Nora mit ihnen in der Hängematte schlafen sollte – und wir haben uns noch nett unterhalten.

 

Am Tag darauf haben wir uns dann morgens früh auf den Weg ins Mayamusem gemacht zu dem uns Maria freundlicherweise mit dem Auto gefahren hat. Das Museum war interessant und ich glaube hier konnte Simon das erste Mal überhaupt auf der kompletten Reise seinen Studentenausweis für eine Ermäßigung benutzen... immerhin halben Preis gespart. Leider fehlten dem Museum die Ausstellungsstücke und bis auf ein paar Plastikabgüsse von Originalen, gab es nur Texte und Bilder zum Ansehen. Man hätte die ganzen Infos auch im Internet finden können und leider kam nicht so richtig die „Wow-Stimmung“ auf, die aufkommt, wenn man seltene Exponate und Originale vor sich liegen hat. Die haben sich aber trotzdem viel Mühe gegeben und das Museum echt cool eingerichtet und versucht eine Atmosphäre zu schaffen. Cool waren auch der interaktive Mayakalender und die Touchscreens die einem Mayaschrift und Mayamathematik beigebracht haben.

 

Nach dem Museumsbesuch sind wir dann zurück zum Haus gefahren und haben dort die Mädchen und Maria getroffen und sind dann alle zusammen zu dem Mayaruinen von Ostankah gefahren. Dort am Eingang hatten wir Glück und haben den normalen Eintrittspreis und nicht den mehr als 3 mal so hohen Touristeneintrittspreis bezahlt und uns dann auf den Weg zu den Ruinen gemacht. Dummerweise haben nach ungefähr 2 Minuten 9632843 Moskitos versucht uns zu töten, weswegen wir erstmal auf die große Pyramide geflohen sind und unsere Beine nach einem überwältigen Kratzmarathon mit Mückenabwehrcreme eingeschmiert haben. Hat leider n Scheiß gebracht und war den Mücken völlig egal. Sowas hatte Simon noch nie erlebt. Ihm ist wirklich ohne zu Übertreiben eine dunkle Wolken von ungefähr 30 Moskitos gefolgt und er musste rennen, um nicht komplett zerstochen zu werden, was seine Beine ohnehin schon waren. Teilweise haben die Mücken im Sturzflug in sein Gesicht gestochen oder sind ihm in die Ohren geflogen. Das war so ein Stress, dass sich Simon rennend durch die Anlage bewegt hat und nach 10 Minuten und 5 Fotos fertig war und danach zum Auto gehetzt ist. Die anderen hatten zwar auch Probleme mit Moskitos, aber nicht so krasse und haben grinsend Simons Odyssee verfolgt und sich für die Ruinen noch ein paar Minuten mehr genommen. So groß war die ganze Anlage zum Glück nicht und viel verpasst haben wir dann durch die Mücken nicht. Ein tolles Timing war dann, als wir beim zurückgehen zum Auto einen Mann gesehen haben, der uns entgegen kam und mit Insektiziden alles eingenebelt hat, um die Mücken zu töten. Einersets gut, geschieht den Scheißviechern recht, andererseits wurde damit aber so ziemlich alles getötet was 6 bis 8 Beine hatte. Naja.

 

Abends hat Simon dann noch eine Lektion in Sachen mexikanische Kühlschränke gelernt. Selbst wenn die Mexikaner sagen, man kann sich an ihrem Kühlschrank bedienen, sollte man nicht einfach irgendwas probieren, was man darin findet. Simon hatte nämlich spät abends noch Hunger und konnte daher niemanden fragen, was diese lecker aussehende Paste da wohl sein könnte und hat sich die kurzerhand volle Pulle aufn Tacko gepackt und in den Mund gesteckt. Dann war kurz eine Sekunde gefräßige Stille und dann ist Simon gestorben. Kurz darauf ist er mit schmerz verzehrtem Gesicht durch die Wohnung gerannt und hat fast geweint. Nur eine Hand voll Eiswürfel im Mund konnte ihm da Linderung verschaffen... und das für ungefähr 15 Minuten, da sich jedes Mal, wenn das Eis geschmolzn war, von Neuem unglaubliche Schmerzen eingestellt haben. Nora lag unterdessen auf dem Bett und hat sich nicht mehr eingekriegt vor Lachen. Simon hatte sich stark an das Erlebnis in Thailand erinnert gefühlt, nur, dass das hier 10 Mal so schlimm war. So einen krassen Schmerz hatte er noch nie vorher. Ihm lief der Schweiß in Bächen die Stirn und den Rücken runter und Nase, Augen und Mund quollen über vor Flüssigkeit. Bestimmt haben auch die Ohren angefangen zu bluten, wissen wir nicht mehr genau. Danach konnte er dann aber wenigsten schlafen wie ein Baby, völlig fertig mit der Welt xD.

 

Den nächsten Tag wollten wir eigentlich ganz entspannt an der Lagune von Bacalar verbringen, was aber gar nicht so einfach war, da wir auf halben Weg zur Collectivostation bemerkt hatten, dass wir unsere Kamera vergessen hatten. Haben dann nach viel rumkalkulieren ein Taxi angehalten und nach etwas feilschen einen guten Preis ausgemacht. Das Taxi sollte uns wieder zurück zum Haus fahren und dann zur Station vom Collectivo. Unterwegs hätten wir noch kurz bei der Bank angehalten, Geld abgehoben und alles wäre gut gewesen. Wäre da nicht das Problem, dass die blöden Banken uns kein Geld geben wollten und wir mit dem Taxi quer durch die Stadt zu 3 verschiedenen Banken gurken mussten und somit ungefähr eine dreiviertel Stunde im Taxi unterwegs waren, was dem Fahrer nicht so gefiehl und wir daher einen neuen Preis aushandeln mussten. Irgendwann an der Collectivostation angekommen haben wir dann gesehen, dass der nächste Van erst in einer Stunde fährt... dolle Wurst. Immerhin hatten wir uns beim Chinesen noch was zu Essen geholt, was dank genialer Preis-Leistung so viel war, dass wir da den ganzen Tag von essen konnten.

 

In Bacalar angekommen, hielt der Collectivo leider nicht direkt an der Lagune, sondern nur am Highway, weswegen wir in brütender Hitze noch durch die Stadt laufen mussten und uns einen leichten Sonnenbrand geholt haben. Sonnencreme hat leider dank tropischer Luftfeuchtigkeit und literweise Schweiß nicht gehalten. Die Lagune wird auch Lagune der sieben Farben genannt und war traumhaft schön mit türkisem und blauem und hellblauem und hasse nicht gesehen was noch für blauem Wasser. Echt wie im Paradis. Und die Lagune bestand aus Süßwasser und nicht Salzwasser, sodass man mit offenen Augen tauchen konnte und sowieso keinen mega salzigen Körper danach hatte. Haben dort den Nachmittag verbracht, Cocktails getrunken und den tollen Anblick genossen. Da wir abends kochen wollten und die Kinder ja schon um 6 oder 7 ins Bett mussten, durften wir nicht ganz so spät zurück sein. Was leider wieder eine Odyssee bedeutete. Wir waren ja in Mexiko und wussten ja, dass Pünktlichkeit und Zuverlässigkeit nicht graede zu deren Stärken gehören und hatten daher für den Rückweg von eigentlich einer halben Stunde schon eine Stunde eingeplant. Tja, weit gefehlt. Ich nehm nur so viel vorweg, wir haben am Ende 2 Stunden für den Rückweg gebraucht!

 

Wir sind von der Lagune 5 Minuten auf dem Pickup eines Mexikaner bis zum Highway getramt, was schon ganz cool war bei der Sonne und der roten Haut und haben uns dann beim Busterminal nach dem Bus zurück informiert, da uns der Fahrer vom Collective auf dem Hinweg ausdrücklih gesagt hat, dass es keinen Colective zurück gibt und wir den Bus nehmen müssen. Klang zwar komisch, aber was hat der denn davon uns anzulügen? Wir also zum Busterminal und der meinte dann, ja der nächste Bus kommt in 20 Minuten. Wir also überlegt und ok, Ticket gekauft und hingesetzt. Nach 25 Minuten haben nochmal gefragt wo denn der Bus bleibt und zur Antwort bekommen, oh, ja der braucht noch 20 Minuten. Damit war dann unser Zeitpuffer ausgereizt und wir wurden langsam nervös. Nach weiteren 20 Minuten wurde uns dann mitgeteilt, dass wir noch 15 Minuten warten müssten, dann aber dan nächsten Bus nehmen könnten und er unser Ticket umschreiben könnte. Wir schon voll den Föhn bekommen bis uns eine nette Frau erzählt hat, dass wir auch den Colectivo nehmen könnten, der alle 20 Minuten auf der anderen Straßenseite hält. So ein Arschloch, das hätte uns der Busterminalmensch auch sagen können oder? Oder der Fahrer von der Hinfahrt. Richtig dramatisch wurde es dann, als plötzlich der Collectivo auf der anderen Straßenseite hielt und Nora hinrennen, den aufhalten und Simon schnell die Tickets umtauschen musste. Hat zum Glück geklappt und wir sind nach Chetumal zurückgefahren. Dort sind wir dann an einer anderen Station als beim Hinweg angekommen und mussten noch ein Taxi nehmen, um zu Andris Haus zu kommen. Sind dann noch flink zu dem Oxxo-Laden gelaufen, von dem wir dachten es sei ein Supermarkt, um Sachen fürs Kochen zu kaufen. Leider war das eher ein Tankstellenshop und hatte nichts was wir brauchten. Haben dann kurzerhand den Plan von Hackfleischbällchen mit Kartoffeln und Salat zu Pfannkuchen mit Apfel und Gemüse geändert. Den Kindern haben die Pfannkuchen mit Äpfeln drinnen und Erdbeermarmelade am besten geschmeckt und die Erwachsenen möchten die mit gebratenem Gemüse gefüllten Pfannkuchen am liebsten.

 

Am nächsten Morgen haben uns alle zusammen zum Busterminal gebracht, wo wir noch ein tolles Abschiedfoto gemacht haben und uns dann nach 2 stündigem Warten in den Collectivo nach Mahahual gesetzt haben, was unser nächstes Ziel war und wovon wir beim nächsten Bericht erzählen :)

 

Machts gut und gute Nacht,

Simon und Nora

Palenque – unglaubliche Mayastädte – unglaubliches Klima

 

08.06. - 12.06.2013

 

Moin alle zusammen,

 

als wir in Palenque frierend aus dem Bus gestolpert sind, sind wir erstmal fast kollabiert. Ein Temperaturunterschied von im Bus zu draußen von ca 20 Grad und die Luftfeuchtigkeit stieg von 0% auf 95%... Wir standen also vor einer Klimawand, durch die wir durchlaufen mussten. Haben uns dann schnell ein Taxi genommen und sind zu unserer Couchsurferin gefahren, was nicht weit, aber teuer war. Palenque ist eine kleine, hässliche eher arme Stadt und hat eigentlich nur die Ruinen 7,5 Km vom Zentrum entfernt zu bieten.

 

Den Abend haben wir dann nett gegessen, Bier mit Cili, Salz und Limette (ja, so trinkt man das hier, ist wohl ganz typisch) getrunken und später noch Chips mit scharfer Soße und gesalzene Ameisen gegessen. Ja, die Ameisen waren wohl auch so ein typischer Snack und waren extrem groß und haben sogar gar nicht mal so scheiße geschmeckt. Krecker mit Käse, chillisoße und Ameisen als Topping können wir also empfehlen.

 

Den ersten Tag sind wir durch Palenque gelaufen und haben Essen probiert, einen Markt gefunden und uns die Stadt angeguckt. Viel Eis gegessen und abends Pfannkuchen gebacken haben wir auch noch :).

 

Am nächsten Tag sind wir dann zu den Ruinen gefahren und mussten erstmal feststellen, dass die alte Mayastadt mal ca 55 000 (!!!) Einwohner hatte und die paar Tempel und der Palast, die aus dem Dschungel ausgebuddelt wurden, waren nur die Spitze des Eisbergs. Auf einer Karte konnte man sehen wie groß die Stadt war und wie wenig nur freigelegt wurde bis jetzt. Das ganze wirkt noch viel beeindruckender, wenn man sich vorstellt wie groß die Stadt einst gewesen ist. Palenque ist übrigens sehr alt und es hat die ersten Siedler der Stadt schon um 400 nach Christus gegeben. Zu seiner Blüte und seiner größten Ausdehnung ist sie aber ca 800 nach Christus gekommen, bevor sie dann auf bisher unerklärliche Weise zu Grunde gegangen ist. Einer der wertvollsten Mayaschätze wurde hier in einem Tempel geborgen, eine unbezahlbare Jademaske, die dem Herrscher nach seinem Tod mit ins Grab gelegt wurde und nun im Museum in Mexiko City zu besichtigen ist.

 

Wir sind auf jeden Fall den ganzen Tag da rumgelaufen und haben geschwitzt wie schon lange nicht mehr. Leider haben wir auch zusehen müsen wie wir langsam einen Sonnenbrand bekommen haben, da die Sonnencreme auch nach dem 3. Mal auftragen so mit dem Schweiß wieder runtergeflossen ist. Nachdem wir dann gesehen haben, dass auch in Mexiko die Museen montags geschlossen haben, haben wir uns fluchend auf den Rückweg nach Palenque gemacht.

 

Dort waren wir dann so durcheinander und verballert durch die Sonne und das viele Schwitzen, dass wir beim Busterminal eine Busfahrkarte für den nächsten Morgen nach Campeche gekauft haben. Nahdem wir uns so gefreut hatten, dass wir auch schon einen Couchsurfer in Campeche hatten, haben wir mit Schrecken feststellen müssen, dass Campeche auf der Karte auf der falschen Seite liegt und gar nicht Chetumal ist wofür wir es aber gehalten hatten... kurzum, wir hatten eine Unterkunft und ein Busticket für eine Stadt in die wir gar nicht wollten und die völlig woanders lag als wir hinwollten... dolle Wurst. Wir also mit wehenden Fahnen zurück zum Busterminal gesprintet und dort das Busticket zurück gegeben, was zum Glück problemlos ging, da wir im gleichen Zug ein neues nach Chetumal, wo wir auch hin wollten, gekauft haben. Leider gab es kein Ticket für den Morgen, sodass man tagsüber fahren könnte und so mussten wir den Bus für den nächsten Tag um 8 Uhr abends nehmen, der um 4 Uhr morgens in Chetumal ankommen sollte. Beschissenere Zeiten kann man sich ja kaum vorstellen wa?

Wir haben dann fieberhaft Leute in Chetumal angeschrieben, um noch last minute einen Couchsurfer zu finden. Am nächsten Morgen, oh Wunder, hatten wir 3 Zusagen für Chetumal und konnten uns sogar den sympathischsten Menschen raussuchen. Wir haben uns mega gefreut und konnten uns danach in aller Ruhe eine Tagesbeschäftigung suchen. 90 Minuten von Palenque entfernt gab es mehrere große Wasserfälle, die auch so natürliche Pools zum baden hatten und das ganze wurde Aqua azul genannt. Azul ist spanisch für blau. Wir sind dann mit dem Collectivo (einem Minivan mit mehr Menschen als Stizplätzen drin) zum Aqua azul gefahren, um dort festzustellen, dass das Aqua azul eher aqua morron oder aqua gris heißen sollte (braun oder grau). Dadurch, dass wir uns in der Regenzeit befinden und es von Zeit zu Zeit mal nen Wolkenbruch gibt, wurde so viel Sand und Schlamm in den Fluss gespült, dass dieser leider nicht blau, sondern eben braun oder grau aussah. Naja, war nicht so schlimm, die Wasserfälle sahen trotzdem toll aus.

 

Eine Sache wollten wir noch erzählen, was uns extrem negativ aufgefallen ist und was ziemlich erschreckend war. Eigentlich haben wir uns ja mitten im Dschungel, zumindest in den Tropen befunden und wir hätten, so wie auf den Bildern von den Mayaruinen, überall tiefsten Regenwald um uns herum gehabt. Leider hat man aber von dem Regenwald so gut wie nichts mehr gesehen, da – ohne Scheiß – fast 100% der Landschaft gerodet und von Feldern bedeckt war. Die haben die steilsten Hängen abgeholzt, um dort ein paar Maispflanzen in den Nährstoffarmen Boden zu setzen. Überall sind riesige Flächen oder eben kleine Felder angelegt worden, auf denen dann eine Handvoll vereinzelt herumstehender Maispflanzen stand. Richtig bitter und traurig. Wir haben ja schon auf der Busfahrt nach Palenque bis zum Horizont gerodete und karge und öde Landschaften gesehen aber es wurde und wurde nicht besser. Und zu allem Übel, sah es sehr stark (wir haben keine Bodenproben genommen) danach aus, dass der Wald mit Gift verichtet wurde. Auf den ersten Blick hätte man meinen Können, dass mit Feuer brandgerodet wurde, da alles schwarz war und eben verkohlt aussah. Aber uns ist dann aufgefallen, dass überall an den Rändern der gerodeten Flächen komplett braune Bäume und Pflanzen standen, die alle noch ihre Blätter besaßen, aber eben braun und tot waren. Auch auf den Feldern waren noch vereinzelt Bäume vorhanden, die aber tot und braun und mit vertrockneten Blättern da rumstanden. Auf jeden Fall wurden da jede Menge Herbizide eingesetzt. Nachdem dann auf den Flächen nur noch Mais und sonst nichts andere wuchs, haben wir uns an das erinnert was wir über den Saatguthersteller Monsanto wissen, nämlich, dass dieser Breitbandherbizide verkauft und gleich dazu noch gentechnisch veränderten Mais, der als einzige Pflanze gegen das Firmeneigene Herbizid resistent ist und somit als einzige Pflanze auf dem Feld wachsen kann. Bitte! Tut uns den gefallen und lest den folgenden Artikel:

 

https://www.campact.de/gentec/info/5min2/

 

Danach wisst ihr wovon wir reden. Ihr habt dann alle nötigen Infos und könnt euch selber ein Urteil bilden und wir müssen hier nicht mit erhobenem Zeigefinger einen Mördertext schreiben, den uns dann am Ende vll. niemand glaubt. Danke!

 

Unterm Strich ist es jedenfalls sehr, sehr krass zu sehen wovon man vll. Weiß und schon drüber gesprochen hat. Die eigenen Augen haben da nochmal einen ganz anderen Effekt, als die Ohren und die Fantasie.

 

Ok, bevor wir hier zu sehr wieder in die politische und kritische Schiene abrutschen noch kurz was danach passiert ist. Wir sind zurück nach Palenque gefahren, haben unsere Sachen gepackt und uns zum Busterminal auf gemacht. Dort mussten wir, da der Bus nicht in Palenque gestartet ist, sondern da nur durch fuhr, fast 2 Stunden auf den Bus warten. War uns aber recht, da wir ja so zu einer weniger unchristlichen Zeit in Chetumal ankommen sollten. Als der Bus dann irgendwann kam, die große Überraschung, die Sitze waren für Minusmenschen und Zwerge... wie schön, eine weitere Nachtfahrt entweder breitbeinig oder schräg, da normal sitzen nicht möglich war, meine Knie wären beim Vordermann (der übrigens unbedingt mit komplett zurückgeklapptem Sitz sitzen musste) auf dem Schoß gewesen. Aber kennen wir ja schon so. Wieder einmal geschworen, dass das die letzte Nachtfahrt war und dann vor Wut doch noch eingeschlafen.

 

Das war Palenque und umzu. Demnächst geht es weiter mit Chetumal und unserer Zeit dort. Bis dahin, alles Gute und bitte lest den Artikel über Monsanto.

 

Gute Nacht,

Simon und Nora

Oaxaca – Weltrekordbaum – lebendige Stadt

 

04.06. - 07.06.2013

 

Halli Hallo aus Oaxaca!

 

Nachdem wir uns gegen Mittag in Mexiko City auf den Weg nach Oaxaca gemacht haben, sind wir nach gut 7 Stunden in einem sehr quirligen und lebendigen Straßenzug in Oaxaca angekommen und hatten leider immernoch nichts von den ganzen Couchsurfern gehört, die wir die Tage zuvor angeschrieben hatten. Hatten uns für den Notfall schon ein Hostel rausgesucht, das wohl relativ gut sein sollte und uns dann ein Taxi zu besagtem Ort genommen. Sobald man das schachbrettförmig angelegte Zentrum der Stadt betreten hatte, kam eine gewisse Ordnung in die Stadt und je näher man dem Zentrum kam, desto geordneter und organisierter und aufgeräumter wirkte die Stadt. Eigentlich ja nichts neues, aber hier war das schon ein krasser Unterschied. Alles aufgehübscht und rausgeputz für die Touristen. Naja, die Altstadt Oaxacas ist mit ihren gut erhaltenen und aufwendig restaurierten Kolonialbauten auch UNESCO Weltkulturerbe. Und die haben hier ja Kirchen ohne Ende ne, so viele große und uralte und prunkvolle Kirchen, die teilweise zur Zeit der Konquistadores als Festungen genutzt wurden und demetsprechend gebaut wurden.

 

Wir dann also im Hostel angekommen und weiterhin ein Auge auf Couchsurfing gehabt. Hatten dann schonmal für 3 Tage bezahlt, als wir spät abends doch noch eine Zusage von einem Couchsurfer bekommen hatten. Wir könnten ihn am nöchsten Tag besuchen, sobald er von der Arbeit kam, was so gegen Mittag sein sollte. Haben dann unsere beiden bezahlten Nächte zuückgezahlt bekommen, ein Glück, und uns am nächsten Tag bereit gehalten für die Ansage, wo wir uns denn mit dem Couchsurfer treffen sollten. Wie die Mexikaner halt so sind, haben wir gewartet und gewartet. Irgendwann kam, dann 15 Min bevor wir auschecken mussten die Ansage, dass er noch bis nachmittags 16 Uhr arbeiten muss uns dann aber treffen kann. Wir haben dann dem Hostel noch 2 EUR gezahlt und so den „Spätcheckout“ bekommen, d.h. Man räumt zwar das Zimmer, aber kann das Gepäck im Schließfach lassen und die Austattung des Hostels wie Internet oder Toiletten oder Küche noch benutzen. Gegen kurz vor 4 haben wir dann bescheid bekommen, dass unser zukünftiger Couchsurfer leider länger arbeiten muss, nämlich bis 10 Uhr abends, uns dann aber treffen kann. Wir haben letztlich den Spätcheckout bis zum Letzten ausgereizt und haben um 21 Uhr das Hostel verlassen, sowas hatten die sicher auch noch nicht vorher, aber uns wurde gesagt, es sei kein Problem.

 

Als wir dann so um halb 11 endlich Daniel auf zu laufen sehen haben, war das kleine bisschen Anspannung gleich wieder verflogen. Im Schlepptau hatte er ein schwedisches Mädchen, das er auch grade erst eingesammelt hatte und die auch ein paar Tage bei ihm verbringen sollte. Wir sind dann zu seiner Bude gelaufen, ziemlich zentral gelegen und haben uns dann auf ein Bett, ein Sofa und eine Isomatte verteilt. Später sind wir dann in ein paar Bars und Clubs gegangen und haben Bier getrunken, Mezcal probiert und am Ende einen im Tee gehabt. Wir fragen uns immernoch wie Daniel das macht, aber wir haben noch nie einen so feierwütigen und hart arbeitenden Menschen getroffen. Ich glaube ja, er braucht kein Schlaf. Jedenfalls geht er jeden Abend in Bars, Clubs und Kneipen und kennt so gut wie jeden Barinhaber, Türsteher oder Kneipenbesucher in Oaxaca und arbeitet unter der Woche von Vormittags bis Nachmittags. Ist zwar kein ganz so billiges Hobby, das er da hat, aber er lebt es aus wie selten einer. Wir waren völlig geschafft den nächsten Tag und Daniel war schon auf der Arbeit als wir aufgestanden sind xD.

 

Nachmittags haben wir dann mit Sara, der Schwedin, zusammen den „Arbol del Tule“, den Baum von Tule, in Santa Maria del Tule, 15 Min von Oaxa weg, besucht. Unglaublich dieser Baum. Der ist geschätzte 2000 (!!!) Jahre alt und ist der dickste Baum der Welt. Der Stamm ist größer als ein Einfamilienhaus und wiegt 636 Tonnen... krass oder? Der hat außerdem einen Stammdurchmesser von 14,5 Metern und einen Stammumfang von 46 Metern, stellt euch das mal vor. Wir waren jedenfalls höchst begeistert von dem Lebenwesen und haben uns den lange angesehen. Da gabs sogar ein uraltes Schild auf deutsch, auf dem Stand man solle keine Zweige abbrechen. Haben wir auch nicht getan. Danach haben wir an einem Verkaufsstand nebenan noch jede Menge verschiedener Mezcalsorten Probiert und schließlich einen Mezcallikör mit Nüssen gekauft und zum Schluss noch ein paar gesalzene Grashüpfer als Snack probiert. Schmeckten aber nicht wirlich gut. Zurück nach Oaxaca ging es wieder mit dem Collectivo, das sind Taxis, die aber als Busse fungieren, also jeder steigt ein und zahlt nen Fixpreis von 10 Peso. Auf der Hinfahrt hatten wir Glück und waren nur 4 Leute im Collective, auf der Rückfahrt musste Simon aber mit einem anderen dicken Mann auf dem Beifahrersitz sitzen und der Kupplungsknüppel hat ihm die ganze Fahrt über ins Bein gedrückt... der 4. Gang war der schmerzhafteste.

 

Zurück in Oaxaca musste Simon den Abend dann leider damit verbringen sich für Unis zu bewerben und organisatorischen Krams zu erledigen, während Nora, Sara und Daniel wieder auf die Piste gegangen sind und in einem Club Freibier und Tacos bekommen haben. Immerhin soll die Musik scheiße gewesen sein xD. Ein schwacher Trost. Aber wenigstens hat Simon viel erledigen können, was auch einiges Wert ist.

 

Oaxaca ist eigentlich ein Bundesstaat mit der Hauptstadt Oaxaca de Juarez, in der wir waren. Die Stadt ist extrem lebendig und auf den Straßen tummeln sich unglaublich viele Leute für die Größe der Stadt (265.000 Einwohner). Die Stadt hat auch ein überdurchschnittlich großes Nachtleben und eine große Anzahl an Bars, Clubs und Diskos. Als wir da waren, gabs außerdem so ein Kulturfest der Stadt, bei dem auf vielen unterschiedlichen Bühnen Volksgruppen und Kulturkreise aus dem ganzen Bundesstaat Auftritte hatten uns ich und ihre Traditionen vorgestellt haben. War schon nett anzusehen, die ganzen traditionellen Trachten und Tänze. Der Bundesstaat Oaxaca ist außerdem für seine Küche bekannt und soll das Beste Essen Mexikos haben. Typisch sind hier Tlayudas, Mole und der Kakao. Tlayudas sind ein weiteres Gericht, das aus Maisteigpfladen besteht, in die Käse, Bohnen und Gemüse kommen und die dann umgeklappt werden und lecker sind. Mole ist dabei eine Soße, die es in vielen versch. Geschmacksrichtungen gibt und die man zu Fleisch, Tacos oder was auch immer Essen kann.

 

Nachdem wir am Tag darauf dann auf einem Markt waren und lecker Tortas und frischen Orangensaft gefrühstückt haben, sind wir zum Busterminal gelaufen und haben uns über Busse nach Palenque informiert, wo es nämlich als nächstes hingehen sollte. Hatten eine Couchsurferin dort gefunden und stellten uns nun die Frage welchen Bus wir am besten nehmen sollten. Leider gab es keinen zweite Klasse Bus, der direkt nach Palenque fuhr, sondern nur welche, die nach Tuxla fuhren und von da aus andere Busse, die nach Palenque fuhren. Da dieser kleine Umstand die Ticketpreise aber umgerechnet um 16 EUR reduziert hat, haben wir den gerne in Kauf genommen. Blöd aber wieder, dass wir über Nacht fahren mussten... das bekannte Problem mit dem Schlafen … jaja... aber erste Klasse wär auch nur über Nacht gefahren. Nach hin und her überlegen haben wir uns dann für die beste, aber leider sehr spontane Möglichkeit entschieden den Bus am selben Abend zu nehmen. Wir hatten dann noch drei Stunden, um zu Daniels Haus zurückzukehren, unsere Rucksäcke zu packen, allen Tschüss zu sagen (was leider nicht so einfach war) und wieder zum busterminal zu kommen. Sara war leider alleine in der Stadt unterwegs und wir haben sie nicht mehr getroffen, um uns zu verabschieden, aber wir hatten ihre Mailadresse und Facebook, von daher nicht ganz so tragisch.

 

Die Busfahrt war dann leider wieder ziemlich nervig. Der erste Bus, mit dem wir von Oaxaca bis Tuxla gefahren sind, war so wackelig und holprig, dass schlafen mal wieder nicht ging. Der zweite Bus von Tuxla nach Palenque war zwar ein erste Klasse Bus, der toll gemütlich und schaukelfrei gefahren ist, aber leider die Klimaanlage auf 18 Grad stehen hatte. Auf dem Weg haben wir dann gesehen wie bitter und traurig mit der Umwelt und der Natur umgegangen wird. Wir sind stundenlang durch gerodete Landschaften gefahren und haben extrem viel kaputte und nur noch rudimentär vorhandene Natur gesehen. War echt schade, aber so ist das wohl leider überall. Daneben sind wir aber durch die Region im Hochland von Chiaps gefahren, wo die Zapatistas zu Hause sind, das sind Volksgruppen der Maya (ja die gibt es auch heute noch), die sich gegen die korrupte und repressive Regierung zur Wehr gesetzt haben, einen kleinen Bürgerkrieg hinter sich haben, etliche Massaker über sich haben ergehen lassen müssen, aber schließlich mit Waffengewalt in San Cristobal de las Casas einmarschiert sind und letztendlich eine mehr oder weniger autonome Provinz bilden. Die Regierung hat den Zapatistas 7 Autonome Dörfer zugesagt, die autonom verwaltet werden und sogar eigene Schulen und Krankenhäuser haben. Wir sind mit dem Bus auch durch diese Gebiete gefahren und haben dabei eine sehr typische landwirtschaftlich geprägte Landschaft der Maya gesehen. Die haben so typische Holzzäune und sehr beeindruckend und fortschrittlich waren auch unserer Meinung nach die ganzen Schilder wie „Müllabladen verboten“ oder „Kein Müll wegwerfen hier“. Und tatsächlich waren die Straßenränder so gut wie Müllfrei und man hat eigentlich nicht wirklich viel heruntergekommene Häuser oder so gesehen. Das waren zwar alles einfach Behausungen, aber überall war alles ordentlich, sauber und die Leute waren überall beschäftigt und am arbeiten. Deren System scheint also besser zu funktionieren als das der Regierung in weiten Teilen des Landes. Cool war auch zu sehen, dass alle Frauen, die da so rumliefen und am arbeiten waren, so typische Trachten anhatten. Als wir auf das Gebiet zugefahren und dann von der Hauptstraße auf die Straße abgebogen sind, wo die Autonome Region anfing, haben wir auch so Barrikaen und Straßensperren gesehen, die im Bedarfsfall vor Polizei und Militär schützen und die Region abriegeln. Krass war auch eine Situation, wo der Bus plötzlich anhalten musste weil mehrere Autos eine Straßensperre errichtet hatten. Wir haben uns erst gewundert was das soll, aber dann kam nach ein paar Minuten ein Polizeiwagen von vorne (so ein Jeep mit hochgerüsteten Beamten auf der Ladefläche), der dann durch die Straßensperre gezwungen wurde abzubiegen und nicht die Straße zu den Dörfern nehmen konnte. Dem Polizeiauto sind schon ungefähr 10 Autos gefolgt und als die Kolonne vorbei war, sind alle umstehenden Leute in die Autos gerannt und die 8 Autos der Straßensperre sind dem Polizeiauto dann auch noch gefolgt. Wer weiß wo das hingeführt hat, aber war schon krass irgendwie.

 

Ok, das war auch schon wieder und bald geht’s weiter mit dem Bericht über unsere Begegnungen mit den Überresten der Mayastädte.

 

Haut rein und machts besser,

Simon und Nora

Mexiko City – U-Bahnfahren für Fortgeschrittene – Scharf!!!

 

26.05. - 04.06.2013

 

Halli Hallo und Herzlichen Wilkommen zu unserer Mexiko-Ausgab von Team Physalis sammelt Lebenserfahrungen :)

 

Als wir völlig übermüded in Mexiko am Spätnachmittag aus dem Flugzeug gestiegen sind, hatten wir schon schiss, da sich über Mexiko City gewaltige Wokentürme aufgebaut haben. Wie Brasilien auch hat es ewig gedauert, bis wir unsere Rucksäcke bekommen haben. Bei der Zollkontrolle mussten wir nochmal zittern als es darum ging einen Knopf zu drücken und je nach Farbe wurde man bei grün nicht kontrolliert und bei rot wurde das komplette Gepäck kontrolliert. Simon hatte grünes Licht... Nora nicht xD. Da wir ja ehrliche Menschen sind, haben wir denen die Tüte mit den tollen roten Bohnen aus Bolivien gezeigt... was blöd war, denn die durften scheinbar nicht eingeführt werden. Wurden uns abgenommen und wahrscheinlich an Freunde und Familie des Zollbeamten weitergegeben. Danach konnten wir aber ohne Probleme einreisen. Wir haben dann sofort, nachdem wir unser Gepäck hatten, unseren „Couchurfer“ Javier – wir haben ihn nicht über Couchsurfing kontaktiert, sondern über Facebook, da er ein Bekannter von Noras Kumpel ist – gefunden, schnell Geld abgehoben und den neuen Wechselkurs eingespeichert und wurden dann auch gleich von 2 Freunden von Javier in einem winzigen Auto vom Flughafen abgeholt. (Wow, komplizierter Satz, hat mich auch zwei Anläufe gekostet, aber weiter im Text). Es ging dann nicht wie gedacht zu Javier nach Hause, sondern zu einem Punkkonzert, bei dem Javier aber leider nicht bleiben konnte, da er noch Aufnahmen machen musste. Sein Kumpel und Mitbewohner mit seiner Freundin sind aber da geblieben und wir haben uns dann, obwohl wir hundemüde waren, auch für das Konzert entscheiden. Javier ist mit dem Auto und unserem Gepäck dann zu sich nach Hause gefahren und hat uns noch eine Bahnfahrkarte für den Rückweg dagelassen. Auf dem Konzert gabs dann das erste Mal wieder richtiges Bier! Die Mexikaner verstehen was vom Bierbrauen! Wer hätte das gedacht, nach all den Ländern mit Plörre. Ein guter Willkommensgruß. Corona Mega, Voctoria und Leon in den 1,2 Literflaschen sind sehr lecker. Man trinkt hier aber nicht aus der Flasche wie bei uns, man bekommt entweder Gläser und teilt sich die große Flasche und die Flasche selber geht um bis sie leer ist. Ist zwar ungewohnt (naja war in den Ländern zuvor ja auch schon so), aber der gesellige Charakert ist schon cool. Das Konzert war echt cool, gute, laute Musik und wir haben sogar eine Deutsche getroffen, die vor ein paar Jahren nach Mexiko gekommen ist, keine Pläne für die Zukunft hat und wohl erstmal so lange da bleibt bis es ihr nicht mehr gefällt. Rodrigo, Javiers Mitbewohner, hat uns dann im ziemlich angetüdelten Zustand eine Karte mit Wegbeschreibung zu deren WG gemalt und uns in Richtung Bahn geschickt. Dort haben wir die Bahnkarte mit Geld aufgeladen und uns auf den Weg zu besagter Haltestelle gemacht. Nachdem wir dann dort angekommen feststellen mussten, dass die Wegbeschreibung völlig fürn Arsch war und damit anfing, dass wir nach links aus dem Zug aussteigen sollten, obwohl der Bahnsteig da aufhörte und nur rechts eine Treppe hoch ging, haben oben auf gut Glück eine Seite gewählt (in der Beschreibung sollten wir gradeaus gehen) und gemerkt, dass die Seite irgendwie nicht sein kann. Nachdem wir dann die andere Seite gewählt haben, kam uns nach einigen Metern Javier schon entgegen. Rodrigo hatte ihn angerufen und wohl seiner eigenen Beschreibung nicht so recht getraut. Jedenfalls hatten wir nach kurzem Fussweg die WG erreicht und uns mitten in einem riesigen Haus wiedergefunden. Zum Abendbrot mitten in der Nacht sind wir dann mit Javier zu einem Imbiss gefahren und haben Tortas gegessen. Tortas sind einfache Sandwiche in mehr Brötchenartigem großen, runden Brot... Ansonsten kann da alles drauf von Käse über Schinken bis Salami und Ei oder Gemüse. Grundbestandteil sind dabei wohl mehr oder weniger immer Avocado, so eine Masse aus Bohnen, ein bisschen Tomate und ein bisschen Salat. Sehr lecker und gut. Später in der WG gabs noch ein wenig Bier und wir haben einen weiteren Mitbewohner, Nico, kennen gelernt. Sehr nette Leute auf jeden Fall. Wir konnten die erste Nacht in Rodrigos Zimmer pennen.

 

In der WG sind 4 von 5 Leuten mehr oder weniger professionelle Musiker. Eine ist Lehrerin. Der Rest macht exzessiv Musik. Die haben da nen Proberaum im Haus, Equipment zum recorden und alle erdenklichen Instrumente. Dabei machen die sowohl Rockmusik und Heavy Metal als auch Jazz/Funk und Elektro mit HipHop. Auf jeden Fall eine extrem kreative Atmosphere da. Javier will nächstes Jahr sogar mit einer seiner Bands in Europa auf kleine Tournee gehen. Dabei hat er in Mexiko sogar schonmal vor um die 1000 Leuten gespielt und ist damit schon etwas bekannt. Das Haus, in dem die Wohnen, ist echt groß und hat 3 Stockwerke, besagten Proberaum, natürlich 4 Schlafzimmer für die Leute da, unten ein großes Wohnzimmer, ein „Esszimmer“, eine Küche, Abstellräume und 3 Badezimmer.... gewaltig oder? War jedenfalls Platz genug da. Wir sind die nächste Nacht in Nicos Zimmer untergekommen und die Nächte darauf auf zwei großen Sofas im Erdgeschoss.

 

Wir haben dann die Stadt erkundet und sind viel rumgelaufen und haben uns die ganzen modernen Hochhäuser an der „Reforma“ - einer ganz großen Hauptstraße im Zentrum der Stadt – angesehen und mussten feststellen, dass Mexiko City gar nicht sooooo hässlich ist. Also da haben wir schon sehr sehr viele sehr viel hässlichere Städte gesehen. Leider konnten wir an dem Tag keine Fotos machen, da wir beide Kameras abgeben mussten. Beide hatten mega viel Dreck auf der Linse, in der Kamera, sodass wir das nicht säubern konnten und Noras Kamera hatte zudem so viel feinen Sand geschluckt, dass man nicht mehr scharf stellen konnte und die Kamera nicht mehr richtig an ging. Danach war dann aber alles wieder tiptop und wir konnten die folgenden Tage wieder Bilder knipsen. Mexiko City ist auf einem verlandeten See gebaut und daher gibt es unter der Stadt mehr Sumpf als feste Substanz. Die Folge ist, dass die ganze Stadt mehr und mehr absacktz und immer mehr Gebäude schief stehen und einsturzgefährdet sind. Der Palas der schönen Künste zum Beispiel ist größtenteils aus Marmor und so schwer, dass er schon ein paar Meter tiefer als das umliegen Gelände steht. Naja Mexiko City kann auch schlimme, hässliche und heruntergekommene Ecken haben, aber alles in allem war es doch eine positive Überraschung. Ein Erlebnis ist auch das Bahnfahren in Mexiko City. Es wird überall an jeder Ecke in den Bahnhöfen, den Bushaltestellen und eigentlich überall mega viel Scheiss verkauft, den keiner braucht. Und als wenn das noch nicht reicht, laufen durch jeden Zug, durch jeden Waggon, an jeder Haltestelle neue Leute mit Zeug im arm, das dann in der Bahn lautstark angepriesen wird. Da werden dann Taschenlampen, Zahnbürsten, Laserpointer, Zeitschriften, Bücher mit Kindernamen, Taschentücher, Süßgkeiten, Kekse, Kinderspielzeug, Kaugummies, CDs, Trillerpfeifen oder Sprachführer verkauft. Und als wenn das noch nicht genung wäre, dass man nach jeder Haltestelle neu angebrüllt wird und irgendwas kaufen soll, kommen in jeder Bahnfahrt auch mindesten 8 Leute mit großen Boxen auf dem Rücken im Rucksack und CD-Playern und spielen hammer laute extrem viel Kackmusik und wollen so CDs verkaufen. NacBesonders viel Spaß hat dann die Rushhour gemacht, in der so Bahnseige so krass überfüllt waren und die Bahnen so vollgestopft wurden mit Menschen, dass wir einmal so abgeschreckt waren, dass wir einen halbstündigen Umweg gefahren, nur um die mega vollen Züge zu „umfahren“. Für uns wirkte das auch mega grob und unfreundlich, als die Menschen sich richtig in die Bahn gedrückt haben, um noch mitfahren zu können und teilweise die Leute nicht mal haben austeigen lassen. Aber gut, 28 Millionen Menschen müssen ja irgendwie bewegt werden...

 

An einem Tag sind wir in den Zoo gegangen, mehr aus versehen als geplant, da wir eigentlich in ein Antropologiemuseum wollten, das uns alle so warm empfohlen haben, aber dann auf dem Weg dahin ein Schild mit „Zoologico“ gesehen haben und dachten das wär vielleicht ein zoologischer Garten oder sowas. Als wir dann da waren haben gesehen, dass es ein Zoo ist und keinen Eintritt kostet. Sind dann da rein und der war echt groß und hatte echt viele Tiere und größtenteils sahen die Haltungsbeingungen für uns gar nicht so schlecht aus. Nur die beiden Oranutan Männchen hatten einen schlimmen und viel zu kleinen Käfig. Dafür war das Freilandgehege für die Gorillas leer... sehr komisch. Der Orangutan tat uns voll leid, der war mega unterbeschäftigt und saß direkt vor der Scheibe und wir auf der anderen Seite und wir haben uns ein paar Minuten mit dem beschäftigt und er ist Simons Handbewegungne gefolgtund hat immer auf unsere Schuhe gezeigt. Als Simon ihm dann seinen roten Bart gezeigt hat, der genau die gleiche Farbe wie das Orangutanfell hatte, war der Affe mega fasziniert und hat Simons Bart genau beobachtet. Dann waren wir da noch im Insektenhaus und davor waren Leute vom Zoo mit Skorpionen, Taranteln und Fauchschaben. Die konnten wir dann sogar auf die Hand nehmen. Skorpion und Vogelspinne waren beide sehr giftig, aber haben uns nicht gestochen bzw gebissen, da sie ihr Gift nur zum Beutefang und nicht zur Verteidigung einsetzen. Die Vogelspinne auf der Hand fühlt sich soooo cool an, wie kleine Saugnäpfe kleben die 8 Füße an der Haut und fühlt sich echt witzig an, wenn die läuft. Außerdem gab es in dem Park, in dem auch der Zoo lag, viele witzige Eichhörnchen, die leider zu viel gefüttert werden und daher halt mega zahm waren.

 

Wir haben noch Obs aus Mexiko probiert, zum Beispiel Chuanabana (oder so ähnlich), die wir schon in Thailand gegessen haben und die mega lecker ist, hier aber zehn mal so groß ist. Die essen hier auch Kaktusfrüchte von diesen Flachen Kakteen, die so in Scheiben wachsen. Die Früchte haben zwar kerne, die man nicht kauen kann, aber die schluckt ma einfach mit runter,. Und am besten schmecken die, wenn man die eiskalt aus dem Gerfrierfach isst. Simon findet aber, die schmecken nach nicht viel außer Wasser, aber Nora fand die mega lecker. Einmal haben wir alle zusammen Pizza gemacht mit allem Möglichen drauf und viel Käse und sehr viel Chilli.

 

Voll interessant, in Thailand konnte Simon kein bisschen scharf essen, aber hier geht’s plötzlich voll gut und zwar echt scharf. Vielleicht ist das eine andere Schärfe oder andere Sorten von Chilli, aber hier tut das gut und ist lecker. Das Essen hier besteht hauptsächlich aus Mais, wie Tortillias, Tacos, Quesadillias oder Tlayudas. Sonst gibt’s sehr viel Fastfood wie Hamburger, Hot Dogs, Pommes oder Sandwiches. Hier wird aber auch sehr viel Fleisch gegessen, fast jedes Gericht beinhaltet Fleich in irgendeiner Form. Mexiko ist auch wohl das Land mit dem höchsten Coca Cola Konsum auf der Welt. Wir dachten ja schon das wäre in Argentinien und Bolivien schlimm, aber hier ist es fast noch krasser. Überall und immer Coca Cola. Dem Konzern gehört alles, sogar das Wasser ist entweder von Cola oder Nestle. Überall Werbung von Cola und uns wurde erzählt, dass der Coca Cola Konzern einfach Wasser aus Quellen abzapft ohne dafür irgendwen, zum Beispiel den Staat, zu bezahlen und dann das Waser verkauft. Und da Cola mittlerweile fast das Monopol auf Getränke hat (eben auch Säfte und alle möglichen Softdrinks), können die die Preise bestimmen wie sie wollen. In Mexiko läuft aber auch sonst so einiges schief. Die Regierung ist so korrupt wie selten eine und der Staat bekommt einfach nicht viel auf die Reihe. Wir haben von sehr vielen unterschiedlichen Leuten unabhängig voneinander erzählt bekommen, dann eigentlich jeder im Land weiß wie schlimm das alles ist und was alles falsch läuft und auf die Frage, warum dann keiner protestiert, kam nur, die Mexikaner sind es leid und arrangieren sich irgendwie mit der Sache. Die Meisten wollen davon dann nichts wissen und einfach ihr Leben leben und den Staat halt scheiße bauen lassen und hoffen, dass sie davon nicht zu sehr berührt werden. Manchmal kann man sich da aber eben nicht gegen wehren. Nicos Tante zum Beispiel ist Anwältin und setzt sich für die Leute ein, die dem Staat sonst hilfllos ausgeliefert wären und hat ihm echt krasse Geschichten erzählt. Wenn es zum Beipisle einen Mord gegeben hat und die Politik ein großes Interesse daran hat, dass der Schuldige gefunden wird, wird so viel Druck auf die Polizei ausgeübt, dass die los ziehen, einen betrunkenen oder Obdachlosen oder so von der Straße wegfangen und dem dann den Mord anhängen und ihm sagen, er soll doch bitte zugeben, dass es es war, damit es für alle einfach wäre und, dass er halt ein paar Jahre ins Gefängnis gehen soll. Teilweise foltern die dann auch, bis ein Geständnis abgelegt wird. Ok, ich kann nun nicht alles aufzählen, aber wir haben sehr viele krasse Stories gehört. Auch die krasse Bildungslücke bei einem Großteil der Bevölkerung ist heftig und schuld, dass korrupte Regierungen „gewählt“ werden. Da hat zum Beipiel der jetzige Präsident eine riesige Kampangne über die Medien gebracht, um von den weniger gebildeten Leuten gewählt zu werden. Der war dann am Ende überall im TV, in jeder Serie kam er vor, in jeder Talkschow war er, sogar in Filmen hatte er Auftritte und in den Nachrichten sowieso, die übrigens – wie das komplette TV – von der Regierung kontrolliert, zensiert und überwacht werden.

 

Die Polizei ist sowieso richtig schlimm drauf, die sind teilweise solche Verbrecher. Da warn wir einmal abends auf einer Party, wo Musik gespielt wurde und joa, viele Leute waren und irgendwann kam die Polizei und hat sich mit ein paar Mann vor dem Eingang positioniert und meinte dann zu dem Veranstalter, dass die keinen mehr rein und raus lassen. Am Ende wollten die Polizisten dann bezahlt werden, um wieder zu verschwinden. Einen Grund hatten die nicht, aber die haben sich dann was ausgedacht, dass sich Nachbarn beschwert hätten, obwohl die Party angekündigt war und alles. Nachdem die dann irgendwann bezahlt wurden, sind die wieder gefahren. Ansonsten war es aber ein lustiger Abend, auch wenn Simon unglaubluch müde war und mehr im halbschlaf rumstand als zu feiern. Naja, die Musik war auch scheiße, von daher :). Der Abends endete dann mit dem Satz im Auto in der Garage von Javier „Wenn ich betrunken bin, parke ich nicht in der Garage, sondern vor dem Haus.“ .. was soll man da noch sagen außer lachen?

 

Einen anderen Abend wollten wir auf ein Konzert von dem einen Mitbewohner Marco. Als wir dann da ankamen und auch umsonst reingekommen sind, haben wir nach einer halben Stunde erfahren, dass Marco sich mit der Security angelegt hatte und den abend nicht mehr spielt. Naja, schade, aber es war trotzdem witzig und wir haben ein sehr typisches mexikanisches Getränkt probiert, Pulque. Pulque ist ganz eigenartig. Da ist wohl ohne Alkohol, dafür ist da aber Zucker, Hefe und Fruchtsaft drin, was dann im Magen gährt und einen betrunken machen kann. In der Praxis ist das aber echt schwer, da man nur einen oder zwei Becher davon trinken kann, weil man danach so krass voll ist, dass nichts mehr rein geht. Es gab Pulque mit verschiedenen Fruchtgeschmacksrichtungen aber das Getränkt ist extrem schwer, süß undschmckt auch nach Hefe. Ganz im Entferntesten erinnerte das an eine Mischung aus Hefeweizen und Federweißer aber dickflüssig und milchig und ohne Kohlensäure. Wr auf jeden Fall lecker und interessant.

 

Ok, das wars auch schon wieder für den (verganenen) Moment... wir melden uns sehr bald wieder mit den Erlebnissen aus Oaxaca (die Bilder habt ihr ja schon gesehen) und dann mit dem Text zu Palenque (die Bilder laden wir jetzt hoch).

 

Viel Spaß damit und bis zum nächsten Mal,

Gruß und Kuss,

Simon und Nora ;)

Brasilien – Strand – Katzen und Chaos

 

06.05. - 26.05.2013

 

Florianopolis und Ilha de Santa Catarina:

Am Busterminal wurden wir dann von Akira abgeholt und Nora und Akira haben bei Ihrem Wiedersehen nach 7 Jahren gestrahlt wie zwei frisch gebackene Honigkuchenpferdchen. Zu Fuß ging es dann erstmal zu Martha, Akiras Mutter, mit der wir zusammen Mittag gegessen haben. Danach haben wir uns mit Linienbus und 1 mal Umsteigen auf den Weg zu Akiras Haus gemacht. Akira musste bis spät abends in einem Sushirestaurant in der Küche stehen und Sushi bauen. Wir haben aber eine top Wegbeschreibung von ihr bekommen wie wir ihr Haus finden können. Dafür sollten wir nur aus dem Bus raus, vor einer Brücke den kleinen Weg runter nehmen, vorbei an dem singenden Obdachlosen gehen und dann beim blauen Tor rein und uns den beiden Hunden vorstellen, die uns wohl ankläffen würden, aber normalerweise nicht beißen. Gesagt getan, der Obdachlose war wirklich unter der Brücke, auch wenn er nicht gesungen hat, und die Hunde haben tatsächlich nicht gebissen, haben ihren Job aber trotzdem gut gemacht. Haben sie auch eifrig dafür gelobt xD. Witzig ist das Busfahren in Linienbussen in Brasilien. Man kauft seine Fahrkarte nicht beim Fahrer, sondern man geht ein Stück in den Bus rein und dann ist da ein Drehkreuz und daneben sitz quer zur Fahrtrichtung ein Fahrkartenverkäufer, bei dem man entweder das Ticket kauft, oder das Geld von seiner Busfahrkarte abbuchen lässt. Dann geht man durch das Drehkreuz und sucht sich einen Platz. Sehr skurriler Standart, aber andere Länder, andere Sitten.

 

Bei Akira zu Hause wurde es dann richtig niedlich... Neben den zwei Hunden wohnen da nämlich auch noch sage und schreibe 6 Katzen... eine putziger als die andere... auf einer Niedlichkeitsskala von 1 bis 10 hatten die zusammen ne glatte 15. Da Akira als Sushiköchin arbeitet, konnte Sie nach Feierabend immer übrig gebliebenes Sushi mit nach Hause nehmen, das wir dann als Abendbrot essen konnte, sehr cool. Auch für die Tiere hatte Vorteile, da Akira immer frischen Fisch von der Arbeit mit nach Hause nehmen konnte, den die Katzen und Hunde dann bekommen haben. 8 mehr oder weniger große Mägen stopfen sich ja nicht von alleine. Die Raubtierfütterung war echt ein Highlight jeden Abend. Die Katzen waren übrigens Michu, der ruhige und gechillte schon sehr alte Kater, Makaka, die extrem zutrauliche und verschmuste Mamakatze, die von ein paar anderen Katzen die Mama war und Kätelei (von uns aber nur Kampfkater genannt), der zwar seine Zeit brauchte, dann aber auch sehr zutraulich war. Nur manchmal hat er Prügel an die anderen Katzen verteilt, daher sein Spitzname. Dann gab es noch Schielauge, der wie der Name schon sagt geschielt hat und einfach riesengroß und krätig war. Ein echt großes Tier, das sich nach Akiras Angaben scheinbar selbst für einen Hund hält und sich mehr bei den beiden Hunden Lunita und Pituka aufhielt als bei den anderen Katzen. Schielauge hat eigentlich einen anderen Namen, aber den haben wir vergessen. Schließlich gab es noch den unglaublich niedlich aussehenden Milchbart (von uns wegen seiner Fellfärbung am Maul so getauft) und Hitler. Hitler heißt eigenltich auch anders aber Hitler hat einfach viel besser gepasst bei dem kleinen schwarzen Hitlerbärtchen am Mund. Hitler war immer in Sorge wenn einer auf der Toilette war und hat gemauzt bis die Person heile wieder aus dem Bad kam. Die Hündin Lunita war mal eine Straßenhündin und is sozusagen zugelaufen und echt lieb gewesen. Wollte sich immer streicheln lassen und hat als Dankeschön oder als Hinweis wenn man aufgehört hat zu streicheln die Finger abgeleckt... etwas eklig, aber war ja nur gut gemeint. Kleinkinder findet man ja auch süß wenn sie sabbern oder kacken oder kotzen. Pituka war noch sehr jung und stürmisch und ist immer abgegangen wie ein Zepfchen, wenn jemand zu besuch kam.

 

Ok, das waren die 8 Persönlichkeiten, die auf das Haus aufgepasst und unsere Zeit da sehr verniedlicht haben. Von Akiras Haus waren es nur ungefähr 5 Minuten zu Fuß zum Strand. Leider muste man einen Spießrutenlauf durch die Straßen über sich ergehen lassen, bei dem man von der einen Seite zur anderen gescheucht wurde von wild kläffenden Hunden, die alle nicht gepeilt haben wo ihr Grundstück aufhört und die Straße anfängt. Das war nach einer Zeit schon nervig, da man meistens keinen Fußweg hatte und so nah an den Zäunen und Toren der Häuser vorbeimusste und bei jedem Grundstück die Hunde abgedreht sind und einen Höllenlärm gemacht haben. Der Strand war echt toll, gab je nah Wetter hohe bis fast keine Wellen. Die Seite lag zum offenen Meer und nicht zum Land, sodass man auch unendlich weit gucken konnte. In der Bucht haben die Leute wohl früher Wale in die Enge getrieben und geschlachtet... jedenfalls waren überall in den am Strand grenzenden Häuser Walknochen in den Gärten zu sehen. Rippen als Kunst, manchmal auch andere größere Knochen und Wirbel wurden gerne als Hocker für Blumentöpfe genommen. Naja.

 

Brasilien war schon wie erwartet teurer als die Länder zuvor, aber der befürchtete Preisschock blieb eigneltich aus. Sooo einen großen Unterschied zu Argentinien gab es nicht unbedingt. Die Fahrten mit dem Linienbus waren in Ordnung und wir haben uns die Insel angeguckt. Sind da in benachbarte Orte gefahren und viel rumgelaufen und haben uns die Sanddünen in der Mitte der Insel angesehen. Der Sand war allerdings so extrem fein, feiner als an jedem Strand, an dem wir bisher waren, dass am Ende alles bis in die Unterhose voll Sand war. Leider auch die Kamera, was nicht unbedingt gut für die war. Einmal sind wir bei richtig starkem Wind zu den Dünen gefahren und Simon hat sich mit einem gefunden Brett todesmutig eine ganz hohe Düne hinuntergestürzt. Leider beschränkte sich das Sandboarden auf einen Meter und die restlichen 10 Meter wurden im Flug oder rollend zurückgelegt. Das Ende vom Lied waren dann zwei tolle Videoclips und so viel Sand im Auge, dass Simon davon troz Augen ausspülen noch zu Hause was von hatte.

Ansonsten sind wir noch zu einem See bei Akira um die Ecke gelaufen und haben dort nach Krokodilen gesucht. Leider haben wir aber keine gefunden. Beim Cafe/Restaurant 3 Minuten von Akiras Haus gab es Wifi, sodass wir da immer bei netten Milchshakes und Fruchtsäften alles Mögliche organisieren und im Internet recherchieren konnten. Bei Akira zu Hause haben wir uns Abends oft Caipirinha gemacht und einmal haben wir auch bei ihrem Freund übernachtet und Filme geguckt und Caipi getrunken xD. Feiern gehen war nicht so wirklich drin, da es nichts passendes gab auf der Insel, machte aber nichts, wir haben das örtliche Bier probiert und für nicht wirklich lecker befunden. Die einzig trinkbare Marke war "DaDoBier" ... Haben Pfannkuchen zusamen gekocht und einmal auch Koschinas (keine Ahnung wie das schreibt). Das sind so riesenkroketten gefüllt mir Hühnchen in so roter Soße... extrem lecker. Als wir die selber gemacht haben, haben wir aber eine Fischfüllung gemacht und die in Kartoffelpürree verpackt und frittiert :). Nora und Akira waren oft im Meer schwimmen und haben mal kleine und mal richtig große Wellen bezwungen.

 

Die Früchte dort waren wieder so mega groß, sowas kennen wir gar nicht. Da gab es so einen Gemüse und Obstladen um die Ecke, bei dem fast alls zum gleichen Kilopreis angeboten wurde und die hatten Papayas so groß wie Melonen und Marakujas so groß wie Grapefruits... echt gewaltig und man konnte da richtig günstig Obst und Gemüse einkaufen, viel günstiger als in Deutschland. Da wuchsen auch überall an den Straßen so große "Pfefferbäume", bzw die roten Pfefferkörner aus buntem Pfeffer. Da konnte man seine Gewürze einfach draußen pflücken und damit kochen.

 

Einmal hatten wir auch eine Party bei Akira zu Hause, bei der eine Band von Freunden von ihr gespielt hat. Das Gelände vor ihrem Haus war echt gut geeignet dafür. Nur als es anfing zu nieseln, mussten wir die Party nah drinnen verlegen. War auch kein Problem, wenn man eigentlich keinen Platz hat, kommt einem die Menschenmenge viel größer vor. Die zwei wieder Vereinten haben ungefähr zehntausend Fotos angeguckt, die Akira aus etlichen Kartons gebuddelt hat und haben in Nostalgie geschwelgt.

 

Wir haben dann einen Flug von Florianopolis bis nach Rio de Janeiro gebucht, was billiger als der Bus war und ungefähr tausendmal angenehmer, da der Flug nur 1 1/2 Stunden dauerte. Blöd war nur die Uhrzeit, da wir morgens um halb 7 fliegen sollten und dafür um 3:30 Uhr aufstehen mussten. Sind mit dem Taxi eine gute halbe Stunde zum Flughafen gefahren und haben da versucht die Augen ofen zu halten, was sich noch als extrem wichtig herausstellen sollte. Da auf dem Flughafen davon ausgegangen wird, dass nur Menschen unterwegs sind, die des portugisischen mächtig sind, haben die ihre Durchsagen auch nicht auf Englisch verfasst, sodass wir eigentlich nie wirlich Ahnung hatten wo wir hin müssen und so. Dann hat sich scheinbar das Gate, von dem wir abfliegen sollten, noch geändert ohne das wir was davon mitbekommen hatten, sodass wir uns beim Boardkarten abreißen an der falschen Schlange angestellt haben. Spätestens da hätte es ja der Dame, die unsere Boardkarte vom Ticket getrennt hat, auffallen müssen, dass wir falsch sind. Dem war nicht so, sodass wir uns schließlich in einem Flugzeug wiedergefunden haben, das zwei Reihen bevor unsere Sitzplätze kommen sollte zu Ende war. Nachdem wir dann nachgefragt haben, warum es unsere Sitzplätze nicht gibt, haben wir mit Schrecken festgestellt, dass wir uns in einem Flieger nach Porto Alegre befanden und zwar die richige Airline erwischt hatten, aber nicht das richtige Flugzeug. Voll krass, wenn der Flieger vom gleichen Typ gewesen wäre und unsere Sitzplätze gehabt hätte, wären wir einfach woandershin geflogen als unser Gepäck.... Wir sind dann jedenfalls schnell aus dem Flugzeug raus und erstmal übers Rollfeld gelatscht auf der Suche nach dem richtigen Flugzeug. Nachdem ein Arbeiter uns dann angesprochen hat, was wir hier zu suchen hätten, hat er uns schnell zum richtigen Flugzeug nebenan gebracht. Als wir dann saßen war alles gut und wir sind sicher und schnell nach Rio geflogen... Junge junge, was für eine Schrecksekunde am frühen morgen.

 

Rio de Janeiro:

In Rio angekommen sollten wir von unserer Couchsurferin Simone vom Flughafen abgeholt werden. So weit so gut. Blöd war nur, dass unser letzter Kontakt übers Internet am Tag zuvor damit aufgehört hat, dass wir ihr vorgeschlagen haben ein Schild mit unseren Namen hochzuhalten oder einen maknten Treffpunkt im oder am Flughafen vorzuschlagen, damit wir uns finden. Das Problem war dann, dass wir ihre Antwort darauf nicht mehr nachschauen konnte, sodass wir bei der Ankunft nicht wussten, ob Sie nun am Arrivalpunkt auf uns wartet oder ein Geschäft oder so zum Treffen vorgeschlagen hat. Wir sind deshalb erstmal ins nähste Internetcafe am Flughafen gelatscht und haben geguckt was sie am Tag zuvor geantwortet hat. Nachdem wir dann gesehen haben, dass wir uns am Geschäft XY treffen sollten, haben wir uns gleich auf den Weg dahin gemacht. Wir hatten uns schon Sorgen gemacht, dass sie vielleicht weg ist oder die Geld verloren hatte, da wir ungefähr 40 Minuten vor dem Gepäckband standen und auf die Rucksäcke warten mussten.

 

Auf dem Weg zu dem Laden hat uns dann ein Typ angesprochen ob wir auf der Suche nach Simone (so heißt unsere Couchsurferin) seien. Wir haben ja gesagt und uns vorgestellt und der Typ hat sich dann als Simones Freund herausgestellt und uns zu ihr geführt. Sehr netter und extrem gesprächiger Typ. Simone haben wir dann getroffen und auch sie war sehr nett, engagiert und wir waren ihre erste Couchsurfingerfahrung, da sie ganz neu war und vorher noch niemanden gehostet hatte. Auch ihr Freund war bei Couchsurfing und hat sich sehr auf uns gefreut. Simone konnte leider nicht so gut Englisch und die Verständigung war recht holprig, aber ihr Freund Daniel konnte nahezu perfekt Englisch und hat ihr ausgeholfen und uns alles erählt was er wusste und was ihm eingefallen ist. War echt nett mit den beiden.

 

Wir sind dann zu Simone nach Hause gefahren, ungefähr eine Stunde vom Flughafen weg, was aber dem krassen Verkehr geschuldet war. Wir sind ja quasi in der morgentlichen Rushhour angekommen. Dor haben uns dann vier Katzen erwartet und sich auch gleich mit uns angefreundet. War schon etwas traurig, dass wir die Rasselbande von Akira zurücklassen musten. Nach fast 2 Wochen gewöhnt man sich doch an die putzigen Tierchen. Auf jeden Fall hatten wir jetzt ganz viele neue Katzen, die auch sehr toll waren. Leider habn wir die Namen von Dreien vergessen. Eine komplett schwarze hieß Midnight und dann gabs noch eine Orange und einen zotteligen, extrem schweren und flauschigen Riesenkater. Die vierte Katze war sehr schmal und hatte n komischen Kopf, der vieleicht bei der Geburt ein bisschen gequetscht wurde. Jedenfalls sah die komisch aus, war aber sehr nett und zutraulich. Wir haben dann den ersten Tag nicht viel gemacht, da wir einfach zu müde waren. Waren essen und einkaufen. Dabei hat Simon so was wohl typisch brasilianisches gegessen, das aber vom Namen her äußerst russisch klang. Haben den Namen aber vergessen. War aber lecker.

 

Das Busfahren in Rio ist echt krass, wir werden uns NIE WIEDER (soll man ja nicht sagen aber is so) in Deutschland über den Fahrstil eines Linienbusses beschweren oder aufregen. So kras wie man da durch den Bus geflogen ist, das war unglaublich. Manchmal hatten wir wirklich das Gefühl der Bus kippt in den Kurven um. Der Straßenverkehr war richtig chaotisch und man musste als Fußgänger umsein Leben fürchten wenn man da unterwegs war. Am besten nur auf baulich von der Straße getrennten Wegen laufen. Wir haben auch noch nie im Leben so viele Autos bei rot fahren gesehen. Rote Ampeln sind da einfach total lächerlich, da sich wirklich niemand dran hält. Auch unsere Couchsurferin ist regelmäßig bei rot gefahren. Eine Taxifahrt war auch der hammer... teilweise ist der ohne langsamer zu werden über rote Ampeln geheizt. Und Rio ist sowasvon absolut am Verkehrsinfarkt gestorben. Die Stadt ist komplett überfüllt mit Autos und Bussen. Wir waren den einen Tag an der Copacaban und am Strand von Ipanema und wir wollten bevor es dunkel wurde zurück bei Simone sein. Arschlecken, wir haben mit dem Bus für den Hinweg mittags um 12 schon eine Stunde gebraucht und auf dem Rückweg im Feierabendverkehr haben wir 2 1/2 Stunden im Bus gesessen... Wir können uns beim besten Willen nicht vorstellen, wie hier die Fussballweltmeisterschaft und danach die Olympischen Spiele stattfinden sollen. Die Stadt ist nun schon komplett überlaufen. 6 Millionen Einwohner leben in Rio, aber es kommt einem vor, als wären es mehr als doppelt so viele. Sind auch an dem immernoch im Bau befindlichen Olympiastation vorbeigefahren, welches auch für die WM genutzt werden soll. Da mussten die kürzlich die Sitzplätze von 100 000 um die Hälte aus 50 000 reduzieren, da sie nicht genug Notausgänge eingebaut haben. Vor ein paar Tagen haben wir dann noch gelesen, dass das Freundschaftsspiel zwischen Brasilien und England nicht stattfinden konnte, da eine Richterin das wegen Baumängeln am Stadion verboten hat... Kann ja heiter werden. Wir sind auch bei den Fahrten durch die Stadt am Sambódromo vorbeigefahren. Sieht im Fernsehen irgendwie spektakulärer aus.

 

Ein krasses Thema sind die Favelas in Rio. Wir dachten, ok, a gibt es ein paar Favelas rund um das Zentrum, so wie man das im Fernsehen manchmal sieht. Aber wisst ihr wie krass das ist? Es leben in Rio über 1,4 Millionen Menschen in mehr als 600 Favelas... heftig oder? Hätten wir nie vorher gedacht. Die größte Favela is dabei ca 250 000 Menschen stark. Viele Favelas sind auch zu großen Komplexen zusammengewachsen und dominieren ganz krass das Stadtbild. Die Stadt besteht nach unseren Eindrücken aus mehr Favelas als unter der Stadtverwaltung stehenden Stadtteilen. Die Favelas sind wirklich autonome Gebiete, in denen Gesetzlosigkeit besteht. Daran sind aber nicht die Bewohner der Favelas schuld, die sind einfach Menschen, die es in die Stadtr gezogen hat, um dort ein besseres Leben zu führen. Schuld an der Anarchie in den Favelas sind die Drogenkartelle, die untereinander Krieg um Absatzmärkte und Schmuggelrouten und so führen und die Gebiete in Chaos stürzen. Die rauben, plündern, morden und vergewaltigen wie sie lustig sind. Uns wurde von allen Seiten gesagt, dass wir bloß aus den Favelas weg bleiben sollen. Unsere Couchsurfer meinten auch da gibt es Gegenden, da können nichtmal Einwohner aus der Stadt rein gehen, ohne überfallen zu werden. Die Polizei hat zwar so Befriedungseinheiten und versucht nach und nach die Favelas zu befrieden und Polizeistationen darin zu installieren, aber die haben bislang 30 von über 600 Favelas befrieded. Die versuchen die Stadt für die beiden anstehenden Großereignisse sicherer zu machen. Aber auch das klappt nicht 100 Prozent. Grade Montag wurde ein deutscher Tourist, der in einer befriedeten Favela unterwegs war überfallen und angeschossen (stand heute im Hamburger Abendblatt (Scheißzeitung, aber ich will icht abschweifen)). Wir sind jedenfalls nicht in die Favelas gegangen, aber oft mit den Bussen dran vorbeigefharen.

 

Bei den Favelas handelt es sich nicht um Slums, sondern um Stadtviertel, die von den Leuten einfach selbstgebaut und anglegt wurden und die keine wirkliche Infrastruktur hatten. Die Leute dort „klauen“ den Strom von der Stadt und haben auch kein Grundstück gekauft oder so. Die bauen einfach und „besetzen“ sozusagen Platz. Aber heutzutage versucht die Stadt die Viertel mit Infrastruktur zu versorgen und Strom, Abwassersysteme und Trinkwasser bereitzustellen. Es gibt auch ein Gesetz in Rio, dass wenn man mindestens 5 Jahre am gleichen Ort gewohnt hat, dass das Grundstück dann in den Besitz der Person übergeht. Allerdings geht das glaub ich nur, wenn das Grundstück vorher der Stadt gehört hat. Die Menschen versuchen das Beste draus zu machen und haben selber keinen Bock auf die Kriminellen und die Drogenkartelle. Der Name Favela kommt übrigens von einer Kletterpflanze, da sich die Favels oft an Berghängen befinden und diese „hochklettern“, wenn die wachsen.

 

Naja unsere Zeit mit Simone und Daniel war auf jeden Fall toll und die beiden haben sich so viel Mühe gegeben und waren echt engagiert. Wieder eine tolle Erfahrung mit Leuten, die man vorher nicht kannte und die einem unglaublich viel Vertrauen entgegen gebracht haben. Wir kamen bei ihr zu Hause an und zack hatten wir den Haustürschlüssel in der Hand... und das in einer Stadt wie Rio, wo es eine echt hohe Kriminalität gibt. Wir wollten den einen Tag dann noch auf den Zuckerhut und da unsere beiden Kameras Dreck auf der Linse hatten und Noras nicht mehr scharfstellen konnte, da Sand im Objektiv war, hat Simone uns ihre digitale Spigelreflexkamera geliehen und wir sind damit alleine unterwegs gewesen. Sind dann zu Fuß bis auf die erste Station der Seilbahn gelaufen und haben dort kleine mega putzige Pinselohräffchen gesehen, die sogar mit ihren Jungen im Arm durch die Gegend gehüpft sind. Von da oben hatte man echt gigantishe Ausblicke auf Rio und konnte von allen Seiten aus echt geniale Panoramaansihten genießen. Später sind wir noch in einen Stadtteil am Fuße eines Berges gefahren und haben uns von dort oben die Innenstadt angeschaut und zufällig hat da eine Capoeiragruppe ihren Kampftanz vorgeführt, was sehr cool aussah und ein cooles Feeling vermittelt hat.

 

An unserem letzten Abend waren wir dann noch in einer Bar und haben ein paar Bierchen getrunken, bevor es um 1 Uhr für leider nur 2 Stunden ins Bett ging.Wir mussten dann um 3 Uhr aufstehen, um pünktlich am Flughafen sein zu können. Unser Flug sollte um kurz vor 6 Uhr gehen und Simone und Daniel haben uns sogar um so eine unchristliche Zeit zum Flughafen gefahren, obwohl wir gesagt haben wir nehmen ein Taxi, da die Uhrzeit ja schon krass ist für einen Sonntag. Aber sie wollten uns fahren. Beim einchecken und so hat alles geklappt und wir saßen schließlich völlig übermüdet im Flieger nach Lima, Peru, wo wir nach 5 Stunden umsteigen mussten.

 

Nachmittags um kurz vor 5 sind wir dan nach dem zweiten 5 ½ stündigen Flug in Mexiko City gelandet, worüber wir aber im nächsten Bericht erzählen.

 

Haut rein und haltet die Ohren steif und wir lassen von uns hören,

bis denn reingehauen,

Simon und Nora

 

Im Eiltempo durch Paraguay! – Die größten Wasserfälle der Erde gesehen

 

27.04. - 03.05.2013

 

Moin Moin zusammen und viel Spaß mit dem nachfolgenden Bericht, der wohl etwas pessimistisch geprägt sein wird, aber trotzdem unerwartete und witzige Wendungen beinhaltet. Stehen geblieben waren wir damit, dass wir uns in den Bus nach Villamontes gesetzt haben.

 

Die Busfahrt war dann wieder geprägt von vermüllten Straßen und Landstrichen und der quälenden Frage, ob die Entscheidung, anch Villamontes zu fahren, die Richtige war. Wir wussten leider nicht wie groß Villamontes war und nachdem wir auf der Karte gesehen hatten, dass Villamontes die gleiche Größe wie die beiden Orte zuvor haben sollte, diese jedoch aus nicht mehr als einer Bushaltestelle, einem Kiosk und einer Hand voll Häuser bestanden, machten sich Zweifel breit, ob wir in besagtem Ort überhaupt eine Unterkunft, geschweige denn Busunternehmen nach Paraguay finden würden. Unsere Zweifel lösten sich dann recht schnell in Luft auf, als wir schon weitem eine Ampel gesheen haben. Seit langer Zeit das erste Mal und wenn ein Ort eine Ampel hat, dann kann er ja nicht so klein sein. Am Busterminal haben wir dann auch schon gleich eine schäbige Unterkunft gefunden und viele Busunternehmen, die allerdings alle bis auf eine zu hatten. Zufällig war das genau die allereinzige Firma, die nach Asuncion in Paraguay fuhr. Sprat man sich das entscheiden, wenns nur ein Unternehmen gibt... allerdings hatten die Dank ihrer Monopolstellung auch ihre ganz eigenen kruden Preisvorstellungen und eine ähnliche Firmenpolitik wie in Santa Cruz. Das Ticket sollte fast den gleichen Preis haben wie von Santa Cruz aus... was für eine nervige Enttäuschung. Das Ticket sollte umgerechnet 35 EUR kosten, ganz schön happig für die Verhältnisse da. Naja aber soll man machen. Der Bus ging um 2 Uhr in der Nacht und wir wollten nicht gleich den in der Nacht nehmen, was auch zu spät war, da die Firma schließlich zu hatte. Also haben wir in dem Hotel eingecheckt und sind dann früh schlafen gegangen.

 

Am nächsten Tag sind wir dann zu einem echt coolen Markt in Villamontes gelaufen, haben dort gegessen und dann den restlichen Tag mit Rumlaufen, Bier trinken und im Internetcafe hocken verbracht. Konnten unsere Rucksäcke noch den Tag über in dem Hotel abstellen, aber abends mussten wir uns dann mit dem Gepäck an den Busbahnhof setzen und darauf warten, dass es 2 Uhr wurde und eine richtig beschissene Busfahrt anfangen konnte. Der Bus kam erstmla ne Stunde zu spät und unsere Plätze relativ hinten im Bus waren so scheiße wie selten. Das Klo neben uns hat gestunken bis nach Meppen und die Sitze hatten so wenig Beinfreiheit, dass Simon ungelogen nicht grade mit den Knien nach vorne sitzen konnte. Es ging nur wenn er die Knie seitlich entweder zusammen oder breitbeinig rechts und links vom Vordersitz hingequetscht hat. Und dann sitzt mal so 19 Stunden... Eine Qual, wirklich. Schlafen ging auch nicht, weil wir nach 2 Stunden am Check-Out von Bolivien angekommen sind, alle aus dem Bus mussten und uns mitten in der Nacht einen Stempel vom Migrationsoffice holen mussten. Die ganze Prozedur dauerte insgesamt eine Stunde und ein Mann ist sogar umgekippt bei der Sache... wer weiß warum. Da haben wir dann noch einen Schweizer kennen gelernt und der hat uns auch erzählt, dass es schon eine Mahlzeit gab, die wir aber wohl verpasst hätten, da wir ja später dazugestiegen sind... So viel zu den drei Mahlzeiten, die uns versprochen und für die wir bezahlt hatten...

 

Danach war schlafen dann auch nicht mehr wirklich möglich weil wir fast jede Stunde von der Polizei angehalten wurde, die in den Bus gekommen sind und oberflächlig nach Drogen gesucht haben. Irgendwann gabs endlich Frühstück. Leider bestand das nur aus einem Tropfen Saft und 2 Keksen... Wie gut, dass wir Notfallbananen dabei hatten. Dann gegen Mittag mussten wir beim Zoll auf den Parkplatz fahren und alle aussteigen, all unser Handgepäck und die großen Rucksäcke und Koffer in einer Reihe aufstellen und dann daneben warten. Dann kam ein Drogenspürhund und hat das gaze Gepäck abgeschnüfelt. Danach mussten wir dann alle unsere Taschen und Rucksäcke aufmachen und ein Beamte hat mal eben geguckt, ob wir auch genug saubere Unterhosen dabei haben. Danach durften wir dann zum Migrationsbüro laufen und uns unseren Einreisetempel für Paraguay holen... 3 Stunden Busahrt hinter der Grenze. Sowas hatten wir bisher auch nicht. Das war auch das einzige Mal bis jetzt, dass der Stempelbeamte gelächelt und sich über uns gefreut hat. Als er gesehen hat, dass wir deutsch waren hat er noch ein "Dankeschön" und ein "Auf Wiedersehen" auf deutsch hinterhergeschoben, was für ein Empfang auf einer so beschissenen Busfahrt. Das Gute war aber dann, dass wir hinten im Bus eine echt lustige Truppe hatten. Da waren noch ungefähr 4 Leute, die später dazugestiegen sind und keinen Sitzplatz hatten, dafür aber jede Menge gute Laune und eiskalten Mate. Haben dann lange den Matebecher kreisen lassen und Spaß gehabt. Das Mittagessen bestand dann aus einem eingeschweisten Hähnchenbein und trockenem Reis mit einem Päckchen Mayo...Wohl bekommts!

 

Nach einer schier unendlichen Fahrt und insgesamt 9 Polizeikontrollen nach Drogen kamen wir dann in Asuncion an und wollten erstmal Geld abheben, um was zu essen und ins Internet zu kommen, um zu gucken, ob uns der Couchsurfer endlich geschrieben hat wo wir hinkommen müssen. Es fing an mit Geld abheben. Der Geldautomat am Busbahnhof wollte uns kein Geld geben. Weder mit Noras Kreditkarte, noch mit meiner. Gut, laufen wir eben zu einem anderen ATM. Gesagt, getan. Nachgefragt und dann ist Simon zu einem ATM (Geldautomat), der VISA akzeptieren sollte, gelaufen, nur um dort festzustellen, dass weder dieser ATM noch der auf dem Weg zu Diesem uns Geld geben wollte. Da wurde uns schon mulmig. Aber Simon hatte ja noch eine dritte Kreditkarte und hat diese dann an dem ATM am Busbahnhof ausprobiert. Leider ohne Erfolg. Haben dann nochmal alle Karten ausprobiert mit verschiedenen Geldbeträgen und schließlich neben Konto auch noch versucht Geld von der Kreditkarte zu bekommen. Nix, tote Hose. Eigentlich dachte Simon, er hätte noch umgerechnet 10 EUR in Argentinischen Peso im Gerldbeutel gehabt, da waren die aber leider nicht mehr. Die hätte man ja noch für nen schlechten Kurs in einer Wechselstube tauschen können. Die letzten Bolivianos hatten wir an der grenze in Bonbons investiert, da Simon einen mega Husten bekommen hatte und die komplette Busfahrt, wie auch die nächsten drei Tage, so heiser war, dass er kaum reden konnte. Der Schweizer aus dem Bus hätte uns dann noch fast eine Person organisiert, bei der wir hätten bleiben können, aber dann hat das Internetcafe spontan zu gemacht und wir hatten weder Geld noch eine Übernachtungsmöglichkeit... Ja der Couchsurfer hatte sich leider immernoch nicht gemeldet. Hatte uns vorher zugesagt uns zu hosten aber dann kam plötzlich nichts mehr von ihm und wir immer näher an Asuncion heran. Da standen wir nun, leicht verzweifelt und wussten so gar nicht was wir machen sollten. Wer auch immer das Mädchen dann geschickt hat, wir waren ihm oder ihr sehr dankbar. Jedenfalls haben wir dann im Busbahnhof eine Deutsche getroffen, der wir unsere Problematik kurz erzählt haben worauf diese dann meinte, dass sie auch mal Probleme beim Geld abheben hatte und das nur gelöst hatte, indem sie mindestens doppelt so viel Geld wie wir das ausprobiert hatten abgehoben hat. Statt umgerechnet 50 EUR also 100 EUR. Gesagt, getan und man glaubt es kaum, der ATM fing an zu rattern und hat uns 500 000 Guarani ausgespuckt, YES!

 

Nachdem wir nun gemachte Leute waren, haben wir uns ein Hotel am Busbahnhof gesucht und nachdem das eine nach Pisse stank und in dem anderen wohl eine rackhure gestorben ist, haben wir eins gefunden, dass einen relativ sauberen Eindruck machte, Frühstück bis 10 Uhr hatte und sogar Wifi, also kabelloses Internet, im Preis inbegriffen hatte, haben wir uns erschöpft und kaputt ins Bett gelegt. Nicht jedoch vorher den üblichen Kontrollblick auf Bettwanzen schweifen zu lassen. Haben dabei ein Kakerlakennest mit 5 stattlichen Exemplaren im Kopfende auf Simons Seite gefunden. Simon hat den Jungs dann gesagt sie sollen nachts über ihn laufen und woanders nach Nahrung suchen und dann sind wir seelig eingeschlafen. Leider musste Nora nachts kotzen und ihre Verdauung war im Eimer... Da war das leckere kalte Hähnchenbein aus dem Bus wohl nicht das Richtige für sie.

 

Über Paraguay können wir eigenltich nur unsere ersten Oberflächlichen Eindrücke erzählen, da wir nur sehr kurz in dem Land waren und leider nicht viel kennen lernen konnten. Abgesehen davon, dass es scheinbar nicht viel in Paraguay zu sehen gibt, was wir von vielen Leute geagt bekommen haben, wäre es doch schön gewesen jemanden dort kennen zu lernen und vielleicht herauszufinden, dass Land und Leute bzw. Kultur und Gescichte des Landes doch spannender sein würden, als das bloße Besuchen von zahlreichen Tourihotspots. Leider hat das mit dem Couchsurfen in Asuncion nicht geklappt und wir haben die zwei Tage in dem kakerlakenhotel damit verbracht Dinge zu organisieren, Blogtext zu schreiben, uns zu überlegen wo es als nächstes hingehen soll und Simons Husten und Noras Magen-Darm-Probleme loszuwerden. Was wir vom Bus aus sehen konnten, als wir durch Paraguay gefahren sind, war ein krasser Unterschied zu Bolivien. Die Infrastruktur war eigentlich durchgehen in einem top Zustand, es lag so gut wie kein Müll rum, die Häuser sahen sowohl außerhalb der Stadt als auch innerhalb dieser fast schon wie in jedem anderen europäischen Land aus und es gab Gegenden die sahen besser aus als so manch ein Landstrich in Polen, und ich weiß wovon ich rede. Auch fahren hier fast nur Neuwagen rum, man sieht nur ganz ganz selten mal ne schrottreife Karre. Und die müssen enorm viel Geld für Polizei und Zoll überhaben oder sich einfach rausnehmen, aber die Polizeiwagen sind alle top modern, die Uniformen und die Bewaffnung entspricht jedem westlichen Land und überhaupt sind die bestens gerüstet und omnipräsent. Schon erstaunlich, wenn man sich überlegt, dass uns gesagt wurde, dass Paraguay zu den ärmsten Ländern Südamerikas zählen soll und Bolivien in nichts nachstehen soll. Auch Wikipedia (was natürlich keine verlässliche Quelle ist, aber für das Niveau dieses Blogs ausreichend :P ) meint, dass Bolivien und Paraguay fast das gleiche Bruttoinlandsprodukt und fast den gleichen Entwicklungsindex haben... und doch schenit es da einen Himmel-Hölle-Unterschied in der Entwicklung zu geben. Was man aber sagen muss ist, dass wir auf dem Weg durch das Gran Chaco (die westliche Hälfte Paraguays) auch selbstgebaute Hütten aus Palmwedeln und Büschen gesehen haben, in denen Leute gewohnt haben, die absolut gar nichts hatten. Vielleicht, und anders können wir uns das nicht erklären, gibt es in Paraguay einfach eine viel größere luft zwischen arm und reich und es gibt weniger sichtbar sehr viel sehr viel bittere Armut als anderswo, was insgesamt den "Entwicklungsschnitt" und das BIP nach unten ziehen... naja alles nur Spekulationen.

 

Weiter im Text. Wir wollten dann am nächsten Tag mittags zum Busbahnhof laufen und uns mal informieren wann genau Busse wie lange nach Ciudad del Este fahren. Ciudad del Este ist eine von drei Städten am Dreiländereck Paraguay, Brasilien und Argentinien, wo es die größten Wasserfälle der Welt gibt. Die Stadt auf der Seite von Paraguay heißt Ciudad del Este, die aus brasilianischer Seite ist Foz do Iguazu und die in Argentinien ist Puerto Iguacu. Die Wasserfälle sind am Fluss Rio Iguacu, welcher Brasilien und Argentinien trennt, weswegen man auch nur von diesen beiden Ländern aus die Wasserfälle sehen kann. Paraguay wird von Argentinien und Brasilien durch den Fluss Rio Paraná getrennt und hat statt Wasserfälle einen großen Staudamm, der wohl in erzeugter elektrischer Energie gemessen der größte der Welt sein soll. Haben wir nicht gesehen, kein Plan.

 

Wir also zum Busterminal gelaufen und wurden wie immer gleich angesprochen ob wir nach Ciudad del Este wollten, was wir wollten. Wann denn der Bus gehen würde? In 20 Minuten! Da haben wir noch einen kleinen Rabatt rausgehandelt, der Bus soll ja schließlich voll werden und wir somit in der besseren Position und zack war die Sache geritzt. Haben schnell unser Gepäck aus dem Hotel geholt und mussten dann leider noch eine halbe Stunde auf den Bus warten, da dieser Verspätung hatte. Machte aber nichts für den guten Preis. Auch auf dieser Busfahrt von ca 6 Stunden haben wir nur wohl entwickelte Gegenden gesehen und zu unserem Erstaunen kein einziges Mal Natur ohne Menschen. Wir sind 6 Stunden lang an Tankstellen, Ortschaften, Industrieparks, Fabriken, Gewerbegebieten, Baustellen, oder sonstigen Bebauungen vorbeigefahren. Und wer die Cloppenburgerstraße in Oldenburg kennt, kann sich vll ungefähr vorstellen wie krass das aussieht, wenn ungelogen alle paar hundert Meter eine Tankstelle steht. Da waren auf vielleicht 200 Km unzählige Tankstellen wie Perlen in einer Kette. Naja sonst gabs auf dem Weg nicht viel spannendes.

 

In Ciudad del Este angekommen stellte sich dann die Frage was wir machen sollten, wohin und überhaupt was wollten wir eigentlich hier? Als wir zwei junge Leute fragen wollten, ob die vielleicht ein günstiges Hotel oder eine gute Unterkunft kennen würden, kam heraus, dass die beiden aus Deutschland in der Nähe von Hamburg und im Namen Gottes unterwegs waren. Wir hatten grade zwei Zeugen Jehovas angesprochen, dasn Ding oder? Und es kommt noch besser, wir haben uns nett unterhalten und haben schließlich angeboten bekommen eine Nacht in deren Haus in einem Ort vor Asuncion zu schlafen. Wir mussten zwar eine Stunde lang mit nem Bus in die Richtung zurückfahren, aus der wir gekommen sind, aber die Aussicht auf einen netten Abend mit zwei jungen Menschen aus Deutschland war doch viel besser als einen weiteren Abend in einem abgefuckten Hotel zu verbringen. Habend den Abend dann bei denen lecker Ofenkartoffeln gekocht und uns gegenseitig von unseren Missionen erzählt. Die Zwei waren als Missionare unterwegs und haben uns von ihrer Arbeit erzählt, ohne dabei zu versuchen uns zu irgendwas zu bekehren oder so, sehr angenehm. Am nächsten Morgen sind wir dann von Pfannkuchengruch aufgewacht, gibts was Schöneres? Haben sehr schön gefrühstückt und uns noch ein wenig über Gott und die Welt unterhalten und ich zumindest habe gemerkt, dass eigentlich doch alle die Gleichen Ansichten haben und die gleichen Ziele verfolgen, die einen glauben dabei an einen Gott und die anderen halt nicht. War echt gut zu merken, dass unterm Strich Vernunft, Frieden, Wertschätzung für das Leben und Respekt vor dem Leben im allgemeinen stehen. Wie gut, dass wir alles Menschen sind. Naja nach diesem kleinen spirituellen Moment mussten wir uns auch schon wieder auf den Weg nach Ciudad del Este machen, um noch rechtzeitig die Fähre nach Argentinien zu bekommen. Wir hätten natürlich auch mit dem Taxi fahren können, aber sind wir Krösus? Als wir dann aber kein Glück hatten den Linienbus anzuhalten, der uns zum Fähranleger bringen sollte, mussten wir eine weitere Nacht in einem schäbigen, stinkenden Hotelzimmer verbringen, um dann am nächsten Tag nach Argentinien aufzubrechen. Hatten zum Glück am Abend zuvor an einem Geldautomaten an einer Essotankstelle US-Dollar bekommen und konnten somit den gedeckelten Wechselkurs der verrückten argentinischen Regierung umgehen. Da wir nun Dollar zu Peso tauschen konnten haben wir umgerechnet für einen Euro nicht mehr 6.5 Peso, sondern 10,5 Peso bekommen. Das macht sich dann schon bemerkbar im Geldbeutel, selbst wenn man nur 3 Tage im Land ist. Tja, hätten wir das vorher gewusst und umsetzen können... will man gar nicht dran denken nech.

 

Wir also den Linienbus genommen, nachdem wir uns im Supermarkt noch über den Sicherheitsman gewundert hatten, der in Trainingshose und T-Shirt und einer Schrotflinte am Handgelenk baumelnd durch den Laden gesclendert ist. Am Fähranleger schnell nen Ausreisestempel von Paraguay geholt und dann ging es über den Fluss am Dreiländereck mit Blick auf Brasilienlinks , Argentinien rechts und Paraguay hinter uns nach Puerto Iguazu. Hatten im Get-South Büchlein dann ein relativ gutes und günstiges Hostel gefunden, bei dem wir 10% Rabatt bekommen sollten. Es gab ein leckers Frühstück, die hatten Wifi und nette Menschen, die dort gewohnt haben. Leider hat Simon ganz schlimm Magen-Darm-Unfall bekommen und konnte den kompletten nächsten Tag nichts Essen, absolut Null. Erst am Tag darauf, an dem wir eigentlich die Wasserfälle besuchen wollten, konnte er ein bisschen Suppe essen, die Nora gekocht hat. Dabei hatte er noch so komische Gliederschmerzen mit einem so steifen Nacken wie er ihn noch nicht hatte. Ja, ganz, ganz schlimm, wäre fast gestorben xD.

 

Nachmittags sind wir dann noch in so eine Tierauffangstation gelaufen, die man nach Eintritt zahlen und mit einem Trecker ein Stück in den Wald reinfahren, besichtigen konnte. Da hatten die alles Mögliche an Tieren, die entweder verletzt wurden oder von Menschn gehalten und schlecht b ehandelt und ausgesetzt wurden. Die Führung war leider auf Spanisch, weil die Führung auf Englisch ausfallen musste. Wir hatten aber eine dicke, nette Frau in der Gruppe, die uns ein bisschen geholfen und auf Englisch übersetzt hat. Sehr nett. Danach sind wir zum Busterminal gefahren und haben uns ein Busticket nach Florianopolis für den nächsten Tag gekauft. Dabei sollten wir am Nachmittag, nachdem wir vorher bei den Wasserfällen gewesen sein wollten, mit einem Minibus über die Grenze zum Busterminal in Foz do Iguacu in Brasilien gebracht werden, um dort dann den Reisebus über Nacht bis nach Florianopolis zu nehmen. Abends gings dann früh ins Bett, um am nächsten Morgen um 7:30 aufstehen zu können.

 

Die Iguazu-Wasserfälle:

Sind mit gepackten Rucksäcken und Essen für den Tag zum Busterminal gelatscht. Dort haben wir dann unsere großen Rucksäcke im Büro der Busgesellschaft, mit der wir am Nachmittag nach Florianopolis fahren sollten, abgestellt und dann den Bus zu den Wasserfällen genommen. Hat vom Timing so gut geklappt, dass wir sogar noch einen Bus früher bekommen haben. Nach einer halben Stunde Busfahrt und einen fliegenden Tukan über der Straße gesehen zu haben, kamen wir dann in der Basisstation und der Kasse an. Dort gab es Preisstaffellungen, je nachdem aus welchem Land man kam in Südamerika wars extrem billig. Leider zählten wir zu "Rest der Welt" und nicht wie gehofft zu Studenten oder so und mussten den vollen Preis von 17 EUR bezahlen. Naja was solls, Gleichberechtigung gibts halt nicht überall.

 

Wir haben uns dann im Park versucht von einigen lautstark durch die Gegend lärmenden Schülergruppen abzusetzen und zu der frühen Stunde vielleicht noch ein bisschen wildes, noch nicht verjagtes Leben zu sehen. Sind dann zu Fuß durch einen kurzen Weg durch den Wald an dem einen "Bahnhof" angekommen, bei dem man mit dem Zug ein Weilchen fahren und zum zweiten Bahnhof nahe des Teifelsschlund fahren konnte. Wir haben uns aber entschieden erst die anderen vielen Wanderwege um und zu den ganzen Wasserfällen abzuklappern und später mit dem kleinen Zug zu fahren. Wir wurden dann gleich von einer Hand voll Cuatis, so plüschigen, lustigen Nasenbärenartigen Dschungeltieren, begrüßt zu werden. Die wurden leider von den Menschen so angefüttert, dass sie nun immer da waren und nach Essen geschnorrt haben und, da es halt gefährliche Tiere sein können, schon einige Turisten verletzt haben... richtig so... warum kann man die nicht einfach in Ruhe lassen und muss die mit Fastfood und sonem Kack füttern?

 

Auf der argentinischen Seite der Wasserfälle hat man sehr viel mehr Möglichlkeiten durch den Wald zu laufen und die ganzen Wasserfälle von vielen verschiedenen Seite und Aussichtspunkten zu betrachten. Die Wasserfälle sind nicht wie man sich das klassisch vorstellt, ein Fluss oben, ein Wasserfall und ein Fluss unten. Die Iguazu-Wasserfälle sind mehr in einer riesigen Kurve des großen Flusses gelegen und dann bildet sich so eine Art See, der dann auf ganzer Breite in unzähligen großen und kleinen Wasserfällen bis zu 80 Meter in die Tiefe stürzt, um dort unten dann wieder zu einem Fluss zusammen zu fließen. Der Größte dieser vielen Wasserfälle ist dabei der Teufelsschlund, den man von Brasilien und Argentinien aus bestaunen kann. Die ganzen restlichen Wasserfälle sind nur von Argentinien aus zu sehen. (Auf das Bild klicken!)

Wir sind an so ziemlich jeden der ganzen Wege gelaufen und unten hat uns ein kleines Bott noch über den Fluss zu einer Insel gebracht, von der aus man nochmal sehr nah ein einen echt großen Wasserfall herangehen konnte. Da wir beide die ersten auf der Insel waren, da wir mit dem ersten Boot übergesetzt sind, konnten wir noch sehr viele Geier und sich sonnende Eidechsen sehen. Haben da dann nochmal gefrühstückt und dann die Schwärme von tausenden Mauerseglern bestaunt, die sich vor dem Wasserfall unglaubliche Flugmanöver geleistet haben. Die seind teilweise durch den Wasserfall geflogen, da sie an der Wand hinter dem Wasservorhang in kleinen Höhlen gebrütet haben.

 

Später sind wir dann noch mit dieser kleinen Bimmelbahn bis weiter oben gefahren, um dort über einen sehr langen Steg bis zum Teufelsschlund zu laufen. Dort haben wir auf Steinen einige große Schildkröten gesehen und wurden wieder von unzähligen bunten Schmetterlingen in allen Größen angeflogen. Die standen irgendwie auf das Salz auf der Haut oder so, jedenfalls war das schon witzig, wenn die sich auf einen gesetzt haben. Am Ende wurde es dann etwas anstrengend, da sich der Nationalpark so sehr mit Touristen gefüllt hat, dass man fast keinen einzigen ungestörten Blick auf den Teufelsschlund werfen konnte, da überall Gruppen von Leuten unterwegs waren. Als wir dann aber dort angekommen sind, hat der Boden unter den Füßen gebebt, so tosend sind die Wassermassen in die tiefe gestürzt. Echt gewaltig und kann man kaum beschreiben, klingt blöd, aber muss man erlebt haben.

 

Später am Nachmittag sind wir dann zurück gefahren, erst mit der kleinen Bahn, haben uns über Leute amüsiert, die versucht haben sich und ihre Tüten mit Essen vor den Cuatis in Sicherheit zu bringen und dann schließlich mit dem Bus zurück zum Busterminal in Puerto Iguazu.

 

Reise nach Brasilien:

Nachdem wir uns dort mit dem Typen von der Busgesellschaft getroffen haben, ging es wie in einem Taxi mit dem Menschen zusammen im kleinen Van Richtung brasilianischer Grenze. Wir haben ja schon viel erlebt auf unseren Reisen und mehr oder weniger offene Grenzen zwischen Argentinien und Bolivien gehen, nicht wirklich vorhandene und Kilometer weit auseinander liegende Grenzposten zwischen Bolivien und Paraguay... aber diese Grenzübertritt topt das unserer Meinung nach nochmal. Wir sind mit dem Auto vor der Brücke, die den Grenzfluss überspannte bei einem kleinen Büro angehalten und sollten unserem Fahrer unsere Reisepässe geben. Der ist dann ausgestiegen, zu dem Büro gelaufen und hat für uns die Ausreisestempel besorgt. Schon komisch, wenn man nichtmal persönlich vor dem Grenzbeamten erscheinen muss, aber war ja Ausreise, von daher vielleicht nicht so wild. Raus kommt man ja immer. Viel witziger wurde es dann, als wir die Brücke überquert hatten und auf der brasilianischen Seite exakt die gleiche Prozedur statt fand. Wir sind im Auto au dem Parkplatz vor dem Grenzposten sitzen geblieben, der Fahrer ist mit unseren Reisepässen in dem Büro verschwunden und nach 3 Minuten mit dem Einreisestempel in unseren Reisepässen wieder herausgekommen. So geil, wir haben nicht einen Beamten oder so gesehen, geschweige denn, dass die uns gesehen haben. Die Reisepässe hätten ja auch geklaut sein können und wer weiß wie viele Leute noch im Auto gesessen haben. Schon sehr skurril die Geschichte. Aber sollte uns nicht stören, wir hatten unsere Stempel und durften nun 3 Monate in dem Land bleiben, was wir zwar nicht vor hatten, aber was doch gut zu wissen ist, dass man die höchstdauer "bekommen" hat (An der Grenze zwischen Argentinien und Bolivien hatte der eine Spanier gerne 3 Monate ins Land gewollt, "bekam" aber dann nur 30 Tage... also man kann auch Pech haben).

 

Wir sind dann jedenfalls durch die brasilianishe Grenzstadt Foz do Iguacu kutschiert worden und haben wie vereinbart bei einer Bank gehalten, das Geld für die Bustickets abgehoben und diese dann auch am Busterminal ausgehändigt bekommen. Die ersten Eindrücke von brasilien waren dann leider im Dunkeln, da es schon spät wurde, aber man konnte gar nicht so genau sagen was nun anders war. Es war definitiv ne Veränderng. Irgendwie wirkte die Stadt geordneter und aufgeräumter und vielleicht auch sauberer. Aber vielleicht täuschte das auch, Foz do Iguacu ist nämlich mit seinen 250 000 Einwohnern um ein Vielfaches größer als Puerto Iguazu in Argentinien mit seinen 32 000 Einwohnern. Auf jeden Fall sehr viel moderner und sauberer als Ciudad del Este, obwohl ein bisschen kleiner (Ciudad del Este hat 270 000 Einwohner). Am Busterminal mussten wir uns dann an den brasilianischen Style gewöhnen. Wir durften nicht auf die Plattformen, von denen die Busse abfuhren, wir mussten in der Wartehalle sitzen und erst 15 Min vor Abfahrt, durften wir dann "raus" und den Bus suchen. Naja, letztlich hatte der Bus ne halbe Stunde Verspätung und das Prozedere beim Gepäck einladen unterschied sich auch von dem in den Ländern zuvor. Das Gepäc kam nämlch auf eine Waage und nur wer nicht zu viel dabei hatte, durfte sein Gepäck einladen lassen und sich an der Schlange vor dem Bus einreiehen. Anstehen deshalb, weil ein Mensch vor dem Bus von jedem den Ausweis sehen musste, die Namen und noch Daten wohin man reist und so haben wollte. Kontrolle muss sein.

 

Im Bus kam dann die Ernüchterung. Die so toll angepriesenen brasilianischen Busse, hatten genauso wenig Platz für die Beine wie in Bolivien oder Paraguay. Dolle Wurst und wir sollten die ganze Nacht bis zum nächsten Mittag unterwegs sein. An schlafen war wieder einmal nicht zu denken. Zum Glück war dann aber ein anderer Zweiersitz neben uns frei und Simon konnte dort für 2 Stunden oder so schlafen, bis die "Eigentümerin" des einen Sitzes zustieg und Simon weichen musste. Vorher jedoch wurden wir kurz hinter Foz do Iguacu in einer großen Polizeikontrolle angehalten und gute 45 Minuten lang aufgehalten. Die haben dann das komplette Gepäck ausgeladen, den Drogenspürhund damit spielen lassen und sich extrem lange mit dem Klo im Bus beschäftigt. Scheinbar wurde im Klo irgendwas gefunden oder zumindest vom Hund gerochen. Jedenfalls wurde da gewerkelt, auseinandergebaut und rummuckiert. Nachdem dann der Hund im Bus durch die Reihen gelaufen ist und bei einem Passagier hinter uns "angeschlagen" hat, wurde dieser auch noch im Bus durchsucht, so richtig peinlich mit Jacke und Pullover und Schuhe ausziehen. Gefunden wurde bei dem aber nichts, was nicht heißen muss, dass er nichts dabei hatte. Als wir wieder fuhren hat der Kontrollierte jedenfalls eifrig mit seiner Freundin geflüstert und gekichert... ein Schelm wer da Böses denkt...

 

Als irgendwann die Sonne aufgegangen ist und wir viele schlaflose Stunden durch die Gegend gefahren sind, haben wir bei einem Restaurant angehalten und einen Kaffee getrunken und uns die Zähne geputzt. Richtig interessant war, dass wir uns in einer Berglandschaft mit grünen, tropisch bewaldeten steilen Hügeln befunden haben. Unerwartet war es, da wir ja eigentlich schon relativ tief waren und ja auf die Küste zugefahren sind. Egal, auf jeden Fall war die Landschaft alles andere als langweilig. Die Städte, die wir durchfahren haben sahen richtig beeindruckend aus und erinnerten an Maiami oder Florida... jedenfalls stellen wir uns Maiami so vor. Alle Häuser komplett in weiß und eineige mit Farben wie türkis oder Orange angemalt und viele schmale und dünne aber sehr hohe Apartmenthochhäuser. Ich hab mal ein Bild aus dem Internet rausgesucht, damit man sich das besser vorstellen kann xD.

Nachdem wir dann noch ohne Grund eine Stunde im Stau gestanden haben, erstreckte sich neben uns die Insel und die Stadt Florianopolis, welche zur Hälfte auf dem Festland und zur Hälfte auf der Hinsel liegt. Über eine Brücke gelangt man dann auf die Insel"Ilha de Santa Catarina", wo der Busterminal ist. Aber über die Zeit auf Santa Catarina erzählen wir im nächsten Bericht.

 

Bis dahin, machts gut und lasst euch nicht vom deutschen Winter-Frühlings-Herbst-Sommer-Wetter ärgern.

Bis denn,

Simon und Nora

Gesund werden in Potosi und dann nach Santa Cruz in den Dschungel!

 

13.04. - 27.04.2013

 

Potosi:

Nachdem wir auf der Busfahrt einen US-Amerikaner kennen gelernt haben, haben wir in Potosi angekommen zusammen ein Taxi zu einem im Lonely Planet empfohlenen Hostel genommen. Da waren wir also, in Potosi, der höchsten Großstadt der Welt auf ca. 4100 Meter Höhe. Potosi war einst die reichste Stadt Südamerikas und die Altstadt gehört heute Dank der zahlreichen Kolonialbuaten zum UNESCO-Weltkulturerbe. Zum Reichtum hat Potosi ein enormes Silbervorkommen verholfen, welches seit Jahrzehnten in Mienen von Kindern und Erwachsenen gefördert wird. Nachdem die Menge an gefördertem Silber dann einestages abnahm, brach DER Wirtschaftszweig ein wenig ein und heutzutage ist Potosi noch relativ wohlhabend für bolivianische Verhältnisse, jedoch alles in allem ziemlich heruntergekommen. Wegen seiner Lage und der harschen Umgebung, kann in und um Potosi auch nicht wirklich Landwirtschaft betrieben werden, weswegen die Stadt schon stark vom Import aller möglichen Güter abhängt. Heute schufften immernoch unzählige Leute in den Minen unter extrem unmenschlichen Bedingungen und fördern neben Silber vor allem Kupfer zu Tage. Jeden Tag sterben einige Menschen, egal welchen Alters und werden umgehend durch neue Arbeiter ersetzt. Die Stollen sind so gut wie nicht gesichert, die Bedingungen sind haarsträubend und die Menschen vergiften sich mit etlichen Chemikalien, die dazu gebraucht werden, die Edelmetalle aus dem Gestein zu lösen. Da dort überall gesprengt wird wie denen der Sinn danach steht, gehören einstützenden und verschüttete Stollen zur Tagesordnung. In Potosi sitzen und stehen überall invalide ehemalige Mienenarbeiter herum und können nur noch bettelnd ihren Lebensunterhalt verdienen. Keine Arme, keine Beine, viele Amputationen. Potosi ist wohl die einzige Stadt weltweit, in der man legal Dynamit kaufen kann. Wollten wir erst machen und zum Spaß ein bisschen was außerhalb der Stadt sprengen, aber hat dann zeitlich leider nicht mehr gepasst. Eine Stange kostet da so etwas 2 EUR. Gekauft wird das Dynamit von den Kumpels, die es dann in ihrem eigenen Stollen kräftig knallen lassen. Ebenfalls werden die Stangen von den zahlreichen Touristen gekauft, die diese dann als Geschenk für die Arbeiter in den Minen mitnehmen. In Potosi werden hunderte Touren in die Minen angeboten. Wir haben uns aber bewusst dagegen entschieden, da wir nicht wissen was mit dem Geld passiert, ob die Arbeitsbedingungen da irgendwie von verbessert werden und da wir so eine Art von Elends-Tourismus pervers finden. Die überwiegend westlichen Touristen werden dann mit Schutzausrüstung ausgestattet, von denen die Arbeiter nur träumen können, unterschreiben vorher, dass sie die ungesicherten Stollen auf eigene Gefahr betreten, klettern zwischen den schuftenden Menschen durch die Stollen und gucken sich an unter welch elenden Bedingungen dort auch Kinder arbeiten müssen. In dem Hostel haben viele Leute diese Touren gemacht und wir haben nach deren Rückkehr ein paar Informationen dazu eingeholt. Eine hat uns erzählt, dass wohl der jüngste Arbeiter in den Minen grade mal 14 Jahre ast ist. Naja muss letztlich jeder selber wissen ob er so eine Tour macht oder icht. Wir wollten sowas jedenfalls nicht machen.

 

Potosi an sich ist relativ schön gewesen, sogfern man sich rund um den Plaza in der Mitte der Stadt bewegt hat. Zwar war auch hier wieder viel heruntergekommen, nur halb zu Ende gebaut oder einfach irgendwie selber zurecht gezimmert, aber die Kolonialarchitektur in der Stadt war schon hübsch anzusehen. Viel besser hat uns jedoch der Mercardo Central, etwas abseits des Tourizentrums, gefallen. Dort gab es wieder viel Trubel, viele Menschen und viel leckeres Essen. Naja, bolivianisches Essen, was sehr geprägt ist von Kartoffeln, Reis und Hühnchen. Ein Nationalgericht scheint hier Reis mit Hühnchen zu sein, das gibts überall und ständig und manchmal nur. Auf dem Markt gabs jedoch wie in Tupiza auch lecker Frühstück, bestehend aus Api, Pastell und den anderen Gebäcken. Komischerweise hat man das hier zu Abend gegessen, was aber gut passte, da Frühstück im Hostel inklusive war. Auch gabs hier wieder die alten Muttis, die vor ihren unzähligen Töpfen standen und selbst gekochten Eintopf, Suppen, Gulasch, Fleisch mit Bohnen, Reis, Kartoffeln oder Nudeln verkauft haben. Das Essen war überall sehr däftig und man bekam für sehr wenig Geld eine Portion, die man nur mit Ach und Krach geschafft hat. Schön anzusehen war auch, dass die Straßen so unglaublich voll mit Menschen waren und überall ein extrem buntes Treiben herrschte.

 

Interessant war, dass es überall in Potosi geknallt hat und auf Nachfrage was die Explosionen denn seien, kam nur, dass wohl wieder mal irgendwas von irgendwem gefeiert wird oder irgendwo wegen irgendwas protestiert wird. Jedenfalls konnten wir vom Hostel aus, das oben am Hang stand und von dessen Dachterrasse man einen tollen Überblick hatte, überall über der Stadt Leuchtkugeln und Feuerwerk explodiren sehen. Die scheinen hier im Land eine sehr ausgeprägte, zum Teil auch ganz schön radikale Protestkultur zu haben. Gegen Mitte unseres Aufenthaltes in Potosi kam dann im Hostel das Gerücht auf, dass man wohl zur Zeit nicht nach Sucre, weiter im Norden und unsere nächste Station, fahren kann, da Demonstranten dort eine Straßensperre errichtet hätten und niemanden durchlassen würden. Auf der einzigen Straße, die Potosi und Sucre Verbinded. Es stellte sich dann heraus, dass das stimmte und von verschiedenen Leuten haben wir dann verschiedenen Storys gehört, wie und ob man die Blokade umgehen könnte. Die Blokade ging so ca 3 Tage lang und einige Leute sind mit dem Bus bis vor die Blokade gefahren, mussten dann eine halbe Stunde laufen und wurden hinter der Blokade von einem anderen Bus wieder abgeholt. Wir hatten am Ende unseres Aufenthaltes das gleiche vor, sind dann aber zufällig an dem Tag gefahren, an dem die Blokade aufgelöst wurde, weswegen uns das dann nicht mehr betraf. Aber ich greife vor.

 

In Uyuni haben Nora und ich uns Dank den arktischen Temperaturen eine Erkältung geholt und Simon hat sich zusätzlich noch so die Lippen verbrannt wie in seinem Leben noch nicht zuvor. Durch die weiße Oberfläche des Salzsees muss sich de UV-Strahlung wohl die krass gespiegelt haben, dass das einfach zu viel für Simons Lippen waren. Er hatte noch nie einen Sonnenbrand auf den Lippen und das tat extrem unglaublich weh... Essen und Trinken ging gar nicht und abends tat es so weh, dass er fast nicht schlafen konnte. Eine Nacht lag er komplett wach, was unter anderem aber auch an der Höhe lag, die einen nachts einfach keinen Schlaf finden lässt, scheiß Sauerstoffmangel. Zudem war die Luft da oben so trocken, dass das wohl auch ein grund für den Schmerz war. Wir haben Potosi dann zum gesund werden genutzt und nicht wirklich viel gemacht, außer in der Stadt herumlaufen, Essen, Trinken und versucht im Internet den Blog auf Vordermann zu bringen. Das war gar nicht so einfach, da das Internet nur temporär funktioniert und an einem Tag komplett ausgefallen ist. In Potosi haben wir außerdem das weltweit höchst-gebrauteste Bier getrunken.... was gleichzeitig auch das weltweit ekelhafteste Bier war was wir je getrunken haben. Haben schon viel scheiß Bier getrunken, in Thailand, Australien, Argentinien, aber bisher hat noch kein Bier so scheiße geschmeckt wie das in Potosi, Bolivien. Das war mit Abstand das perverseste und bierunähnlichste Bier das wir je hatten. Die Inhaltsstoffe waren zwar auf Spanisch, aber in einem Bier sollten auf keinen Fall 9 verschiedene Zutaten enthalten sein, davon Stabilisatoren und Antioxidationsmittel... Bäh!

 

Einmal hats kurz geschneit am Nachmittag, da sind das erste Mal wirklich Wolken aufgezogen und es hat ordentlich gewittert und sogar ein paar Flocken geschneit... der Erste Schnee nach über einem Jahr.

 

Was uns hier wieder extrem unangenehm aufgefallen ist, war der gaze Müll überall. Da haben wir uns auf Straßenabschnitten zwischen Uyuni und Potosi befunden, auf denen man bis zum Horizont in alle Richtungen weit und breit kein Zeichen von Zivilisation gesehen hat aber überall rechts und links neben der Fahrbein gabs einen breiten Streifen Müll, der sich dann langsam in der Landschaft verloren hat... so bitter. Auch ist uns auf der Hinfahrt wieder aufgefallen, was für ein krasses Unverständnis und was für extreme Bildungslücken die Menschen hier in Bezug auf Umweltverschmutzung und Müllentsorgung haben. Ein Beispiel: Wir sitzen im Bus, neben uns eine kleine Familie, Mama, Papa, Kleinkind. Kleinkind hat Angst vor uns, Mama ist bemüht dem Kind die Angst zu nehmen und lächelt in einer Tour durch. Lächelt ihr Kind an, versucht das Kind zu überreden uns anzufassen, damit es sieht, dass weiße Haut nicht schlimm ist, Lächelt uns an, bietet uns Kekse an, freut sich, dass wir ihrem Kind Schokoladen schenken. Irgendwann scheißt das Kind seine Windel voll, woraufhin die Frau diese wechselt und anschließend versucht die vollgeschissene Windel aus dem Fenster zu werfen. Ging nicht, da es nicht weit genug auf ging. Irgendwann hält der Bus kurz, die lächelt uns an, steht auf, geht nach vorne, schmeißt die Windel in hohem Bogen mitten in der Wildnis aus der Tür, kommt zurück lächelt uns an und ist sich keiner Schuld bewusst irgendwas falsches getan zu haben... Uns ist nicht nur der Atem gestockt, wir wussten auch nicht, ob wir nun böse auf die freundliche Frau sein sollten oder einfach nur mit dem Kopf schütteln sollten... Später, in Santa Cruz, eine ähnliche Situation. Wir sitzen im Bus und unterhalten uns über die Müllspur neben der Straße, da sitzt uns schräg gegenüber eine dicke Frau, lächelt uns an, wir lächeln zurück und freuen uns, dass wir eine freundliche Person im Bus haben, da dreht die sich kurz um, macht das Fenster auf und wirft einene Plastikbecher und eine leere Colaflsche ausm Fenster, dreht sich wieder um und lächelt uns weiter an... Als wir kurz eine Pause für Essen und Toilette gemacht haben das Gleiche. Wir stehen da am Straßenrand neben einem Restaurant und warten dort darauf, dass es weiter geht, da sitzen noch welche im Bus, machen das Fenster auf und eine Colaflasche fliegt raus, vor das Restaurant, zwischen die wartenden Leute, gestört hat das niemanden... leider sehr traurig aber den Menschen fehlt leider das Verständnis für Natur, Umwelt und dass sowas auch einen vll nicht mit Geld messbaren Wert hat. Zwar wurde uns erzählt, dass die Regierung schon Programme zur Aufklärung gestartet hat und, dass Versuche unternommen werden den Menschen ein Verständnis für ihre Umwelt nahezulegen, aber leider hat das bisher gar nicht oder nur wenig gefruchtet. Dass es aber auch anders geht haben wir in Santa Cruz gesehen, was uns dann allerdings noch mehr wundert, da wir uns ja noch im gleichen Land befinden, dort die Menschen das mit dem Müll aber scheinbar begriffen haben, oder die städtische Müllentsorgung einfach funktioniert und extrem gründlich überall ist. Jedenfalls lag in Santa Cruz echt wenig Müll rum. Zwar immernoch mehr als normal und mehr als ein Ökosystem verträgt aber grade im Zentrum der Stadt war es echt sauber, überall standen Mülleimer herum und durch die Straßen wehte so gut wie kein Plastik. Vll wurde das Problem auch nur an den Stadtrand verdrängt, was ja oft vorkommt, aber vielleicht haben die Menschen dort auch mehr Bildung was das Müllproblem angeht genossen.

 

So, bevor ich nun aber zu viel über Santa Cruz erzähle, hier kurz die Busfahrt von Potosi nach Santa Cruz, ein Höllenritt wie er im Buche stand!

 

Erst wollten wir ja nach Sucre fahren und hatten vor die Straßenblokade zur Not halt zu Fuß zu umgehen. Als wir dann aber am späten Vormittag am Busterminal angekommen sind, haben wir uns nach kurzer Preis- und Geographierecherche dazu entschlossen gleich in einem Stück nach Santa Cruz zu fahren, um dort den Dschungel zu besuchen und uns von da aus dann weiter auf den Weg nach Paraguay zu machen. Leider sollte die Busfahrt 19 Stunden dauern, sodass sich das Fahren bei Nacht nicht vermeiden ließ. Glücklicherweise fuhr ein Bus um 14 Uhr am gleichen Tag los, sodass wir nach kurzem Feilschen zwei Tickets für den gekauft und uns dann um Vorräte für die Fahrt gekümmert haben. Wir hatten wieder die Sitze ganz vorne mit toller Aussicht und relativ viel Beinfreiheit. Als wir dann den Bus gesehen haben, machten sich schon die ersten Zweifel breit, ob das mit der Nachtfahrt eine gute Idee war. Die Karre war ziemlich ranzig, rostig und wäre in Deutschland sofort verschrottet worden. Gut ist, dass hier dann keine Ressourcen verschwendet werden und statt ein funktionierendes Gerät wegzuschmeißen und ein neues zu produzieren das Gerät bis zum totalen Exitus benutzt wird. Schlecht ist, dass unsere Leben von der Sicherheit des Gerätes Bus abhing und Exitus meist folgenschwerer Unfall heißt... Wir haben zwar erstmal gute Miene zum Bösen spiel gemacht, standen jedoch ziemlich schnell unter Strom als uns auffiel, dass unser Busfahrer entweder einen kleinen Penis haben musste und seinem Minderwertigkeitskomplex nur dadurch Herr wurde, indem er sich wie der König vonner Straße benommen hat, oder schlicht und einfach den Verstand verloren hat, nachdem er den Führerschein geschenkt bekommen hatte. Der ist jedenfalls gefahren wie der Gesenkte und hat ohne Scheiß mehr Zeit auf der linken, als auf der rechten Spur verbracht... und in Bolivien herrscht Rechtsverkehr. Da waren Manöver bei, das glaubt uns keiner. Entweder hat er alles was kleiner als sein Bus von der Straße gehupt oder fast weggeschoben oder er hat überholt als gäbe es kein Morgen. In Kurzen, vor kurzen, vor Hügeln, wenn was von vorne kam, in Ortschaften, einfach überall und immer. Ein paar mal mussten Autos, die von vorne kamen, auf den Seitenstreifen ausweichen, war dem scheißegal. In Ortschaften oder Städten, duch die wir gekommen sind, ist der mit ungefähr 90 durchgebrettert und wir auf Sitz 1 und 2 hatten mehrmals das Gefühl, wir nehmen den Balkon oder die nächste Häuserecke mit. Simon war kurz davor runter zu gehen zum Fahrer, den sowasvon anzubrüllen und ihm bescheid zu geben, dass wenn wir einen Unfall haben sollten und der Fahrer und Simon überleben sollten, dass Simon ihn dann mit bloßen Händen tötet. Leider reichte sein Spanisch dafür nicht aus, weswegen der Busfahrer darüber nicht in Kenntnis gesetzt wurde, was an dem Vorwand jedoch nichts änderte. Irgendwann haben wir uns dann gewundert, warum der Bus mitten im Niergendwo anhält, obwohl niemand zusteign wollte und dann in einer Kurve rechts ran fuhr. Als nach einer Zeit die Leuten anfingen auszusteigen, um aufs Klo gehen zu können, sind wir auch raus und siehe da, einer der Vier Hinterreifen auf der rechten Seite war platt. Wir dachten schon, yay!, nun muss ein neuer Bus her... Fehlanzeige. Die Busgesellschaft war auf so einen Fall vorbereitet und hat innerhalb von 20 Minuten das komplette Paar Zwillingsreifen auf der rechten Seite durch Reifen aus dem "Kofferraum" ausgewechselt. Erst haben wir das gar nicht richtig gepeilt, dass die die Reifen abnehmen, wo doch der abgefahrene Reifen neben dem Bus lag. Kurz darauf zeigte sich dann, dass dieser unglaublich abgefahre Reifen der "neue" gewesen ist und von nun an zur Sicherheit des Busses beigetragen hat. Der Gummimantel war teilweise komplett abgefahren und der Bus ist nur noch auf dem Verbundmaterial unter dem Gummi gefahren. Über Straßen, die nur aus Steinen, scharfen Felsen, Müll oder Treibsand bestanden. Von nun an hatten wir bei jeder Linkskurve Todesangst und der Fahrstil des Busfahrers hatte sich auch kein Stück geändert.

 

Als wir dann in Sucre ankamen, ging grad die Sonne unter und weit und breit war von einer Blokade oder Protesten nichts zu sehen. Dufte dachten wir.

 

Noch besser war dann, dass der Busfahrer nach dem Stop in Sucre dort geblieben ist und ein anderer Fahrer das Steuer übernommen hat. Schlecht war wiederum, dass der mörderische Reifen nicht gegen einen neuen ausgetauscht wurde und wir nun die Nachtfahrt antreten sollten. Kurz hinter Sucre hörte dann auch die Straßeaus Betonplatten auf und von nun an sollten wir bis kurz vor Santa Cruz nur noch auf Schotter, Sand oder groben Steinen fahren. Die Nacht war nicht nur der Horror, da Simon an sich schon in Bussen nich wirklich schlafen kann, zusätzlich konnte er sein Kopfkissen nicht an das Fenster drücken, da es zwischen Sitz und Fenster ein großes Loch gab, das direkt bis nach unten und vor die undichte Tür geführt hat. Außerdem war das eine so heftige Huppelpiste, dass man sich 2 Minuten, nachdem man sich entspannt hat, auf dem Fußboden des Busses wiedergefunden hat. Langweilig war es hier schon nicht, da ab und zu mal der Strom im ganzen Bus ausfiel, was die Scheinwerfer ebenfalls betraf. Stellt euch das mal vor, ihr sitzt weiter vorne als der Busfahrer, habt das ganze Elend der Straße unmittelbar vor euch, fürchtet euch bei jeder der vielen Kurven und plötzlich geht das Licht aus und der Bus fährt ein paar Meter absolut blind auf diesen Wegen... Überall rechts und links war die Straße eh schon gesäumt mit Kreuzen von Leuten, die hier ums Leben gekommen waren...

 

Die Straßenverhältnisse wurden dann auch immer abenteuerlicher. So etwas haben wir bisher noch nie gesehen. Stellt euch vor in Deutschland wird eine Autobahn gebaut und das passiert ja in verschiedenen Stadien. Erst wird eine Schneise in die Landschaft geschlagen, dann wird der Boden ausgetauscht und anschließend planiert, dann werden da unzählige Schichten an Materialien aufgebracht und irgendwann kommt mal der Fahrbahnbelag... da sind bestimmt noch zahlreiche Stadien dazwischen, aber ihr wisst was ich meine. Die Straße lässt sich jedenfalls so beschreiben, als wenn das mal eine werden soll und grade eine Schneise geschlagen wurde und teilweise Material ausgetaucht wurde und teilweise halt noch nicht. Der gesamte Weg bestand nur auf Hügeln und Tälern, aus Fahrspuren von LKW und Bussen, so tief, dass sogar Radlader aufsetzen und das alles aus Schutt, Geröll, Sand oder anderen Abstufungen von Fels zu Pulver. Ich kann das gar nicht in Worte fassen, aber wenn wir da nicht wirklich drüber gefahren wären, hätte ich nie im Leben geglaubt, dass ein Personenbus durch so einen Weg durchkommt. Das hätte ich vorher höchstens Panzern oder Monstertrucks zugetraut. Der Busfahrer ist auch gefahren, als wenn er in so einem sitzen würde... aber hauptsache nicht stecken bleiben. Manchmal hat man im Bus keine Luft mehr bekommen, da vor uns Lastwagen fuhren und das auf so feinem Sand, dass eine Staubwolke aufgewirbelt wurde, die es überall durch schaffte, was bei dem löchrigen Bus aber auch nicht schwer war. Selbst mit Fernlicht war die Sicht schlechter als bei schlimmsten Nebel in den Bergen... hat aber niemanden vom Überholen abgehalten. Ein Mal war das so krass, wir befinden uns immernoch in den Anden, manchmal geht das mehrere hundert Meter tief runter, ohne Leitplanke oder sonstigen Schutz. Wir fahren auf einer Straße aus Treibsand. Da ist vor uns ein riesiger Erdrutsch abgegangen und hat so gut wie alles von der Straße ins Tal gerissen. Da haben aber ein paar mutige einen Weg außen am Abgang herum gefunden, was den Busfahrer dann animiert hat, einfach den Reifenspuren zu folgen. Extrem beängstigend wurde es dann, als der Bus durch die gut einen halben Meter tiefen Fahrrillen und Löcher dadrinnen anfing zu schwanken und wir Leute oben im Bus uns kurzfristig buchstäblich über dem Abgrund wiedergefunden haben.

 

Irgendwann hat sich die Landschaft dann zu einer Art Wüste mit riesigen Kakteen verändert und als es dann schließlich zu Dämmern anfing, wurde die Vegetation immer dichter und Höher und wir kamen Normal Null immer näher. Auch wenn Santa Cruz so auf ca. 400 Meter rumliegt ist das im Gegensatz zu 4000 Metern gradezu unterirdisch und man freut sich über die Sauerstoffreiche Luft. Plötzlich befanden wir uns auf einer halbwegs geterten Straße in einem Tal zwischen tropisch bewaldeten Bergketten. Eine unglaubliche Landschaft, wenn man vorher über 4 Wochen nur furztrockene Berge ohne wirkliche Bäume und Sträucher gesehen hat. Haben den Blick aus den Fenster richtig genossen.

 

Santa Cruz:

In Santa Cruz angekommen wollten wir nur noch in ein Hostel oder sowas und schlafen, waren komplett im Eimer. Lustig war dann das Taxi, was eine Art Eigenbau war. Das war vom Hersteller eigentlich für den Linksverkehr gebaut worden. Die haben dann aber einfach das Steuer und die Pedale auf der einen Seite abgebaut und auf der anderen Seite eingebaut. Tacho, Drehzahlmesser und sonstige Apparaturen waren zwar noch rechts, aber das hat den Fahrer genauso wenig gestört, wie, dass er spiegelverkehrt Schalten musste, da die Kupplung ebenfalls noch für Linksverkehr war. Haben dann eine Unterkunft im Zentrum der Stadt gefunden und uns dort erstmal für 2 Stunden hingelegt.

 

Am nächsten Tag sind wir dann zu einer Reiseagentur gegangen und haben eine 4 tägige Tour in den Dschungel gebucht. Dabei sollte es in den Amboro Nationalpark gehen, der nur 2 Stunden von Santa Cruz entfernt anfing. In dem Park herrscht ein tropische Klima, es gibt richtigen Regenwald und es kommen Tiere wie Jaguar, Puma, Tapir, Kappuzieneraffen, Klammeraffen und Brüllaffen sowie Tukane und Aras vor. Die Fauna klang auf jeden Fall vielverprechend. Es gab noch mehrere Nationalparks und Gebiete und mehr oder weniger näherer Umgebung zur Auswahl, allerdings entweder zu weit weg, zu teuer und mit 7 Tagen zu lang, oder zu teuer und mit halbtrockener Gras und Strauchsavanne nicht die richtige Vegetation. Wir wollten Dschungel und den haben wir auch bekommen.

 

4 Tage Amboro Nationalpark:

Vorne weg, die Tour war der Hammer! Zwar arschteuer, aber dafür in keinster Weise mit dem Erlebnis in Uyuni zu vergleichen. Wir haben uns mit Machete und Sack und Pack auf dem Rücken durch den Urwald gekämpft und waren dem Jaguar immer dicht auf den Fersen. Aber Stück für Stück, alles fing am Sonntagmorgen in Santa Cruz an.

 

Wir hatten am Abend zuvor Noras großen Rucksack mit allem Gepackt was wir nicht für den Trip in den Urwald brauchen würden und meinen Großen Rucksack, sowie den Kleinen, mit allem befüllt, was wohl wichtig werden sollte. Wir mussten uns auf einen Campingtrip einstellen, bei dem wir im Dschungel im Zelt schlafen würden, über offenem Feuer kochen würden und genug Unterhosen für 4 Tage mit haben mussten, was teilweise mit Einsparungen verbunden war...

 

Morgens um 8 Uhr wurden wir vor unserer Unterkunft von einem Taxi, unserer persönlichen Dolmetscherin, da wir gerne auf Englisch übersetzt haben wollten, was unser Guide so zu erzählen hat, und einer Mitarbeiterin der Reiseagentur abgeholt. Wir sin dann zwei Stunden mit einem Kofferraum bis obenhin voll mit Gepäck, Lebensmitteln und Survivalutensilien bis nach Buena Vista gefahren und haben dort noch einen Mitarbeiter der Agentur besucht, die Mitarbeiterin aus unserem Taxi bei ihm abgegeben und stattdessen unseren Guide Miguel samt seinem Gepäck mitgenommen. Mit dem Taxi ging es dann noch ein Stück weiter als Buena Vista bis zu einem großen reißenden, nicht allzu tiefen, Fluss, bei dem wir dann aussteign und ein kleines Boot zur Überquerung nehmen mussten. Am Fluss herrschte reges Treiben, da Säcke von geernteten Mandarinen auf die andere Seite mussten und viele Dorfbewohner mit ihren Rollern von ihrem Dorf nach Buena Vista unterwegs waren und umgekehrt. Die Boote waren einfach winzige Kähne, die von Leuten, die durch den Fluss gewatet sind, bis ans andere Ufer geschoben wurden. Bis zur Brust stand unsere Antriebs- und Steuermann dabei im Wasser. Der Taxifahrer blieb zurück und wir sind auf der anderen Seite dann in einen wartenden 4x4 Jeep gestiegen. Nun ging es nochmal eine gute Stunde lang über einen unglaublichen Weg durch Wald und offenes Gelände auf den Park zu. Wir sind an Mandarinenplantagen und kleinen Dörfern vorbeigekommen, die teilweise Strom hatten und teilweise noch auf die sich im Bau befindliche Überlandleitung gewartet haben. Insgesamt mussten wir mit dem Jeep 3 breite Flüsse duchrqueren und der eine war so tief, dass Wasser in den Fußraum kam und wir die Füße anheben mussten xD. Die Schlaglöcher auf dem Weg waren so tief und der Boden so uneben, dass wir ein paar Mal fast umgekippt wären und auch einige Male stecken geblieben sind und der Fahrer immer wieder raus musste, die Muttern an den Reifen nachziehen musste und dann auf Allrandantrieb umstellen musste, um da irgendwie wieder rauszukommen. Ich hätte echt nicht gedacht zu was ein Auto im Stande sein kann und wie heftiges Gelände ein Geländewagen überwinden kann, alle Achtung an die Autohersteller... dagegen ist ja Straßefahren pure Langeweile xD. Irgendwann haben wir dann unseren Zielort, die sog. rote Linie erreicht. Die rote Linie markiert die Grenze vom Nationalpark und dahinter darf man nur mit Genehmigung rein und da gelten dann besondere Schutzregeln, wie z.B. keine Hunde, keine Befestigungen oder Bebauung usw. Da war dann pure und Wildnis und die Natur konnte sich nach aller Herzenslust austoben. Dort an der roten Linie war auch quasi das Basiscamp wo wir gezeltet haben, eine Kochstelle hatten und von aus die Touren losgingen. Miduel hat sich dann gleich ums Essen gekümmert und wir haben ein bisschen die nähere Umgebung erkundet und sind mal runter zum Fluss, wo wir Wasser geholt haben.

 

Nach dem Essen gab es dann auch den ersten Rundgang, wobei Miguel uns viele Pflanzen gezeigt hat, die entweder eine medizinische Wirkung haben oder sonstwie für den Menschen nützlich sein können. Yessica hat dabei fleißig übersetzt und ist uns nicht von der Seite gewichen... was sich später zwar ein wenig geändert hat, aber sie hat sich doch im Großen und Ganzen gut geschlagen. Ein Baum war dabei, wenn man da die Rinde verletzt hat, kam blutroter Saft raus und ist nach unten getropft. Das sah echt aus wie Blut, sehr fasziierend. Dann gabs da noch nen riesigen Mahagonibaum, der wohl viele, viele tausend Euro wert war und riesige Fikusbäume, die tolle Wurzeln haben und auch sehr witzig wachsen. Eine Liane hat Miguel uns noch gezeigt, die, wenn man sie abschlägt, richtig viel Wasser lässt, sodass man im Notfall Trinken hat. Haben dann auch mal nen Schluck genommen und war echt gutes Wasser :) Da gabs auch noch Palmen, die haben unten so seitliche Pfahlwurzeln bekommen und sahen aus, als wenn die laufen würden. Daher wurden die auch "Walking trees" genannt. Einleuchtend irgendwie. Dann war da noch ein Baum, der hatte Blutrote Wurzeln, die sich überall über den Waldboden erstreckt haben und einen stark an den Film "Krieg der Welten" erinnert hat xD. Wer den Film kennt, der kennt auch das komische Zeug, was da über den Boden wuchert, nachdem es mit Menschen gedüngt wurde. Das Etappenziel war dann ein kleiner Wasserfall und ein natürlicher Pool, indem dann alle, bis auf Simon, der baden ja bekantlich nicht wirklich mag, schwimmen gegangen.

 

Nachdem wir dann wieder am Camp waren, haben wir Zelte aufgebaut und Miguel hat Abendbrot gekocht. Später in der Nacht haben wir uns dann mit Taschenlampen bewaffnet und eine ca. 2 stündige Nachtwanderung gemacht und viele tolle Insekten und Spinnen gefunden. Haben am Fluss noch Spuren von Aguti, Puma und Reh gesehen.

 

Am nächsten Tag mussten wir schon um 6 Uhr aufstehen, da wir einen langen Tag vor uns hatten. Wir wollten einen Tagesmarsch in den Dschungel hinein laufen, um dort dann zu campen und am nächsten Tag zurück zu kehren. Wir also Sachen gepackt und Zelt, Isomatte, Essen, Kochutensilien und Miguel seine Machete eingepackt und dann ging es los. Nach ein paar Minuten musste Miguel dann nochmal zurücklaufen, er hatte das Salz vergessen... geht ja auch nicht sowas... xD. Wir sind dann mit den schweren Rucksäcken, wobei Miguel wohl am meisten zu tragen hatte, über Stock und Stein auf schmalen Trampelpfaden bergauf und bergab bis zu einem tollen großen Wasserfall gelaufen. Dort haben wir kurz Pause gemacht und oberhalb des Wasserfalls dann auch Mittag gegessen. Von dort an ging es neben dem Fluss die ganze Zeit bergauf und wir mussten zig Mal auf Steinen über den Fluss hüpfen, um weiter zu kommen. Irgendwann sind wir dann einem relativ ebenen Fleckchen Erde etwas oberhalb des Flusses angekommen und haben dort das Lager aufgeschlagen. Miguel hat ungefähr 10 Sekunden gebraucht, um ein Feuer zu machen und hat sich auch gleich ans Kochen für das Abendbrot gemacht. Eigentlich wollten wir dann noch eine Nachtwanderung dort machen, haben dann aber nur einen Gang durch die nähere Umgebung gemacht. Dabei haben wir frische Tapirspuren und Früchte an eine Stelle gefunden. Dort wollten wir uns dann abends kurz nach Einbruch der Dunkelheit auf die Lauer legen und auf den Tapir warten. Nach dem Essen sind wir los und haben auf dem Weg zu der Stelle einen Jaguar gerochen, der muss ganz nah gewesen sein und hat uns wohl die ganze Zeit beobachtet. Leider haben wir ihn nicht gesehen und der Tapir ist auch leider erst viel zu spät rausgekommen, sodass wir den auch nicht gesehen haben.

 

Am nächsten Morgen hat Nora Simon dann ganz augeregt geweckt, da eine Gruppe Kapuzineräffchen über unserem Lager in den Bäumen rumgeklettert ist und wir die sehen konnten. Sind denen dann noch eine Zeit lang gefolgt und haben die Affen relativ lange in freier Wildbahn beobachten können, mega cool :) Nach dem Frühstück wollten wir dann noch einen kleinen Spaziergang machen, bevor es mit Sack und Pack zum nächsten Etappenziel gehen sollte, dem Mirardor, dem Aussichtspunkt. Und als wenn eine Sorte Affen nicht reichen würde, haben wir promt noch eine Gruppe Klammeraffen gefunden und sind denen durchs Dickicht und Unterholz hinterhergejagt, um einen Blick auf sie werfen zu können. Das ist nämlich gar nicht so einfach, da wir ja am Boden und die Affen in den Baumwipfeln waren und dazwischen gerne mal 40 Meter Blätter, Sträucher, Lianen, Palmen und alles Mögliche an Vegetation im Weg war und uns die Sicht versperrt hat. Aber dann an einem Hang waren ein paar Lücken im Dickicht und wir hatten freie Sicht. Sieht echt cool aus, wie die Affen sich mit ihren langen Greifschwänzen von Baum zu Baum hangeln. Die haben auch so Geräusche gemacht und versucht uns zu verjagen, hat aber nicht geklappt. Bei der Hetzjagt da durch den Wald haben wir noch fast unsere Übersetzerin verloren, aber dann gleich wiedergefunden. Danach haben wir dann an der Stelle, wo wir am Abend zuvor auf den Tapir gewartet haben, frische, neue Tapirspuren im Matsch gefunden. D.h. Der Tapir war da, aber wir haben ihn leider nur knap verpasst.

 

Als wir schließlich mit Mühe und unter endlosen Litern von Schweiß den Aussichtspunkt erreicht hattenm, bot sich eine leider hab verdeckte Aussicht. Der Punkt bestand aus einer Klippe, die so ca 80 Meter tief runter ging. Leider ist dort wohl vor Kurzem ein Baum etwas abgesackt und hat uns daher leicht die Sicht verbaut, aber machte nichts, man konnte immernoch toll weit über den Dschungel gucken. Haben dort auch noch einen tollen Tukan gesehen, zwar nicht den mit dem großen gelben Schnabel, aber dieser hier hatte inen tollen großen grünen Schnabel und Miguel meinte, er habe den sehr seltenen Tukan dort erst 1 Mal vorher gesehen. Der Rückweg war nun nur noch bergab und wir sind lange Zeit, bis zum Sonnenuntergang nämlich, auf einem Bergkamm gelaufen und konnten alle paar Meter mal zwischen den Bäumen rechts und links echt weit gucken. Haben unterwegs ein paar Lustige Früchte gefunden. Eine Frucht sah aus wie zwei Nieren und hieß "Hundeeier"... sah halt auch aus wie zwei Hundetestikel... Danach haben wir noch eine Samenkapsel vom Mahagoni gefunden. Die Samen haben so Propella und können wie die Samen des Ahorn schön weit fliegen. Nachdem es dann dunkel wurde und wir nur noch mit Tschenlampe laufen konnten, wurde der Weg immer beschwerlicher. Wir mussten auch oft auf unsere Übersetzerin warten, da die nicht so agil mit all dem Gepäck in der Dunkelheit war wie wir. Beschwerlich wurde es auch, weil wir nun durch ein so dichtes Gestrüpp und Unterholz laufen mussten, dass der Weg dadurch einem Tunnel glich. Einem Tunnel für Zwerge, was auf diesem Kontinent leider viel zu oft der Fall ist. Jedenfall musste Simon mehr in die Knie gehen und so gebückt laufen als aufrecht. Ungefähr 9838 Mal ist er mit dem Kopf oder mit dem noch höher aufragenden Rucksack hängen geblieben und hat so manch einen Fluch losgelassen. Nach einer Stunde Marsch in Dunkelheit und durch Unterholztunnel kamen wir dann am Basiscamp an und haben dort völlig fertig das Zelt aufgebaut während Miguel ein weiteres tolles Essen gezabert hat. Wir hatten so ein Glück mit unserem Guide. Miguel hat immer gute Laune gehabt, hat mega viel gelacht und konnte richtig gut kochen. Hat aus einfachen Lebensmitteln echt tolle Gerichte gemacht und hat einfach gute Stimmung verbreitet. Auch hat er viel vom Urwald erzählt und war ein 1A Fährtenleser.

 

Am Camp haben wir dann noch rote riesige Aras, die tollen Papageien, die auch sprechen können, vorbeifliegen sehen. Und überall hat man den Vogel "Siete Cantus", Sieben Gesänge, gehört. Ein kleiner unscheinbarer, schwarzer Vogel, der Lärm macht wie n ganz großer.

 

Am nächsten Tag ging es dann nur mit einem kleinen Rucksack und Badehose und Taschenlampe bewaffnet zu einer anderem Wasserfall, bei dem auch eine Höhle sein sollte, in der ganz viele Fledermäuser wohnen. Wir mussten wieder ein paar Stunden erst durch Wald, dann wieder einem Fluss flgend dorthin laufen. Im Wald sind wir an ein paar Bananenstauden vorbeigekommen, an denen reife, kleine Bananen hingen, die so unglaublich lecker geschmeckt haben wie noch keine Banane bevor. Die hatten richtig oranges Fruchtfleisch, nicht so blass und langweilig gelb wie die Bananen bei uns. Auf dem Weg zum Wasserfall haben wir noch eine Gruppe Israelis überholt, über die wir uns herzhaft lustig gemacht haben. Die hatten wir schon im Camp gesehen und den einen davon hatten wir sogar schon in Uyuni getroffen. Die waren eher arrogant und wollten mit uns scheinbar nichts zu tun haben. Umso lustiger war es dann, als wir die überholt haben und gesehen haben, wie die sich mit ihren Walkingstöcken in dem Gelände abgemüht haben und versucht haben von Stein zu Stein zu hüpfen und ihre Gehstöcke dabei nicht zu verlieren. Miguel und der Guide der Israelis kannten sich auch und waren Freunde und Yessica hat uns erzählt, dass die beiden sich auch sher über die Gruppe amüsieren und, dass Miguel froh ist, dass er uns hat und nicht so unfähige israelische Soldaten. Kein Wunder, dass die 2 bis 3 Jahre zum Militär müssen, wenn die sich so anstellen... aber egal, will ja hier nicht verallgemeinern nech ;) Aber war schon witzig wie cool und abgebrüht die getan haben und wir dann locker und leicht an deinen vorbeigehüpft sind, während deren Guide einem nach dem andern von einem auf den anderen Stein helfen musste. Plötzlich standen wir vor einem großen Teich und der Weg ging nur über 3 wackelige Steine am Rand neben der Steilwand über den Teich rüber. Alle sind heil und trocken rüber gekommen...alle bis auf Yessica, die auf einem wackeligen Stein das Gleichgewicht verloren hat und in hohem Bogen in den Teich geflogen ist... samt Klamotten, Handtasche und zwei Handys... ist aber zum Glück nichts kaputt gegangen. Kamera war in einer Plastiktüte und die Handys haben das kurze Bad überlebt. Irgendwann wurde der Flusslauf zu einem Tal, dann zu einem Canyon und irgendwann ging es nicht mehr weiter. Wir haben dann unsere Schuhe und Rucksäcke an einer an der Stelle gelassen und sind in Badehose weiter, da wir nun durch Wasser gehen mussten, das uns bis zum Hals stand. Simon konnte noch so grade laufen und Nora und der Rest der Gruppe mussten schwimmen. Miguel hat dabei unsere Kamera und die Taschenlampe (wegen der Fledermäuse) genommen und diese sicher und trocken bis zu dem Wasserfall schön hochgehalten. War ganz schön kalt der Fluss da, meine Herren. Aber Simon konnte sich nicht drücken...leider. Nach einer Runde Schwimmen unterm Wasserfall sind wir dann zurück zu unseren Sachen gegangen, um dort festzustellen, das ein ganzer Bienenschwarm winziger Dschungelbienen unsere Habselidkeiten so interessant fand, dass es nur so wimmelte. Wir dann schnell alles genommen, die Bienen abgeschüttelt und aus den Schuhen rausgeworfen und dann ein paar Meter weiter angezogen. Auf dem Rückweg haben dann frische Jaguarfußabdrücke auf dem Pfad durch den Wald gefunden. Die waren auf dem Hinweg noch nicht da, d.h., der Jaguar uns wieder extrem nah, aber wir haben ihn leider wieder nicht gesehen. Schade. Auch mussten wir, wie schon auf dem Hinweg, an einer Stelle die Beine in die Hand nehmen und ein paar Meter rennen, da auf dem Boden und auf den Sträuchern ein Schwarm Hunterants, also Jägerameisen, war. Die leben in Kolonien bzw Staaten ohne festen Wohnsitz, also Obdachlos sozusagen, und ziehen brandschatzend und marodierend durch den Regenwald. Die sind also zu hunderttausenden unterwegs und laufen in eine Richtung und töten und fressen alles was ihnen im Weg ist. Die hinterlassen eine Spur ohne jegliches Leben. Egal ob Insekt, Säugetier, Amphieb, Reptil oder Vogel, alles wird getötet und gefressen. Miguel hat erzählt, wenn diese Schwärme in die Dörfer kommen, dann bleibt den Menschen dort nichts andere übrig als für ein paar Tage ihre Häuser zu verlassen und zu warten bis der Spuk vorbei ist. Schon gruselig die Vorstellung davon im Schlaf überrascht zu werden. Miguel meinte auch, dass schon so manch ein volltrunkener Unglücksrabe von den Biestern umgebracht und bis auf die Knochen abgenagt wurde. Sowieso wusste Miguel von vielen interessanten Foltermethoden zu berichten, die vor einiger Zeit im Dschungel Anwendung fanden. Da waren Riesenameisen, die einen so schmerzhaften Stich haben, dass schon ein paar duzent davon tödlich sein können. Oder die guten alten Blattschneideameisen, die überall ihre Ameisenstraßen hatten, die auch als Foltermethode angewandt wurden und Menschen zu Tode zerschneiden konnten. Falls ich das noch nicht erzählt haben sollte, die Blattschneideameisen zerschneiden mit ihren kräftigen Kiefern Blätter zu kleinen handlichen Stücken und dann sammeln die alles Mögliche an Blättern, blüten und organischem Material, bringen das zu ihrem unterirdischen Bau und züchten dann auf dem Kompost einen Pilz, den sie fressen. Wenn man Pech hat können die nachts auch Zelte zerschneiden... wir hatten allerdings Glück.

 

Als es nicht mehr weit zum Camp war, ist Miguel dann vorgelaufen, um für uns schonmal das Essen zu kochen... Wir sollten eigentlich um 4 Uhr von dem 4x4 Jeep wieder abgeholt werden, waren aber noch nicht mal am Camp, als dieser schon kam und uns das letzte Stück bis zum Camp mitgenommen hat. Dann schnell Zelte abgebaut und gegessen und schließlich ging es mit gut 2 Stunden Verspätung den holprigen von Flüssen gekreuzten Weg mit dem Geländewagen zurück bis zu dem Fluss, wo wir dann schon im dunkeln übergesetzt sind und von dem ebenfalls 2 Stunden wartenden Taxifahrer abgeholt wurden und bis nach Santa Cruz gefahren wurden. Da haben wir dann unsere in der Agentur gelagerten Sachen abgeholt und sind schließlich spät abends im Hostel angekommen, wo wir nur noch erschöpft und glücklich ins Bett gefallen sind. Die Tour in den Dschungel hat richtig Spaß gemacht und war auch echt lehrreich, genau was wir wollten, Glück gehabt. Und man sieht, es geht auch anders in Bolivien. War zwar um ein Vielfaches teurer als die Tour in Uyuni, aber halt auch qualitativ tausendmal besser.

 

Am nächsten Tag sind wir dann ausgeschlafen mit Sack und Pack in ein ranziges Hotel am Busterminal von Santa Cruz umgezogen und haben dort noch eine Nacht verbracht. Haben da viel im Internet erledigt und uns informiert wo es wie als nächstes hingehen sollte. Nachdem wir zu dem Schluss gekommen sind, dass Bahnfahren leider immernoch nicht möglich ist und es keine Busse nach Filadelfia in Paraguay gibt, bzw keine, die einem da einen besseren Preis machen, als den kompletten Preis von Santa Cruz nach Asuncion, haben wir uns überlegt in einem anderen Ort einen Zwischenstop einzulegen. Aber der Reihe nach. Wir wollten irgendwie von Santa Cruz nach Asuncion in Paraguay kommen und dabei in der Region namens Gran Chaco einen Zwischenstop machen, um die Natur dort und vll auch die große Tierwelt dort kennenzulernen. Außerdem gab es dort viel Kolonien von ehemaligen deutschen Siedlern und Mennoniten. Die Kolinien da haben so Namen wie Edental , Bergfeld, Kleefeld und Waldheim. Klingt doch lustig oder? Wenn man bedenkt, dass Deutsch und Plattdeutsch zwei von zahlreichen offiziellen Sprachen in Praguay sind. Nun war es aber dummerweise so, dass es keine direkten Busse von Santa Cruz nach Filadelfia gab und man nur dorthin kommen würde, indem man auf halber Strecke von Santa Cruz nach Asuncion aus dem Bus aussteigen würde. Obwohl das bisher überall ging, war es leider hier so, dass man den vollen Preis, statt nur den Anteiligen oder eben halben Preis zahlen sollte. Fanden wir scheiße und haben uns daher was anderes überlegt. Wir wollten dann bis vor die Grenze zu Paraguay fahren, uns da im Ort umgucken und dann den nächsten Abschnitt bis nach Asuncion mit einem anderen Bus nehmen. Erst sollte es da auch keinen Bus geben und wir hätten den kompletten Preis zahlen sollen, aber dann gab es eine einige Firma, die bi nach Villamontes gefahren ist und das sogar für recht wenig Geld. Das Ticket haben wir dann für den nächsten Tag gekauft und damit endet dieser Bericht. Der nächste geht dann darum, wie es uns in Villamontes ergangen ist und wie wir es bis zu den Iguazu-Wasserfällen geschafft haben.

 

Haltet die Ohren steif und haut rein,

eure Lieblingsabenteurer,

Simon und Nora

NIX FISCH IN BOLIVIA! - Von der Grenze bis nach Potosi, Potosiiiiii????

 

07.04. - 17.04.2013

 

Was bisher geschah... Wir sind an der Grenze zu Bolivien angekommen.

 

Moin Leute, weiter gehts im Text, nahtlos, wie versprochen.

Wir sind also am Busterminal in Quecia, der argentinischen Grenzstadt ausgestiegen und haben uns bis zum Grenzübergang nach Bolivien durchgefragt. Dort angekommen haben wir eine mehr oder weniger offene, lasch gesicherte und hoch frequentierte Grenze vorgefunden. Ströhme von Leuten sind in beide Richtungen über die Grenze, die eine Brücke über einen ausgetrockneten Fluss war, gelaufen und nemand musste irgendwo irgendwas vorzeigen. Wir hätten auch einfach rüber laufen können, war sozusagen freiwillig sich den Stempel zu holen und die nötige und auch vorgeschriebene Einreiseprozedur über sich ergehen zu lassen. Wir also alle Mann zu dem ersten Schalter auf noch argentinischer Seite und uns einen Ausreisestempel geholt. Das hat mehr oder weniger extrem lange gedauert, weil es wol technische Probleme mit dem Computer gab und das alles so mehr oder weniger irgendwie überprüft wurde. Die Dame am Schalter hat auch den Eindruck gemacht, dass sie absolut keine Ahnung hat was sie da macht. Schließlich hatten alle 9 den Stempel und es ging um den Schalter herum zu einem anderen Schalter, in dem ein bolivianischer Beamte saß, uns einen Zettel hat ausfüllen lassen und uns dann den Einreisestempel gegeben hat. Alles kein Problem und mehr als lax... Als wir über Brücke gelaufen sind, liefen noch zahlreiche Menschen im ausgetrockneten Flussbett, zwischen den beiden Grenzzäunen, sozusagen im internationalen Freiraum rum... was auch niemanden gestört hat.

 

Drüben wurde es dann extrem wuselig, da überall Leute rumliefen, geschäftiges Treiben auf der Straße war und jeder einem was andrrehen, Geld wechseln oder sonst was von einem wollte. Haben uns dann zu Fuß in Villazon auf den Weg zum Busterminal gemacht. Dort wurden wir dann von einem Taxifahrer angeschnackt, ob wir nicht mit ihm nach Tupiza fahren wollten. Wäre viel schneller als mit dem Bus und nach ein bisschen feilschen um den Preis, haben wir dann zugesagt...2,20 EUR pro Person. 9 Leute, 9 Rucksäcke in einem Taxi für 8 Menschen... mussten auf den Rückbänken halt 4 statt 3 Leute sitzen und das Gepäck wurde aufs Dach gebunden. Simon hat sich zum Glück den Platz vorne neben dem Fahrer gesichert, hüstel, und hatte dementsprechend eine angenehme fast 3 stündige Fahrt :). Die Fahrt war auch recht spannend, obwohl es schon dunkel war und wir leider nicht viel von der Landschaft sehen konnten. Ab und zu kamen uns auf der Hauptstraße, die übrigens geteert war, was nicht selbstverständlich in Bolivien ist, Menschen in Autos mit Taschenlampe entgegen und ein paar Mal haben auch Leute am Straßenrand versucht das Taxi anzuhalten und noch mitzufahren, ging aber nicht. Am Stadtausgang hat der Taxifahrer noch vermutlich einen Beamten geschmiert, da sollten eigentlich alle Fahrzeuge kontrolliert werden, aber der Fahrer ist ausgestiegen, kurz mit dem Beamten in einem Häuschen verschwunden und als er wieder rauskam, war der Beamte weg und wir konnten weiter fahren. Einmal mussten wir einem Erdrutsch ausweichen, der die Straße halb unbefahrbacht gemacht hat.

 

Tupiza:

In Tupiza angekommen sind wir dann erstmal durch die Gegend gewandert bis wir ein nicht allzu teurer Hostel gefunden haben und nach dem Einchecken sind wir dann noch in einem schrillen Restaurant essen gewesen. Am nächsten Tag sind wir dann in ein Hostel auf der gegenüber liegenden Straßenseite umgezogen, da es dort Internet geben sollte. Leider ist das mit Internet so eine Sache in Bolivien. Entweder gibt es nur ganz selten Internet oder es gibt Internet, das dann mega langsam ist, sodass man eigentlich nichts machen kann, oder es funktioniert nicht oder nur manchmal... etwas nervig, wenn man Blog schreiben will oder Bilder hochladen möchte.

 

Haben uns dann nach einem typischen bolivianischen Frühstück erkundigt und wurden schließlich am Mercado central fündig. Man isst hier so Teig, der in heißem Öl kurz fritiert wird und da gibts dann eine Sorte, dessen Namen wir vergessen haben, die nur Teig ist und mit Puderzucker gegessen wird und eine andere Sorte, die mit Käse gefüllt ist und genauso hergestellt und gegessen wird wie die andere und Pastell heißt. Erinnert entfehrnt an Gepäck von einem Jahrmarkt. Dazu trinkt man ein Getränk aus Mais und Früchten, das Api heißt und noch einen anderen Namen hat und stark nach Glühwein schmeckt. Wird auch heiß getrunken und darin findet man Orangensaft und Nelken z.B. Haben dann noch ein bisschen die Stadt erkundet und Nora hat sich eine Mütze gekauft.

 

Die Straßenhunde sind hier nochmal von nem ganz anderen Schlag. Da gabs in Tupiza eine läufige Hündin und ein ganzes Rudel an notgeilen Rüden, die dem Weibchen nachgestellt haben. Das dumme war dann, dass dieses eine Weibchen gefallen an uns gefunden hat oder sich Schtuz von uns erhoft hat und uns somit die ganze Zeit hinterher gelaufen ist und unsere Nähe gesucht hat. Die Rüden waren davon nicht sehr begeistert und mega aggressiv gegenüber anderen Hunden und wir hatten Angst, dass die auch uns beißen oder so. Jedenfalls alles sehr bedrohlich und wir mussten schon oft vor dem Rudel Köter fliehen und waren immer froh, wenn das Weibchen uns nicht entdeckt hat.

 

Für den nächsten Tag haben wir dann einen 5 stündigen Ausritt auf Pferden gemacht. Hat nur 16 EUR gekostet und ging von 10 Uhr bis 3 Uhr. Wir wurden morgens dann von einem Menschen am Hostel abgeholt und sind zum Bus gelaufen, der uns zur Farm mit den Pferden geführt hat. Auf dem Weg dahin haben wir noch 3 andere Leute an einem anderen Hostel aufgesammelt, einen Inder, einen Briten und einen Schweden. Die Pferde wurden dann nach Erfahrung der Reiter verteilt und da Simon gar keine Erfahrung hatte, bekam er das Pferd, das immer ganz hinten lief und nur auf Stop und Langsamer und Lenken-Befehle gehört hat und nur ganz selten mal schneller laufen wollte. Wir sin dann im Gänsemarsch Richtung Wildnis aufgebrochen und nach einem kurzen Ritt über Straßen, ging es dann runter ins Flussbett und zu ein paar spektakulären Felsformationen. Die Felslandschaft sah unglaublich aus und man konnte mit Fug und Rech behaupten in einem Dalí unterwegs zu sein. Die farbigen Felsen, die karge Landschaft und das unwirkliche Licht haben ne mega surreale Landschaft fabriziert und man hat wirklich nach jeder Biegung und alle paar hundert Meter eine völlig andere faszinierende Landschaft vor sich gehabt. Erst sind wir immer nur gelaufen mit den Pferden aber später dann auch Trab geritten und 2 mal sogar Galoppiert, das fühlt sich vielleicht toll an, wenn so ein riesen Tier einfach mal rennt. Aber wer von euch reitet kennt das ja. Interessant ist auch, dass hier Reiten noch absolute Männersache ist und auch mehr ein Beruf und für die Arbeit notwendig ist. Bei uns ist Reiten ja oft Sport und auch überwiegend Frauensache... Dort wurde Nora schon lustig angeschaut, als sie auf dem Pferd saß.

 

Am nächsten Tag wollten wir dann mit dem Bus nach Uyuni fahren, um von dort aus eine Tour in die Salar de Uyuni, den größten Salzsee der Welt zu machen. Man konnte auch von Tupiza aus Viertagestouren dahin machen, aber das kostete schon verhältnismäßig viel und wäre richtig stressig geworden, da man 4 Tag im Auto gesessen hätte, überall angehalten hätte, um kurz Fotos zu machen und viele Hundert Kilometer unterwegs gewesen wäre. Wir also schön früh aufgestanden damit wir noch Frühstücken und Sachen packen können und alles hinbekommen, bevor der Bus um 10 Uhr abfährt... Wir hätten es ja auch eigentlich besser wissen können nech? Ich verrate soviel, wir sind um 11 Uhr abgefahren.

 

Als wir beim Busterminal angekommen sind, haben wir recht schnell unseren Bus gefunden, kamen jedoch nur auf ein paar Meter heran, da der komplette Boden vor dem Bus Oberschenkelhoch mit Gepäck voll stand. Da waren ungelogen, hunderte Säcke mit Lebensmitteln, Stoffen, allen möglichen Verkaufsgegenständen, Koffer, Rucksäcke und überall Menschen, die versucht haben ihr Gepäck noch in dem ohnehin schon komplett vollen Bus unterzubringen. Eigentlich war da einer der beiden Busfahrer für zuständig, aber der konnte ja auch nur an einem Ort zur selben Zeit sein. Nachdem wir dann da so eine viertel Stunde herumstanden und beobachtet haben, wie die schon das Gepäck auf das Dah des Busses verladen haben und wir schon unsere Rucksäcke mit nach oben auf unsere Plätze nehmen wollten, haben wir auf der anderen Seite des Busses dann Glück gehabt. Der Busfahrer hat Rucksäcken und Gepäck, das nicht zum Verkauf am Zielort bestimmt war, den Vortritt gegeben und unsere Rucksäke in die allerletzte Ecke in einem der vielen Gepäckfächer unter dem Bus gestopft. Die Leute scheinen hier keine Lastwagen zu benutzen, weils die entweder nicht gibt, die nicht durchkommen würden, oder die einfach zu teuer wären. Daher sind Reisebusse für den Personen- und Güterverkehr zuständig. Ob das nun offiziell so gewollt war oder nicht wissen wir leider nicht. Als wir dann in den Bus eingestiegen sind, hat sich auf unseren Plätzen schon Mannshoch Gepäck gestapelt... Auch der Weg zu den Plätzen war vollgestellt mit Säcken und Tüten in alles erdenklichen Größen und Formen. Nachdem wir dann etwas hilflos da rumgestanden haben und das Gepäck keinem der Leute drumherum gehörte, gab man uns den Rat, das Gepäck einfach wegzustellen auf andere Sitze, da viele Leute entweder nicht auf die Sitznummern achten, oder aber Sitze im Bus von den Verkaufsständen doppelt vergeben werden. Hier hat sich dann schon so langsam gezeigt was wir immer wieder erleben sollten. Die Menschen leben und handeln hier überwiegend ohne System. Da muss der ordnungsliebende Deutsche erstmal drauf klar kommen xD.

 

Auf der Busfahrt haben wir dann hinter zwei Belgiern in unserem Alter gesessen und uns mit nett mit denen unterhalten. Die beiden waren Cousine und Cousin und auch eine relativ lange Zeit unterwegs. Die Busfahrt war teilweise richtig grausam. Sind wir von Villazon nach Tupiza noch auf einer sehr modernen, asphaltierten und gut ausgebauten Straße gefahren, konnte man das, worauf wir nun unterwegs waren, höchstens Pfad nennen. Die Schotterpiste war teilweise in einem richtig schlechten Zustand und nachdem wir anhalten mussten, da ein Steinschlag die Straße vor uns blokiert hat, zeigte sich, dass es mit der Sicherheit leider auch nicht so weit her war. Wir hatten uns ja im Vorfeld über Bolivien informiert und da konnte man z.B. auf der Seite des Auswärtigen Amtes lesen, dass man in Bolivien doch sehr aufpassen sollte bei der Infrastruktur und dem Zustand der Busse und lieber tagsüber statt nachts Bus fahren. Haben uns daran gehalten und was diese Fahrt anging, war das auch das einzig Vernünftige. Wir mussten dann bei dem Steinschlag alle aus dem Bus aussteigen, dem Bus haben ein paar Leute aus Felsbrocken eine "Treppe" in eines Flussbett gebaut und nachdem der dann knirschend und knackend da runter gerollt ist, hat der Bus den Steinschlg im Flussbett umfahren und ist ca. 200 Meter hinter dem Steinschlag wieder auf den Weg gebogen, wo wir dann nach einem kurzen Fußmarsch wieder einsteigen konnten. Der Bus war auch in einem wenig vertrauenerweckenden Zustand und so war der Nervenkitzel noch ein wenig stärker, als wir uns auf den Serpentinen in ca 4000 Meter Höhe mit dem Bus und seinem Schwerpunkt auf dem Dach um knapp 45° geneigt haben. Da haben selbst die Einheimischen im Bus den Atem angehalten und die ganzen Kleinkinder angefangen zu weinen, weil sie wohl gespürrt haben, wie angespannt alle waren. Ein paar Mal hatten wir wirklich Angst, dass der Bus umkippt... Die Landschaft war zwar atemberaubend schön und hat sich alle paar Kilometer komplett gewandelt, aber 8 Stunden Nervenkitzel und durchgeschüttelt werden auf einer Strecke von "nur" 200 Km, das zehrt dann schon und wir waren heilfroh, als wir in Uyuni angekommen sind. Unterwegs haben wir noch etliche Lama- und Gaunakoherden gesehen und als die Sonne unterging und der Bus wieder 50 Lamas vom Pfad gehupt hat, kam richtig Stimmung auf.

 

Uyuni:

In Uyuni konnten wir uns wieder nicht vor all den Leuten retten, die auf uns eingeredet und schon für die ganzen Touren gewinnen wollten. Das ist so witzig, da steigst du völlig fertig aus dem Bus aus, der für die letzten 8 Stunden dein Gefängnis war und hast nen gefühlten 50Kg schweren Rucksack aufm Rücke, frierst und willst eigentlich nur noch schnell ein Hostel finden und dich in die Horizontale begeben und wirst von diesen zig Leuten vollgequatsch wie toll doch ihre 3 Tagetour ist und dass du die doch jetzt unbedingt buchen sollst... Absolut keine Empathie oder Verständnis in diesen Menschen... Naja, wir haben uns dann jedenfalls mit Martin und seiner Cousine zusammengetan und uns von einer dicken Frau mit Kind dazu überreden zu lassen in ihr Hostel zu kommen, da es entweder umsonst für uns wäre, sofern wir ihre Tour am nächsten Tag buchen würden, oder aber nur 25 Bolivianos kosten sollte, was auch sehr billig war. Wir also in Eiseskälte zu ihrem Hostel gelaufen und dort ein 4 Bett Zimmer bezogen. Nora, Martin und ich wollten dann am nächsten Tag eine 2 Tagestour machen und Martins Cousine wollte eine längere 3 Tagestour machen, bei der sie aber den ersten Tag wohl noch mit uns zusammen verbringen sollte...

 

Ja, die Tour... ein Desaster auf der einen Seite, auf der anderen Seite jedoch mehr oder weniger das was wir wollten... Setzt euch hin, ich erzähl mal.

 

Es fing schon mit dem Prospekt an, das wir bekommen haben. Dort war von einer 2 Tagestour die Rede mit bestimmten Orten und Dingen, die man besichtigen würde und eine Seite weiter war von einer 2 Tage und eine Nacht-Tour die Rede, bei der dann leicht unterschiedliche Orte und Dinge besucht werden sollten. Das, was uns versprochen wurde und wofür wir dann auch bezahlt haben, war laut dem Prospekt eine Mischung aus diesen beiden Touren. Naja sollte uns recht sein. Da wir keinen Preisnachlas raushandeln konnten, haben wir uns mit der Frau darauf geeinigt, morgens 1 1/2 Stunden früher als im Prospekt beschrieben aufzubrechen, um bei den besagten Touristenorten und Attraktionen vor allen anderen Touristen zu sein und um diese dann ungestört besichtigen zu können. War ein fairer Kompromiss dachten wir.

 

Am nächsten Morgen dann sind wir alle extrem früh aufgestanden, haben das Frühstück in der Markthalle runtergeschlungen, um ja pünktlich um 9 Uhr am Treffpunkt zu sein. Blöd war dann nur, dass der Fahrer scheinbar nichts von unserer Abmachung mitbekommen hat, sprich die Alte, bei der wir die Tour gebucht haben, es nicht für nötig hielt dem Fahrer die neue Zeit mitzuteilen. So haben wir 1 1/2 Stunden vor dem Hostel auf den Fahrer gewartet und schließlich die Frau vom Abend zuvor getroffen, um uns von der dann 200 Meter zur nächsten Kreuzung hetzen zu lassen, wo soeben der Fahrer vorgefahren war. Nachdem wir uns dann bei ihr beschwert hatten, dass das ja so ganz und gar nicht das war, was sie uns gestern versprochen hatte, hat sie uns zugesagt, die nächste Nacht, nach der Rückkehr nach Uyuni, wieder umsonst in dem Hostel zu schlafen. Immerhin eine kleine Entschädigung. Von links kamen dann noch 2 Leute angelaufen und somit war der Geländewagen mit 6 Leuten und Hangepäck auf 7 Sitzen verteilt auch voll. Dachten wir. Nachdem wir noch eine viertel Stunde durch Uyuni gegurkt sind, haben wir nämlich noch 2 Leute samt Hangepäck aufgesammelt und waren somit eine Person mehr als Sitzplätze im Auto. Wer kommt denn darauf, beim buchen einer Tour, die überwiegend im Geländewagen stattfindet, zu fragen, ob man nen eigenen Sitzplatz im Auto hat oder ob man sich den vielleicht noch mit einer anderen Person 2 Tage lang teilen muss... Wir jedenfalls nicht. Gut, dass ich vorne saß :D, war halb so schlimm für mich xD.

 

Nachdem wir die Leute aufgesammelt hatten und es schon fast 11 Uhr war, dachten wir es gehe nun los. Dem war aber noch lange nicht so. Wir sind noch ca 20 Minuten durch Uyuni gefahren und haben Planen, Essen und sonstiges Equipptment aufgesammelt. Wieder zeigte sich, dass organisieren und planen nicht deren Stärke dort ist. Schließlich ging es dann, anders als im Prospekt beschrieben, nicht zuerst in das Dorf, in dem das Salz abgebaut wird, sondern zu dem Eisenbahnfriedhof, der eigentlich für morgen geplant war, machte aber nix. Der Eisenbahnfriedhof war langweilig und voller Menschen, sodass man nicht einen pseudoromantisch-traurigen Anblick eines verrosteten Zuges vor einer kargen, öden Landschaft hatte. Machte uns aber auch nix, da wir so weniger Zeit damit verschwendet haben und weiter Richtung Salzwüste fahren konnten. Ungefähr ähnlich erging es uns mit dem auf Touris getrimmten Dorf und den Salzabbaustellen sowie dem Hotel de sal. Viel Wirble und Tourirummel um etwas, was eigentlich unspektakulär und langweilig ist. Danach, gegen Mittag sind wir dann endlich in die Weiten des Salzsees gefahren und haben mit Vollgas, 100 Km/h, das Salz unter den Rädern vorbeirauschen lassen. Wirkte total surreal, da bis zum Horizont zu allen Seiten nur Salz war und die Berge, die sich am Horizont zeigten, einfach nicht vorbeiziehen wollten. Man hatte das Gefühl, man rennt auf der Stelle. Musste an Alice im Wunderland denken.

 

Nach einer Stunde Fahrt im unwirklichen Weiß, sind wir schließlich beim 5432 Meter hohen Vulkan Tupupa angekommen, wo wir wohl die Nacht verbringen sollten. Für uns war das ganze eher eine Überraschungsfahrt, da uns weder der genaue Ablauf mitgeteilt wurde, noch etwas hilfreiches oder der Wahrheit entsprechendes in dem Prospekt stand und der Fahrer keinen Bock auf seinen Job hatte, sich eher as Taxifahrer gesehen hat und uns daher nichts erzählt hat was wir ihm nicht langwierig aus der Nase pulen mussten. Am Fuß des Vulkas lebt eine oder zwei Familien in einem mehr oder weniger heruntergekommenen Hof und hat uns Touristen für die Nacht beherbergt. Der Fahrer hat dann das Essen serviert und das Vegetarische Gericht, nach dem Nora sich vorher bei der Frau, bei der wir die Tour gebucht haben, erkundigt hatte und welche ihr ein solches Gericht verprochen hatte, stellte sich dann als Reis mit Ketchup und kaltem Buttergemüse ohne Butter heraus. Für den Rest gabs das gleiche, aber noch ein Stück Fleisch dazu. Unter vegetarischem Essen versteht man hier: "Lass halt das Fleisch weg und iss Beilagen" ... Jedes Gericht enhält hier nämlich Fleisch als Star auf dem Teller... Meistens teilen sich frittiertes Hühnchen und Reis mit ohne Alles die Bühne...

 

Nach dem Essen hat sich der Fahrer dann mit samt den ganzen Leuten, die die 3 Tagestour gebucht haben, von uns verabscheidet und meinte, dass wir morgen um 1 Uhr wieder abgeholt werden. So sah unsere Tour also aus. Eine Taxifahrt in einem überfüllten zum Vulkan, dort kannste sehen wo du bleibst und dann am nächsten Tag aller Voraussicht nach eine Taxifahrt zurück nach Uyuni. Dolle Tour, könnte man meinen. Wenn da nicht die Tatsache wäre, dass wir keinen Bock auf eine typische Touritour gehabt hatten, bei der man von einem Ort zum nächsten gefahren wird, kurz aussteigt und Fotos macht und dann weiter zum nächsten Ort muss, da man nicht genug Zeit hat. Dmentsprechend war das genau richtig für uns, dass wir dort am Vulkan ausgesetzt wurden und uns selber beschäftigen mussten. Wir konnten also ein Ausgedehntes Fotoshooting zu Fuß auf dem Salzsee machen, Abends einen Spaziergang Ufer machen und den Sonnenuntergang genießen und nachts draußen den unglaublichen Sternenhimmel bewundern. Für den nächsten Morgen haben uns dann den Wecker Pie mal Daumen auf Morgendämmerung gestellt und dann bei minus 15 Grad den Sonnenaufgang bestaunt. Das sah unglaublich aus, die ganzen Farben und dann das Blau des Salzes in der Dunkelheit, die Rosa Berge am Horizont und die Gelben Wolken, die schon von der Sonne angestrahlt werden. Salvador Dali hätte es nicht besser zu Papier bringen können. Danach wollten wir uns nochmal hinlegen und bis 8 schlafen. Bei den andern andern hat das auch geklappt, bei Simon allerdings nicht, da dieser so unglaublich durchgefroren war und nicht mehr warm wurde, dass es bis in den späten Vormittag und 3 Coca de Mate Tees gebraucht hat bis seine Lebensgeister zurückgekehrt sind. Meine Fresse hab ich gefrorern... Minus 15 Grad, sowas hatte ich lange nicht mehr.

 

Vor dem Mittagessen gab es dann nochmal ein Fotoshooting in der Salzwüste und zufällig haben wir dann erfahren, dass die Mumien, die wir besichtigen sollten auf der Tour, auf dem Vulkan sind und wir da 2 Stunden zu Fuß hinlaufen müssten und nicht mit dem Auto hingefahren werden. Obendrauf hätte das dann noch extra Eintritt gekostet, wovon uns auch niemand was erzählt hat. Da wir dafür dann keine Zeit mehr hatten, mussten die Mumien leider ausfallen...

 

Pünktlich um 1 Uhr haben wir dann auf den Fahrer gewartet... und gewartet... und gewartet. Als der dann kam, war das gar nicht der, sondern ein anderer Fahrer und 3 hysterische, kurz vorm kollabieren stehende israelische Mädchen. Die sollten dann auch da ausgesetzt werden und wir sollten im Gegenzug wieder bis nach Uyuni gebracht werden. Nachdem die die Unterkunft dort und das Essen gesehen haben, wollten die aber ihr Geld zurück und auch wieder umgehend zurück nach Uyuni. Das ging aber aus platztechnischen Gründen nicht so richtig und nachdem dann eine Stunde lang zwischen Fahrer, Israelitin und der Dame, bei der wir die Tour gebucht haben, hin und her telefoniert wurde, haben sich alle restlichen Insassen bereit erklärt, noch einmal zusammen zu rutschen und die kurz vor dem Heulen stehenden Mädchen mitzunehmen. Gut, dass Simon wieder vorne saß :). War sein Kompromissvorschlag :).

 

Nachdem wir dann endlich los gekommen sind, hat der Fahrer uns auf dem Weg zu Isla del pescado ein paar spannende Dinge über die Salzwüste, deren ehemalige indigene Bevölkerung und Mythen und Legenden erzählt. Auf Spanisch, weswegen wir leider nichts verstanden haben. Unser Belgier, konnte zwar recht gut Spanisch, aber bei dem Kauderwälsch und dem Genuschel des Fahrers war er leider recht schnell am Ende seiner Fähigkeiten, weswegen wir alle fleißig genickt und gelächelt haben. Die Insel war dann echt cool mit dem ganzen tollen großen Kakteen drauf, aber es hat extra Eintritt gekostet, auf den höchsten Felsbrocken dort zu klettern. Da man auch weiter unten eine tolle Aussicht hatte, und die es lange nicht mit der Aussicht vom Vulkan aus aufnehmen konnte, haben wir uns das Geschenkt und lieber einen Spaziergang um die halbe Insel gemacht. Die Kakteen auf der Insel sind teilweise bis zu 1200 Jahre alt, krass ne?

 

Danach ging es dann noch zu einer interessanten Stelle im Salz, an der heiße Gase aus mit Wasser gefüllten Felsspalten aufgestiegen sind und lustig geblubbert haben. Stank nach faulen Eiern, war wohl Schwefel mit dabei. Der Fahrer hat erzählt, dass dort mal ein Mensch gestorben sei, weil er ein Bad darin nehmen wollte, was angeblich gut für den Körper sei, und dann aber giftige Gase mit aufgestiegen sind und ihn leider umgebracht haben. Wir hatten Glück, wir haben alle überlebt. Auf dem Weg durch die Salzwüste haben wir auch ziemlich oft Kreuze rumstehen sehen und auf Nachfrage wurde uns erzählt, dass hier ständig Leute sterben, weil sie alleine auf den See gehen und dann nacht erfrieren. Eigentlich sollte die Tour bis 5 Uhr gehen, aber der neue Fahrer war wohl nett und hat sich nicht hetzen lassen und wir sind somit erst nach Sonnenuntergang gegen 8 Uhr zurück in Uyuni gewesen. Somit hatte das Tourabenteuer dann noch ein Gutes Ende gefunden, auch wenn alles absolut chaotisch, unorganisiert und höchst dubios vor sich ging. Wir haben dann noch herausgefunden, dass de ganzen Touragenturen gar keine eigenen Fahrer oder Austo oder so haben, sondern sich einfach die ganzen Fahrer mit ihren eigenen Auto teilen und die Touristen untereinander so hin und her schieben, dass die Autos voll oder übervoll gemacht werden mit Menschen, damit es sich lohnt und so am Ende auch in einem Auto 7 Leute sitzen können, die bei 7 verschiedenen Agenturen ihre Touren gebucht haben und alle was anderes versprochen oder abgemacht haben...

 

Unterm Strich, fiese Abzocke, aber zufälligerweise für uns nicht so schlimm gewesen :) Glück gehabt. Jetzt am Ende nochmal ein paar vielleicht interessante Informationen über den Salzsee: Der See ist der größte Salzsee der Welt mit ca 10000 Quadratkilometer. Der See befindet sich auf einer Höhe von 3652 Meter über Normal Null. Der See ist maximal 72 Meter tief und hat eine Salzkruste von durchschnittlich 30 Metern und die Menge an Salz wird auf insgesamt ca. Zehn Milliarden Tonnen geschätzt. Auch liegt in dem See das weltgrößte Lithiumvorkommen, das auf ca 5,4 Millionen Tonnen geschätzt wird.

 

Nachdem wir dann noch eine Nacht, wie versprochen, in dem Hostel gepennt haben, sind wir am nächsten Tag mit dem Bus nach Potosi gefahren. Langsam hat sich dann hier bemerkbar gemacht, dass Simon sich einen unglaublichen Sonnenbrand auf den Lippen geholt hat, was er in seinem Leben vorher noch nicht hatte und was schweinemäßig weh getan hat und Nora sich eine Dicke Erkältung und Flitzekacke auf dem Salzsee eingefangen hat. Simon hatte auch Halzschmerzen... Minus 15 Grad war echt kalt und vom Salz reflektierte Sonne am Tag hat den Lippen ordentlich zugesetzt. Sonst gabs niergends Sonnenbrand, sind ja klug und haben uns vorher ordentlich mit Sonnencreme eingeschmiert... überall, bis auf die Lippen...

 

Auf der Busfahrt haben wir dann unglaublich viele Guanakos, Lamas und sogar Nandus gesehen. Traurig und höcht befremdlich war wie die Leute hier mit ihrer Umwelt umgehen. Die Schmeißen ihren Müll einfach so, ohne mit der Wimper zu zucken aus dem Fenster im Bus und überall wo die gehen und stehen wird der Müll einfach auf den Boden geworfen. Die können in Wurfweite eines Mülleimer stehen und die schmeißen den Müll vor sich auf den Boden. Hier gibt es absolut kein Verständnis dafür, dass Müll nicht in die Natur, sondern in den Mülleimer gehört. Kein Unrechtsbewusstsein oder sonst eine Reaktion bei denen. Die gucken dich an, lächeln und schmeißen im selben Augenblick eine vollgeschissene Kinderwindel aus dem fahrenden Bus. Ohne, dass irgendwer da ein Problem mit hat. Wir haben uns teilweise richtig geschähmt für sowas, aber denen fehlt da komplett das Verständnis für. Richtig schlimm und eine Sache, die uns beiden absolut nicht gefällt und die wir sehr, sehr schlimm finden. Grade hier in Bolivien, wo ein selbst für Südamerika überdurchschnittlich hoher Prozentsatz an Menschen sich selbst als Ureinwohner bzw indigene Bevölkerung betrachtet und die alle so viel Wert auf ihr heiliges Land und ihre Natur hier legen und den Westen für die Kolonisation verflucht, ausgerecht hier geben genau diese Menschen einen Scheiß auf ihre Natur und müllen alles total zu. Der normale Menschenverstand sollte einem doch eigentlich sagen, dass wenn überall bis zum Horizont eine Schicht aus Plastikmüll, Flaschen und im Wind wehenden Tüten liegt, das so nicht auf Dauer weiter gehen kann. Das sieht nicht nur Scheiße aus, da wächst irgendwann auch nichts mehr. Warum kann man nicht einen großen Haufen machen oder ein Loch budeln und da alles reinwerfen und dann zuschütten? Oder 1 Mal im Monat ein großes Feuer machen und alles verbrennen? Ist zwar auch alles nicht extrem Umweltfreundlich, aber so verdreckt man wenigstens nur ein kleines Stück Land und nicht einen ganzen Landstrich oder alles was sich in Wurfweite einer Straße befindet...

 

Naja gut, wollten das nochmal gesagt haben und hier nun nicht zu viel motzen und rumnörgeln, aber negative Erfahrungen gehören nun mal auch zum Leben und wir können ja auch nicht 1 Jahr durch die Weltgeschichte reisen und nur von Schmetterlingen und Regenbögen berichten. Wir wollen ja die Realität sehen und euch auch davon erzählen. Also bis hier: Bolivien: Wunderbare Landschaften – Umweltprobleme – null Organisationstalent.

 

Weiter gehts dann mit den Erlebnissen in Potosi und Santa Cruz :)

 

Machts gut und haltet die Ohren steif,

euer Simon und eure Nora

Moin Leute, kleine Ansage:

 

Haben leider hier in Santa Cruz auch nicht wirklich Internet und wollten euch mal Bescheid geben, dass wir ab morgen fuer 4 Tage im Djungel auf den Spuren des Jaguars unterwegs sein werden und daher fuer niemanden ausser den lieben Gott erreichbar sein werden. Wundert euch nicht, wenn ihr nichts von uns hoert, wir melden uns wenn die Zivilisation uns wieder hat!

 

Bis dahin, alles Gute und haut rein,

Simon und Nora

Von Salta bis Bolivien in 5 Tagen

 

02.04. - 07.04.2013

 

Moin Leude wir sinds wieder,

haben uns von Salta auf den Weg nach Bolivien gemacht, dabei viele schöne Orte kennen gelernt, unglaublich Aussichten genossen und uns auf über 4000 Meter über Normal Null gewagt.

 

Tilcara:

Zuerst ging es mit dem Bus von Salta ein paar Stunden lang Richtung Norden und immer schön bergauf bis nach Tilcara, einem kleinen verschlafenen Ort am Hang einer Berggette. Nachdem wir nach ein bisschen Suchen und verpeilt mit Sack und Pack im Ort rumgelaufen sind, haben wir schließlich das Hostel Colores gefunden. Das Hostel wurde von einem älteren Ehepaar betrieben und war mega liebevoll und nett eingerichtet. Wir haben wieder sozusagen mit der Familie im gleichen Haus gewohnt und uns mit denen Küche, Wohnzimmer und Haus geteilt. Die Duschen und Toiletten waren mega cool gemacht. Da waren draußen Ampeln angebracht und die leuchteten grün. Sobald man rein ist und das Licht angemacht hat, ist die Ampel auf rot umgesprungen, witzige Idee. Die hatten auf ihrem Grundstück Duzende Weinreben, die alle komplett voll mit Weintrauben hingen und von denen sich jeder bedienen durfte. Waren zwar noch ein bisschen sauer, aber einige waren schon richtig lecker. Weiter hinten hatten die auch noch ganz viele große Wallnussbäume, unter denen schon jede Menge reife und zum aufsammeln bereite Wallnüsse lagen. Nora hat sich gleich ma die Taschen voll gemacht und war seitdem unser wandelnder Wallnussspender. Da gabs auch wieder eine Katze, die sich von uns streicheln lassen hat.

 

Am nächsten Tag wollten wir dann den Berg bezwingen und haben uns vormittags (ja, so früh schon xD) auf den Weg zum Fuß des Berges gemacht. Von weitem hatten wir zwar einen Weg zum Gipfelkreuz (das auf einem Viertel der gesamten Höhe auf einem Vorläufer stand), dem ersten Etappenziel, gesehen, aber als wir dann unten standen, war der verschwunden und wir sind einfach Luftlinie aufs Kreuz zu gelaufen... ganz schön anstrengend war das. Danach wollten wir es dan richtig wissen und wollten egal ob mit oder ohne Pfad bis ganz nach oeben auf den Berg. Der Weg war ganz schön steinig und steil und irgendwann, nachdem wir alle 10 Meter (Höhenmeter als auch Wegmeter) Pause machen mussten, war die Luft dann so dünn, dass wir die gigntische Aussicht genossen haben und nach einer Weile entschieden haben den Rückweg anzutreten. Der war sogar fast noch anstrengender, da fast 45° Gefälle ganz schön auf die Knie gehen kann.

 

Am nächsten Tag wollten wir dann nach Humauaca trampen. Wir hatten gehört, dass Humauaca eher so ein Touriort ohne wirklich spektakuläre Ausichten oder Dinge sein soll und, dass um den Ort wohl eher so ein Hype herrscht wie schon bei Cafayate, ihr erinnert euch, der Ort mit den ganzen Bodegas und den Weinreben und so. Daher wollten wir da auch keine Nacht verbringen, sondern uns den Ort man nen Nachmittag lang anschauen und dann auch weiter bis nach Iruya, dazu aber gleich mehr. Auf dem Weg zum optimalen Tramppunkt, haben wir einen andern Tramper aus Buenos Aires getroffen und nachdem der meinte, dass der Bus wohl nur 14 Peso kosten würde, haben wir uns entschieden, das trampen nur so lange zu versuchen bis der nächste Bus kommt und den dann zu nehmen. Da lohnt sich das nicht, wegen 2 EUR 3 Stunden an der Straße zu stehen. Gesagt, getan. Nach ungefähr 5 Minuten kam der Reisebus und wir haben den (ca. 500 Meter hinter dem Busterminal) zu uns ran gewunken und sind kurzerhand dazugestiegen.

 

Humauaca:

In Humauaca angekommen mussten wir ziemlich schnell feststellen, dass Humauaca langweilig und öde ist. Wollten zwar erst unser Gepäck in einem Hostel unterstellen und für ein paar Stunden die Stadt erkunden, aber nachdem kein Hostel unser Gepäck haben wollte, auch nicht gegen Geld, haben wir das gelassen und uns an den Busbahnhof gesetzt und 2 Stunden gechillt, Blog geschrieben und Früchtecocktail getrunken.

 

Iruya:

Der Bus nach Iruya war dann schon spannender. Ein Bus, mehr oder weiger Linienbus, in grade noch funktionstüchtigem Zustand. Unser Gepäck wurde mit Seilen oben aufm Dach verschnürrt und wir haben uns dann auf unsere Plätze gezwängt und dachten, och eine Stunde oder so geht das schon. Da kann ich auch aufs Klo gehen, wenn wir angekommen sind. Ich nehm mal vorne weg, dass wir am Ende 3 1/2 Stunden in dem Bus saßen und ich am Ende noch nie so nötig schiffen musste! Die Busfahrt ging erst ein paar Kilometer über de Ruta 9, die wir schon die ganze Zeit gefahren sind und die wir kannten und verstanden... irgendwann an einem heiligen Schrein ging es dann rachts ab auf eine Schotterpiste, der wir dann 3 Stunden gefolgt sind. Dabei haben Lamas frei rumrennen gesehen, manchmal fast den Tod gesehen bei den Abhängen und den steilen Kurven und später, als sich das Tal, in dem Iruya sein sollte, unter uns erstreckte, eine gigantische Aussicht genossen. Wir mussten, um nach Iruya zu gelangen, über einen 4000 Meter hohen, sehr windigen Pass fahren, bevor es dann langsam wieder runter auf xxxx Meter ging. Witzig war auch, dass der Weg irgendwann zu Ende war und der Bus ungefähr hundert Meter im Flusslauf gefahren ist, beor es dann auf der anderen Seite mit der Schotterpiste weiter ging. Iruya lag dann irgendwann echt malerisch vor uns, an einem der zahlreichen Flüsse in einem Canyon und halb den Berg rauf.

 

Grade aus dem Bus raus, haben uns wieder hunderte Leute angesprochen und wollten uns in ihre Unterunft locken. Simon hatte allerdings erstmal nur Augen für das nächte Klo... Haben dann ein Hostel gefunden, das leider ganz oben auf dem Berg war sodass wir mit unseren schweren Rucksäcken und der dünnen Luft erstmal da rauf klettern mussten. Nachdem wir dann den Ort, der extrem schön war, erkundet haben, haben wir auf dem Platz vor der Kirche die zwei Tramper von einer Woche zuvor aus Amaicha del Valle wiedergetroffen und ein paar Bier mit denen getrunken und sowohl unser Spanisch, als auch deren Englisch trainiert. Gegessen haben wir sehr oft bei einer Familie ein paar Häuser neben dem Hostel, die für unglaublich wenig Geld das größte Sandwich, das wir je gesehen haben, zusammengebaut haben. Das war ein riesiges Brot mit Milanesa (das ist dieses flache, geklopfte "Schweineschnitzel"), 2 Spiegeleiern, ein paar scheiben Käse und Schinken, Salat, Tomaten und Soße... Wir haben das Sandwich immer nur mit Ach und Krach geschafft, so groß war das.

 

Haben in Iruya dann drei Nächste geschlafen und an dem einen Tag die Umgebung erkundet und an dem anderen Tag eine kleine Wanderung unternommen. Wollten eigentlich die 3 Stunden bis in einen benachbarten Ort laufen, aber nachdem wir den selben Fluss das dritte Mal ohne schuhe überqueren mussten, fühlten wir uns sehr an Cafayate erinnert und hatten keine Lust mehr und haben dn Rückweg bzw. den Weg einen anderen Flusslauf hinauf eingeschlagen. Waren letztlich auch 5 Stunden unterwegs und haben viele Nette Leute getroffen. Unter anderem sind wir noch 2 Mal dem Tramper aus Tilcara begegnet. Ein Mal in Humauaca am Busbahnhof und dann auch im selben Bus und dann bei der Wanderung sind wir wieder ein Stück mit ihm zusammen gelaufen. Voll witzig in Iruya waren die ganzen Esel, überall standen und liefen Esel rum...

 

Am letzten Morgen haben wir Cornflakes gefrühstückt und die letzten 300 ml Milch, die wir nicht mehr geschafft haben, haben wir an die gefühlten 10 Katzen nebenan verfüttert und uns somit ein gutes Karma für den Tag geschafffen... Denn wie wir sehen werden, wurde der Tag noch ziemlich spannend und endete erst in der Nacht in Bolivien... Aber ich greife schon wieder vorweg ;)

 

Wir haben den Bus um 1 Uhr genommen und hatten diesmal nichts anbrennen lassen und uns auf eine 3 1/2 stündige Busfahrt eingestellt. Diesmal hat der Bus jedoch eine andere Strecke als bei der Hinfahrt gewählt und wir waren nach nichtmal 2 Stunden schon an unserem Ziel. Der heilige Schrein, an dem wir 3 Tage zuvor von der Ruta 9 auf die Dirtroad abgebogen sind. Unser Plan war, von dort aus bis nach La Quiaca, die argentinische Grenzstadt zu Bolivien zu trampen und dort die Nacht zu verbringen. Diese, oder eine so ähnliche Idee hatten aber mit uns noch 6 weitere Backpacker, sodass wir nun zu 8 an dem besagten Schrein in der Sonne standen. Das erste Auto, dass nach geraumer Zeit vorbei kam hat uns, oh Wunder, nicht mitgenommen. Nachdem dann aber nach 10 Minuten der Reisebus nach La Quiaca kam, haben wir uns entschlossen den anzuhalten und zu hoffen, dass der noch 8 Sitze frei hat. Hatte er... mehr oder weniger. Nachdem in einem anderen Ort noch ein paar Leute zugestiegen sind, musste sich die Hälfte unserer 8 Personen Reisegruppe zwar umsetzen, aber am Ende hatten alle einen Platz.

 

Nach einer endlosen Fahrt durch die sich immer wieder ändernde Landschaft, haben wir dann am späten Nachmittag La Quiaca erricht. Da wir uns in der gruppe rect wohl gefühlt haben, und die alle recht nett waren und vor allem Spanisch und Englisch konnten, haben wir uns einfach an die rangehängt und nach kurzem Besprechen sind wir zu dem Schluss gekommen, heute noch nach Bolivien einzureisen und dann bis nach Tupiza zu fahen und die Nacht nicht in der hässlichen bolivianischen Grenzstadt Villazon zu verbringen.

 

Wie wir das genau gemacht haben und wo es uns am Ende wie hinverschlagen hat, erzählen wir dann im nächsten Blogtext, der nahtlos an diesen anknüpft, verprochen. Aber bis dahin müst ihr leider noch ein wenig warten... vielleicht auch gar nicht so lange, weil dadurch, dass wir hier nur ganz selten Internet haben, sind wir eh mit dem nächsten Blogtext fertig, bevor wir den hier hochladen können... also vielleicht müsst ihr nur ganz lange warten und bekommt dann aber zwei bombastisch tolle Texte geliefert... wer weiß... hier in Bolivien läuft das eh alles ganz anders...

 

Bis dahin machts gut und haut rein und wir freuen uns sehr, dass so viele Leute unseren Blog lesen und scheinbar Spaß an dem haben, was wir schreiben und was uns so passiert. Danke für euer Interesse, das ist uns sehr wichtig und wenn mal Heimweh aufkommt freuen wir uns über Einträge im Gästebuch ... oder in Facebook ;)

 

Bis zum nächsten Mal,

die Weltenbummler.

Reise von Túcuman nach Salta – Tafí del Valle – Amaicha del Valle – Cafayate

 

 

25.03. - 02.04.2013

 

Tafí del Valle:

Morgens in Tucuman haben wir uns zusammen mit Maya und einem anderen Backpacker, dessen Namen wir vergessen haben, der aber sehr nett war, auf den Weg zum Busterminal gemacht, da die beiden auch bis nach Tafí del Valle wollten. Nachdem wir dann mit dem Bus einige Stunden durch die atemberaubensden Bergstraßen und Serpentinen durch den Nebelwald einige Höhenmeter gut gemacht hatten, hat sich vor uns das Tal mit dem Ort Tafí del Valle und dem riesigen See yx ausgebreitet. Der Ort setzt sehr auf Tourismus, was aber nicht schlecht war, da so eine gute Infrastruktur vorhanden war und wir schnell alle nötigen Infos aus der Touriinfo bekommen haben und uns zu Fuß auf den Weg zum nächsten Hostel machen konnten. Das Hostel war ziemlich ranzig, aber für eine Nacht kein Problem und da wir eh nur ein Bett brauchten ok. Haben den Ort zu Fuß erkunded und uns viel in der örtlichen Tankstelle aufgehalten, da die dort freies Wifi (für die, die es vielleicht nich wissen, das ist Internet, was man Kabellos mit unserem Netbook empfangen kann) und den leckersten Kaffee hatten. Da in Argentinien eigentlich nicht viel Kaffee, sondern eher Mate getrunken wird, haben die auch meistens nur so Auflösekaffee der scheiße schmeckt oder die können einfach keinen Kaffee kochen. Hatten von mega zum Kotzen bis erträglich und lecker alles was man sich vorstellen kann. In Tafí haben wir dann auch das erste Mal die mega geilen riesigen Säulenkakteen gesehen und uns gleich mit Kamera bewaffnet drauf gestürzt... mehr oder weniger, stacheliger Biester sag ich nur. Später haben wir allerdings noch viel mehr und größere und schönere Kakteen gesehen...

 

Am nächsten morgen sollte es dann frisch geduscht weiter Richtung Norden gehen... was gar nicht so einfach war, in zweierlei Belangen... die scheiß Duschen waren eiskalt und nach einem mittelschweren Wutausbruch von Simons Seite ging es ohne Duschen dann zu fuß Richtung Ortsausgang, von wo aus wir nach Amaicha del Valle trampen wollten. Tja, das war dann die zweite Komplikation an dem Tag, trampen hat sich als nicht so einfach herausgestellt und wir haben ungefähr 5 Stunden am Straßenrand verbracht, ohne dass auch nur ein einziges Auto angehalten ist... nicht mal eins ist angehalten und hätte uns mitgenommen, wäre aber halt nicht weit genug gefahren, nope, gar nichts. Haben an dem Tag dann auch nicht allzuviel erlebt.

 

Am Spätnachmittag hatten wir dann die Schnauze voll und haben den Reisebus von Tafí nach Amaicha angehalten. Das gute ist ja, dass man die großen Reisebusse einfach am Straßenrand ranwinken und anhalten kann und die einen dann mitnehmen, mega praktisch, so kann man für ein paar Stunden versuchen zu trampen und wenn das nicht klappt einfach überall den Reisebus anhalten und den dann einfach nehmen. Der Bus ist dann im Schneckentempo, da wir über einen Pass in 4000 Meter mussten, nach Amaicha gefahren. Leider berechnen die hier die Bustickets nach zurückgelegten Höhenmetern, weswegen die Tickets Richtung Norden teurer sind als die Tickets für die gleiche Strecke Richtung Süden, sprich bergab.

 

Amaicha del Valle:

Wir hatten keine Ahnung wie lange der Bus nach Amaicha brauchen würde und haben es aber trotzdem riskiert zu schlafen... zum Glück hat uns eine nette Sitznachbarin dann Bescheid gegeben und wir sind in einem kleinen Örtchen mit laut Wikipedia 5000 Einwohnern (sofern man alle Häuser im gesamten Umkreis von 20 Km einbezieht) ausgestiegen. Dort wurden wir dann gleich von zig Leuten überfallen und hatten plötzlich 10 Zettel mit Hostels, in die wir doch gehen sollten, und Touritouren und Ausflügen in der Hand, bevor wir wussten wo und wann und wie wir überhaupt waren. Ein besonders hartnäckiger Junge hat uns dann überredet in sein Hostel zu kommen und uns auch mit dem Auto hinzufahren. Da bei dem Hostel Frühstück und Abendbrot inklusive waren und wir kein Bock auf Laufen hatten, haben wir ihm den Zuschlag gegeben.

 

Das Hostel an sich hat mega den guten Eindruck gemacht, es war sauber, echt nett eingerichtet und an sich gab es nichts zu meckern, die Atmosphäre war mega familiär und freundlich, was nicht zuletzt daran lag, dass das Hostel eigentlich das zu Hause einer großen Familie war, welches aber zum Hostel erweitert wurde. Die hatten Internet, was allerdings mega langsam war und heiße Duschen, die auch heiß waren. Dummerweise haben wir aber später am Abend durch Zufall eine Bettwanze auf unseren Bettlaken gefunden und nach kurzer Suche am Bettgestell in den Ritzen und Fugen duzende weitere Bettwanzen gefunden. Da saß der Schock natürlich tief und es war schon 23 Uhr und wir wollten eigentlich nicht umziehen. Deswegen haben wir den Leuten da bescheid gesagt und dann ohne zu murren oder so ein Doppelzimmer für den glichen Preis bekommen. Die waren denk ich mal heilfroh, dass wir nicht abgehauen, sondern da geblieben sind. Da wir nun vorsichtig waren, aber in dem Doppelbett erstmal keine Wanzen gefunden haben, haben wir trotzdem das Moskitonetz rausgeholt und dann beide darin geschlafen. Nachts ist Simon aufgewacht weil ein Moskito es in das Netz geschafft hat und hat dabei gesehen, dass außen an dem Netz eine Bettwanze hochgekrabbelt ist. Die restliche Nacht wurde dann eifrig von Bettwanzen und Ungeziefer geträumt, was nicht so erholsam war, aber Bisse blieben zum Glück aus. Ziemlich eklig die Sache, nachdem wir in Túcuman schon die Milben hatten. Am nächsten Tag haben wir gründlicher gesucht und dann 5 Wanzen gefunden und Tod gemacht. In der Ncht darauf, sind allerdings wieder 2 Stück am Netz hochgekrabbelt... hatten echt Glück, dass wir nicht von denen maltretiert worden sind. Außerdem hatten die da 2 junge Katzenbabys und eine liebe Katzenmama die alle drei so niedlich waren, dass wir gar nicht weg konnten. So wie Nora einmal, als die beiden Katzenbabys bei ihr auf dem Schoß zwei Stunden geschlafen haben und Nora nicht aufstehen und weggehen konnte, bis die beiden ausgeschlafen hatten... SO PUTZIG DIE VIECHER!!!!

 

Tagsüber haben wir einen langen Spaziergang im und ums Dorf gemacht. Amaicha del Valle ist bekannt für seine enorm große indigene Population, die absolut kein Land verkauft, sondern nur verpachtet. Die sind stolz auf ihr Land und es ist ihnewn heilig und Bergbaukonzere, die die Gegend durchaus interessant finden, müssen draußen bleiben, was ja leider nicht überall der Fall ist.Auch hat Amaicha das größte indigene folkloristische Fest Argentinien, was wir aber um 3 Wochen verpasst haben xD. Die haben dort auch ein mega großes und international bekannten Museum über die indigenen Völker und Stämme dort.

 

Nachdem wir erst in dem ausgetrockenten Flussbett herumglaufen sind, mussten wir das mega steile und bestimmt 20 Meter hohe Ufer hochkraxeln und dann den Weg zwischen den Häusern und umzäunten Gärten, oder was das sein sollte, bis zur Straße finden. Dort wollten wir dann ein paar Kilometer die Hauptstraße hochtrampen, da wir dort am Abend zuvor mit dem Reisebus durch eine eine Gegend mit sehr schönen Hütten und niedlichen Häusern gefahren sind. Das hochtrampen hat leider wieder nicht funktioniert und wir hatten nach einer halben Stunde in der prallen Sonne an der Straße keine Lust mehr und haben dann versucht zurück in den Ort zu trampen.... und siehe da, es hat funktioniert. Ein Argentinier hat uns auf seinem Pickup auf der Ladefläche mitgenommen. Er ist einfach die ganze Zeit ohne den Motor laufen zu lassen die 3 Kilometer zurück getrollt.

 

Am nächsten Tag haben wir uns dann auf den Weg ins 60 Km entfernte Cafayate gemacht. Unser Ehrgeiz und Enthusiasmus ist ja nicht von schlechten Eltern ne, daher haben wir es mit dem trampen nochmal probiert und nach 2 Stunden wurden wir wieder auf der Ladefläche eines Pickup die ersten 30 Km bis nach Cholalao mitgenommen. Unterwegs sind wir in eine der zahlreichen Polizeikontrollen gekommen und der Fahrer musste sich vom Polizisten belehren lassen, dass das Mitnehmen von Leuten auf er Ladefläche ja eigentlich nicht erlaubt sei, da das aber nicht sein zuständigkeitsbereich sei, da er ja Polizist für/gegen Verbrechen sei und kein Verkehrspolizist hat ihn das aber nicht weiter gekümmert und wir konnten weiter fahren :D Sau geil die Behörden hier... aber hab ich ja schonmal erzählt, dass die verdammt viel verschiedene Polizei haben und die alle ihre eigenen Zuständigkeitsbereiche haben... Schuss ins Knie würd ich sagen.

 

In Cholalao sind wir dann leider hängen geblieben und keiner wollte oder konnte uns die nächsten 30 Km bis nach Cafayate mitnehmen. Irgendwann hats in den Bergen neben uns dann so gerumpelt, dass wir echt Angst vor Platzregen hatten (gabs in der Nacht zuvor schon). Haben dann wieder den Reisebus angehalten und sind mit dem bis nach Cafayate gefahren.

 

Cafayate:

In Cafayate wieder das gleiche Spiel, wir kommen und an und werden umworben in dieses und jenes Hostel zu gehen und hatten dann die Qual der Wahl. Eine Dame hat uns angesprochen wo wir denn hin wollen und als wir meinten ins Roadrunner, was das absolut billigste Hostel im Ort war hatten wir uns sagen lassen, meinte Sie dann, ja unser Hostel kostet nur 50 Peso die Nacht. Als wir dann meinten, danke, aber wir gehen in das andere Hostel (von dem wir weder den Preis noch die Ausstattung kannten), ist sie noch 5 Peso runtergegangen mit dem Preis. Haben uns dann überreden lassen, da es dort Internet, Wifi und Frühstück inklusive gab und es nicht weit weg von der Busstation war, in das Hostel zu gehen. 7ujhkguzlglktiföräfo jzihl jzigl jzigl kzkhlo ltpö jt8 i7og9f ... (so sieht das dann aus wenn Nora langeweile hat)... Dort im Hostel haben wir dann erfahren, dass die Frau schlussendlich 15 Peso pro Person mit dem Preis untergegangen ist, da sie wohl wusste, dass das Roadrunner Hostel viel billiger als ihres war. Gut für uns. Als wir im Hostel angekommen sind, hat es keine 5 Min gedauert und wir hatten einen bilderbuchreifen Wolkenbruch. Nachdem der dann vorbei war, haben wir uns auf den Weg in die Stadt gemacht, um ein bisschen was einzukaufen und uns zu informieren, was man wohl am nächsten tag machen könnte. Der Regen hat allerdings dafür gesorgt, dass alle Straßen so krass überflutet waren, dass wir fast nicht bis zur Touriinfo und dem Supermarkt laufen konnten. Mit weiten Sprüngen und kleinen Umwegen hats dann aber doch geklappt und wir waren am Ende genauso schlau wie vorher.

 

Abends haben wir dann zwei Franzosen kennen gelernt und weil wir eh noch nicht wussten was wir am nächsten Tag machen sollten und die beiden das auch nicht wussten und dann die Idee aufkam auf den neben dem Ort liegenden Berg zu laufen, haben wir uns kurzerhand dazu entschlossen am nächsten Tag gemeinsam die Tour zu unternehmen.

 

Die Bergtour hat sich dann leider zu einer Flussüberquerungsodyssee und weniger zu einer Bergsteigertour entwickelt. Dabei ging alles so gut los. Die Karte, die wir hatten war voll fürn Arsch und die Wege darauf existierten nicht wirklich. Erst konnten wir noch Autospuren folgen und somit erahnen, dass das wohl ein Weg sein sollte, aber nachdem die sich dan buchstäblich im Sande verlaufen haben, mussten wir nach Himmelrichtung navigieren und haben uns dann mehr oder weniger am Fluss orientiert. Leider war der Fluss durch den Regen stark angewachsen und wir haben einfach keine Stelle finden können, an dem wir da mal eben rüberhüpfen konnten. Also mussten wir Schuhe ausziehen und den Fluss barfuß durchqueren. Danach sind wir dann weiter im Zickzack durchs Buchland gelaufen und haben versucht einen Weg zu dem Berg zu finden. Als wir dann einen vermeindlichen Weg gefunden haben, mussten wir wieder über den Fluss, diesmal allerdings über eine provisorische Palettenbrücke und einen kleinen Satz von Stein zu Stein. Nachdem wir dann irgendwann wieder abseits jeglicher Wege auf einem Trampelpfad unterwegs waren, der aber leider weg vom Berg führte, haben wir einen Argentinier mit seinem Hund getroffen und den nach dem Weg gefragt. Der wollte dann zufällig auch auf den Berg und hatte nichts dagegen uns auf seiner kleinen Pilgerfahrt mitzunehmen. Leider ging es dann ein drittes Mal über den Fluss, diesmal aber über ein Aquädukt, das einen äußerst instabilen Eindruck machte und wir daher nur einzelnd drüber balancieren konnten. Blöd war dann, dass neben Simon ein Bienenstock mit verärgerten Bienen war und Simon nebens Ohr und Nora in den Finger gestochen wurden. Weiter ging es am Fluss entlang und nach einer Weile musten wir, oh Wunder, wieder über den Fluss, da der Weg ein weiteres Mal im Nichts endete. Leider gabs hier wieder keine Stelle zum drüber hüpfen undwir mussten wieder barfuß durch den Fluss warten. Auf der anderen Seite haben wir dann den Pilgermann verloren und erstmal Mittagspause gemacht. Nach kurzem überlegen sind wir dann zu dem Schluss gekommen den Berg doch nicht zu besteigen, da wir mittlerweile so hoch waren, dass wir eine tolle Aussicht hatten, es so spät war, dass wir keine Lust mehr hatten und der Rückweg nochmal 2 Stunden dauern würde. Also ging es ein fünftes Mal über den Fluss, wieder barfuß. Auf dem Rückweg haben wir dann eine andere Route an der Straße, die wir erst nicht finden konnten, genommen und sind zwischen Weinreben und Bodegas (Weinfabriken?) nach Cafayate zurückgelaufen. Am Ortseingang, nur der Vollständigkeit halber, sind wir das sechste Mal über den Fluss gelaufen, nun aber auf einer großen Brücke und trockenen Fußes.

 

Zurück in Cafayate haben wir dann noch die berühmte Weineiscreme probiert und sind dann wieder zurück zum Hostel. Dort gabs dann im Laufe des Abends DAS Drama...

 

In dem Hostel gab es eine Katzenmama mit 3 Jungen, also noch wirklich kleine Babykatzen, so klein, dass sie zwar nicht mehr bei der Mutter trinken würden, aber noch nicht groß genug, um von dieser getrennt zu werden. Im Laufe des Abends haben wir dann das erste Mal die eine Babykatze gesehen... und mein Gott war die niedlich. Da gabs auch noch ein Hundebaby, das die ganze Zeit mit Allem und Jedem spielen wollte. War sehr witzig, wie der kleine Hund um die kleine Katze herumgehüpft ist und die kleine Katze den prächtigsten Buckel, den wir je bei einer Katze gesehen haben... und das Knurren und Drohen mit der vorpubertären Piepsstimme, sehr putzig. Die Katze war jedenfall die ganze Zeit um und bei uns und hat aber mit der Zeit immer lauter und penetranter ihre Mutter gerufen und gejauelt und miauzt bis zum geht nicht mehr. Wir haben uns dann gwundert, dass die Mama einfach nicht nach ihrem Jungen sieht und, dass die Geschwister auch niergends zu sehen waren. Haben dann vom Hostelmenschen erfahren, dass die Mutter und die beiden Geschwister an dem Tag verschenkt worden waren und nun noch ein zukünftiger Besitzer für die letzte Katze gesucht wurd. Nachdem die Katze dann Milch vom Hostelbetreiber bekommen hat, aber immernoch extrem hungrig wirkte, haben wir ihr ein bisschen Thunfisch und Nudeln gegeben, hatten leider nichts anderes... Käse hat sie auch noch probiert... einen extremen Kohldampf hatte die... und Heimweh nach ihrer Mutter. Jedenfalls wollte sie irgendwann kein Katzenungerechtes Futter mehr von uns und hat wie verrückt gemaunzt und hatte richtig Panik. Als es dann später wurde hat sie bei Nora auf dem Schoß geschlafen und war nur still, wenn sie in unserer Nähe war. Irgendwann hat sie Nora dann mega angestarrt und Simon hatte die Befürchtung, dass die Katze Nora adoptiert hat... Als wir dann ins Bett mussten, ist das Kätzchen uns hinterher und wollte unbedingt bei uns bleiben und mit ins Zimmer, aber das war ein 6 Bett Zimmer und wir waren uns nicht sicher, ob wie sie die ganze Nacht über mit rein nehmen konnten... nacher kackt die da die Bude voll oder will nach 3 Stunden raus oder so. Wir haben sie dann vor die Tür gesetzt und das war dann so herzzerreißend, die Kleine wollte uns einfach nicht gehen lassen und ist mega panisch an unseren Hosen hochgeklettert und wollte einfach nicht wieder verlassen werden. Leider mussten wir sie dann draußen lassen, wo sie die komplette Nacht geschrien und nach uns gerufen hat... sehr bitter, aber wir konnten nichts machen.

 

Am nächsten Tag sind wir dann zum Metzger und haben 300 Gramm Hackfleisch geholt und der Katze davon ungefähr 100 Gramm hingelegt, die sie komplett verputzt hat... die hatte ganz schlimmen Hunger und Milch reicht da alleine nicht. Leider mussten wir dann los, da wir an dem Tag noch nach Salta kommen wollten. Wir haben dann einer anderen Deutschen, die wir in dem Hostel kennen gelernt haben, einen Zettel aufs Bett gelegt und sie gebeten die Katze mit dem restlichen Fleisch im Kühlschrank zu füttern. Wir glauben, dass wir damit ein gutes Karma bekommen haben, auf jeden Fall sollte der Tramp-Tag gut werden.

 

Wir sind dann zum Ortsausgang gelaufen und haben dann versucht zu trampen. Dummerweise kam nach ein paar Minuten die Polizei und hat vor uns eine Straßensperre aufgebaut und musste mal wieder alle Autos kontrollieren. Versucht man zu trampen wenn 100 Meter hinter einem eine Polizeikontrolle ist... keine Sau hält da für uns an. Wir also umgezogen bis ungefähr 100 Meter hinter die Sperre. Mussten diesmal gar nicht so lange warten bis ein Auto anhielt und uns eine Mitfahrt anbot. Die Insassen waren zwei Franzosen älterer Generation. Der Typ konnte English, die Frau leider nicht, was aber nichts machte, wir haben dann viel mit dem Typen gesprochen und er hat übersetzt. Er hat einen interessanten Lebensstil gehabt. Er lebt 6 Monate in Frankreich und 6 Monate in Argentinien, wo er in Patagonien eine Schaffarm hat und junge Menschen gegen Mithilfe auf der Farm Unterkunft und Verpflegung bietet. Im Norden Argentiniens war er mit seiner Freundin im 4 wöchigen Urlaub. Das Blöde war dann zwar, dass er nur ungefähr die Hälfte der Strecke nach Salta fuhr und dann wieder nach Cafayate zurück wollte, das Gute war aber, dass keine bloße Überbrückung von Distanz war, sondern, dass es so eine Art Roadtrip war und er überall wo es nett aussah oder wo man eine tolle Aussicht hatte angehalten ist und wir ein bisschen rumgelaufen sind. Haben somit die tollen roten Felsformationen gesehen, sind bei einer kleinen Hütte mit Lamas angehalten und haben die Aussicht auf das Tal und den Fluss an mehreren Stellen genießen können. Als wir dann irgendwann in Alemania (ja, so hieß das Dorf) anbgekommen sind, hat er uns rausgelassen und wir haben versucht weiter zu trampen. Und das Glück oder das Karma war uns hold, sodass wir nach einer halben Stunde warten von einem älteren argentinien Pärchen mit Pickup mitgenommen wurden. Gepäck also auf die Ladefläche und rein ins Auto. Wir haben zwar versucht uns zu unterhalten, aber wirklich viel verstehen konnten wir nicht, allerdings konnten wir erzählen und wurden meistens auch verstanden. Das Witzige ist ja, dass wenn die Leute merken, dass man sie nicht versteht, die immer lauter sprechen. Dabei macht das ja absolut keinen Unterschied ob man die Wörter nicht kennt, wenn sie leise ausgesprochen werden oder ob man sie nicht kenn, wenn sie laut ausgesprochen werden. Naja, ist wohl sone psychische Sache. Die Fahrt war nett und da die beiden auch grade aus dem Urlaub zurück nach Salta wollten, haben sie noch einen Abstecher zu einem großen See gemacht und wir haben dort Leuten beim Bungeejumping von einer Brücke zugesehen, sehr witzig. Eine dicke Frau ist mit dem Kopf ins Wasser eingetaucht.

 

Salta:

In Salta angekommen standen wir dann vor dem Problem eine Unterkunft zu finden. Wir hatten das Ende der Semana Santa, der heiligen Woche, und somit das Osterwochenende erreicht.Wir hatten in Cafayate schon im Internet bei allen möglichen Hostel geguckt und bei eineigen angerufen (anrufen lassen, hust) und herausgefunden, dass alle Hostels belegt und komplett ausgebucht waren. Wir sind dann zu einer Touristeninfo gelaufen, ca 5 Meter von wo wir rausgelassen wurden, sehr praktisch. Die meinten dann, "unsere Infos über Salta sind, Salta ist komplett voll!" ... Kleiner Schock, aber dann meinte der nette Herr, dass wir zum Ministerio de Turismo laufen sollen, die hätten wohl Infos WENN noch irgendwo was frei wäre. Wir also dahin und uns plötzlich in einer Bettenbörse schlechthin wiedegefunden. Der ganze Laden gerammelt voll und wir in der Schlange bis zur Tür grade dort gestanden, dass wir das Treiben am Tresen beobachten konnten. Dort haben Leute an zig Telefonen gehangen und immer wieder mal was auf Spanisch in den Raum gerufen, woraufhin duzende Leute nach vorne gedrängt sind und die Hände hochgerissen und panisch um das vermeindlich freie Zimmer gerungen haben. Wir waren damit ein wenig überfordert, da wir A nichts verstanden haben und B keine große Chance gesehen haben, gegen die wild entschlossenen beinahe obdachlosen Einheimischen anzukämpfen. Haben dan ein paar Mädels vor uns gefragt, was hier abgeht und nachdem die uns das erklärt hatten, kam ein Mitarbeiter des Ministeriums und hat uns hilflose Touristen gesehen und uns gefragt, was für Zimmer wir denn Suchen. Wir meinten, einfach ein billiges Hostel und ein Dorm wäre auch genau richtig. Der Typ hat dann kurz telefoniert und uns dann eklusiv ein paar freie Zimmer in einem Hostel ein paar Straßen weiter besorgt. Watn Service, gutes Karma, harhar! Die Mädels, die uns mit Übersetzen und Erklären geholfen haben, hatten auch Glück und hatten dann auch in dem Hostel noch Platz gefunden. Wir sind dann mit denen zu deren Auto gelaufen und die haben uns dann noch mit dem Auto mitgenommen bis zum Hostel. War eine lustig Fahrt mit 5 Personen und Gepäck ohne Ende ... wir hatten unsere Rucksäcke auf dem Schoß. Aber einem Geschenken Gaul schaut man nicht ins Maul, nicht wahr?

 

Salta an sich war relativ unspektakulär und eine weitere große Stadt von vielen. Viele Kirchen, viel Architektur usw. Ostern haben wir dann so gut es ging ausgeblendet und sind ein bisschen in der Stadt rumgelaufen und haben uns geärgert, dass alles geschlossen war. Das Frühstück im Hostel bestand aus trockenem Brot, wie wir es ja schon in anderen Hostels kennen gelernt hatten und leider keiner Marmelade, dafür aber Dulce de Leche bis zum kotzen. Simon mag das süße Zeug ja, aber Nora steht da nicht so drauf. Haben in dem Hostel noch ein deutsches Pärchen kennen gelernt, von dem das Mädel aus Aurich kam, wie klein die Welt doch ist. Von denen haben wir noch einen mega leckeren Olivenbrotaufstrich geschenkt bekommen, was unser Frühstück dann auch um einiges aufgewertet hat. Haben uns dann zwei Tage später auf den Weg weiter Richtung Norden gemacht.

 

Davon erzählen wir allerdings dann, wenn das Abenteuer überstanden ist und wir uns auf der nächsten Etappe befinden.

 

Wir halten euch bis dahin mit Fotos auf dem Laufenden, das geht schneller als Text schreiben und gibt euch einen kleinen Vorgeschmack auf das was wir alles erlebt haben.

 

Haut rein und machts gut,

viele Grüße,

Simon und Nora

Tucuman

 

21.03. - 25.03.2013

 

Wir hatten echt Probleme einen Host in Couchsurfing für Tucuman zu finden und schließlich hatten wir eine Zusage für das Wochenede bei einer Finnin, die schon 3 Jahre auf Reisen ist und grade mit ihrem Freund zusammen dessen Familie und Freunde für ein paar Wochen besucht hat. Leider sind wir am Donnerstag angekommen und mussten uns dann für eine Nacht ein Hostel suchen, was aber nicht schwer war, da Dank googlemaps die Orientierung in den Städten echt leicht fällt.

 

Im Hostel haben wir zusammen mit einem Holländer, der in Groningen studiert, im Dorm geschlafen und am nächsten Tag noch ein Mädchen aus Hamburg kennen gelernt, die aber in Oldenburg studiert, wie klein die Welt doch ist. Haben uns mit der nett unterhalten und ein paar nützliche Infos ausgetauscht und ihr unser fertig gelesenes Buch (Noras Buch ;) ) mitgegeben, da wir das nicht mehr mitschleppen wollten. War bei ihr aber in guten Händen, das war das Wichtigste.

 

Am Nachmittag sind wir dann zu Henna aus Finnland umgezogen. Sie hat in einem eher dubiosen Stadtteil gewohnt mit Blick auf zwei Puffs vom Balkon. Ebenfalls fürs Wochenende hat Henna ein Mädel aus Japan aufgenommen, Maya. Maya hatte gigantische Dreadlocks und alle Zutaten für Chaitee sowie Geknüpften Krimskrams und eine Zirkusausrüstung bei sich. Die Handwerkswaren hat sie in den Straßen verkauft und ab und zu bei Ampeln Kunststückchen vorgeführt und somit ihr Geld verdient. Maya ist auch schon seit Jahren auf Reisen und schon sehr lange in Argentinien.

 

In Tucuman konnte man wieder etliche Kirchen und Kolonialbauten bestaunen. Besonders stolz sind die Argentinier auf Tucuman, da hier die Unabhängigkeit Argentiniens ausgerufen wurde und zwar in der Casa de independencia, einem weißen Haus. Tucuman liegt an einer Bergkette, die komplett mit Nebelwald überwachsen ist. An den Hängen herrscht Subtropisches bis kälteres Klima und die Wolken regnen sich hier regelmäßig ab, sodass dieser ganz typische Nebelwald entsteht. Oben auf der Bergkette steht der dritthöchste Jesus der Welt, gleich nach Rio und irgendwo in Polen... Da sind wir an einem Tag mit dem Bus hochgefahren und die Fahrt durch den Nebelwald war mega cool, leider war oben dann kein Wald mehr, aber das angucken hat richtig Spaß gemacht :). Oben sind wir dann rumgelaufen und nach Jan anner Latt gings zu einer großen Runine einer niemals fertig gestellten Universität. Da hatte wohl irgendwer die tolle Ide oben auf nem Berg vor der Stadt in 20 Km entfernung eine Universität zu bauen... an einer Dorfstraße, und zu der nur eine einzige kurvige Bergstraße hinführt... und ein Bus, der nu 3 mal am Tag fährt... Naja die Ruine sah beeindruckend aus, aber war schon ziemlich marode. Danach haben wir dann auf dem Rückweg versucht zu trampen und als wir nach 5 Km schon nicht mehr daran geglaubt haben, hat uns ein Typ hinten auf seinem Pickup den Berg runter bis in die Stadt mitgenommen. War eine witzige Fahrt und es ging wieder durch den Wald. In der Stadt mussten wir zwar nochmal den Bus nehmen, aber das trampen war auch eher zum Spaß, als um Geld zu sparen oder Distanzen zu überbrücken.

 

In Tucuman haben wir dann abends noch lecker Tarta mit Gemüsefüllung und Kürbisfüllung gegessen und dann gings am nächsten Morgen auch schon los Richtung Norden...

 

to be continued...

Cordoba – Reisetief – Kraft getankt

 

21.03. - 25.03.2013

 

Hola amigos, que tal?

 

Es geht voran mit dem Spanischlernen :) Aber wir sind leider noch lange nicht so weit alles zu verstehen und alles zu sagen, was wir wollen. Wo waren wir denn beim letzen Mal stehen geblieben? ... Lange ists wieder her... bei der Reise nach Cordoba.

 

Tja, die Reise mit dem Bus dorthin war wie schonmal gesagt, recht eintönig und die Landschaft sah im Prinzip aus wie bei uns, landwirtschaftlich geprägt und (wie im Norden) flach bis zum Horizont. Nichts spektakuläres, keine dollen Pflanzen oder Bäume oder so, alles lahm...

 

Uns wurde gesagt, es würde Saft und ein Sandwich im Bus geben, was uns sehr gefreut hat. Leider kam dann raus, dass das Sandwich in Süßigkeiten und der Saft in Wasser und ekligen Kaffee getauscht wurde... Is ja an sich nich verkehrt, aber wir können diese Unmengen an Zucker immer und überall einfach nicht mehr ab. Die Argentinier essen so viel Zucker, überall Süßgebäck und dick Dulce de leche drauf und drin (Dulce de leche ist so ein pappsüßer Karamelsirup) und nur Softdrinks zu trinken, Cola Fanta Sprite, in Supermärkten keine Säfte, nur Nektar mit Zucker oder Süßstoff. Der Kaffee im Bus war schon dickflüssig und hat nach zucker gerochen. Da wird sich auf oberster politischer Ebene von der Frau Kirchner, der Präsidenten des Landes schon gewundert warum die Diabetisrate im Land so unnormal hoch ist und dann mal schnell der Schluss gezogen, dass alle Gelder für die Behandlung von Diabetes gestrichen werden sollen, da es sich ja um eine Wohlstandskrankheit handle und es daher nur reiche Leute bekommen würden... was an sich voll stimmt, aber das eine hat ja mit dem anderen nchts zu tun, sondern liegt am enorm ungesund hohen Zuckerkonsum. Aber das nur als kleiner Exkurs in die Essgewohnheiten.

In Cordob angekommen hatten wir gemerkt, dass wir uns die Adresse von Carla, der Couchsurferin, bei der wir pennen sollten, zwar aufgeschrieben, aber nicht geguckt haben wo das Busterminal in der Stadt ist, sprich wie man vom einen zum anderen kommt. Glücklicherweise konnte Nora sich erinnern, dass Carla sagte, sie wohne nur 2 Blocks vom Terminal entfernt und nach kurzem Fragen nach der Straße, in die wir mussten, hatten wir es auch schon gefunden, wirklich gleich um die Ecke, äußerst praktisch, wenn man mit schwerem Gepäck reist. Carla ist ein unglaublich netter und freundlicher Mensch gewesen. Sie hat uns mega herzlich in ihr kleines Einzimmerapartment im 3 Stock mit Blick auf eine Hochhauswand aufgenommen und wollte sogar auf der Luftmatratze schlafen und uns ihr großes Doppelbett überlassen. Das wollte Simon dann aber nicht annehmen und da er schon in Beunos Aires auf einer Luftmatratze gepennt hat und das gut ging, haben am Ende Nora und Carla im Bett geschlafen. War auch kein Problem, die Matratze war gemütlich und groß genug. Carla war echt niedlich und immer gut drauf. Sie hat im Goetheinstitut in Cordoba deutsch gelernt und nebenbei noch in einem Callcenter gearbeitet. Ich glaube sie hat auch noch studiert, aber hatte grad Semesterferien, genau wissen wir das grad nich mehr. Jedenfalls war sie etwas unregelmäßig aber doch jeden Tag irgendwie für ein paar Stunden weg und wenn sie da war haben wir Sachen zusammen gemacht. Wir haben zum Beispiel Gnocchi selber gemacht, Pfannkuchen zusammen gebacken, Cannellonie selber gemacht oder uns mit ihren Freunden getroffen und Pizza samt Teig selbst gemacht. Einmal sind wir auch mit ihren Freunden und einer Thermoskanne heißem Wassers und Mate in einen Park gegangen und haben Uno gespielt. Carla hat Vorfahren in Italien und eine Sache, die über die Generation überdauert hat, war das Selbermachen von Pasta... schon cool gewesen. Sonst sind wir noch durch die Stadt gelaufen und haben uns die duzenden Kirchen Cordobas angeschaut, von denen eine prunkvoller und schöner ist als die nächste.

Der Grund, warum wir so viel "normalen Kram" und weniger "Touristenkram" gemacht haben ist ganz einfach der, dass wir den totalen Durchhänger hatten. Man glaubt es ja kaum, wenn man im eisigen deutschen Frühling sitzt, Alltag hat und sich nach Urlaub oder gutem Wetter sehnt, dass Reisen anstrengend sein kann und wir eine Pause von all dem brauchten. Ja, wir wollen nicht klagen und es klingt vielleicht arrogant, wenn wir auf so hohem Niveau rumheulen, aber wir konnten das bisherige Reisetempo einfach nicht mehr aufrecht halten. Nach einer Zeit sehnt man sich so danach, einfach mal gar nicht zu tun, nicht den Druck zu haben, egal wo man ist alles "rauszuholen" was geht und so viel wie möglich "mitzunehmen" von den Orten und Gegenden in denen man gerade ist. Das ist ein permanenter Druck, der auf einem lastet, dass man denkt man verpasst was tolles, weil man ist hier ja eben nur 1 Mal und wer weiß, ob man dort in seinem Leben nochma hinkommt. Man denkt immer, dies ist DAS Jahr und es soll viel erlebt werden wie nur möglich.... ja, das kann Einen stressen und man wünscht sich dann nur mal Ruhe und einfach nichts zu tun. So ging es uns beiden dann und wir konnten einfach nicht mehr jeden Tag was neues sehen, jeden Tag organisieren wo man die nächste Nacht schläft, Bustickes kaufen, Leute kennen lernen, die Zeit voll ausnutzen und dann weiter zum nächsten Ort... Deshalb, und weil wir schon wieder in einer großen Stadt waren und sich große Städte irgendwann auf eine Art sehr ähneln (man kann rumlaufen, sich tolle Architektur ansehen und die "Sehenwürdigkeiten" abklappern), haben wir das genutzt, um ein paar Gänge runterzuschalten und mal ein paar Tage nichts zu machen, außer lange schlafen, den ganzen Tag Computerspiele zu spielen und auch mal 2 Tage das Haus nicht zu verlassen. Das war soooo nötig mal ohne schlechtes Gewissen "runterzukommen" ... Carla war auch die denkbar beste Person dafür. Sie hatte vollstes Verständnis und hat sich trotzem gefreut, dass wir da waren, auch wenn wir vielleicht ein bisschen langweilig für sie waren, da man ja bei Couchsurfern immer diesen Elan und die Energie erwartet, rauszugehen, die Stadt zu erkeunden und wie gesagt alles mitzunehmen. Wir waren auch heilfroh, dass Carla am Wochenende so fertig von der Arbeit und der Woche war, dass sie eigentlich nur geschlafen hat xD. Deswegen sind wir auch 8 Tage in Cordoba geblieben, um mal in Ruhe die Batterien wieder aufzuladen und halt trozdem eine schöne und spannende Zeit in der Stadt zu haben. Zum Glück haben wir uns prächtig mit Carla verstanden und es war für sie kein Problem, dass wir so lange geblieben sind.

An einem Abend in Cordoba sind wir zusammen in einen Laden gegangen, in dem angeblich Rockmusik laufen sollte, was es dann leider nicht tat, aber der Abend war trotzdem witzig und wir sind nacher mit dem Taxi für einen Euro 5 Blocks nach Hause gefahren xD. Am Sonntag waren wir dann auf einem großen Kunsthandwerks und Schnickschnackmarkt und haben dort den Nachmittag verbracht und die ein oder andere Sache gekauft.

 

Mega krass ist ja die Post in Argentinien ne... Nora wollte 2 Pakete nach Deutschland schicken, um Gewicht zu reduzieren und Souveniers nach Deutschland zu bringen... Tja, klingt einfacher, als es dann am Ende war. Eine kleine Odysee im Postamt:

Wir angekommen und gefragt, wo man das Paket abschicken kann, haben dann gesagt bekommen, dass man nur Pakete bis zu 2 Kg verschicken kann, dummerweise war das eine Paket knap 3 Kg und das andere knapp 1 Kg schwer. Das hieß dann also, die so schön zugeklebten Pakete in der Post aufreißen und umpacken, sodass zwei Pakete a 2 knapp Kg entstehen, wobei schlussenlich das eine Paket 1,8 Kg und das andere 1,3 Kg gewogen haben. Mit den beiden Paketen mussten wir dann zu einem Schalter, wo die beiden Pakete nochmals mit Paketpapier eingepackt und mit einer Blombe und einem Siegel versehen wurden. Hat dann zwei Euro und eine halbe Stunde gekostet... nicht das Anstehen, nein das Verpacken an sich, da wir von einer blinden Person bedient wurden. Ja, hinter dem Schalter hat eine Sehbehinderte Dame gearbeitet und leider, logischerweise, beim Einpacken ewig gebraucht... als das dann endlich erledigt war, sind wir zum nächsten Schalter und mussten dort dann Zettel für den Zollausfüllen und auschreiben was sich genau im Paket befindet und welchen Wert die Gegenstände zusammengerechnet haben... wie soll man das für getragene Klamotten berechnen? Nachdem das dann erledigt war und hunderte Aufkleber beschriftet und aufs Paket geklebt wurden und Nora ihren Reisepass vorzeigen musste, damit alles möglichen Daten aufgenommen werden konnten und eine Adresse aus Cordoba für die Behörden abgegeben wurde, kam die entscheidende Frage... was sollte das alles nun kosten? Es sollte alles zusammen umgerechnet 70 EUR kosten... 70 Ocken für ca 3,5 Kg Gebrauchsgegenstände! Das stell sich mal einer vor... vor Schock haben wir das ganze dann abgebrochen und sind frustriert und 2 Stunden später aus der Post raus und haben uns überlegt was wir nun machen sollten... am nächsten Tag hatten wir dann die Idee zu einer DHL-Filiale zu gehen (jo, die gab es in Cordoba) und das Paket damit loszuschicken... klingt ja auch nicht schlecht, deutsches Postunternehmen in Argentinien und Paket nach Deutschland, könnte ja zusammenpassen... tat es leider nicht. Die netten Leute bei DHL haben uns nach kurzem wiegen des Paketes gesagt, dass 2 Kg umgerechnet ca. 150 EUR !!!! kostet, dafür aber nach 3 Tagen schon in Deutschland ist... tolle Wurst, das Paket kann auch 6 Wochen brauchen... aber 150 EUR ist immernoch viel zu viel... Haben das dann sein gelassen und schleppen weiterhin Sachen mit uns herum, die wir eigentlich nicht brauchen, die wir aber auch nicht wegschmeißen können oder wollen.

 

 

Am nächsten Tag hat Nora sich noch tattoowieren lassen und wir haben das Busticket nach Tucuman gekauft, unserer nächsten Station. Eigentlich wollten wir ja nach Crodoba nach Mendoza und dann nach Chile reisen, aber da Chile noch teurer ist als Argentinien und wir langsam Sorge bekommen, dass unser Geld nicht reicht, haben wir uns entschlossen, den "Bogen" einfach kleiner zu machen und in Argentinien zu bleiben und erstmal nach Norden zu reisen, um vielleicht nochmal Berge oder andere tolle Landschaften zu sehen... alles ist besser als öde Landwirtschaft...

 

Oh, was noch witzig war, war die Nachbarin, die sich immer bei offenem Fenster in der Wohnung nebenan lautstark vögeln lassen hat und ihrer Lust nur durch Gestöhne Ausdruck verleiehn konnte. Irgendwann war das so laut und nervig, dass wir genauso laut und nervig mit anderen ebenfalls genervten Nachbarn zusammen zurückgestöhnt und schließlich noch das Intro von Rob Zombies "More human than human" angemacht haben... das war ein Spaß. An einem anderen Tag hatten wir ein paar Stunden Stromausfall und haben bei Kerzenschein den Abend verbracht.

 

Das war unsere mehr oder weniger Ereignisreiche Zeit in Cordoba... beim nächsten Bericht erzählen wir von Tucuman und unserer Reise von Tucuman nach Salta :)

 

Machts gut und Frohe Ostern,

Simon und Nora

 

Buenos Aires – neuer Kontinent – Jetlag


  04.03. - 12.03.2013


Unsere Reise schein erst keinen guten Anfang zu nehmen als 3 Reiehen vor uns eine Familie mit zwei plärrenden Kleinkindern für den 12 Stunden Flug Platz nahm... Erstaunlicherweise hielt sich das geheule von dem Blag aber in Grenzen und der Flug war zu ertragen. Blöd war, allerdings, dass wir so durch Datumsgrenzen und Zeitzonnen geflogen sind, dass wir auf der Uhr nur 20 Min unterwegs waren, aber 12 Stunden im Flugzeug saßen. Das hatte den Jatlag unseres Lebens zur Folge, den wir erst mit Mühe eine Woche später komplett los sein sollten.

 

Am Flughafen in Sydney hatte sich unser Couchsurfer in Buenos Aires noch nicht zurückgemeldet und uns kamen schon Worst-Case-Scenario-Gedanken und bei Ankunft am Flughafen in Buenos Aires bestätigte sich dann beim Blick ins Internet, dass wir obdachlos waren... Die Dame hatte irgendwelche komischen "personellen Probelme" und konnte uns daher trotz vorheriger Zusage doch nicht mehr aufnehmen... Dank vorrausschauendem Denken, haben wir vorher noch eine weitere Person angeschrieben und ihn gefragt ob wir im Fall der Fälle, was aber ja eh bestimmt nicht eintreten wird, dann aber doch eintrat, bei ihm pennen könnten. Die Person haben wir dann auch kontaktiert und dann versucht zu ihm zu kommen. Leider funktionierte das Anrufen nicht mehr und wir haben ihm eine Mail geschrieben, in der Hoffnung, dass eer die liest, in der gesagt haben, dass wir in 2 Stunden bei ihm seien.

Nun musste also nur noch die Adresse in Buenos Aires gefunden und ein Verkehrsmittel dorthin ausgesucht werden. Gar nicht so einfach, wenn die Adresse in Google maps nicht existiert... und die Straße wohl auch nicht. Zum Glück gab es am Flughafen aber eine Taxizentrale, bei wir dann gefragt haben wo die Adresse ist und was ein Taxi dahin kosten sollte. Zum Glück war die Karte dort besser und wir konnten immerhin sehen, dass wir wohl ins Zentrum von Buenos Aires gehen sollten, das klang schonmal gut... man erinnere sich an Melbourne, wo wir eine Stunde vom Zentrum weg gewohnt haben... aufm Dorf.

 

Leider überstieg das Taxi mehr als unser Budget, sodass wir auf den Bus ausweichen wollten. Jetzt einen Linienbus rauszusuchen (es war schon Abend) war zu aufwenig, weshalb wir einen Shuttlebus gewählt haben. Der sollte uns direkt vor die Haustür bringen, allerdings auch umgerechnet 14 EUR kosten. Egal, wat mut, dat mut. Wir also mit dem Bus vom Flughafen in die Stadt gefahren und auf dem Weg ein paar brennende Mülltonnen neben Tankstellen und jede Menge gefährlich aussehnde Ecken sowie heruntergekommene Viertel gesehen. In der Innenstadt wurden wir dann vom Bus in ein Taxi verfrachtet und tatsächlich bis direkt vor die Haustür gebracht... dort stieg der Nervenkitzen nochmals an, da wir ja nicht wussten, ob der Mensch dort unsere Mail bekommen hat und mit uns rechnete. Er rechnete mit uns und wir waren sehr erleichtert vorerst eine Bleibe gefunden zu haben. Es war Montag und Freitag wollte Jose mit seiner Verlobten in den Urlaub nach Peru fliegen, weswegen wir nur ein paar Tage bei ihm bleiben konnten. War aber immerhin besser als gar nichts.

Unsere Eindrücke von Buenos Aires waren in erster Linie vernebelt, weil wir totalen Jetlag hatten. Es hatten sich komplett Tag und Nacht vertauscht. Für unseren Körper war also Tag in der Nacht und Nacht am Tag. Da die Argentinier sowieso einen komplett anderen Rhythmus haben, mit ins Bett gehen um 2 in der Nacht, aufstehen um 8 und dann wieder schlafen am Mittag und Nachmittag, war es noch schwerer in den neuen Rhythmus zu finden. Eigentlich ist das ja genau unsere Zeit und wir können echt gut nachts wach sein und lange schlafen (wir müssen ja nicht für Arbeit oder so aufstehen, hüstel), bloß um von dem einen Rhythmus in einen so extremen Rhythmus zu kommen, braucht es viel Zeit. Immerhin sind wir die ersten Tage so um 6 Uhr morgens aufgestanden, waren völlig wach und sind aber abends um 9 komatös ins Bett gefallen... gute 5 Stunden bevor der Rest des Landes die Lichter ausmacht.

Abgesehen also von unseren Rhythmusstörungen, waren unsere Eindrücke von Buenos Aires sehr vielfältig. Auf der einen Seite machte die Stadt einen sehr modernen und europäischen Eindruck mit all der Architektur und der wetlich wirkenden Infrastruktur. Doch ein zweiter Blick zeigte dann wie unterschiedlich es hier doch ist. Dies liegt vor allem an der Armut und dem fehlenden Geld für einfach alles. Überall ist absolut alles total heruntergekommen und kaputt und nicht gewartet und es fehlt scheinbar überall das Geld, um sich um alles Mögliche zu Kümmern. Die Gebäude zum Beispiel sind alle durchweg seit gefühlten 20 Jahren nicht mehr Instand gesetzt worden. Die Straßen und die Fußwege, die öffentlichen Flächen, Parks, Gärten, Wege und einfach alles wofür der Staat kontinuierlich Geld ausgeben muss, sind in einem maroden und ungepflegten und verkommenen Zustand. Das sagen wir jetzt absolut ohne Wetung, ist ja keine Absicht, dass es da so aussieht, es spiegelt halt nur den Wohlstand wieder. Auf jeden Fall ist alles igendwie alt und kaputt und funktioniert halt einfach noch grade so. Ein Beispiel ist der Zugverkehr, der in den letzten Jahren immer mehr zum Erliegen gekommen ist. Nachdem die Bahn hier privatisiert worden war und die Firmen dann insolvent geworden sind, bröckelt das Bahnnetz vor sich hin und wird immer weiter reduziert. Es gibt nur noch eine Handvoll Bahnverbindungen im Land und die Züge verkehren dort auch nur ein bis zwei mal die Woche. Unfälle mit Schlimmen Folgen gibt es somit immer wieder, da kein Geld vrhanden ist, marode Züge oder Gleisabschnitte zu warten. Alles in Allem machte Buenos Aires allein vom Äußerlichen den Eindruck, als ob die Stadt gebaut wurde, glänzte und modern war und ab dann nichts mehr gemacht wurde und der Verfall einfach langsam von allem Besitz ergriffen hat.

 

 

Dagegen war das Leben in der Metropole komplett anders. Überall war es einfach total normal und wie in jeder anderen europäischen Metropole auch. Manchmal hätte man auch in Paris, Rom oder Prag sein können. Überall Ott-Normal-Bürger, Anzugträger, Straßenmusiker, kleine Stände mit Schnickschnack, Taxis, Busse, Arme, Reiche, Mittelständler munter gemischt. Aber Apropo Busse, die sind der Hammer, mega bunt und so ganz alte Modelle von Mercedes und ungefähr eine Million davon in Buenos Aires. Es ist so, dass es kein zentrales Busunternehmen oder so gibt, wie das bei uns der Fall ist, nein, jede Linie ist eine eigene Firma. Daher kann jede Busfirma ihre Busse anmalen wie sie lustig ist. Daher sehen die Busse der verschiedenen Linien auch alle unterschiedlich aus, haben mal analoge Busnummern, mal Digitalanzeigen, mal Werbung, mal nicht und es gibt auch kein wirklichen Fahrpläne oder feste Haltestellen, was das Busfahren nicht grade einfacher macht. Die Busse halten auch nicht einfach an Haltestellen, sondern mal winkt denen wenn man dort einsteigen will und dann weiß man einfach welchen Bus man braucht und wo der hinfährt. Das funktioniert auch wenn man denn weiß wo man ist, wo man hin will, wie das da aussieht und welche Nummern dahin fahren. Zeiten gibt es auch nicht, man wartet einfach an der Straße so lange bis der passende Bus vorbeikommt, was in der Regel ein paar Minuten, jedoch nichts mal Nachts um 4 länger als eine halbe Stunde dauert. Jede Firma setzt auch unterschiedlich viele Busse ein. Die 60 z.B. fährt ständig und überall und alle 30 Sekunden, die 271 aber z.B. nur voll selten und man muss Glück haben eine zu sehen. Das Ubahnsystem zu verstehen ist da schon einfach, es gibt 4 Linien in 4 Farben die alle Sternförmig zum Plaza de Major fahren und alle Subte- (so heißt die, Abkürzung für Subterrain). Eingänge sin passend in der richtigen Farbe angepinselt. Jede Linie hat auch ihr eigenes Gleis und es ist nicht möglich von einem Bahnsteig in mehr als eine Bahn einzusteigen, also nicht wie in großen Städten bei uns, wo am Hbf z.B. auf einem oder zwei Gleise alle Ubahnen der Stadt einfahren. Bei der Ubahn gibt es auch keine festen Zeit, die Bahn kommt einfach immer in ein paar Minuten. Eine Ubahnfahrt kostet egal wie lange man fährt oder wie oft man umsteigt 2,50 Peso, das sind so 0,40 EUR... Busfahren kost je nach Entfehrung zwischen 2,50 und 5 Peso ... also auch extrem günstig.

Leider ist Bus und Bahnfahren in Buenos Aires das einzige Billige in Argentinien, wie wir die nächste Zeit hier noch schmerzlich feststellen sollten. Da der argentinische Peso vor ein paar Jahren (3 oder so) vom US Dollar abgekoppelt wurde und danach auf sich allein gestellt war, verliert dieser stetig an Wert und die gallopierende Inflation hat wohl irgendwie eine extreme Teuerung zur Folge. Man sieht überall Leuchtreklamen mit übergeklebten Preisen und per Hand neu geschrieben Preisen. Auch alle Angaben in Reiseführern sind mehr als veraltet und man kann nahezu zugucken wie alles teurer wird. Lebensmittel z.B. haben sich extrem verteuert und hier kostet mittlerweile eigentlich alles so viel wie in Deutschland, ab und zu sogar mehr. Dienstleistungen sind aber scheinbar noch relativ günstig. Wir sind letztens (zwar nur ein kurzes Stück, aber dafür mitten in der Nacht) für umgerechnet einen Euro Taxi gefahren. Leider hatten wir damit überhaut nicht gerechnet und es hat unsere Vorstellung von Argentinien als günstiges Reiselnd absolut revidiert.

 

Was uns noch aufgefallen ist, ist die ständige und absolut überwältigende Polizeipräsens und deren noch überwältigendere scheinbaren Scheissegal-Einstellung. An jeder Häuserecke, vor Kiosken, vor Wohnanlagen, an Obstständen, an Kreuzungen, überall stehen oder sitzen Polizisten rum. Auf den Straßen muss man nie länger warten als so lange man die Luft anhalten kann bis ein Polizeiauto vorbeifährt... oder zwei. Überall Polizei. Das Nähste, das auffällt, ist dann die tausenden verschiedenen Uniformen und Aufmachungen von Polizei. Wir haben uns dann erklären lassen, dass es allein Buenos Aires ca 7 verschiedenen Formen der Polizei gibt. Da wären z.B. die Polizei der Stadt Buenos Aires, die Polzei der Provinz Buenos Aires, die Verkehrspolizei, die Spezialpolizei, die Flughafenpolizei, die Militärpolizei oder die weiß-der-Geier-Polizei... alles unterschiedliche Behörden mit unterschiedlichen Uniformen und Autos. Das lustige ist dann wieder, dass sich die Polizei der Stadt und der Provinz nur um Verbrechen kümmert, denen bei einer Ampel über rot fahren oder keinen Helm auf haben aufm Motorrad aber völlig egal ist. Ein Polizist, der Knöllchen schreibt und guckt, dass Leute Sicherheitsgurte haben, scherrt sich aber einen feuchten Hering, wenn neben ihm ein Geschäft überfallen wird. Alle haben sie aber Waffen und sind in voller Montur unterwegs. Zusätzlich sieht man dann noch diverse Sicherheitsdiente mit mehr oder weniger zwielichtigen Gestalten in mehr oder weniger professionellen Uniformen. Da fragt man sich dann ob man sich nun sicher fühlen soll, da ja mehr Sicherheitspersonal zugegen ist als andere Menschen, oder ob man Angst haben soll, da es vielleicht einen weiteren Sinn für deren Existenz, neben der einfach Jobbeschaffung geben könnte. Anyway (wie man so schön sagt), so richtig ernst nehmen konnte man die überwiegend Übergewichtigen und müde dreinschauenden Ordnungshüter nicht nehmen. War auch nie Anlass dazu, alles friedlich und Regelkonform.... bis auf den Verkehr.

 

 

Der Verkehr verdient hier auch ein Kapitel. Wir haben ja in Thailand und Malaysia schon extrem einzigartige Arten erlebt wie Straßenverkehr aussehen kann, aber hier in Argentinien (nach 5 Monaten Recht und Ordnung auf den Straßen einen hochgradig zivilisierten, westlichen Landes) ist der Straßenverkehr wieder ein Erlebnis. Die Markierungen auf den Straßen werden generell nicht beachtet und leuchtende Lichter, wie Ampeln, nimmt man hier auch nicht so ernst. Es wird im Allgemeinen gefahren wann und wo Platz ist. Oder man macht ich Platz oder hupt oder schreit ganz laut, normalerweise darf der fahren, der die größte Karre hat oder am schnellsten auf die Kreuzung zu fährt oder wer am längsten hupt oder am lautesten ausm Fenster brüllt. Motorräder passen auch hier überall durch und überraschen einen auch manchmal auf dem Fußweg. Über rot wird gefahren wenn frei ist und wenn nicht, dann hupt man hier 2 mal kurz. Sobald man als Fußgänger 2 kurze Hupgeräusche hört sollte man sicherstellen, dass man sich auf dem Fußweg oder in der Nähe eines Baumes (hoffentlich auf der richtigen Seite) befindet. Im Ersnt, die hupen zwei mal kurz und das heißt dann, vorsicht ich komme. Fußgänger leben hier echt gefährlich, halten sich aber genauso wenig an Ampeln oder sonstige Regeln. Gelaufen wird wenn frei ist oder wenn genug Fußgänger gleichzeitig loslaufen, um die Autos zum anhalten zu zwingen... sofern die nicht in der Überzahl sind. Sehr witzig sind auch Polizei- und Rettungswagen oder Feuerweh oder einfach alles was blinken kann. Die haben ihre Blau- (Polizei), Grün- (Krankenwagen), Rot- (Feuerwehr) oder Orangelichter (zahlreiche öffentliche oder private Unternehmen nutzen Orange Lichter) in Dauerbetrieb und blinken munter die ganze Zeit rum, wenn sie Patroullie fahren oder einfach nur durch die Gegen eiern. Zu Anfang sind wir immer ganz erschrocken stehen geblieben, wenn irgendeins dieser Fahrzeuge an der Ampel stand und wild geblinkt hat. Später haben wir dann gemerkt, dass nur wenn das Martinshorn an ist der Wagen auch grade im Einsatz ist. Auf Nachfrage bei einem Argentinier, was das denn soll, dass die immer rumblinken, haben wir erklärt bekommen, dass die Fahrer solcher Einsatzfahrzeuge dumm seien und es keinen Grund für den unangebrachten Gebrauch von Leuchtanlagen gibt. Naja sieht vielleicht cool aus wenn man mit angeschaltetem Blaulicht durch die Gegend schleicht. Sehr witzig sind die Signaltöne, wenn ein Wagen im Einsatz ist. Die Unterscheiden sich von Polizei zu Krankenwagen zu Feuerweh und von Provinz zu Provinz und von Stadt zu Stadt und sind sau geil. Da gibt es einfach alle Töne und alle Sounds, die man sich nur vorstellen kann, zur gleichen Zeit oder hintereinader. Als wenn da ein lustige Genosse sich beim Klingelton runterladen nicht für einen entscheiden konnte und einfach alle eingespeichert hat.

 

Ansonsten gibt es auf den Straßen Buenos Aires alles von teuren Mercedes, BMWs, VWs und Audis über ganz normale Familienwagen bis hin zu Autos, die bei uns nicht mehr as Autos durchgehen würden sowie absoluten Schrottkarren aus allen Generationen von Autos und Kutschen mit Pferden davor... nicht die weißen Hochzeitskutschen mit weißem Schimmel wie in Wien, eher Karren mit Dreck und Müll und sterbendem braun-grauer Gaul/Esel.

Das Leben in Argentinien macht bis jetzt einen gemächlichen und ruhigen Eindruck auf uns. Hier wird Mate getrunken, ein Tee, den man in der Gruppe teilt und aus einm meistens schön verzierten Becher mit Metallstrohhalm trinkt. Einer ist dabei Matekönig oder so und schenkt immer wieder nacht und gibt den Becher in der Gruppe rum (so wurde es uns in Buenos Aires beigebracht, gibt sicher noch andere Sitten und Bräuche und nicht alle nachm gleichen Muster, Leben ist flexibel ;) ). Der Becher ist dabei bis oben mit mit zerkrümelten Teeblättern (heißt hier Yerba) gefüllt, sodass nur noch ein kleiner Schluck heißes Wasser rein passt. Dann wird der Schluck von einem getrunken und der Becher zurück gegeben und neu befüllt und an den Nächsten gegeben. Matetrinken ist sehr gesellig und überall in allen Gesellschafts- oder Altersschichten vertreten und man sieht überall Leute rumstehen oder sitzen und Mate trinken. Wirklich wach und munter werden die Leute wie oben schon gesagt, abends und nachts. Dabei ist das Haus immer voll mit Freunden und Verwandten und die Familie wird hier noch groß geschrieben. Hier sitzen mehrere Generationen am Tisch und machen Witze, unterhalten sich über Gott und die Welt und haben keine Berührungsängste vor Fremden oder Freunden der Kinder und die auch nicht vor Freunden der älteren Generationen. Das Essen in Argentinien ist sehr lecker und typisch sind z.B. Empanads oder das Asado. Empanads sind Teigtaschen, die mit allem Möglichen gefüllt sein können, von Ei mit Käse und Schinken, über zahlreiche Hackfleischfüllungen bis hin zu Lachsschinken oder Blauschimmelkäse. Bei dem Asado handelt es sich um ein großes Grillfest, bzw ein großes Grillfleischessen, bei dem pro Person mit mindestens einem halben Kilo Fleisch gerechnet wird. Vom Rind kommen so gut wie alle Teile auf den Grill und als Beilage gibt es Bier oder so, jedenfall geht es beim Asado eigentlich nur um das Fleisch... viel Fleisch. Typisch ist auch noch Chorizo, eine leckere Wurst, im Entferntesten mit Kabanossi zu vergleichen, aber gröber und mit mehr Fett xD. Im Brot heißt das ganze Choripan und ist überall an Straßenständen zu bekommen.

So, als wir dann also in Palermo (Stadtteil, in dem der erste Couchsurfer gewohnt hat) angekommen sind, haben wir erstmal die Gegend erkundet und sind extrem viel in Buenos Aires rumgelaufen. Wir haben uns zuerst einen Sprachführer gekauft, da man hier mit Englisch nicht mal in der Hauptstadt über die Runden kommt. Der Sprachführer sieht aus wie frisch aus der DDR und könnte auch von einem Nazi designed worden sein, aber er hilft xD. Besonders lustig war es, als ich mir 10 Minuten lang Sätze zurechtgelegt hab um nach dem Weg zu fragen, diese dann Stolz dem nächstbesten Opfer vorgetragen hab und dann bemerkt hab, dass ich kein Wort von der Antwort auf meine Fragen verstanden habe... immerhin wurde ich verstanden. Aber mit Händen und Füßen und wildem Gestikulieren haben wir bis jetzt immer ans Ziel gefunden

 

Jose, bei dem wir gewohnt haben hatte einen Kater, der war toll und mega verspielt, so verspielt, dass er 6 mal meine Luftmatratze gepierct hat... 4 Löcher habe ich mit Gaffa geflickt, die letzten beiden nicht mehr (war am Morgen des letzten Tages). Jose war ein metallbegeisteter Mensch und total gut und locker drauf. Es dauerte keine 10 Minuten nach unserer Ankunft und wir hatten einen Haustürschlüssel, samt elektronischem Türöffner für die Haustür in den Händen. Palermo sowie die ganze Innenstadt eigentlich waren sichere und nachts sehr belebte Gegenden. In Palermo haben wir in einem netten kleinen Restaurant typisch argentinisches Rindfleisch gegessen wenn wir sonst unterwegs waren gab es Choripan oder frisch gepressten Orangensaft... Hugo de Naranja :).

Besichtigt haben wir in Buenos Aires u.a. den Friedhof Cementario le Recoleta, der echt beeindruckende Gruften und Grabsteine hatte... Grabfelsen könnte man fast sagen oder Grabmassiv. Hier liegen wohl alle mehr oder weniger wichtigen und mehr oder weniger berühmten Menschen Argentiniens, von Kriegshelden über Präsidenten bis hin zu Popstars oder Millionären. Der ein oder andere war vielleicht auch alles zusammen zu Lebzeiten.

 

Zwischendrin sind wir dann zu einem anderen Couchsurfer umgezogen, zu Agustin und seiner Familie und seiner Freundin, die zufällig in Oldenbureg geboren und in Verden aufgewachsen ist. Wie klein die Welt doch ist. Annika hat mit Weltwärts (einem Entwicklungshilfeprogramm der deutschen Bundesregierung) ein Jahr in Argentinien gearbeitet und nun ist sie mit Augustin zusammen und hat ihn und seine Familie besucht. Agustin konnte perfekt deutsch sprechen und Annika (sofern wir das beurteilen können) perfekt, zumindest fließend spanisch. Die beiden waren mega gut drauf und die Familie und die Freunde von Agustin auch. Eine Sache ist uns nur so unglaublich auf den Sack gegangen... der scheiß dumme geistig unausgereifte dauerkläffende Köter. Die Mutter hat wohl irgendwie hunde aufgenommen so lange die Besitzer im Urlaub waren oder so, jedenfalls dieser eine Hund, ein 8 Monate junger Labrador der auf den Namen Max hören sollte, hat alle einschließlich den eigenen Hund der Familie in den Wahnsinn getrieben. Der hat ununterbrochen, 24 Stunden am Tag gekläfft und uns nachts nicht schlafen lassen, da wir leider nur 2 Meter Luftlinie und nur duch eine einfache Tür getrennt von ihm auf dem Sofa schlafen sollten. Der wollte wohl ständig mit dem anderen Hund spielen und hat sich aber auch ständig Prügel von dem eingefangen, da der zu alt war und nicht spielen wollte. Jedes noch so dämliche Lebewesen peilt, wenn die Reaktion auf seine Aktion negativ oder sogar schmerzhaft (universale Sprache des Negativen) ausfällt, änder ich die Aktion und wiederhole die vorherige Aktion nicht wieder... sowas nennt man lernen. Dieser scheiß Köter war absolut lernresistent. Er nervt den andern Hund, der andere Hund beißt ihn. Er nervt den Hund wieder und wird wieder gebissen... Er nervt den Hund wieder und wird wieder gebissen ... ein einziges Kläffen, Knurren und Winseln ... in dieser Reihenfolge, die ganze Nacht lang...

 

Einen anderen Tag waren wir dann auf einer Tattooconvention und haben uns viele tolle Tattoos angesehen. Als wir reingegangen sind ging es erstmal ein paar Meter gradeaus und dann ein paar Stufen runter.. je Näher man den Stufen gekommen ist, desto lauter wurde das alles einnehmende Gesumme der Tattowiernadeln... da haben sich ungefähr 89 Menschen auf gefühlten 20 Quadratmetern gleichzeitig stechen lassen... sehr beeindruckend.

Der Abend verlief dann etwas anders als geplant, denn wir haben, uns entgegen unserer Erwartung, mega mit dem Bus verfahren und sind nachdem uns die ganze Sache spanisch vorkam (höhö) in der nächsten Nachbarstadt ausgestiegen. Wir hatten uns sagen lassen, dass wir mit dem Bus Nr. 60 bis zur Haltestelle Parana fahren müssen. Klingt idiotensicher, war es aber nicht. Wir also den nächsten Sechziger rangewunken und den Busfahrer gefragt ob er bis nach Parana fährt. Wir konnten uns erinnern, dass wir durch die Stadt fahren und irgendwann auf die Autobahn (Autopista) fahren und dann steht an den Haltestellen (die wirklich auf der Autobahn sind) der Name Paran. Der Busfahrer meinte, jub nach Paran fährt er hin, perfekt dachten wir. Nach einer ganzen Weile Stau und einer endlosen Fahrt durch die Stadt haben wir dann bemerkt, dass die Bebauung immer niedriger wurde und das Flair immer ländlicher. Nachdem der Bus dann auch immer leerer und die Straßen dunkler wurden, sind wir zum Busfahrer und haben nochma nachgefragt ob wir ganz evtl die Streckenführung geändert und die Autobahn ausgelassen hatten und vielleicht schon an Parana vorbei waren. Er konnte uns bestätigen, dass wir schon an Parana vorbei waren und hat uns an der nächsten Straßenecke gegenüber der Haltestelle für die entgegengesetzte Richtung rausgelassen. Sehr netter Busfahrer. Da waren wir also in the middle of nowhere und konten die vorbeifahrenden Autos an einer Hand abzählen. Da es auch schon kurz nach 11 war, standen die Chancen auf eine schnelle Heimfahrt auch eher gering. An der Haltestellen standen allerdings noch ein paar Menschen und alle machten zum Glück einen recht freundlichen Eindruck. Dieser änderte sich allerdings, als der zweite 60er Bus ohne zu halten an uns vorbeigerast war und wegen Überfüllung niemanden mehr mitnehmen wollte. Wir sind dann einfach zu der nächsten Haltestelle gelaufen und haben da versucht rauszufinden wo wir eigentlich waren. Auf der Stadtkarte waren wir nicht mehr, aber auf der Rückseite gab es eine Karte der Provinz, da haben wir uns dann in Tigre gefunden, 15 Kilometer zu weit gefahren, ups. Taxen fuhren da leider keine, also mussten wir auf den nächsten Bus warten. Der dritte Bus hat uns dann endlich mitgenommen und nach ein wenig Überredungskunst konnte ich dem Busfahrer ein "ich sag nur einmal laut Parana" entlocken, als wir gefragt haben, ob er uns nicht freundlicherweise ein Zeichen an der richtigen Haltestelle geben könne. Nachdem sich der grisgnaddellige Bufahrer dann noch fast mit einem betrunken Fahrgast geprügelt hätte, ein paar nicht weniger aggressive aber beherzte Fahrgäste den Betrunken aus dem Bus komplimentiert hatten, kam auch schon der Befehl "Parana!". Wir also schnell rausgehüpft und festgestellt, dass das nicht die Paranahaltestelle war, die wir kannten und so sehnlichst erwarteten. Keine Autobahn weit und breit. Nach ein wenig rumgeforsche, haben wir rausgefunden, dass die Haltestelle nach der ca 19734 Km langen Straße Parana benannt ist und jede Kreuzende Straße somit eine Bushaltestelle mit dem Namen Parana hat... tolle Wurst, wer denkt sich so einen Scheiß eigentlich aus? Später haben wir dann noch erfahren, dass es eine Linie 60 – 1 eine 60 – 2 und eine 60 – 3 gibt... wir hätten 60 – 2 nehmen sollen, sind aber in 60 – 3 gelandet... das Kleingedruckte is bei all den bunten Farben und Mustern des Busses irgendie untergegangen... achtet man auch nicht rauf, wenn man nicht davon ausgeht, dass es Nummern für Linien gibt, die Linien dann aber verschiedene Wege einschlagen... macht keinen Sinn oder? So, wir jedenfalls immernoch mutterseelenallein in der Stadt an einer unbekannten Haltestelle, immer noch nicht auf der Karte. Haben dann jemanden gefragt und die Richtung, in der die Autobahn die Paranstraße kreuzt (wo wir ja hin wollten) und dann auch recht schnell den passenden Bus gefunden, der bis nach Parana fährt. Als wir in den eingestiegen sind und fragen wollten, ob das denn nu der richtige sei, der nach Munro (der Stadtteil, in den wir wollten) fährt, hat der Busfahrer uns nicht verstanden, aber ein netter vermeintlicher Passagier hat uns erstmal geben Platz zu nehmen und uns in aller Ruhe gefragt wo wir hin wollten und wo wir herkommen, alles auf spanisch und wir haben sogar alles verstanden und konnten was sagen was er auch verstanden hat. Er hat sich dann noch sehr über unseren Sprachführer gefreut und beim reinlesen amüsiert gegrinst. Als ich dann meinte, ich müsse nu aber mal die Tickets bezahlen und wie viel das denn sei, gab sich der Passagier als Fahrlehrer für den neuen Busfahrer zu erkennen und meinte wir müssten nichts zahlen. Nachdem wir ihm dann gezeigt hatten wo wir gewohnt haben, hat er seinem "Praktikanten", wie er ihn nannte, gesagt, dass er uns direkt an der Ecke rauslassen sollte, wo eigentlich keine Bushaltestelle war, wir aber nur noch geradeaus laufen mussten und dann zu Hause waren. Ein sehr netter Mensch, der der Odyssee einen doch noch netten Abschluss gegeben hat... Hatten schon genug für die scheiß Busfahrerei ausgegeben an dem Abend.

Am Sonntag waren wir dann auf einem typischen Markt, mit angrenzendem Flohmarkt und jede Menge Ständen mit handgemachten Dingen, wie Schmuck, Staubfänger, Traumfänger, Ledersachen, Matebechern und Stoffen... z.B. Überall wurde Musik gespielt und Essen verkauft und es war eine mega tolle Atmosphäre auf dem Markt. Am Abend hatte dann Agustin Julietta ihren Geburtstag mit Familie und Freunden gefeiert und es gab selbstgemachte Empanadas und mega leckere Dips mit Möhren, Gurken und Seleriesticks. Danach wurde noch Fernet mit Cola und Bier getrunken. Fernet ist ein typisch argentinischer Kräuterschnaps und alle sagen hier es soll wie Jägermeister schmecken. Tut es nicht. Aber ist halt ein dunkler Kräuterschnaps der mit Cola gemischt wird. Überhaupt haben die ihr einen enormen Colakonsum. Überall hängt auch Reklame von Coca Cola und Jede Bar hat Stühle oder Lampen oder Infotafeln mit Coca Cola Werbung drauf. Aber ich schweife ab.

Irgendwann haben wir uns dann ein Busticket nach Cordoba gekauft, da wir aus finanziellen Gründen die Rute kurzfristig geändert haben und nun doch nicht mehr nach Patagonien fahren, sonden stattdessen das Land durchqueren und in Chile nach Norden reisen wollten, um dort auf der Höhe von Salta wieder nach Argentinien zu fahren und bis nach Iguazu zu reisen, um dort die Grenze nach Brasilien zu überqueren. (Wie der eine oder andere vielleicht schon mitbekommen hat, haben sich diese Pläne in Cordoba ebenfalls zerschlagen... aber Dazu später mehr). Der Reisebus war groß, bequem, arschteuer und man konnte die Sitze mega weit nach hinten klappen. Da wir uns Platz 1 und 2 ausgesucht hatten, saßen wir über dem Fahrer, ganz vorne und hatten eine unglaubliche Aussicht. Aussicht auf eine langweilige, sicht nicht verändern wollende Landschaft. 10 Stunden lang. Aber dazu mehr im nächsten Bericht.

 

Wow, ganz schön viel Text geworden, dafür, dass ich nur ma eben schnell ein bisschen erzählen wollte. Naja viel Spaß mit auf jeden Fall und wir bleiben euch verspätet treu, kennt uns doch ;) auf uns is Verlass xD.

 

Machts gut,

Simon und Nora

21.02. - 04.03.2013

 

Sydney

 

Moin alle zusammen, nach einer kleinen kreativen Pause (einfach nicht zum schreiben gekommen xD) melden wir uns hier mal mit dem Erlebnisbericht von Sydney zurück.

 

Nachdem wir das Auto weggebracht hatten sind wir dann mit der Fähre von Manly nach Downtown Sydney gefahren und haben dabei einen wunderbaren Ausblick auf die Harbour Bridge und die Sydney Opera gehabt. Sind dann in Downtown zwischen den beiden Sehenswürdigkeiten im Pier angkeommen und haben von dort aus die Bahn zu unserem netten Plätzchen in Dullwich Hill genommen.

Im Dust Monster, so wird das Kulturzentrum (so nenn die sich) in dem wir gewohnt haben genannt, haben wir dann den Franzosen Sam kennen gelernt (falls ich das nich schon beim letzten Bericht erzählt hab, ich könnte nachgucken, aber bin grad im Schrebfluss...). Sam hat einen Van und wollte eh noch in die Stadt und hat uns somit kurzerhand mitgenommen, damit wir zur Touriinfo und zum Markt gehen konnten. Die Toriinfo war unnütz, aber der Markt war sehr cool. Da gab es zwar ähnlich wie auf dem Fischmarkt fast nur überreifes Gemüse und Obst, aber der Markt war zu einer besseren Zeit und da wir immer viel Obst und Gemüse verbraucht haben, konnten wir da sehr gut und günstig einkaufen. Außerdem war das Flair auf dem Markt wirklich cool mit den ganzen Marktschreiern. Aber nur schwarze Köpfe, da man fast nur Asiaten auf dem Markt gesehen hat, Sowohl vor, als auch inter den Ständen. Der Markt lag auch direkt neben Chinatown, von daher kein Wunder.

 

Am Nachmittag haben wir uns dann auf den Weg zur Black Rose gemacht. Das ist ein Cafe, das von den "Anarchisten", wie sie sich nennen, betrieben wird und wo man gegen Spende allerlei Getränke bekommen kann und sich in der recht umfangreichen extrem links ausgerichteten Bibliothek an Literatur vergreifen kann. Eigentlich jeden Tag bieten die da auch Veranstaltungen wie Peotryslam oder Lesungen oder Sprachkurse (also alles so in Eigenregie) oder Konzerte. Nora hat sich dann später noch in einem putzigen Laden bei einer durchgeknallten alten Frau ein weißes Kleid gekauft und ist dann damit durch Newtown gedackelt. New Town ist sowas wie das cosmopolitische Viertel und war wohl früher Treffpunkt der Lesben- und Schwulen- sowie Transvestitenszene. Der Stadtteil hat einen sehr aufgeschlossenen und jungen Flair und es gibt hunderte Cafes, Bars und Kneipen. Sam und ich haben dann noch eine Runde Schach gespielt und die Leute aus der Black Rose kennen gelernt.

Nachdem wir also am ersten Tag schon gemerkt haben wie unglablich und unverschämt teuer der ÖPNV in Sydney ist, haben wir uns um Drahtesel gekümmert. Das muss man sich ma vorstellen, in Ländern, in denen Bus und Bahn so gut wie nichts kosten (auch im Verhältnis zum durchschnittlichen Einkommen, sprich wirklich billiger sind), ist der ÖPNV mehr als augelastet und bringt wirklich was für die Stadt (weniger Stau und weniger Emissionen). In Sydney zum Beispiel kosten Bus und Bahn ungelaublich viel, keiner nutzt sie und es gibt Stau und verstopfte Straßen, da jeder alleine im Auto sitzt. Naja egal, was soll man da machen. Fahrrad fahren, haben wir auch gemacht. Haben vor dem Dust Monster einen Haufen Fahrräder stehen gesehen und nachdem wir uns den Schlüssen von dem Schloss besorgt haben, haben wir uns die zwei besten Räder rausgesucht, die anderen Räder als Erstazteillager benutzt und einen Reifen, einen Sattel und 2 Pedalen ausgetauscht haben und die Räde somit fahrbar gemacht. Noch eine Kette und ein Vorhängeschloss zusammengesucht und los gings.

 

Am nächsten Tag stand dann eine ausgedehnte Fahrradtour auf dem Plan... ausgedehnt haben wir aber erst später gemerkt, sah auf der Karte alles viel kleiner aus und vor allem war unser erstes Ziel gar nicht mehr auf der Karte und wir haben die Distanz einfach mal geschätzt. Um Noras unbändiges Verlangen nach Schwimmen zu stillen, sind wir mit Sack und Pack zum Bonte Beach gefahren. Dabei sind wir am Bondi Beach auf den Ozean gestoßen und dann weiter zum besagten Etappenziel. Nachdem Nora Simon dann doch noch überreden konnte in das arschkalte Wasser zu gehen und sich diesem menschenfeindlichen Millieu mit nichts als einer Badehose bekleidet auszusetzen, haben wir uns von der enormen Strömung durchschleudern lassen. War echt krass und die Wellen waren gefühlt Haushoch und in echt auch richtig hoch. Danach gings dann ohne Plan wo wir eigentlich waren oder hinmussten nach grober Windrichtung zurück in die Stadt. Da wir keine Lust hatten den ganzen Weg nach Hause zu fahren, haben wir beschlossen nach Kingscross zu fahren und dort mit der Bahn in der Ubahn nach Hause bzw nach Newtown zu fahren.

Oh, das sollten wir vielleicht erzählen.... Wir hatten einen Autounfall... das war vielleicht was, keiner Verletzt, wir saßen nicht am Steuer und kein Alkohol im Spiel, um die Gemüter gleich mal zu beruhigen. Wir waren Abends in der Black Rose und wollten dann noch Containern gehen und haben dafür den Wagen von Ash bekommen, der den von seinem Vater geliehen hatte. Eigentlich wollten nur Nora und ich gehen, aber dann kam Xaria noch mit, um uns den Weg zu zeigen und hatte sich für sie auch angeboten. Auf dem Weg zum Auto meinte Xaria dann, dass sie fahren wolle, was uns nur recht war, fremde Autos ohne Versicherung fahren is ja sone Sache ne... Wir dann zum Supermarkt gefahren und ein paar Sachen gefunden. Hatten hinten im Auto noch die Fahrräder und jede Menge Brennholz im Kofferraum, sodass wir dann das Zeug erstmal zum Dust Monster fahren und dann noch einen anderen Supermarkt ansteuern wollten. Auf dem Weg zum Dust Monster kam im Radio so tolle Metalmusik, auf die Xaria aber irgendwie nich klar gekommen ist und dann voll drauf abgegangen ist und in einer kleinen Seitenstraße 300 Meter vorm Ziel so aufs Gas gestiegen ist beim Abbiegen, dass der Wagen ausgebrochen ist. Beim wilden Gegenlenken ist Xaria dann erst gegen einen parkenden Mercedes geknallt, dann gegen einen parkenden Holden und hat den ein paar Meter nach hinten geschoben, ist dann zwischen 5 Bäumen durch über den Gehweg geknallt und anschließend auf dem Grünstreifen neben dem Fußweg zum stehen gekommen. Wir hatten echt Glück im Unglück, weil wir bei dem durch die Gegend fliegen 5 Bäume nur knapp verfehlt haben und alle angeschnallt waren und das ganze Zeug im Kofferraum uns nicht durch die Gegend geflogen ist. Nora hat geistesgegenwärtig eines der Fahrräder festgehalten und ich hab als Beifahrer im Fussraum kräftig mitgebremst, wenn auch erfolglos. Das Ende vom Lied war dann, dass der Wagen ziemlich im Arsch war, Öl aus dem Motorraum aufn Gehweg geleckt ist, der Reifen vorne rechts geplatzt und völlig demoöiert war und die Front vom Auto auch ziemlich übel aussah. Dann noch überall Schrammen und Kratzer und die beiden anderen getroffenen Autos hatten auch leichte Schäden vorne und hinten. Der Gehweg und der Grünstreifen wurden durch eine kleine ca. 40 cm hohe Mauer getrennt, auf der wir dann zum Stehen gekommen sind und die dafür verantwortlich war, dass der Unterboden vom Auto ziemlich mitgenommen wurde. Alle Leute sind von dem Knall dann auf die Straße gekommen und waren sehr besorgt und dann kam die Polizei und hat alles aufgenommen und Xaria war ziemlich am Arsch, da sie keine Versicherung hatte. Zum Glück konnten wir nach Hause laufen, war ja nicht weit... wäre da nicht der fanatisch, bekloppte Taxifahrer gewesen, der Xaria ans Leder wollte. Der Besitzer vom getroffenen Holden war mega nett und freundlich und die beiden haben Kontaktdaten und so ausgetauscht. Der Besitzer vom Mercedes hingegen war ein anabolikagetränkter Vollidiot und Taxifahrer. Der war schon die ganze mega agressiv und wollte von Xaria wissen wo sie wohnt, obwohl er die nötigen Daten von der Polizei bekommen sollte und Xaria ihm gar nichts geben musste. Als die Polizei dann weg war und das Auto abgeschleppt wollten wir nach Hause gehen. Der Taxifahrer ist uns dann allerdings mit seinem Kumpel (ebenfalls Taxifahrer und im eigenen Taxi unterwegs) mit seinem Taxi gefolgt und hat uns bedroht und Xaria eingeschüchtert und meinte er holt sich sein Geld und blablabla und wolle wissen wo Xaria wohnt und so. Nach einem kleinen und nervigen Spaziergang in der Nachbarschaft haben wir dann wieder die Polizei angrufen und die haben uns versucht zu helfen, aber der Taxifahrer war dann wieder weg und hat sich nicht mehr sehen lassen. Wir sind dann also nach Hause und haben versucht zu schlafen. Wasn Stress...

Am Wochenende sind wir dann mit dem Zug in die Blue Mountains ca 100 Km von Sydney nach Katoomba gefahren. Dort nach 2 Stunden angekommen sind wir bis zu den Three Sisters gelaufen, eine sehr charakteristische Felsformation, die man von einer Aussichtsplattform toll angucken konnte. Haben dort ein paar Fotos gemacht und rumgeblödelt und sind dann so einen Wanderweg an der Klippe entlang gelaufen und haben den Dinowald genossen, sah echt toll aus zwischendrin. Leider war das Wetter wieder scheiße und wir hatten viel Regen am Ende. Dem Ambient hat das allerdings keinen Abbruch getan, da ein Regenwald bei Regen eh besser rüber kommt. Bevor es am Spätnachmittag so richtig ungemütlich nass wurde, sind die Wolken an der Klippe total abgegangen und von unten nach oben gestiegen und sah schon recht beeindruckend aus. Als wir dann abends bei der Bahn in Katoomba zurück waren, waren wir so nass, dass wir den ganzen Rückweg lang gefrorer haben. In Sydney hatten wir dann noch eine kleine Odyssee am Bahnhof, da irgendwas bzw. alles total durcheinander war und wir ne Stunde auf die Bahn nach Dullwich Hill warten musten, um dort dann wieder durch den Regen zu müssen, hatten nämlich unsere Fahrräder dort angschlossen.

Am Ende unserer Zeit in Sydney hat Sam uns noch zum Flughafen gefahren und dann ging die Reise auch schon weiter auf den nächsten Kontinent. Vom Jetlag und dem Flug erzählen wir dann später.

 

Haut rein und haltet die Ohren steif,

Simon und Nora :)

So, sind heute Abend gut angekommen, unser Rhythmus is zwar total im Eimer, aber das kriegen wir schon hin... 12 Stunden Flug und in auf der Uhr sind nur 20 Minuten vergangen, das ist verwirrend... wir haben nu genau Nacht wenn der Koerper Tag hat und anders herum. Bis die Tage, wir melden uns dann bald mal wieder mit nem Bericht, gute Nacht

Moin Moin,

 

wir fliegen heute von Sydney nach Buenos Aires, wir melden uns sobald wir wieder Internet haben und irgendwo untergekommen sind :)

 

Haut rein,

wir.

12.02.-21.02.2013

 

Roadtrip von Cairns nach Sydeny

 

Tag 1: Cairns bis Rolling Stone

 

Morgens haben wir das Auto abholen wollen und haben dann nicht schlecht gestaunt, als wir an der besagten Adresse ankamen, uns ohne ein Wort ein Autoschlüssel für einen Ford Combi in die Hand gedrückt und uns eine gute Reise gewünscht wurde xD. Wir mussten nichts unterschreiben, die Frau dort hatte keine Ahnung wo und wie wir die Zusatzversicherung für das Auto abschließen konnten und war sowieso komplett uninteressiert an der ganzen Gescichte. Ihr Job war es, Leuten, die morgens um halb 8 vor ihrer Tür stehen einen Autoschlüssel in die Hand zu drücken und sich dann wieder schlafen zu legen. Wir haben im Internet gelesen, dass wir im Falle eines Unfalls, eine Versicherung haben, allerdings mit einer Selbstbeteiligung von 1500 Dollar. Mit einer Zusatzversicherung von 18 Dollar pro Tag, konnten wir die Selbstbeteiligung auf 500 Dollar drücken. Da die Miete für das Auto für die 10 Tage am Ende nur 112 Dollar war, dachten wir uns, sicher ist sicher und wir schließen die Versicherung ab. Aber das ging gar nicht so einfach.

 

Das Auto an sich war mega abgeranzt und hatte überall Kratzer, Schrammen und war in einem desolaten Zustand. Sicherheitshalber hab ich dann mal rundherum Fotos vom Wagen gemacht, nicht, dass uns das am Ende in die Schuhe geschoben wird.

 

Wir sollten also nichts unterschreiben, keine Daten oder so irgendwo lassen und das Auto einfach nehmen. Wir hätten das theoretisch auch klauen können. Hatten zwar per Mail einen Zettel zum ausfüllen und irgendwo abgeben bekommen, allerdings wusste die Frau mit dem Autoschlüssel da nichts von und wollte den Zettel auch nicht haben, den wir auch nicht ausdrucken konnten, aber auf dem USB Stick ausgefüllt dabei hatten. In der Mail, die wir als Bestätigung für den Wagen bekommen haben, stand auch nur der Ort und die Zeit wo und wann wir das Auto abholen und zurückgeben sollen. Dann noch zwei Telefonnummern und das war es.

 

Wir haben uns dann von Mitchell verabschiedet und sind schließlich erstmal tanken gefahren, da der Tank nur zu einem Viertel gefüllt war. Den Kilometerstand hab ich dann noch aufgeschrieben, damit wir irgendwie gucken, dass wir nicht über die beschriebene Grenze von 3000 Km kommen.

 

Leider war in Cairns nicht so gutes Wetter und wir haben uns erstmal in Mc Donalds eine Stunde oder so mit im Internet surfen beschäftigt, Mc Donalds hat ja überall kostenloses Wifi, was sehr nützlich sein kann. Haben dann noch Essen und so gekauft und waren dann eigentlich Startklar für die lange Reise. Der Wagen, den wir hatten, hatte eigentlich alles was man zum campen brauchte. Geschlafen haben wir in einem Zelt, das man aufklappen konnte und das auf dem Dach des Autos angebracht war. Hinten im Kofferraum war eine riesige Holzbox, aus der man Tische, Stühle und eine Arbeitsplatte mit Campingkocher herausziehen konnte. Auch waren da Schubladen, in die wir Zeug verstauen konnten. Unser Rucksäcke hatten auf den Rückstizen Platz, wir hatten nämlich einen Viersitzer.

Das Gute war, dass es hier in Australien so ein System gibt, dass wenn man bei Coles für über 30 Dollar einkauft, unten auf dem Kassezettel einen Abschnitt hat, den man beim Tanken bei Shell vorzeigen konnte und pro Liter 8 Cent Rabatt bekam. Mitchell hatte noch 3 von den Zetteln und wir haben schließlich noch einen Vierten bei Coles bei unserem Einkauf bekommen. Für Woolworth gibt es das Gleiche, nur dass man dann damit nur bei Caltex Tankstellen den Rabatt bekam.

 

Den Highway Richtung Süden sind wir so lange runter gefahren, bis das Wetter besser war und wir auf der Karte etwas gesehen haben, das "Murdering Point" hieß und sich vielversprechend anhörte. Also abgebogen und zur Küste gefahren. War letztlich nicht so spannend dort, sind ein wenig am Strand gelaufen, haben uns Mangroven und blutrotes Wasser angeschaut und sind dann nach einem zweiten Frühstück weiter Richtung Süden gefahren. In Ingham haben wir in der Touriinfo nach Umsonstcampingplätzen gefragt und was es dort so schönes in der Gegend anzusehen gibt. Die Touriinfos in Australien sind echt mega gut und hlfreich. Die haben da alles was man so braucht an Karten und Infomaterialien und oft auch Rabattgutscheine aller Art. Haben dann von 2 Wasserfällen in der Umgebung erfahren, uns für einen entschieden und sind mit einer Karte mit ein paar Umsonststellplätzen zum campen für eine oder 2 Nächte weitergefahren.

Zum Wasserfall führte ein mega cooler, verwunschener Weg, aber leider auch ein viel zu langer steiniger Weg bergauf, der ganz schön lang war. Mussten bestimmt ne halbe Stunde zum Wasserfall hinlaufen, dafür war der dann riesengroß hoch und schön und wir haben uns ein wenig erfrischt ;) Simon hat dann zum Abschluss noch reingepinkelt und gehofft, dass Flussabwärts grade keiner badet. Zurück auf der Straße sind wir bis Rolling Stone gefahren und haben dort nach kurzer Suche auch den Campingplatz gefunden. 10 sec, nachdem wir aus dem Auto ausgestiegen sind, wurden wir von hunderten blutrünstigen und todesmutigen Moskitos angegriffen. Unsere Verteidigung bestand darin panisch zum nächstbesten Nachbarzelt zu stolpern und dort nach irgendwas gegen Mücken zu fragen. Der nette aber leicht verpeilte Australier hat uns dann so eine Art Räucherstäbchen gegeben, die Mücken fernhalten sollen. Anfangs etwas skeptisch, haben wir uns dann jedoch daran erinnert wie gut diese Räucherstäbchen in Adelaide funktioniert haben und siehe da, ab dann wurden wir so gut wie gar nicht mehr von Mücken gestochen. Haben uns dann noch geschworen morgen ca 50 Dollar für Antimückenzeug auszugeben, was dann aber letzlich nur 7,49 Dollar wurden. Während wir Nudeln gekocht haben, hat Simon sich von den ganzen Viechern, die dort zu finden waren beeindrucken lassen und bei dem großen Flutscheinwerfer, der die sanitären Anlagen ausgeleuchtet hat, gabs sogar Nashornkäfer, eine riesige Stabschrecke, eine große Gottesanbeterin und riesige fliegende Wasserkäfer. Unten auf dem Boden saßen duzende große, dumme Kröten und haben sich von Autos überfahren oder von Leuten versehentlich todtreten lassen. Die Abwehtaktik gegen Schuhwerk und Autoreifen bestand darin sich todzustellen, was leider nicht sehr efektiv war.

Tag 2: Rolling Stone bis Airley Beach


Nach einem gemütlichem Frühstück und einer runde Schwimmen am nahegelegenen Strand hatten wir uns halbwegs von den Strapazen der letzten Nacht erholt. Es war im Zelt ungefähr 700 Grad warm, da wir das erste Mal in den australischen Tropen ohne Klimaanlage geschlafen haben, was nicht so gut geht. Danach sind wir dann weiter gefahren und haben unterwegs in einem Nationalpark angehalten um Picknick zu machen. Haben dort tolle Papageien in den Bäumen über uns gefunden. Anschließend sind wir dann weiter der Landstraße gefolgt, und haben in Townsville noch zwei Metal-CD's gekauft. Australisches Radio kann man sich einfach nicht 10 Tage antun. Plötzlich wurde es dunkel wurde und wir waren in Airley Beach angekommen. Dort haben wir un an einer Tankstelle bei einem netten, alten Typen informiert, wo man denn hier umsonst campen könne. Mit Hilfe der von ihm skezzierten Karte sind wir bis zum Meer gefahren und haben dort auf einem Parkplatz neben dem Schild "campen verboten" zwei deutsche Jungs getroffen. Nachdem die uns erzählt hatten, dass einen guten von der Straße nicht einzusehenden Schotterparkplatz gäbe, auf dem die zwei schon öfter gecampt haben, haben wir uns entschieden mit den beiden zusamen Abend zu essen und uns dann den Platz von ihnen zeigen zu lassen.Der Platz hatte kein "Campen verboten" Schild und war tatsächlich nicht von der Straße aus zu sehen, good on you mate!

 

Tag 3: Arlie Beach bis Clairview


Morgens sind wir zusammen mit den Jungs zu der Lagune gefahren (ein kleines Plantschbecken am Strand in dem man schwimmen kann. An der Ostküste gibt es leider so viele gefährliche Quallen, dass man nicht überall einfach ins Meer gehen kann. Da hat Australien die schönsten Strände aber man kann nicht schwimmen...wie gemein.) Zwischen den Schauern, die uns immer wieder beim Frühstücken überrascht und gestört haben, hat sich Simon kurz 10 min in der Sonne trockenen lassen und sich den mega Sonnenbrand eingefangen :D...

Es hat nur geregnet und war mega stürmisch und bewölkt und Simon schafft es sich einen Sonnenbrand zu holen.

Nachdem wir uns von den beiden Deutschen verabschiedet hatten, ging es weiter bis zum nächsten Ort, Mackay. Mackay konnten wir allerdings wegen dem uns seit Stunden begleitenden Wolkenbuch nicht wirklich erkennen. Sind also nach kurzem Einkaufsstopp weiter nach Clairview, einem 5 Km langen und 30 Meter breiten Ort neben dem Highway, gefahren und haben dort auf einem umsonst Campingplatz zwei Schweizer getroffen. Bei Bier, Rotwein und Whiskey wurde dann ausgelassen bis kurz nach 12 in Noras Geburtstag rein gefeiert. Als wir da so in der gemütlichen Runde saßen, kam plötzlich eine Possumfamilie und wollte etwas von unserem Salat abhaben, was sie natürlich auch bekommen hat, putzige Tierchen, muss man ihnen lassen.

 

Tag 4: Clairviwe bis Bunderburg


Um 8 Uhr morgens, immernoch leicht betüdelt, fing Nora dann an Randale zu machen, da sie ihrer Erregung darüber, nun König Nora die Letzte zu sein, nicht anders Ausdruck verleihen konnte. Nach kurzem Orientieren wurde dann auch gleich das erste Bier aufgemacht und ihrer Majestät untertänigst ergebener Hoffnarr Simon der Fleißige wurde dazu verdonnert Früchstück vorzubereiten. Nachdem die Schweizer sich noch dazu gesellt haben und über Dies und Das geschnackt wurde, ging es dann auch munter weiter. Nachmittags in Rockhampton an einer Tanke wurden wir dann angehupt und die beiden Deutschen vom Vortag haben uns gewunken und sich zu uns gesellt. Kurz Reisepläne ausgetauscht und anschließend zusammen bis nach Gladstone gefahren. Leider gibt es in Gladstone nicht sehr viel außer Schwerindustrie und brach liegende Tagebauflächen. Bei Regen sieht das ganze noch trister und trauriger aus. Also haben wir beschlossen schnell weiter zu fahren und es noch bis nach Bunderburg zu schaffen, obwohl es schon bald dunkel werden sollte. Sind schon bald im Regen bei Dunkelkeit einem fanatischen LKW gefolgt. Der fuhr in halsbrecherischem Tempo (120 Km/h) auf einer kurvigen Landstraße bei sindflutartigem Regen und stockfinsterer Nacht Allem und Jedem vor ihm so dicht auf, dass Simon schon die ganze Zeit Kopfkino von dem hatte, was alles passieren kann. Vor dem LKW fuhr eine Zeit lang ein Motorrad und hat sich von dem LKW drängeln lassen. Das Motorrad hat dann irgendwas zur Flucht angesetzt und das Auto vor sich überholt, woraufhin der LKW weiter den Wagen vor sich bedrängt hat. Wir haben die Vermutung, dass die LKW-Fahrer hier in Australien allgemein etwas dumm sein müssen, anders kann man sich so ein fahrläsiges Verhalten nicht erklären. Ständig wurden wir von Lastwagen überholt, die immer mindestens 120 Km/h fuhren. Man muss bedenken, dass die hier keine Autobahn haben und der ganze Verkehr (abgesehen vom Freeway rund um große Städte) auf Landstraßen unterwegs ist. Die Lastwagen hier in Australien sind auch alle größer als bei uns in Deutschland. Wir haben ja immer nur einen Auflieger pro Zugmaschine. In Australien dagegen haben die kleinsten LKW mindestens 2 Anhänger. Weiter im Outback fahren die dann auch mal mit 3 oder mehr großen Anhängern (die mit 3 Achsen hinten). Die Straßen sind also schlechter, die Lastwagen um einige Tonnen schwerer und dann noch 40 Km/h schneller unterwegs als bei uns. Haben es schließlich aber doch noch bis nach Bunderburg geschaft, wo wir zusammen gekocht und einen netten Abend hatten. Nora war gazen Tag König. Hat sich morgens abgeschossen und konnte nachts wie ein Baby schlafen. Sind danach dann irgendwo in die umliegenden Felder gefahren und haben da einen Schlafplatz gefunden. Der Schlafplatz war auf einem Feldweg neben einem Froschteich. Gute Nacht.

Tag 5: Bunderburg bis Rainbow Beach


In Bunderburg sind wir erstmal zum Strand gefahren um dort zu frühstücken und zu schwimmen. Dummerweise ist auf dem Weg dahin die Motorkontrolllampe angegangen und hat wie wild gepiepst und geblinkt. Sind dann erstmal angehalten und haben den Motor abkühlen lassen. Wir hatten vorher schon das Problem, dass die Anzeige für Kühlwasserstand geleuchtet hat und meinte wir sollen Kühlwasser nachfüllen. Kühlwassertak war aber komplett voll, was die Lampe nicht interessiert hat. Zusätzlich hat bis zu dem Zeitpunkt die rote ABS-Lampe durchgängig geleuchtet, was wir aber nach Meinung der Autovermietung ignorieren sollten. Daran hatten wir uns dann schon gewöhnt. Aber nun eine neue rote Lampe, die auch noch piepst, das war gruselig. Die Jungs kannten sich zum glück etwas mit Autos aus und spekulierten, dass wohl die Külwasserpumpe kaputt sei. Nachdem die Lampe dann wieder aus war, haben wir versucht einfach weiter zu fahren, was auch funktionierte, da die Lampe nie wieder angegangen ist, was für ein Glück. Als wir sicherheitshalber bei der Autovermietung angerufen haben, kam von denen nur, dass wir immer den Kühlwasserstand im Auge behalten sollen und sonst eine Nummer von einem Abschleppdienst anrufen sollen. Was für Experten. Als wir dann endlich am Strand waren, haben wir ersteinmal gefrühstückt, sind ein wenig geschwommen (ohne Simon) und haben dort geduscht, was die Rentner alle sehr amüsant fanden. In Bunderburg haben wir noch Spuren von der großen Flut von vor 2 Wochen gesehen. Einige Straßen und Häuser waren noch komplett verwüstet und es war noch nicht alles wieder aufgeräumt gewesen.

Mussten uns dann ein weiteres Mal von den Jungs verabscheden, da diese Wäsche waschen und eine Whiskeydestille besuchen wollten. Wir wollten allerdings nach Rainbow Beach weiter und uns eventuell dann dort noch einmal mit den Beiden treffen. Wir also den ganzen Tag nach Rainbow Beach gegurkt und plötzlich war dieser um. Sind slalom in einer Baustelle gefahren, was kein Problem war, da keiner gearbeitet hat und wir auch sonst die einzigen auf der Straße waren. Anschließend haben wir mal ausgetestet wie gut der Wagen beschleunigen kann. Ging echt ganz gut, sogar bergauf. Mussten damit dann aber gleich wieder aufhören, denn das hat echt den Sprit gefressen...naja normal halt :D. War eine lustige Fahrt mit guter Stimmung.

Am Rainbow Beach haben wir ganz viele Flughunde gesehen, die sind zu tausenden über uns hinweg geflogen. Ging über 10 Minuten so und sah total fantastisch aus. Haben dann vor einem Hostel umsonst auf dem Parkplatz gecampt und sind früh ins Bettchen gegangen.

Tag 6: von Rainbow Beach nach Nimbin


An diesem Morgen gab es Eier auf Toast und eine kurze Runde Schwimmen für Nora. Hatten den ganzen Tag auf der Autobahn verbracht und über eine Stunde vor Brisbane im Stau gestanden. Ganz ohne Grund, am Ende des Staus war nicht, kein Unfall, keine Baustelle, nichts. Schweinerei.

 

Die Tankstellen sind richtig bekloppt hier... von einer Tanke zur Nächsten hat man gerne mal mehr als 10 Cent Preisunterschied. Sogar die gleiche Marke hat zwischen den einzelnen Fillialen Preisunterschiede von bis zu 10 Cent... gibt absolut kein System. Eine Tanke im Ort ist mal doppelt so teuer wie am Highway und dann wieder andersherrum. Absolut unvorhersehbar die Preise. Die eine Marke ist in der einen Stadt billig und in der nächsten die teuerste Tanke weit und breit. Mal sind kleine Ortschaften teurer als große Städte und dann wieder genau andersherum.

 

Ein Highlight war dann als Simon Wasser holen wollte und von nem Schwarm ausgehungerter Mücken gejagt wurde. Er ist wie wild ums Auto gerannt und alle Mücken hinter ihm her. Nora saß im Auto und konnte vor Lachen nicht mehr. Dann wurde der Highway verlassen und die Straße und die Landschaft plötzlich wunderschön und es ging Richtung Nimbin.

Nimbin ist ein tolles Hippiedorf . Mit allem was ein Hippidorf eben ausmacht aber leider auch vielen abgefuckten Junkies.

Haben dort ein wunderschönes Hostel gefunden wo wir auf dem Parkplatz übernachtet haben. In dem Hostel gab es viele nette Deutsche und alles war sehr gemütlich und ein Blutegel hat sich an Noras Fuß festgesaugt und wollte überhaupt nicht mehr weg. IGITIGIT. In der Nacht haben sich dann noch Flughunde in den Palmen um die Früchte geprügelt. Wir hatten zum Abendbrot einen leckeren gemischten Salat und dazu vegetarische Frikadellen.

Tag 7: von Nimbin nach Rastplatz hinter Byron Bay


Sind am nächsten Tag durch die Ortschaft geschländert und haben erstmal Räucherstäbchen gekauft. Somit wurde aus dem Auto eine astreine Räucherhöhle . In Nimbin haben wir einen Laden entdeckt, der Sachen aus Guatemala verkauft hat.Nora hat sich sofort an den Stand ihres Vaters von früher erinnert. Dort sah es genauso aus. Die Räucherstäbachen hatte er früher dort auch immer verkauft und sie duften heute immer noch genau so gut wie damals :).

Wir sind dann nachmittags weiter nach Byron Bay gefahren. Das Wetter war wieder mega scheiße und wir haben in keinen Platz zum pennen gefunden. Die Hostels wollten alle um die 20 Dollar pro Person haben nur dafür, dass man deren Parkplatz benutzt... Schweine. Nachdem wir beschlossen hatten, dass uns der Ort auch viel zu touristisch war, sind wir abends noch weiter gefahren. Neben dem Highway haben wir dann auf einem Parkplatz gepennt. Ging auch so. Ein Schild dort sagte "campen verboten" und ein anderes sagte "Aufenthalt für maximal 12 Stunden erlaubt" und überall standen Schilder man soll nicht übermüdet fahren. Ein Australier, der dort auch gecampt hat, meinte auch zu uns, eine Nacht im Auto schlafen interessiert da niemanden und keiner wird was sagen. War dann auch so.

 

Tag 8: Parkplatz hinter Byron Bay bis nach Rastplatz auf dem Freeway


Sind den gazen Tag nur Auto gefahren und hatten eigentlich nur scheiß Wetter. Bei Mc Donalds haben wir 6 Eis gegessen und dann war uns schlecht. Als das Wetter am Abend gut wurde sind wir in einem kleinen Ort zum Strand gefahren und haben da eine Sandburg gebaut, die einfach nicht von den Wellen kaputt ging, bis Simon drauf gesprungen ist. Dann weiter auf den Freeway Richtung Sydney und haben dann auf nem Rastplatz gecampt. Nachts haben uns die lauten LKW wach gehalten. Die scheinen eher nachts als tagsüber zu fahren.

 

Tag 9: Parkplatz Freeway bis Sydney


Sind nach einem ausgiebigem Frühstück losgefahren und dann in Gosop in einen tollen Reptilienpark gegangen. Wir haben Kangurus und Koalas gestreichelt, Spinnen, Schlangen, Krokodile und viele tolle Vögel, Flughunde, Kasuare und Eidechsen gesehen. Dann sind wir weiter nach Sydney mit einer mega kack Straßenkarte die viel zu undetailiert und in einem viel zu großen Maßstab war. Haben die Rushhour und übelst Stau mitgenommen. :D Sitzen hier alle allein im Auto und fast keine benutzt die öffentlichen Verkehrsmittel... kein Wunder das die immer riesen Stau haben. Haben dann im dunkeln endlich die Adresse gefunden von dem Haus wo wir nun pennen und haben dort noch Abendessen bekommen.

Tag 10: Sydney


Morgens haben wir das Auto sauber gemacht und sind dann nach Manly über die Habour Bridge gefahren und waren kurz am Strand, wo Nora erstmal schwimmen war. Nachdem wir uns zu dem Ort, an dem wir die Karre abgeben sollten, durchgefragt hatten, waren wir auch nur 15 Minuten zu spät, also alles im grünen Bereich. Dem Typen, dem wir das Auto übergeben haben, war alles ziemlich egal, wie schon in Cairns und am Telefon. Gut für uns, so hat er sich nichtmal den Kilometerstand angesehen und auch nichts dazu gesagt, dass wir ungefähr 300 Km zu viel aufm Tacho hatten. Vom Außenspiegel fehlte komischerweise am Ende auch ein Stück, das in Cairns noch dran war. Haben nicht mitbekommen wann und wo und wie das passiert sein könnte, aber hat den auch nicht gekümmert, also alles tiptop. Netterweise hat der uns dann noch mit seinem Auto bis zur Fähre gefahren und wir konnten auf dem Boot zurück nach Sydney die Sydney Opera und die Harbour Bridge und die Skyline genißen.

06.02. - 12.02.2013

 

Cairns – tropischer Regenwald!

 

In Cairns haben wir eine richtig tolle Zeit gehabt... muss man so sagen. Eine Mischung aus Luxus, Natur pur und Nachtleben.

 

Aber mal von vorne angefangen. Als wir in Cairns gelandet sind, haben wir uns sofort nach Thailand zurück versetzt gefühlt, was ofensichtlich am Klima lag. Es war heiß, schwül und tropische 35 Grad, herrlich :) Genau das richtige, nicht mehr wie vorher in Melbourne, tagsüber schwitzen und im T-SHirt rumrennen, kalten Wind am Strand haben und dann Pulli brauchen und Abends und in der Nacht sowieso lange Hose und Pulli weils arschkalt wird. Nein, in Cairns sucht man sich am Anfang der Woche eine kurze Hose und ein Tshirt aus und das reicht. Tagsüber und nachts hat man lediglich einen Temperaturunterschied von höchstens 5 Grad und es ist immer schön warm :). Mitchell hat uns vom Flughafen abgeholt und wir sind auf dem Rückweg zu seinem Haus, wo wir Couchsurfing machen sollten, noch bei einem Imbiss angehalten, da es für sich und die beiden Mädels, die auch noch grade bei ihm wohnen, Pizza holen wollte. Haben uns dann auch dort Abendbrot geholt und sind dann zu ihm gefahren. Als wir zu sienem Haus gefahren sind, haben wir uns erstmal gewundert, da wir in einem geschlossene und umzäunte Wohnanlage gefahren sind mit einem Tor, dass sich automatisch geöfnet hat wenn man so einen elektronischen Schlüssel vor das Ppendant in der Wand gehalten hat, sehr aufregend. In der Anlage dann eine komplett andere Welt, sah aus wie in einem 5 Sterne Luxus Resort irgendwo auf einer Südseeinsel. Sein Haus war auch ziemlich groß und hatte 2 Schlafzimmer, 2 Bäder, Wohnzimmer, Küche, Abstellraum, Arbeitszimmer und Balkon mit Blick auf den einen von zwei Pools, in dem alle aus der Anlage plantschen durften. Wunderlich war der Luxus, da Mitchell erst 25 Jahre alt ist. Sein eigenes Auto und die Wohnung in der Lage und mit dem gazen Schnickschnack lässt sich durch seinen Beruf als Marinesoldat erklären. Er arbeitet bei der Navy und durch ein bisschen Glück und einige Zufälle ist er dritter Mann an Bord hinter dem Kapitän eines großen Schiffs der Küstenwache, hat zich Leute unter seinem Kommando und ist Navigator dort. Daher verdient er hammermäßig, muss sich um Geld eigentlich keine Sorgen machen und bekommt die Hälfte der Miete eh vom Militär bezahlt. Tjoar, warum nicht. Nachteil ist aber wohl, dass er alle 2 Jahre in eine andere Gegend und Stadt in Australien versetzt wird, Familie und Freunde außerhalb der Marine zu finden ist daher auch schwer.

 

Seine Arbeit bei der Küstenwache besteht dann darin die illegale Fischerei in den Gewässern Australiens zu unterbinden und illegale Einwanderer aus Südostasien abzufangen und den passenden Behörden zuzuführen. Außerdem ist er noch dafür da Leute in Seenot zu retten... aber denke mal das sind nur die Hauptfelder seiner Arbeit. Er war auch schon mit der Navy in Afghanistan und eigentlich überall unterwegs und hat für eine bessere Welt oder so gekämpft... ne, will das nicht sarkastisch abtun, den Beitrag zum Umweltschutz (z.B. japanische Walfänger verjagen) darf man schon nicht vernachlässigen und daher schätze ich die Arbeit, die er in Cairns grade macht, schon sehr.

 

Zu den beiden deutschen Backpackern, die noch eine Nacht bei ihm bleiben wollten und dann in ein Hostel ziehen wollten, kann ich nur sagen: Meine Fresse, was für behinderte Trullen, lange keine so bescheuerten Menschen mehr kennen gelernt. Ich will das nicht zu sehr vertiefen, aber die beiden waren absolut dämlich, arrogant, zynisch und feindseelig. Sowas freches, dreistes und bescheuertes ist uns lange nicht mehr untergekommen. Die beiden sind wir leider während unserer Zeit in Cairns nicht wirlich los geworden, da die nach einer Naht im Hotel wieder zu Mitchell zurück wollten weil der, großzügi wie er war, ihnen eigentlich alles spendiert und si rumkutschiert hat.

 

Wir haben zwar auch davon profitiert, dass Mitchell grade frei und somit langeweile hatte und mit uns durch die Gegend gefahren ist und uns viel gezeigt hat, aber wir haben wenigstens das Benzingeld mit ihm geteilt und zwei Mal für ihn gekocht...

 

Abends sind wir noch kurz einen Berg halb raufgefahren, um die Stadt im dunkeln von oben zu sehen, sah schon beeindruckend aus mit all den Lichtern und den ganzen Geräuschen vom Djungel um einen herum.

 

Am nächsten Tag haben wir dann quasi die absolute Wasserfalltour gemacht und sind morgens um 8 losgefahren und haben im Laufe des Tages 5 verschiedene Wasserwälle besucht, viele Fotos gemacht, die schöne Natur genossen und Nora ist wann immer möglich schwimmen gegangen. Leider konnte man im Meer nicht wirklich schwimmen, da es dort so ziemlich alles an giftigem Zeug gab was man sich vorstellen kann, besonders gefährlich waren aber die Würfelquallen, die dich auf der stelle umbringen.

 

An den folgneden Tagen sind wir nochmal zu einem tollen Wasserfall gefahren, wo ich dann endlich auch mal schwimmen gegangen bin. Dort gab es eine Steinrutsche, bzw man konnte den Wasserfall an einer Stelle, an der der Stein glatt wie ein Babypopo war, runterrutschen und ist dann im Becken unten gelanded und hat sich von ein bisschen von der Strömung mitziehen lassen. Die Steine da waren durch die Algen so glatt, dass man an der Stelle zur Rutsche fast nicht aus dem Wasser kam und dabei dann ziemlich dämlich aussah wenn mans versucht hat.

 

Schließlich haben wir noch einen Abend richtig Party gemacht und hatten tolle Stimmung und alle waren gut drauf, obwohl die Musik richtig beschissen war in den Clubs und die absolut nicht Noras und meinen Geschmack getroffen haben, aber wir haben uns dran gewöhnt, das ist ja meist so, wenn man nicht den Mainstreamgeschmack hat, dass man seine Ansprüche dann leider zurückschrauben muss. Der Abends war jedenfalls richtig witzig und wir haben ein paar unterschiedliche Clubs besucht und am Ende tüchtig einen im Tee.

 

Wir haben dann noch einen Wandertrip auf einem Wanderweg auf einem Hügel in Cairns gemacht und den Regenwald noch einmal Hautnah erlebt. Nora hat sich von Moskitos zerstechen lassen und Simon hat Fotos von zahlreichen Insekten und Spinnen gemacht. An dem Tag haben wir ungefähr 7 Liter Wasser geschwitzt, da der Wanderweg den Hügel rauf ging und unsere Körper versucht haben mit der krassen Überhitzung klar zu kommen. Haben ein paar Flugzeugen beim Starten zugeguckt und sind dann noch in den botanischen Garten gegangen. Später haben wir bei Mitchell gegrillt und sind noch im Pool schwimmen gegangen.

 

Am letzten Tag sind wir dann endlich Schnorcheln und Tauchen gewesen, das war vielleicht cool! Das hat sich mega gelohnt und Eindrücke waren gigantös :). Wir sind morgens um halb 8 zum Anlger gefahren und haben dort aufs Schiff eingecheckt. Die Fahrt zum Riff war zwar lang, aber kam einem mega kurz vor, da die Crew einen bestens unterhalten hat und allesamt jung, freundlich und witzig waren. Haben ein Schnorchel und Tauchpacket zusammen gebucht. Auf der Fahrt zum Riff haben wir dann eine erste Einweisung für den Tauchgang bekommen und alle wichtige Sicherheitsinfos für Tauchen und Schnorcheln bekommen. Am Riff angekommen sind Nora gleich eine der ersten gewesen, die ins Wasser gehüpft ist und wurde dafü mit der Sichtung eines Riffhais belohnt. Ich hab den ersten Hai leider nicht gesehen, dafür haben wir aber später beim tauchen noch einen Hai gesehen, den ich dann auch bewundern konnte.

 

Alle Leute haben sich so einen Stingeranzug geholt, der einen vor Quallenstichen schützen soll. Ich hab einen von der Crew gefrgt, ob es da tödliche Quallen gibt und der meinte nö, nur en paar, die etwas brennen und jucken. Darafhin haben wir uns gegen den Mietanzug entschieden und sind mit T-Shirt und einem Liter Sonnencreme gegen die Sonne ins Wasser gegangen. Ist für die Umwelt sicher nicht sogut wenn man da mit so viel Sonnencreme ins Wasser geht, aber wenn ich Hautkrebs bekomm und sterbe kann ich die Umwelt nicht mehr retten und somit war das geringere Übel Sonnencreme im Wasser. Haben beim Schwimmen ab und zu ein bisschen was von Quallen abbekommen, aber das war eher so wie eine Brennnessel und absolut nicht schlimm, hat nach ein paar Minuten wieder aufgehört zu jucken/brennen. Ich hab dann beim Schnorcheln unter mir eine mega große Wasserschildkröte entdeckt und wir haben uns die lange angesehen bis die kein Bock mehr auf uns hatte und weggeschwommen ist. War ebsolut cool wie man mit den ganzen Fischen schwimmen konnte und wie die Korallen geleuchtet haben. In allen Farben und Formen gab es die, wir im Bilderbuch oder im Fernsehen... Wir sind mit einer Tour gefahren, die etwas teurer war, aber dafür zum äußeren Riff gefahren ist. Es gibt das Innere und das äußere Riff, das innere ist nicht so gut erhalten und für das äußere braucht die Firma eine Lizenz und mehr Sprit um hinzukommen, was das ganze etwas teurer macht. Lohnt sich aber viel mehr, da man so gut wie keine Korallenbleiche und abgebrochenen Korallen hat. Ich hab auch zwei graue Stachelrochen gesehen, die waren auch cool. Und ich bin bis auf einen Meter an einen fast zwei Meter großen Barracuda rangeschwommen und konnte seine langen Zähne sehen. Wir haben noch jede Menge Anemonen, Muscheln und viele bunte Fische gesehen. Beim tauchen hab ich einen schwarzen Löwenfisch gesehen, der sah auch toll aus. Und Putzerfische, die andere Fische von Parasiten befreit haben. Der erste Tauchgang war an dem ersten Riff, an dem wir waren und sah so aus, dass wir zu 4. mit einem Tauchlehrer getaucht sind und uns mit den armen verschränkt hatten, sodass wir ein Knäul aus Tauchern waren und eine "geführte" Tour von 25 Min durchs Riff hatten. Weil uns das so gut gefallen hat und der zweite Tauchgang dann günstiger war und man frei tauchen konnte, ohne geführt zu werden, haben wir den noch gekauft und sind dann am zweiten Riff, zu dem wir am Nachmittag gefahren sind, selbstständig 35 Min getaucht, das war richtig, richtig genial und der Lehrer meinte, wir waren seine beste Gruppe an dem Tag und es hat ihm mit uns am meisten Spaß gemcht (was vielleicht daran lag, dass die ganzen Asiaten an Bord kein Englisch konnten und die Kommunikation dementsprechend schwierig war). Boa die Asiaten, die Hälfte von denen musste auf der Hinfahrt kotzen und lag irgendwo noch bleicher als sie ohnehin schon waren rum, mussten da ja schon etwas schmunzeln.

 

Nora hatsich dann noch mit einem farbenfrohen und neugierigen kleinen Fisch angelegt und sich von em zwiscken lassen, eine lohnende Erfahrung hab ich mir sagen lassen. Für die ganzen tollen unterwasserfotos haben wir uns eine Plastikhülle für unsere Digitalkamera an Bord gekauft und konnten damit dann Filme und Fotos unter wasser machen. Eine lohnende Investition wie man an den Bildern sehen kann. Oh, und beim tauchen haben wir ganz viele Clownsfische, die aus findet Nemo, gesehen.

 

Nachmittags gings dann mit Käsehäppchen, Crackern und einem Glas Goon (ihr erinnert euch an den ekligen Billigwein aus Kartons?) bei Livemusik vom Bordkomiker zurück nach Cairns. Die Bilanz war dann ein richtig krasser blasenwerfender Sonnenbrand auf der Kopfhaut... habt ihr euch schon mal die Haare mit Sonnencreme eingecremt? Ich noch nicht und das kommt dann dabei rum... aber sonst war das T-Shirt und die Sonnencreme ein guter Schutz. Mittags gabs an Bord noch ein Büffet mit Fisch, Fleisch und Salaten.

 

Haben die Tage davor immer wieder im Internet nach ner Mitfahrgelegenheit bzw. einem Roadtrip ausschau gehalten, aber leider nichts passendes gefunden. Haben dann überlegt selbst ein Auto zu mieten um von Cairns nach Sydney zu kommen, was aber an den abartig hohen Preisen gescheitert ist. Zufällig haben wir dann mega spontan ein angebot bei Transfercar.com gefunden, bei dem man ein Auto nach Sydney zurückfahren sollte. Das Prinzip ist so, dass Mietautofirmen oft "one-way" anbieten und deren Autos sich dann in der Gegend verteilen. Diese Autos müssen aber ab und zu mal wieder zurück zu der Basis weil sie überprüft werden müssen oder schlicht von dort aus für eine andere Fahrt gebucht wurden. Um sich den teuren Transport auf einem LKW zu sparen bieten diese Firmen dann ihre Autos zu gaz niedrigen Preisen, z.B. 1 Dollar pro Tag, an und Backpacker oder andere Leute fahren die Karren dann zurück. Sowas haben wir dann auch gefunden. Ein Ford Combi mit ausklappbarem Bett auf dem Dach und Campingequittment sollte übermorgen von Cairns nach Sydney gebracht werden. Dafür war angeboten 6 Tage das Auto kostenlos fahren und wenn man aber länger unterwegs sein wollte, konnte man max 10 Tage dafür Zeit bekommen, zahlte dann aber nur die letzten 4 Tage 28 Dollar pro Tag (was günstig war, da der Wagen sont 77 Dollar pro Tag kostet). Sprit musste man selber zahlen, hatte dafür aber schon eine Versicherung mit drin. Man durfte allerdings nur 3000 Km fahren. Die direkte Strecke waren 2650 Km, also hatte man 350 Km für Umwege und Sightseeing (wofür wir letztlich allerdings 650 Km benötigt haben, aber dazu später mehr).

 

Haben uns dann dafür entschieden und der Roadtrip von Cairns nach Sydney war gebongt.

 

So, immernoch viele Grüße aus Sydney, fleißig wie wir sind kommt auch schon bald der Bericht von dem Roadtrip :)

 

Haut rein, die wagabundierenden Wagabunden

01.02. - 06.02.2013

 

Melbourne – Party

 

Mein Gott, wir kommen grad echt nicht mehr hinterher, wir erleben zur Zeit ziemlich viel und kommen viel rum, da bleibt nichtmal Zeit um darüber zu berichten, Asche auf unser Haupt...

 

Melbourne... also als wir in Melbourne angekommen sind haben wir erstmal zusammen bei Shivadas gekocht und Chrissi und Bjarne haben dann noch angboten bekommen dort auch noch eine Naht zu pennen, was sehr praktisch war, da Bjarne am nähsten Morgen zum Flughafen musste und für die Nacht noch nichts zum schlafen hatte. Nora und ich haben unser eigenes kleines Zimmer bekommen und Chrissi und Bjarne wurden im Wohnzimmer untergebracht. Haben uns an dem Abend ein bisschen kennen gelernt und Bier getrunken und über Musik gefachsimpelt und uns gegenseitig tolle Bands in Youtube gezeigt xD.

 

Die nächsten Tage sind wir dann in der Stadt rumgelaufen und haben uns am Wochenende mal wieder nach langer Zeit eine richtige Partynacht gegönnt. Waren mit Shivadas in einem Club in dem Livebands gespielt haben und sonst auch ziemlich harte Musik lief. Die haben dann dort auf den Bühnen noch so Spielchen wie Wettessen, "wer kann am schärfsten essen-Kontest" und "wer kann am meisten marschmellos in den Mund nehmen-Wettkampf" und sowas gemacht. War ne gute Stimmung im Club und meine Herren, es war wirlich so gut wie JEDER tättowiert... richtig krass... ich war eine Besonderheit weil ich keine Tattoos hatte.

Später, nachdem wir alle nicht mehr trinken konnten, haben wir dann verzweifelt einen Bus nach Hause gesucht. Der Letzte fuhr allerdings vor der Nase weg. Der erste Zug fuhr auch erst wieder um kurz vor Neun weshalb wir beschlossen Taxi zu fahren...45 Min lang für 70 Dollar. Um kurz vor Sieben lagen wir dann endlich friedlich in unserem Bettchen und haben bis Mittags geschlafen. Eine erfolgreiche Nacht. Shivadas fand die Nacht auch so super, dass er uns auf die Taxifahrt eingeladen hatte und pataut nicht wollte, dass wir ihm unseren Anteil dafür wiedergeben.

 

Die nächsten Tage haben wir uns dann mit Chrissi in der Stadt getroffen und sind dort etwas rumgebummelt, Shivadas musste leider arbeiten. Haben uns dann noch St. Kilda angeguckt, soll wohl so ein Szenestadtteil sein... haben von der Szene zwar nicht viel gefunden, dafür waren wir abends mega lecker in einem Restaurant namens "Lentils as anything" essen. Ein Konzept, ähnlich wie in Perth, bei dem man am Ende einfach so viel bezahlt wie man meint dass es einem Wert war. Wir haben dann für 10 Dollar 2 Pfannkuchen, einen Teller mit Gemüse, Reis und Curry, einen Chaitee und einen Cappuccino gehabt.

 

Am nächsten Tag ging es dann auch schon zum Flughafen, wo wir mit einem Bus hingefahren sind. Der Busfahrer war voll gut drauf und hat die ganze Fahrt über alle 5 Leute im Bus prächtig unterhalten und Späße und Witze ohne Ende gemacht. Er fand auch Nora Hupe am Rucksack sehr faszinierend. Am Flughafen dann wurde ich ganz zufällig und nur Stichprobenartig natürlich auf Kontakt mit Drogen kontrolliert, indem eine Tante mit einem Ding überall meine Sachen und Rucksack und so gestrichen hat und das dann in einer Maschine ausgelesen hat. Zum Glück war ich clean und durfe weiter gehen.

 

Der Flug nach Cairns verlief ruhig und Nora und ich saßen ganz hinten und jeder hatte eine ganze Sitzbank für sich alleine, sodass Nora sich ausstrecken und schlafen konnte. Ich hab die ganze Zeit ausm Fenster geguckt und die Landschaft sich von trocken und staubig nach grün und tropisch verändern sehen. Später hab ich dann noch einige Buschfeuer ausm Flieger gesehen.

 

So, das wars von Melbourne, weiter gehts mit einer knappen Woche Cairns.

 

Grüße aus Sydney (jub, wir sind immernoch viel zu spät dran mit den Berichten),

 

die Wagabunden.

 

28.01. - 01.02.2013

 

Great Ocean Road

 

Guten Tag liebe Leute,

 

man war das eine tolle Woche :) Wir haben sooooo viel gesehen und so viel erlebt, aber vorher waren wir ja noch ein letztes Wochenende in Adelaide. Wir haben Frühlingsrollen selber gemacht, ja, das war ein Highlight. Haben uns so Teigblätter geholt und dann eine Fantasiefüllung selber zurechtgemixt und die dann auch selber gefaltet und frittiert, man waren die lecker am Ende.

 

Am Wochenende waren wir dann noch in der Stadt und haben eine kleine Kneipentour gemacht. Am Freitag haben wir uns mit Chrissi aus Deutschland getroffen, da wir ja im Internet nach einer Mitfahrgelegenheit bzw einem Roadtrip von Adelaide nach Melbourne gesucht haben. Chrissi hatte sich daraufhin gemeldet und war auf der Suche nach Mitfahrern in ihrem Campervan. Nachdem Wir uns mitten in der Innenstadt mit Chrissi treffen wollten und sie aber mit ihrem Van anstatt mit der Bahn kam, mussten wir hinter ihr herrennen und schnell reinspringen, da es keinen Parkplatz gab.

 

Samstag haben wir dann Bjarne kennen gelernt, auch aus Deutschland und bescheid bekommen, dass wir im Recall sind, also beim Roadtrip mit Chrissi dabei sind. Haben uns dann noch eine Parade durch die Stadt angesehen und später ein Konzert im Park angeguckt. Am Sastag war nämlich Australiaday, das is so ein mehr oder weniger freudiger Anlass die Kolonisierung Australiens durch die Europäer zu feiern. Ist irgendwie ein wenig zynisch dann überall die betrunkenen und auf der Straße lebenden Aboriginies zu sehen und daneben die weißen Australier, die ihren Nationaltag feiern. Haben viel mit Leuten darüber geredet und viele finden, dass der Tag äußerst ungünstig gewählt wurde. Es wurde halt der Jahrestag der Landung der ersten Ladung Gefangener oder so als Australiaday genommen. Viel besser wäre allerdings der Tag, als die einzelnen Kolonien, also die heutigen Bundesstaaten Australiens, sich zu einem einzigen Staat zusammengeschlossen haben. Oder aber der Tag, an dem den Aboriginies die Menschenwürde anerkannt wurde und ihnen Rechte zugestanden und sie auf die gleiche Stufe wie die weißen Bewohner gestellt wurden. Naja müßig darüber zu schreiben, aber ist schon sehr interessant und das pseudoromantische Bild, das wir von den Aboriginies in Europa haben, so mit Boomerang und Speer im Outback, stimmt leider absolut nicht. Es gibt zwar ein paar Stämme, die versuchen ihr ursprünglihes Leben zu leben und mit dem Tourismus Geld zu verdienen, aber in der Gesellschaft sind sie nach wie vor nicht gut angesehen. Es gibt großen Neid, da die Regierung den Aboriginies viel Geld gibt, ihnen Ländereien schenkt und sont noch viel unternimmt um ihnen ein Leben in der westlichen Gesellschaft zu ermöglichen. Viele finden das wiederum ungerecht, da viele Aboriginies Drogenprobleme haben oder einfach nicht mit dem westlichen Leben klakommen.

So, wir sind dann Sonntag schon losgefahren aus Adelaide. Haben noch eine Isomatte gesucht, aber keine mehr bekommen... machte aber nix, Nora konnte im Auto schlafen und Simon hatte ein Zelt und eine Isomatte für sich alleine. Chrissi und Bjarne haben in einem zweiten Zelt gepennt. Der erste Tag war nicht sooo spannend, außer, dass wir in einem typisch deutschen Dorf waren. Der Ort ist wohl die älteste deutsche Gemeinde in Australien und soll sehr skurril sein, weil es überall deutsche Produkte und Spezialitäten und so gibt. Ist eigentlich ein großes Touridorf, aber war schön mal wieder Eichen und Buchen zu sehen. Danach sind wir an der Küste entlang gefahren und zwischendurch gab es in dem Coorong Nationalpark riesige ausgetrocknete Salzseen zu bewundern. Irgendwann haben wir dann in dem Park gezeltet. Da wir aber keine Erlaubnis dafür hatten und das Schild am Eingang aber gesagt hat campen nur mit Erlaubnis, mussten wir schon um 7 Uhr am nächsten Tag austehen und uns vom Acker machen, sicher ist sicher :)

Nachdem wir mehr oder weniger am Straßenrand gefrüchstückt hatten, hat uns der Weg in einige kleine Ortschaften bzw. Dörfer geführt, die zwar nett anzusehen, aber viel zu überteuert waren, z.B Kingston SE. Haben uns dann n echt günstigen Kaffee anner Tanke gegönnt... nur 4 Dollar für nen normalen Kaffee... das sind über 3 Euro... naja was solls. Haben dann noch zu Heaven Shall Burn anner Tanke so wild geheadbangt und die Musik so laut aufgedreht, dass der Tankwart und alle Touris da richtig neidisch wurden xD.

 

Nächster Stop war dann beim Pylon in Robe (das ist ein Ort), einer gestreiften großen Betonpyramide, die wohl im Ersten Weltkrieg gebaut wurde und irgendwie eine Leuchtturmfunktion hat und wovon es wohl auch mehrere gibt, die man bei gutem Wetter auch hätte sehen können. Ja, wirklich spannend. Viel Spannender waren dann aber nach einem kurzen Nickerchen die Wellen, die Brandung und die Felsen mit ihren Fußspurartigen Auswaschungen. Gegen Abend haben wir dann auf einem Rastplatz in Beachport lecker Nudeln gekocht und sind danach dann nochmal für den Sonnenuntergang ein bisschen in den dortigen Felsen klettern gewesen. Dabei sind viele tolle Fotos entstanden. Die ganze Küste heißt Limestonecoast. Dieser Limestone ist aus ehemaligen Ablagerungen von Muscheln und so entstanden und wurde dann auf dem früheren Meeresgrund komprimiert. Unterschiedliche Sedimentschichten hatten dabei dann unterschiedliche dichten und Kalkgehälter z.B. Als sich dann der Meeresboden gehoben hat, ist dieser so entstandene Fels der Erosion ausgesetzt gewesen und jede Schicht wurde unterschiedlich stark abgetragen oder hat dem Meer mehr standgehalten als andere. So sind diese coolen Felsformationen entstanden, zb der Felsen, auf dem wir gesessen und gestanden haben mit seinen Löchern drin und den scharfen Rändern und Kanten. Limestone prägt da einen ziemlichen großen Abschnitt zwischen Adelaide und Melbourne, ist aber näher an Adelaide als an Melbourne. So, das nur als kleiner Einschub.

Limestonecoast mit uns zusammen
Limestonecoast mit uns zusammen

Weiter im Text. Nach dem Esen haben wir uns entschieden, nicht direkt unter dem "Campen verboten" Schild zu campen und einen weiteren kostenlosen Campingplatz aufzusuchen. Den haben wir dann auch relativ schnell gefunden, allerdings brauchte man auch hier wieder eine Erlaubnis, hatten wir nicht, wir sind eh gesetzeslose Rüpel, also drauf geschissen und trotzdem dort gecampt. Das war direkt am Strand in den Dünen und die Bäume dort waren im dunkeln richtig gruselig! Mussten zwar wieder früh aufstehen, um nicht vom Ranger erwischt zu werden, machte aber nix, so hat man mehr vom Tag (und ich sehe Mama da schon eifrig nicken ;) ). Haben dann am Pier gefrühstückt und sind weiter Richtung Mt. Gambier gefahren.

 

Dort haben wir in der Bibliothek geduscht und uns ein wenig im Internet schlau gemacht, bevor wir dann zu einem ehemaligen und geologisch gemessenen jungen Vulkan gefahren sind, um den dadurch entstandenen See zu sehen, den sog. Blue Lake, und der Name ist nicht untertrieben, der See war blauer als der Himmel, sah schon toll aus. Wir hatten auch Glück, weil je nach Jahreszeit ist der entweder tief blau oder stahl grau. Blau ist besser, Glück gehabt. Voll witzig, dass die da in der Bibliothek öfentliche Duschen hatten...

Blue Lake
Blue Lake

Weiter die Küste entlang haben wir noch ein paar mal Halt gemacht und die Strände und Klippen genossen. In Portland haben wir dann für 30 Cent bei Mc Donalds Softeis gegessen und sind dann nach Warmambool gefahren, um dort am Strand zu kochen und Den Sonnenuntergang zu genießen. Bzw. Chrissi und Nora haben gekocht und Bjarne und ich sind bis hinter einen Wellenbrecher (eine Meterhohe Betonwand) den Strand entlang gelaufen und haben dann hinter dem Brecher in den Felsen den Sonnenuntergang angeschaut. Als es dann dunkel war, haben wir uns auf die Suche nach einem weiteren Campingplatz gemacht und sind bei finstester Nacht irgendwo zwischen Highway und Klippen auf kleinen Feldwegen und Nebenstraßen rumgegurkt. Irgendwann haben wir dann einen Parkplatz direkt am Abhang gefunden, von dem aus man die Treppen runter an den Strand gehen konnte. Zwar stand dort ein Schild campen verboten, aber es war spät und wir müde und der Sound der an die Felsen krachenden Wellen war zu schön, um wieder wegzufahren. Haben also kurzerhand die Zelte aufgeschlagen und entschieden dort zu nächtigen. Eine kleine Schrecksekunde gab es dann, als gegen 10 Uhr ein Auto kam und ein Typ auf und zu lief. Es stellte sich dann heraus, dass er nur seine Drogen dort liegen lassen hat, diese aber leider nicht mehr finden konnte und daraufhin wieder abgezogen ist.

 

Am nächsten morgen haben wir dann schnell die Zelte abgebaut und waren somit nur noch Reisende, die auf dem Parkplatz frühstücken und den Strand besuchen wollten, perfekt. Unten am Strand in den Felsen, hat Simon einen Walknochen gefunden, konnte ihn aber trotz gründlicher Untersuchung nicht identifizieren. Vielleicht war es aber ein Schulterblatt oder ein Teil des Unterkiefers... keine Ahnung. Nach einer ausgiebigen Steilklippenbegehung und einem witzigen Fotoshooting sind wir dann weiter Richtung Great Ocean Road gefahren.

Walus Knochenus... SPEC.
Walus Knochenus... SPEC.

Mittags haben wir in Peterborough dann, nachdem wir schon die Bay of Islands begutachtet hatten, Möwen gefüttert und 3 von uns sind im Meer schwimmen gegangen und Simon ist in die Felsen geklettert und hat Urlaub für die Seele gemacht und Seegang, Wellen und Brandung genossen. Warum ist Möwen füttern eigentlich überall verboten? Das kann so einen Spaß machen, echt unglaublich.

 

Ab jetzt haben wir alle 500 Meter bei irgendeinem Lookout oder Fotopoint oder einem tollen Felsen oder einer Grotte oder einer Brücke oder einer Höhle angehalten und das volle Touriprogramm durchgezogen. Die Klippen sehen aber auch toll aus, muss man denen ja lassen nech, hat die Erosion echt dufte hinbekommen mit der Zeit. Das erste War wie gesagt die Bay of Islands, dann kam die London bridge, dann The Arch, dann The Grotto, dann the Thundercave usw... Die Formationen wurden immer atemberaubender und mit der Zeit stumpften wir ab, sodass die 12 Apostel, der krönende Abschluss, wenn man von Adelaide aus die great Ocean Road entlang fährt, nur noch wie ein paar weitere große Steine vor der Küste wirkten. Sahen aber trotzdem beeindruckend und toll aus. Da es nach den 12 Aposteln, wovon eigentlich nur noch 5 einhalb ungefähr rumstehen, schon spät war, haben wir uns aus dem zahlreichen Infomaterial, das sich nach jedem Stop in den vielen Touriinformationen angehäuft hatte, einen Campingplatz rausgesucht und versucht diesen zu finden.

Wir zwei Apostel in Magicansicht
Wir zwei Apostel in Magicansicht

Die Landschaft hat sich total geändert. Von staubig und trocken und flachem Grasland mit ein bisschen Bush, zu plötzlichen Bergen mit dichtem Regenwald. Zwar überwiegend Eukalyptuswald, aber dennoch gabs Farnbäume und allerhand anderes Gestrüpp dazwischen. Der Küstenhighway führte dann hoch in die Berge und weg von der Küste (um aber später wieder zurückzukommen zum Meer). Oben mussten wir dann eine sehr, sehr kleine extrem gewundene Serpentinenstraße nehmen, die uns wieder bis ganz unten zum Strand brachte. Ab der Mitte war diese dann ohne Vorwarnung nicht mehr geteert und es ging rechts steil den Abhang runter. Nach einer halben Stunde kurviger Bergfahrt hatten wir dann einen völlig kostenlosen und ohne Erlaubnis becampbaren Campingplatz vor uns liegen. Dieser war zwar überschwemmt von deutschen Touristen, aber wir wollten da ja eh nur eine Nacht schlafen. Pünktlich zum Sonnenuntergang waren die Zelte aufgebaut und wir sind mit ein paar Bier runter zum Strand wo wir den bis dahin tollsten Sonnenuntergang gesehen haben. Haben uns noch ein bisschen mit ein paar deutschen unterhalten und sind dann auch irgendwann ins Bett gegangen.

 

Am nächsten Tag ging es dann zu einem Leuchtturm. Bevor wir den allerdings erreicht haben, sind wir regelrecht über Koalabären gestolpert. Überall in den Bäumen saßen Koalabären und haben sich mit Eukalyptus abgeschossen. Die hingen sogar direkt ein paar Meter über der Straße in den Bäumen und saßen auf Augenhöhe rechts und links im Gestrüpp. Ein Koalabär saß im falschen Baum und Nora hat ihn dann mit Eukalyptus vom richtigen Baum gefüttert. Wir mussten sehr lachen wie der schon völlig zugedröhnte Koala versucht hat den Zweig zu greifen und dann die Blätter zu essen. Vielleicht hab ich das schon erzählt, aber Koalabären sind so FLAUSCHIG und das Fell ist so TIEEEF!!! (wurde mir eben auf die Sprünge geholfen). Ich meine aber eigentlich, dass die Koalas nur eine Sorte Eukalyptus fressen und diese Pflanze das Tier total auf einen Trip schickt, bzw. Diese total stoned macht. Darum schlafen die auch 20 Stunden am Tag, ihnen ist alles ziemlich egal und die lassen sich anfassen und hängen die meiste Zeit rum, um ihren Rausch los zu werden. Was für ein Leben nicht wahr

flauschig.
flauschig.

Wir haben die Also streicheln und mit ihnen in die Bäume klettern können. Der Leuchtturm hat dann Eintritt geostet und war scheiße (haben ihn nur von weiter weg gesehen) aber auf dem Rückweg sind wir wieder bei den Koalas angehalten, die waren eh viel cooler. Ab dann hat es eigentlich den ganzen nächsten Tag geregnet und die schöne gewundene Great Ocean Road mit Regenwald bis runter zum Meer hat zwar immernoch spektakulär ausgesehen, aber halt nur von innen aus dem Auto heraus. Später haben wir dann in Lorne entschieden den restlichen Tag nicht mehr weiter zu fahren und am nächsten Tag bei besserem Wetter, dann mehr von der Landschaft zu sehen. Haben schließlich bei Regen im Regenwald (höh) gecampt. Nachts hatte Simon einen so schlimmen Alptraum, dass er schreiend aufgewacht ist und aus versehen Chrissi und Bjarne im Zelt nebenan aufgeweckt hat. Ups.

 

Am nächsten Tag sind wir weiter gefahren, haben noch an ein paar Lookouts gehalten und sind schließlich am Abend nach überraschender Zeitumstellung um eine Stunde in Melbourne bei unserem Couchsurfing Host Shivadas angekommen. Sein Papa hieß übrigen Arjuna... hätte fragen sollen wie die Mama und die Geschwister heißen, habs vergessen.

 

Nun sitz ich schon in Cairns und will auch noch von Melbourne berichten... Morgen ist ja auch noch ein Tag xD.

 

Bis dahin, danke für euer Interesse und dass ihr unseren Blog lest, freut uns sehr :)

 

Haut rein und machts gut,

Simon und Nora

 

Ein toller Trip mit 4 tollen Menschen
Ein toller Trip mit 4 tollen Menschen

06.02.2013

 

So, hocken nu am Flughafen von Melbourne und gehen gleich durch den Sicherheitscheck, um dann nach Cairns im hohen Norden zu fliegen. Der Bericht über den Roadtrip kommt noch, haben bisher noch keine Zeit dafür gefunden, sorry xD.

 

Bis denn Leute, machts gut!

27.01.2013

 

So Leute, kleiner Hinweis, wir fahren heute von Adelaide nach Melbourne und werden wohl die nächsten paar Tage erstmal kein Internet haben, wir melden uns wenn wir in Melbourne sind mit einem Bericht zurück :) Haut rein!

 

 


17.01.2013 – 23.01.2013

 

Adelaide – ein Zwischenbericht

 

Moin Moin,

 

da sind wir wieder, das Leben hat uns wieder! Endlich ist die Arbeit getan und wir reisen wieder. Nach 3 Monaten Einöde im Riverland war ein Tapetenwechsel auch mehr als nötig, auch wenn wir in Naturmaßstäben noch nicht so weit gekommen sind... sprich die Landschaft ist noch ähnlich.

 

Nach Silvester hatte Nora noch 2 Wochen im Packingshed gearbeitet und Simon auf einer anderen Farm als Aprikosenflücker. Da Wetter war ziemlich extrem in dieser Zeit und wir hatten mehrer Tage weit über 40 Grad. Blöd war, dass Simon nur 15$ die Stunde und das auch noch schwarz in die Hand bekommen... Blöd ist das daher, weil mit Steuern hätte ich vor Steuer 18$/h bekommen und hätte am Ende die Steuern ja zurückbekommen. Da ich aber keine gezahlt habe, habe ich unterm Strich weniger verdient. Blöd war auch, dass wir nu jeden Tag im Schnitt 4 Stunden gearbeitet haben und somit nicht wirklich viel Kohle machen konnten. Naja, nu is vorbei und war ja auch nur für eine Woche ungefähr.

Nachdem ich dann Arbeitslos war und bei Noras Job auch ein Ende in Sicht war und wir gesehen haben, dass immer mehr Jobs endeten und keine Neuen mehr aufkamen, haben wir uns kurzer Hand entschlossen so schnell wie möglich nach Adelaide zu gehen. Wenn man im Hostel bleibt und immer hofft, da kommt vielleicht noch Arbeit, dann frisst die Miete die gesamte Kohle auf und man kriegt schlechte Laune. Eigentlich hatten wir gesagt, wir gehen sobald Noras Job zu Ende ist, aber dann war Ihr Paket von Mutti immernoch nicht da und die Karte von Susi war auch noch unterwegs, sodass wir gesagt haben, wir warten noch einen Tag. Aber wie es der Zufall will, kam an ihrem letzten Arbeitstag das Paket an, woraufhin wir beschlossen haben am Donnerstag zu fahren. Passte auch genau mit der Miete, da wir immer von Do bis Do bezahlt haben. Perfekt wurde es dann, als wir Donnerstag morgen Susis Karte im Briefkasten gefunden haben, wenn das mal kein Zeichen war endlich die Biege zu machen!

Wir hatten uns dann vorgenommen nach Adelaide zu trampen, hatte Silvester ja schon gut geklappt, warum sollte das nun also nicht auch klappen... auch wenn wir extrem viel Gepäck dabei hatten xD.

Gesagt getan, wir hatten uns an er gleichen Stelle positioniert wie Silvester, unser Schild in den Wind gehalten und gewartet.... und gewartet.... bis nach 2 Stunden endlich jemand von der Tankstelle uns angeboten hat uns ein Stück bis nach Berri mitzunehmen, was leider nur 15Km waren... Wir hatten alerdings draußen 44 Grad und 12 Uhr Mittags... und alles war besser als weiter in der Sonne fritiert zu werden. Einen gefühlten Augenblick später waren wir dann in Berri an einer Tankstelle und waren grad am überlegen wo wir uns am besten hinstellen, da spricht uns ein alter Mann an, der mit seinem Sohn unterwegs war, ob er uns ein Stück mitnehmen soll und wo wir denn hinwollen. Leider musste der nur bis Barmera, was nur 10Km weiter und der nächste Ort neben Berri war. Kleinvieh macht auch Mist dachten wir uns. In Barmera standen wir dann nochma ne Viertelstunde und wurden dann endlich von einem Tyen mitgenommen, der von der Arbeit kam und nun für eine Woche nach Adelaide zu seiner Freundin fuhr.

 

In Adelaide angekommen sind wir dann mit der Bahn, die zufälligerweise umsonst war, bis zu Yani gefahren. Am Freitag haben wir einer Freundin von Yani beim Aufräumen nach einem Umzug geholfen und Als Dank hat Sie uns Bier spendiert. Die hatte eine lustige Spielzeugwaffe mit der wir uns gegenseitig abgeschossen haben xD. Haben dann bei Ihr ein wenig geschnackt und sind dann los in die Stadt. Haben unterwegs wildfremde Leute auf der Straße getroffen und uns mit denen kurzerhand ein Taxi in die Stadt geteilt, da die letzte Bahn kurz zuvor gefahren ist. In der Stadt wollten wir erst in so einen Club, in den die Mädels aus dem Taxi gegangen sind, der war dann aber langweilig und Yani hat einen Trommler mit einer Trommel auf der Straße gefunden und dann 20 Minuten getrommelt bis der Arzt kam. Kein Arzt, aber ein Kumpel von Yani kam mit seinem kleinen Bruder um die Ecke und die haben dann gesagt, dass sie in einen anderen Club gehen. Da wir grade langeweile hatten und der Kumpel (Berri) ein Zauberer war, sind wir mitgekommen. Der hatte echt Tricks drauf, das war gewaltig, richtig gut und keine billigen Kartentricks, sondern Sachen verschwinden lassen und das auf ziemlich abgefahrene Weise. In dem Club haben wir dann ein bisschen gefeiert und wollten dann zu Berri nach Hause, der uns nch aufn Bier eingeladen hatte. Auf dem Weg zum Auto hat Yani dann aber eine wildfremde Frau aufm Bürgersteig massiert, nachdem die uns ihre Pommes geschenkt hat. Daraufhin hat die uns zu sich eingeladen, um dort noch weiter zu trinken. Die hat zum Glück nur 5 min Fußweg um die Ecke gewohnt. Nachdem wir dann da etwas waren, sind wir zu Berri gefahren. Ich hab mich irgendwann umgedreht und plötzlich die komplette Stadt hinter mir leuchten gesehen... wir waren nämlich auf einmal in den Adelaide Hills....

Haben dann die Nacht durchgemacht und den Tag über gechillt, Bogenschießen im Garten gemacht und uns mit den Leuten unterhalten. Abends haben wir einen Film geguckt und ein paar Leute kamen zu Besuch und es wurde wieder Party gemacht. Allerdings sind wir irgendwann dann doch mal ins Bett gegangen und haben in zwei Kinderbetten mit Batman und Peter Pan Bettwäsche geschlafen, das war vielleicht gut xD.

 

Am nächsten Tag haben wir dann Filme geguckt und sind Nachmittags dann wieder nach Adelaide gefahren. Berri hat uns bis nach Hause gefahren, sehr netter Zauberer. Montag sind wir dann viel durchdie Gegend gelaufen und haben das Meer besuchtu und Melone gegessen. Dienstag haben wir ein paar Dinge erledigt, sind bei der Bank gewesen wegen Kontokram und haben mir eine Zahnbürste gekauft weil meine vom Erdboden verschwunden ist.

 

Die nächsten Tage gucken wir mal was wir so machen, am Wochenende vielleicht auf ein Konzert und dann gehts nächste Woche weiter nach Melbourne :)

 

Wir halten euch auf dem Laufenden und hoffen ihr guckt ab und zu mal nach was wir so treiben :)

 

Haut rein und haltet die Ohren steif!

30.12. 2012 – 01.01.2013

 

Silvester

 

Frohes Neues euch allen!

 

Wir sind nach einem sehr kurzen aber erlebnisreichen Ausflug nach Adelaide am Dienstagabend wieder in Renmark angekommen. Nach Adelaide sind wir am Sonntag getramt. Wir haben uns ein tolles Schild gebastelt und uns dann vormittags, nachdem wir uns im Touristbuero das Rueckfahrtticket fuer den Bus gekauft haben, an die Strasse neben einer Tankstelle gestellt. Nach ca. 20 Minuten haben uns sofort eine nette Frau und ihr Kumpel mitgenommen. Die beiden waren zufaelligerweise grade auf dem Weg nach Adelaide, um dort ihre Cousine vom Flughafen abzuholen. Sind dann so in einem Stueck auf Ledersitzen und Klimaanlage nach Adelaide gefahren. Hatten schon ziemlich Glueck.

 

Wir hatten vorher ueber Couchsurfsen einen Typen angeschnackt und gefragt, ob er ne Idee hat wo man an Silvester hingehen kann und ob wir bei ihm pennen koennen. Der meinte dann klar wir koennten mit ihm auf eine Party am Strand gehen und auch wohl bei ihm schlafen. Im Auto hat er dann aber eine SMS geschrieben und gesagt, dass sich seine Plaene geaendert haben und er nun campen geht, wir aber mitkommen koennten wenn wir wollten. Bloed nur, dass wir dem Landleben entfliehen und in die Stadt wollten und nicht campen, da haetten wir auch in Renmark bleiben koennen. Gluecklicherweise hat er dann aber einem Freund bescheid gesagt und uns dessen Nummer gegeben und wir auch bei dem schlafen koennten. Gesagt, getan. Wir den also angerufen und gefragt wo wir uns in Adelaide treffen sollen. Er meinte am Strand und weil unsere Trampmenschen noch zu viel Zeit hatten bis der Flieger ankam, haben uns dann angeboten uns direkt zu dem Strand zu fahren. Echt nette und tolle Leute.

Und apropo trampen, wir wurden letzten nachm Einkaufen vom Woolworth bis zum Hostel gefahren von einem alten Opa, voll witzig. Wir sind grad ausm Laden raus und waren so am rumalbern, da werden wir von einem Opi angesprochen, ob wir ein Auto haetten. Haben dann nein gesagt und dann meinte er, er faehrt uns nach Hause weil es sei eh viel zu warm zum Laufen. Recht hatte er, war um die 40 Grad damals. Allerdings haetten wir auch nur 10 Min laufen muessen. Aber er hat sich gefreut, dass er jemanden zum Reden hatte, wenn auch nur kurz und wir haben wieder einen netten Menschen getroffen.

 

Zurueck zum Strand in Adelaide. Dort haben wir uns dann mit dem Typen, Yani, getroffen und sind dann zu ihm nach Hause gelaufen. Seine Wg war eine Art Nerd-WG, was aber nicht so schlimm war. Es war auch ziemlich dreckig, was aber fuer zwei Naechte auch nicht so schlimm war. Voll witzig, der hatte einen Granatapfelbaum im Garten. Sind dann etwas frueher ins Bett weil wir muede waren und schlaf tanken wollten.

Am naechsten Tag sind wir nach Chinatown und haben dort in einem Foodcourt gegessen und irgendwie in Erinnerungen an Asien geschwelgt. Danach sind wir dann noch weiter durch die Stadt gelatscht und haben rumgebloedelt und im botanischen Garten das Kakteenhaus bestaunt. Dann Bier geholt und uns auf den Weg zur Party gemacht, die etwas kleiner ausfiel als erhofft. Machte aber nix, hat Spass gemacht. Als es dann 12 Uhr war waren wir nochmal leicht verwundert. In Suedaustralien sind Knallkoerper und generell Feuerwerk fuer Privatpersonen verboten, wohl wegen Verletzungsgefahr und Buschfeuergefahr. Das Hoechste aller Dinge war somit eine Wunderkerze, die innerhalb von 10 sec abgebrannt ist. Wir haben auch ganz genau 2 Raketen von einem professionellen Feuerwerk in der Ferne gesehen. Spektakulaer.

Sind dann spaeter noch zum Strand gelaufen und spaeter hat uns eine Freundin von Yani mit dem Auto nach Hause gefahren. Der naechste Tag war dann schon wieder Rueckfahrt nach Renmark mit dem Bus, der Sage und Schreibe 4,5 Stunden gebraucht hat.... fuer 250 Km...

 

Ok, nun sind wir wieder hier und warten grad wieder auf Arbeit. Mal gucken, ob wir noch bis Ende Januar bleiben. Eigentlich wollten wir ja bis Ende januar noch arbeiten, dann nach Melbourne wandern und von dort aus am 06.01. nach Cairns fliegen (Flug ist schon gebucht J ). Allerdings hat uns Yani am Ende fuer ein weiteres Mal zu sich eingeladen und vielleicht gehen wir dann schon ein paar Tage fruer aus Renamr weg, verbringen nochmal ein paar Tage in Adelaide und fahren dann ueber die Great Ocean Route nach Melbourne (anstatt den direkten Weg durch die Wueste von Adelaide nach Melbourne). Wir werden sehen, es wird aber wohl wieder spannend in Zukunft, wird auch Zeit nech.

 

Heute ist Noras Paket aus Deutschland angkeommen, endlich! Einen Monat hat sie nun schon darauf gewarten und ist sogar schon zur Post gerannt und jeden Tag zum Briefkasten. Die Zollbehoerden haben rumgeschnueffelt und es aufgemacht. Lag aber ein Zettel drin, dass der Hund wohl angeschlagen hat, aber im Packet nichts gefunden wurde und auch nichts entnommen wurde. Nun freut sich Nora ueber Schokolade, Marzipan, getrocknete Kirschen und liebe Postkarten. Nora sagt, war super lecker und alles toll und Danke Mama und Papa!

Simons Post ist nun auch endlich angkeommen, vielen Dank an Mama und Papa und ich hab sogar einen Brief von Henry bekommen, Danke Dude, hab mich sehr gefreut J.

 

So, wir melden uns, haltet euch munter und rutscht nicht aus bei dem Shietwetter nech,

alles Gute, Simon und Nora

 

 

 

 

  "Die gefährlichste Weltanschauung ist die Weltanschauung der Leute, welche die Welt nie angeschaut haben."

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