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07.12.2012 – 27.12.2012

 

Moin moin und Frohe Weihnachten nachträglich,

 

wir sind immernoch fleißig am Arbeiten und haben Weihnachten gut überstanden. Hatten auch nur einen Tag frei und sonst arbeiten wir eigentlich jeden Tag. Die Zeit vergeht ganz schön schnell, wenn man nur arbeitet und isst und schläft. Aber ich versuch mich mal daran zu erinnern was seit Anfang Dezember so passiert ist. Zum Glück machen wir fleißig Fotos, damit geht das Erinnern dann auch leichter.

 

Also mal zu unseren Jobs. Nora arbeitet mehr oder weniger fest in einem großen Packingshed (das ist eine Halle, in der Maschinen stehen zum Orangen aussortieren und nach Qualität sortieren und dann werden die verpackt und Gabelstabler fahren da rum und viele Fließbänder gibts da auch). Simon dagegen arbeitet nun mehr oder weniger fest auf Kevins Biohof. Zwar arbeiten wir da nicht immer 8 Stunden pro Tag, sondern eher 6 bis 7, aber dafür arbeiten wir 7 Tage die Woche. Manchmal kann es aber sein, dass es keine Arbeit gibt, oder die Früchte noch nicht so weit sind und dann gibts einen Tag frei. Wenn Nora frei hat, weil es da in dem Betrieb Wochenenden gibt, dann arbeitet sie oft bei Kevn auf dem Hof. Also für Einkommen ist zur Zeit auf jeden Fall gesorgt.

Kevin hat ja wie ich schon erzählt hab einen Biohof und weil der wohl gut läuft und er so ziemlich der einzige hier im ganzen Riverland ist, der organic (also Bio) anbaut, hat er keine Konkurrenz und kann es sich leisten von allem ein bisschen anzubauen. Der Großteil sind allerdings Stonefruits, d.h. Pfirsiche, Nektarinen und Aprokosen (die mit Abstand am größten vertreten). Dann hat er aber auch noch Honigmelonen, Tomaten, Zucchini und Äpfel. Somit gibt es zwei große Bereiche, die Arbeit auf den Feldern und die Arbeit im packingshed (also in der Halle, in der Früchte und Gemüse aussortiert und verpackt werden). Einen Großteil seiner Aprikosenernte trocknet Kevin allerdings und verkauft dann die Trockenfrüchte. Somit ist ein Großteil der Arbeit im packingshed das Entkernen und Aufschneiden (was eine Maschine macht) und das verteilen auf Brettern und danach das rausbringen zum Trockenen der Früchte. Das alles machen vorwiegend die Mädels, einschließlich manchmal Nora. Die Arbeit auf den Feldern besteht auf Pflücken der Früchte vom Baum mit Leitern oder so Lifterrobotern was mehr Spaß macht und nicht so anstrengend ist, und aus pflücken der Zucchinis oder Tomaten oder was sonst halt so an Arbeit auf dem Hof grade anfällt. Da Kevin grade stark expandiert, haben wir in letzter Zeit 2 neue Felder angelegt, Dünger mit Eimern verteilt, Zucchini- und Melonensamen in die Erde gepflanzt, Tomatensetzlinge gepflanzt oder dabei geholfen die getrockneten Aprikosen zu stapeln. Heute haben wir auf einem anderen Feld, auf dem mal Kürbise wachsen sollen, Unkraut von der Wasserleitung wegerupft...

Alles in Allem macht die Arbeit schon Spaß, nur ab und zu ist es doch zu heiß, sodass wir auch schon sozusagen Hitzefrei bekommen haben. Obwohl wir auch einmal bei 42 Grad 8 Stunden gearbeitet haben. Wir fangen jeden Tag um 6 Uhr an mit der Arbeit und müssen daher schon mitten in der Nacht aufstehen. Noras anderer Job fängt allerdings immer erst um 8 Uhr an... manchmal aber auch schon um 7, wenn es viel zu tun gibt.

 

Hier in Renmark war letztens so ein mega witziger Weihnachtsumzug mit geschmückten Wägen von denen Süßigkeiten geworfen wurden. Dazu gabs dann beim Fluss ein Karussell und ein paar Fressbuden und der Radiosender war auch vor Ort. Was für ein Spektakel für Renmark... war zwar alles etwas auf Sparflamme, aber wir sind ja auch ziemlich verwöhnt, mit Kramermarktsumzug und Faschingsumzug. Ein bisschen war die aufblasbare Riesenrutsche in Form einer absaufenden Titanic... aber nungut, warum nicht. Wir haben dann irgendwann ein Bierchen getrunken und weil wir nicht so genau wussten ob man in der Öffentlichkeit nun Trinken darf oder nicht und die Schilder da nicht ganz eindeutig sind mit ihrer "Dryzone" zwischen 7 Uhr abends und 6 Uhr morgens... und uns das auch keiner sagen konnte, haben wir dann die Bierflaschen in eine Soche gesteckt und zack waren wir auf der sicheren Seite. Haben auch noch nie Bier aus einer Socke getrunken :)

Hm, also auf Kevins Hof gibts viele tolle Tiere, haben da einmal eine Redbackspider gefangen... endlich hab ich sozusagen die Schwester der schwarzen Witwe gesehen. Sonst hab ich viele Spinnen, Gottesanbeterinnen, Zikaden und Kakerlaken gesehen. Oh, und eine Horde von über 20 Emus streift immer über Kevins Land und frisst ihm die Früchte weg und Kängurus gibts da auch, die man morgens zwischen den Bäumen ganz nah sehen kann.

Vor ein paar Tagen habs bei Kevin nicht so viel zu tun und ich hatte einen Tag frei. Morgens hat Nora dann, als sie zur Arbeit los ist, in weiser Voraussicht mein Handy angemacht. Dann hat Kevin mich angerufen und geweckt und gefragt, ob ich auf einem anderen Hof arbeiten will, Aprikosen pflücken. Hab jo gesag und bin da dann mit Ayleen, Tim und Roman hingefahren. Blöd war, dass das per gepflücktem Karton bezahlt wurde und man total ausgesucht pflücken musste, also nicht zu reif und nicht zu grün und nur ab einer bestimmten größe und auf keinen Fall zu klein... und das alles nach Augenmaß und Gefühl. Aber ich hatte zu dem Zeitpunkt ja zum Glück schon Erfahrung mit Aprikosen. Hab damit dann auch ganz gut Geld gemacht... aber leider immernoch weniger, als bei einem Stundenlohn wie bei Kevin. Naja. Den Tag darauf gabs dann dort nur noch Arbeit als Aprikosenaufschneider und -entkerner... Das gleiche was bei Kevin die Maschine macht, haben wir dann mit nem kleinen Messer gemacht und haben pro Trail (ein großes Holzblech) 3 Dollar bekommen... man hat aber irgendwie pro Stunde nur 3 Stück oder so geschafft, was absolut mieses Geld ist. Hab dann aber zum Glück am nächsten Tag wieder bei Kevin arbeiten können.

 

An Heiligabend haben wir beide bis Mittags gearbeitet und dann Nachmittags Glühwein gemacht. Haben dafür 8 Liter Rotwein gekauft und einen tollen Weihnachtssud aus Sternanis, Zimtstangen, Zitrone, Orange, Nelken und Zucker gemacht. Abends haben wir dann Geschenkeaustausch gemacht mit so einem Spiel und hatten alles in allem einen schönen Abend. Nora und ich hatten zufällig das gleiche Geschenk, einen Becher mit einer unglaublich lauten und nervigen Tröte... ein glatter Schuss ins Knie von der Person, die das gekauft hat xD. Am 25. hat dann jeder eine Spezialität für Weihnachten aus seinem Land gekocht und wir haben das am Ende alles auf einen großen Tisch gepackt und geteilt. Wir haben Bratapfel mit Vanillesauce gemacht. Und Birnen mit Preiselbeermarmelade (was aber hier Cranberrysauce war weils keine Preiselbeeren in Australien gibt) haben wir auch gemacht, sehr lecker. Und Nora hat gelernt wie man eine taiwanesiche Teigtaschenspezialität kocht. Und chinesisch kochen kann sie jetzt auch.

Das wars soweit schon wieder. Silvester werden wir nach Adelaide fahren und dem miefigen Renmark mal für ein paar Tage den Rücken kehren.

 

Bis dahin, rutsch heil und sicher ins neue Jahr und haltet die Ohren steif,

 

Nora und Simon

??.11.2012 – 06.12.2012

 

Halli Hallo aus Rernmark,

 

endlich, lange musstet ihr alle warten, schon wieder, aber nun ist es soweit. Es ist nicht soooo viel passiert, außer, dass wir die Nase voll hatten vom anderen Hostel und jetzt in Renmark, 40 Km von Kingston entfernt in einem anderen Hostel sind.

 

Aber ich versuch mich mal dran zu erinnern was bis jetzt so passiert ist und wo wir stehen geblieben sind. Aufgehört zu erzählen hab ich ja als es auf der Kippe stand, welchen Supervisor ich in Zukunft beim prunen bekomme. Es wurde uns ja gesagt wir bekommen einen neuen, alten Supervisor, was dann aber nicht passiert ist. Wir haben statt dessen noch eine Woche länger mit Paul geprunt und dann kam die Schreckensnachricht. Wir müssen zurück zu dem Vollidioten und es führt wohl kein Weg daran vorbei. Irgendwie hat Paul sich dann aber für uns eingesetzt und immer noch einen weiteren Tag für uns rausgeholt und dem Boss gesagt, er braucht uns noch einen Tag länger und so kam es dann, dass Kim, der Idiot, meinte er wäre noch wichtiger als er es ohnehin schon geglaubt hat. Er hat dann Paul angerufen und gesagt, der Boss hätte gesagt er würde die Arbeiter (uns also) definitiv ab dem nächsten Tag bekommen. Es hat sich dann rausgestellt, dass Kim das einfach so gesagt hat . Abgesehen davon, dass er einfach nur Stunden aufschreiben soll, was kein anderer machen wollte, weil es dafür wohl pro Stunde nur einen Dollar mehr gibt und das aber pro Tag eine halbe Stunde in Anspruch nimmt, bei einem Stundenlohn von sonst 20 Dollar, ist er völlig nutzlos und kein Stück wichtiger als die anderen Arbeiter und erst recht kein wirklicher Supervisor. Das haben wir aber erst später erfahren. Jedenfalls hat Paul dann dem Boss erzählt was Kim so bei der Arbeit für Dinger bringt und wie er mit uns umgeht und dass er hinter dem Rücken vom Boss meint er könnte Sachen bestimmen und Arbeiter anfordern. Daraufhin hat der Boss Kim zum normalen Arbeiter degradiert und ihm gesagt, wenn sich noch einer über ihn beschwert und er noch einmal krumme Dinger dreht er gefeuert wird :) Paul hat mir dann noch seine Handynummer gegeben und ich sollte ihn anrufen wenn Kim meint er müsse wieder blöd sein. Sehr gut soweit. Wir sind dann also zu einem anderen Supervisor für einen Tag gekommen, der den Nora auch hat und Kim war auch in der Gruppe als Arbeiter. Ich hatte selten so viel Spaß beim prunen, hab dann mit Absicht alles so gemacht wie Kim mir das damals verboten hat, harharhar, welch eine Genugtuung!

 

Leider war der Pruningjob dann wirklich vorbei und wir wieder arbeitslos. Nora hat dann am Wochenende bei 40 Grad Orangepicking gemacht und ich hab den Samstag nochmal Abends einen Anruf von Paul bekommen, dass ich noch einen Tag Arbeit habe. Das war aber total easy, wir sind rumgelaufen und haben an den Enden der Weinreihen einfach nur die Pfosten freischneiden müssen, damit der Erntemaschinenfahrer sehen kann wo genau die Reihe beginnt. Also kein auf die Knie gehen oder gebückt laufen oder so, einfach nur rumgehen und ein paar Treibe abschneiden, echt gute Arbeit. Leider nur 5 Stunden, weil wir viel schneller waren als Paul dachte... und das obwohl wir uns schon Zeit gelassen hatten.

Den Sonntag hatten wir dann beide frei und am Montag ging es bei mir los mit Orangepicking. Nora hat einen Tag Garlicpeeling (Knoblauch schälen) gemacht, was ab er total der Reinfall war. Erstmal war der Bauer ein komischer Kauz, den man nicht alleine mit jungen Frauen in einem Raum lassen darf weil er etwas langsam im Kopf ist und Zweitens wurde das so mies bezahlt. Nora hat sich da 6 Stunden einen abgepult und insgesamt 25 Dollar an dem Tag verdient.... für 6 Stunden Arbeit. Wenigstens hat Nora ich dann am Ende noch selber mit Knoblauch bezahlt und ungefähr ein Kilogramm mitgenommen :) Knobi ist Arschteuer hier und ein netter Vorrat kann ja nicht schaden. Ich hab Orangen gepflückt und mit Viktor, einem echt coolen und netten Franzosen zusammen 8 bins am ersten Tag geschafft. Das waren dann 100 Dollar für jeden, immerhin. Die Tage danach wurde es dann aber zu früh zu heiß, sodass wir nur jeweils 6 bins geschafft haben. Bei Orangen pflücken darf man sich echt keinen Stundenlohn ausrechnen, das ist frustrierend und enttäuschend. Man muss eher sehen wie viel man an einem Tag verdient hat. Ist aber schwer, wenn man vorher 20 Dollar pro Stunde bekommen hat und somit um die 160 Dollar am Tag gemacht hat.

 

Nachdem wir zufällig rausgefunden haben, wie unglaublich die Organisation im Hostel ist, was wir ja eigendlich schon wussten, haben wir beschlossen endgültig zu gehen. Es ist ja so, dass Lesley keinen Plan hat, aber wir haben immer über alles hinweggesehen und ständig wenn neue "Kleinigkeiten" waren, haben wir nochmal ein Auge zugedrückt. Aber Nun kam der Knaller, der das Fass zum Überlaufen gebracht hat. Wir alle warten ja schon, seitdem das mit den Kirschen in die Hose gegangen ist und alle nur noch so Tageweise Drecksarbeit machen konnten, auf den Beginn der Stonefruit season, d.h. Auf Pfirsich-, Aprikosen- und Nektarinenpflücken. Nun haben wir aber beim Einkaufen in Berri, einem Nachbarort, mit einem Typen aus dem Hostel in Berri gesprochen und rausgeunden, dass die Saison für Stonefruits schon seit 3 Wochen läuft und die alle in dem Hostel schon seit 3 Wochen für 20 Dollar die Stunde teilweise 12 Stunden pro Tag arbeiten. Das erklärte dann auch die ganzen Schilder am Straßenrand auf denen Stonefruits zum Kauf angeboten wurden. Wir haben dann rausgefunden, dass Lesley es nicht nötig hat Jobs ranzuschaffen und rumzutelefonieren und sich zu bemühen Jobs zu finden, sondern, dass ihre Technik darin besteht, zu warten bis sie von Farmern angerufen wird und nach Arbeitern gefragt wird. Unglaublich oder? Da bezahlt man 155 Dollar die Woche für ein absolut abgeranztes, heruntergekommenes Hostel das von einer Alkoholikerin und ihrem drogenabhängigen Sohn geführt und verkommen lassen wird und dann kümmern die sich nichtmal darum, dass Jobs reinkommen, sondern sitzen lieber mit ihren Stammgästen rum und rauchen und trinken Bier und Whiskey.... krass oder? Die Saison ist damit schon fast vorbei und die Alte lässt das einfach so passieren und kümmert sich n Scheiß... Das war dann entgültig zu viel und wir haben das Hostel in Berri angerufen und nach freien Betten gefragt. Leider waren die Voll und haben uns auf die nächste Woche vertröstet, wir sollten dann nochmal anrufen.

 

Dann sind wir am Sonntag mit Viktor, Janni und Paul nach Renmarkt gefahren und haben die beiden Hostels hier abgeklappert und nach freien Betten gefragt. In dem ersten Hostel waren grade 3 Mädels aus Freiburg, witzige Zufälle gibts nech. War ne witzige Tour, weil Viktor hat sich letzte Woche in Adelaide ein Auto gekauft das einer gehbehinderten Dame gehört hat und daher einen Umbau hatte, sodass man ohne Füße fahren konnte. Der Wagen hatte dann einen Griff wie beim Motorrad mit dem man Gas geben konnte und mit dem man auch bremsen konnte. Ziemlich wizig weil man so einfach mal die Füße hochlegen und trotzdem fahren kann xD. Haben in Renmark dann erstmal 2 Family Dinner bei McDonalds gekauft und richtig Fastfood bis zum abwinken gegessen... hatten dann 8 Softdrinks und 4 Cheeseburger und 4 Bigmacks und 4 mal chicken mcnuggets und 8 Pommes... Jetzt ist der McDonaldsbedarf erstmal wieder für 2 Jahre gedeckt. Die beiden Hostels waren leider auch voll bzw. wir haben keinen im Büro antreffen können. Hab die dann am nächsten Tag angerufen und wurde ebenfalls vertröstet. Der eine, Kevin, aus dem Hostel in dem wir nun sind, hat mich dann aber zurück gerufen und meinte wenn wir erstmal in 2 verschiedenen Zimmern wohnen wollen, könnten wir am Donnerstag schon kommen. Gesagt, getan und wir sind mit Sack und Pack extrem spontan aus dem alten Hostel geflohen. Haben von Lesley unser Geld für die bezahlten Nächte zurückbekommen und Viktor hat uns nach Renmark gefahren. Dummerweise haben wir unsere Schuhe vergessen und sind seitdem auf der Suche nach einer Mgölichkeit die irgendwie hierher zu bekommen. Auch brauchen wir noch jede Menge Papierkram von Lesley bzw. dem Orangenpicking Farmer. Aber das kriegen wir schon irgendwie hin.

Das neue Hostel hier ist echt ein krasser Unterschied zu em anderen. Die Leute hier sind mega nett und es ist SAUBER!!! und alles funktioniert bis jetzt. 6 Tage die Woche kommt eine Dame zum Saubermachen der Sanitären Bereiche und der Küche und des Flures und des Wohnzimmers. Es gibt ein gemütliches Wohnzimmer mit Fernseher und Sofas und eine Küche mit großem Tisch und Stühlen und sowieso ist alles intakt und gut. Der Besitzer, Kevin, ist selber Farmer, kennt daher die Farmer hier in der Umgebung und man kann davon ausgehen, dass man nicht beschissen wird. Er betreibt das Hostel mit seiner Frau Chris und ist ein witziger und netter Zeitgenosse wenn er Abends hier reinschneit und nach dem Rechten sieht. Gut ist, dass wir gleich einen Job bekommen haben, schlecht ist, dass es Orangepicking ist und wir das wohl für ein bis zwei Wochen machen müssen. Cool war aber, dass wir nur einen Tag ohne Job waren, da wir Donnerstag noch beim alten Hostel Orangen geplückt haben, dann Nachmittags nach Renmark gezogen sind und nur Freitag keinen Job hatten. War aber auch ganz gut, somit konnten wir einkaufen und ein paar Dinge erledigen, wie z.B. die Enduction für den neuen Arbeitgeber, Madec. Die Induction war ein 20 Minuten Video und dazu 10 Fragen beantworten. Alles kein Problem und wir haben unsere Madec Karten bekommen, mit denen wir dann berechtigt sind für den Verein zu arbeiten.

Samstag hat sich dann spontan ergeben, dass wir Stonefruits picken konnten... wer hätte das gedacht und im alten Hostel warten immernoch alle, dass die Stonefruitsjobs kommen. War aber leider nur für einen Tag, weil es eine Art Noternte war. Ein paar Tage über 40 Grad haben die Früchte im Eiltempo reifen lassen und darum mussten die nun so schnell es geht alle an einem Tag geerntet werden. Und das war vielleicht eine Verschwendung. Wir durften nur Früchte in den Behälter sammeln, die noch komplett hart waren. Alle Früchte mussten aber vom Baum runtergepflückt werden. Reife und leckere weiche, richtig saftige Früchte mussten wir einfach auf den Boden schmeißen und die vergammeln dann da. Das waren soooo viele.... aber zum Glück konnten wir die Essen wenn wir wollten... ich hab noch nie soooo leckere, saftige Pfirsiche gegessen... und vor allem so viele xD. Und die Emus haben sich auch sehr gefreut. Da lief eine ganze Herde Emus rum, bestimmt 10 Tiere oder so und die waren ganz nah an uns dran und haben hinter uns die runtergeworfenen Früchte gegessen, sehr cool.

Von Sonntag bis Mittwoch haben wir dann Organgepicking gemacht und die ersten beiden Tage haben Nora und ich 8 bins geschafft und nach Steuer so jeder 100 Dollar verdient. Dienstag und Mittwoch haben wir dann nur 7 geschafft und nun sind wir bis Sonntag erstmal wieder arbeitslos weils erst dann mit Orangepicking weiter geht. Ist auch ganz gut weil unsere Rücken mittlerweile extrem wehtun... son Bag, den man sich vor den Bauch schnallt wiegt wenn der voll ist so um die 15 bis 20 Kg... und in einen bin passen ungefähr 20 bis 25 Bags... je nach Größe der Orangen. Nora hat aber spontan noch einen Job für Donnerstag bekommen und ihren Nikolaustag damit verbracht neben einer Tankstelle Mangos zu verkaufen. 2Kg Mango aus Darwin für 10 Dollar.... ist an sich n guter Preis. Sind zwar kleine Mangos, aber dafür 6 bis 7 Stück im Packet.

Am Mittwoch sind noch 2 andere Leute aus dem alten Hostel hier angkeommen ... sind zwar ganz nett, aber gehörten zu der Stammkundschaft unter den Alkoholikern da.... ma sehen wie die sich hier so geben und einleben.

 

Also, uns gehts soweit gut und wir sind nun wieder in der Zivilisation angekommen ... ja, Renmark hat sogar Mc Donalds, Subway und KFC ... 5 Minuten zum Woolworth und Big W und 10 Minuten zur Bibliothek wo es pro Tag 30 MB Internet gibt ^^... was will man mehr nech.

 

So, wir halten uns munter und ihr macht das gleiche. Lasst euch nicht zu sehr stressen von Weihnachten und wir wünschen allen schonmal eine gechillte (neudeutscher Scheiß wa ;) ) Adventszeit :)

 

Haut rein und stay tuned!

Moin Leute,

 

lange musstet ihr warten, aber nun ist es so weit. Leider gibts den Bericht erst wenn wir den geschrieben haben, aber hier schonmal ein kleines Update. Wir sind nun endlich in ein neues Hostel gezogen in einem kleinen Ort 35 Km von dem alten Hostel entfernt. NAch viel rumtelefoniererei und nun endlich Erfolg bei der Suche nach 2 freien Betten, sind wir also in Renmark angekommen. WIe es dazu kam und warum es dazu kam und was bisher alles passiert ist, schreiben wir nochmal ausführlicher auf. HIer die Kurzversion für die Lesefaulen Leute: Wir machen ab Sonntag ORangepicking, gestern war es 46 Grad hier und heute ist es immernoch extrem heiß. UNs gehts gut, wir sind in einem kleinen Hostel für 25 Leute und alle sind lieb und nett. Haben 5 Minuten Fußweg zum Woolwoth (großer Supermarkt) und 10 Min zur Bibliothek wo wir Internet benutzen können. UNsere neue Adresse für höchstwahrscheinlich bis nach Weihnachten ist:

 

Renmark & Paringa Backpackers

46 Seventeenth Street

Renmark South Australia 5341

 

Wink mit dem Zaunpfahl: Packete und Post hierher :)

 

Ok, wir müssen nun das nächste Gebäude mit Aircondition aufsuchen und mal was Essen und Trinken. Liebe Grüße an alle und unsere Stimmung ist gut weil nun alles besser wird :)

 

Haut rein und machts gut nech,

Simon und Nora

 

Moin Leute,

 

wieder ist eine Woche und ein paar Zerquetschte um und wie melden uns mal wieder. So viel ist nicht passiert, wir haben immernoch unseren Pruningjob und verdienen Geld und machen den restlichen Tag Essen oder gehen im Pool schwimmen oder spielen Billard oder schnacken mit den Leuten hier.

 

Letztes Wochenende hats n mega heftiges Gewitter gegeben und das muss wohl das heftigste seit sehr langer Zeit gewesen sein. In der ganzen Region wurden tausende Blitze gezählt und hunderte sind irgendwo eingeschlagen. Hier ist ein Blitz in die Antenne 20 Meter neben dem Haus eingeschlagen, alter Schwede, so einen lauten Knall haben wir alle noch nicht gehört. Leider waren Nora und ich im Haus (was dem Geräusch aber keinen Abbruch getan hat, ist ja nur Spanblatte die Wand und Pappe die Tür) und nicht draußen... aber ganz viele Leute waren draußen und die haben sich soooo erschreckt, war ja auch genau nebenan. Danach saßen wir noch kurz auf der anderen Seite vorm Haus und haben über den See geguckt und die Blitze angeschaut und da ist auf der anderen Seite auch ein paar Mal der Blitz eingeschlagen und es hat 2 Grasfeuer gegeben durch die Einschläge, aber wohl nichts passiert.

Nora und ich haben uns von dem einen Iren, bevor der gefahren ist, zeigen lassen wie man die Waschmaschinen mit Wattestäbchen knackt :) Haben da auch kein schlechtes Gewissen bei, weil die Kackmaschine erstmal nur kalt wäscht und dann eigentlich gar nicht wäscht weil die halt kacke ist. Also Flecken gehen gar nicht raus und sauber wird die Wäsche auf keinen Fall. Und da dann 3 Dollar pro Wäsche und 2 Dollar pro Trockengang für bezahlen? ... Nö, nix da! Wir "waschen" nun schon seit 2 Wochen umsonst und auch der Trockner ist für uns umsonst. Hat sich bei den Franzosen rumgesprochen und die kommen nun immer zu Nora, damit sie die Maschine zum Laufen bringt, sehr witzig xD

 

Zu Simons Pruningjob, meine Gebete wurden erhöhrt.... also fast, mein Supervisor hatte keinen Herzinfarkt, aber ich bin ihn trotzdem los :) Am Donnerstag letzte Woche wollte ich den Job eigentlich hinschmeißen und was anderes machen weil es absolut nicht mehr ging. Kim, mein alter Supervisor, hat jeden Tag ein paar neue Dinger gebracht... Am Donnerstag meinte er dann zu mir, als 3 Leute am Wasser trinken waren "Simon, hör auf das Wasser zu trinken, ich kann nicht jeden Tag Wasser herschleppen" ... Mir ist dazu einfach nichts mehr eingefallen... dieser dämliche Idiot hat mich am Anfang noch angekackt als ich morgens meine Mütze nicht gleich um 6 Uhr aufhatte und meinte ich hätte ja dafür unterschrieben eine Mütze zu tragen .... auf dem gleichen Scheißzettel steht aber auch, dass der Supervisor Wasser bereit stellen muss..... naja egal, braucht man nicht erklären, der Typ hat n Schuss nicht gehört.

Also, wie dem auch sei, jedenfalls sind wir alle nun letzten Freitag in eine neue Gruppe gekommen mit einm neuen Supervisor und anderen echt netten Leuten und Feldern, in denen einfach viel viel weniger zu tun ist als auf den Felder, auf denen wir vorher waren. Das ist einfach soo geil cool nu. Der Supervisor, Paul ist 42, voll tätowiert, sieht aus wie 30 und ist mega gut drauf. Ist total interessiert an den Leuten und erzählt mega viel und ist ein echt netter Typ. Hat eine Frau auf den Phillipinen und hat auch eine Tochter mit der und ist nur zum Arbeiten in Australien. Spricht und schreibt auch fließend Japanisch (durch seine erste Ehefrau) und hat aber Familie in Australien. Hat uns gleich für den 28.12. alle zu sich nach Hause zu einer Party eingeladen, auf der seine Mutter wohl für alle kocht und wir nur unsere Getränke mitbringen müssen. In der Gruppe sind dann noch 2 Australier, einer mit Frau und Kindern (Clarky) und ein etwas Jüngerer (Bobby) und ein Inder, der 32 Jahre alt ist, wie 18 aussieht und mit Spitznamen Kaka heißt.... Er wohnt schon 4 Jahre in Australien und heißt eigentlich Barminda. Und die Stimmung ist der Hammer, alle voll fröhlich und wir unterhalten uns viel und es ist einfach ein Himmel-Hölle-Unterschied zu vorher. Auch die Arbeit an sich ist viel besser, obwohl wir nun 45 Min morgens zur Arbeit fahren und ich daher schon um halb 5 aufstehen muss. Auch obwohl wir 8 Stunden jeden Tag arbeiten. Paul sucht extra Felder, die etwas arbeitsintensiver sind, für den Morgen raus und nach der Mittagspause gehts dann zu einfacheren Felder, durch die man einfach nur durchlaufen muss und ab und zu mal nen Trieb abknipsen oder abtreten muss. Und ich kann meine Füße benutzen und es ist ihm, logischerweise, scheißegal mit welcher Hand ich die Schere halte. Paul meinte auch er kann Kim nicht leiden und hat uns Storys von ihm erzählt wie dumm er sonst so ist. Alles sehr gut zur Zeit :)

 

 

Schade ist nur, dass wir ab Freitag wieder einen neuen Supervisor bekommen und woanders hin müssen und dann auch wohl nur noch eine Woche Arbeit haben und der Job dann endet. Aber die Einladung zu der Party steht noch meinte Paul und Nora darf natürlich mitkommen meinte er.

Am Wochenende warenwir dann auf einem Festival hier im Nachbarort, Riverstock...also das Festival. War so eine Art Hippiefestival für die Bevölkerung hier im Riverland. Riverland ist die ganze Gegend zwischen Waikery, Loxton und Berri... wir sind mit Barmera genau in der Mitte. Auf dem Festival waren wir Samstag Abend... leider hat uns Murray, der Besitzer des Hostels schon um halb 11 abgeholt.... weil er dämlich ist vermute ich. Laufen wäre leider zu weit gewesen. War ganz witzig irgendwie und hat auch nur 7 Dollar gekostet... das verdienen wir in 20 Minuten xD

 

Ganz nett war noch, dass die Franzosen hier bei uns im Zimmer, also Janni und Paul, uns oft was von ihrem Essen über lassen. Die kochen nämlich recht gerne und können das auch wirklich gut. Dann haben wir letztens für die Schnitzel mit Bratkartoffeln und Salat gemacht und die quasi eingeladen. Da haben die sich gefreut und uns am Tag darauf eine echte Mousse au Chocolate gemacht.... ganz schön lecker.

 

So, das wars schon wieder. Wir werden weiterhin Pruning machen und hoffen, dass die Arbeit nicht zu schnell getan ist... das ändert sich hier nämlich tagtäglich. Also die Jobs sind hier so sicher wie die Wettervorhersage für nächstes Jahr. Anfang bis Mitte Dezember soll dann aber Stonefruitpicking losgehen, also Pfirsiche und Aprikosen. Und da die Früchte empfindlich sind, wird das pro Stunde bezahlt. Hoffentlich gehen die Jobs dann ohne große Pause in einander über. Und zur Not kann man wenn eine Woche Pause ist noch Orangepicking oder sowas machen. Vielleicht ergibt sich ja auch noch was mit Kirschen oder Knoblauch. Ein paar Leute haben letzte Woche für 5 Tage Garlicpicking also Knoblauch ernten gemacht und damit echt gutes Geld verdient. War zwar wohl auch echt harte Arbeit, aber ein bin hat 100 Dollar gebracht und ein Typ (der aus Estland) hat sogar 2 bins an einem Tag geschafft.... in ca 9 Stunden....

 

Liebe Grüße an alle und schön, dass ihr ab und zu ins Gästebuch schreibt, da freuen wir uns immer mega drüber :) weiter so Leute!

 

Haut rein!

Moin Leute, kleiner Hinweis:

 

Wenn uns jemand was schicken will, wir sind ja erstmal bis auf weiteres hier in Kingston und unsere Adresse hier ist:

 

Simon Emken oder Nora Wibke Ebner oder beides...

Postbox 5

Kingston on Murrays

South Australia 5331

 

Man sollte aber die Zollvorschriften für Australien beachten, die sind ganz schön streng bei Lebensmitteln ;)

 

Aso und morgen oder so laden wir nochmal einen Bericht hoch :) FREUDE!

 

Haut rein nech

27.10. - 05.11.2012



Eine weitere Woche Arbeit geschafft



Moin Leute,

haben eine weitere ereignisreiche aber phasenweise auch langweilige Woche hier im Arbeitslager verbracht. Gleich Samstag, als wir für den Abends das Halloweengrillen geplant hatten, stieg die Spannung, als die Polizei hier auf einmal aufgetaucht ist. Die Iren und noch viele mehr haben erstmal panisch ihre Drogen versteckt und in Sicherheit gebracht bis sich dann herausgestellt hat, dass die Polizei nur einen zukünftigen Bewohner hier mit Sack und Pack abgeliefert hat. Ein Franzose, der hier dann mit 2 Koffern und ca 30 Plastiktüten voll Lebensmitteln abgegeben wurde. Das war vielleicht was, der war voll auf Drogen oder so und hat die ganze Zeit mit sich selber geredet und fing dann an seine Lebensmittel hier in die Kühlschränke zu verteilen und hat mega die Freakshow abgeliefert. Leley war noch nicht da, aber hat der Polizei wohl telefonisch gesagt, dass der Typ hier einziehen kann. Der Typ hat dann die ganze Zeit vor sich hingelabert und ist total gestresst auf und ab gelaufen und hat dann fast angefangen zu heulen und ist dann voll aggressiv geworden und hat einen kleinen Spiegel von sich aufm Tisch zerschlagen. Dann ist er raus und hat sich 2 Flaschen Bier über den Kopf ausgekippt und hat weiter seine Lebensmittel und sein Hab und Gut in der Gegend verteilt und untergebracht. Irgendwann kam Mattio, der Italiener, und hat ihn gegrüßt, woraufhin der Franzose seinen Schniedel rausgeholt und ihm gezeigt hat. Mattio meinte aber er wäre ziemlich klein gewesen.... Naja jedenfalls hat er auch die Leute auf französisch beschimpft (wir haben hier ja noch mehr Franzosen, die uns dann erzählen konnten was der so geredet hat) und meinte "wollt ihr Koks kaufen? Ihr Wichser!" und sowas wie: "Ich habe meinen eigenen Film grade, ich rede nicht mit euch" ... sehr sehr gruselig der Typ und total durch im Kopf. Irgendwann ist der dann auf Unterhose hier rumgelaufen und war immernoch total druff. Als Lesley dann kam und ihm das Zimmer Nummer 8 gegeben hat, haben wir den Estländer ausgelacht, weil der das Zimmer mit dem Verrückten teilen musste. Aber so weit ist es nicht gekommen, da wir Lesley gesagt haben, dass der den Verstand verloren hat und daher nicht hier bleiben kann. Lesley hat dann die Polizei gerufen, die gekommen ist und ihn wieder mitgenommen hat. Der Beamte hat den Franzosen dann mit Handschellen abgeführt und der hat sich noch etwas gewehrt und rumgeschrien und im Auto total die Show abgeliefert und noch im Käfig (war son Gefangenentransporter-Pickup) randaliert und gegen die Wände getreten. Richtig was los gewesen in unserem sonst so langweiligen Arbeitslager... Junge Junge! Später hat sich dann rumgesprochen, dass der wohl aus einem anderen Hostel rausgeflogen ist, weil er ein Messer dabei hatte und seine Freundin ihn wohl verlassen hat und er dann total unzurechnungsfähig geworden ist und sein bester Freund dann die Polizei gerufen hat. Als der dann weg war und die Polizei seine Reisetaschen abgeholt hatte, hatte die keine Lust seine 30 Tüten mit Lebensmitteln mitzunehmen und hier ging das große Plündern los. Nur war da nicht viel zu holen, weil mega viel verschimmelt war und alles offen und abgelaufen und eklig versifft war. Der hat anscheinend in dem vorherigen Hostel einfach alles an Lebensmitteln eingepackt und geklaut oder so... sehr komischer Typ....

Am Abend haben wir dann groß gegrillt und Nora hat sich als Vampierschulmädchen verkleidet mit einer Ketchup-Feuchtigkeitscreme-Mischung als Kunstwunde im Gesicht und Pipilangstrumpfzöpfen. Essen war lecker und Bier auch und später haben wir noch alle am Lagerfeuer gesessen und geschnackt. Das war nett und joa... ich bin glaub ich schon um halb 12 ins Bett gegangen, weil ich total müde war, weil wir ja unter der Woche immer um 5 aufgestanden sind.

Simon Pruningjob hat sich unter der Woche dann als extrem sehr viel anstrengender herausgestellt als zuerst gedacht. Nicht nur Körperlich ist das echt krass, da man die ganze Zeit Triebe auf Bodenhöhe knipsen oder ausreißen muss, auch nervlich ist das ziemlich aufreibend, da der Supervisor ein idiotischer Alkoholiker ist, der mit Macht nicht umgehen kann. Wie ich ja vorher schonma geschrieben hab, sind Nora und ich nicht inder gleichen Gruppe, und nachdem die Gruppe vor kurzem gespalten wurde, wurde einer aus der Gruppe kurzerhand zum neuen Supervisor der zweiten Teilgruppe gemacht. Kim,so heißt der Versager, ist so vll 60 Jahe alt, ein absoluter Griesgram und wenn er schlecht drauf ist, was oft der Fall ist, dann lässt er das gnadenlos an anderen Leuten aus. Und dass er nun zum Boss gemcht wurde hat ihm einen Schub verpasst, mit er nicht umgehen kann. Er hat mit 4 Tage lang versucht beizubringen wie man scheiss Triebe knipst. Eine Arbeit, die man in 5 Minuten lernt und nach 15 Minuten perfektioniert hat. Entweder hat er selber damals enorm lang gebraucht, um den dämlichen Job zu lernen, oder er hält mich für einen absoluten Vollidioten. Ich glaube eher, dass er ein tyrannischer Depp ist, der Spaß daran hat andere Leute dum m anzumachen. Er hat mir dann verboten mit der rechten Hand Triebe abzurupfen und mit der linken Hand die Rosenschere zu halten. Er meint wenn ich rechthänder bin, dann muss ich die blöde Schere auch in der rechten Hand halten. Vorher meinte er dann zu mir, dass ich die großen Triebe rausreißen soll und nicht abknipsen soll, was auch gut geht und was ich auch so mache. Danach meinte er dann ich soll verdammtnochmal die Schere benutzen und nich nur die Triebe rausreißen. Er sagt erst das eine und dann irgendwann das Gegenteil. Als ich zu ihm dann irgendwann meinte er soll aufhören mir das Triebe knipsen beizubringen und mich meinen Job machen lassen ist er etwas ausgerastet und meinte, wenn er mich noch einmal die Schere in der flaschen Hand halten sieht, dann feuert er mich. Als ich gefragt hab, warum ich denn nun langsamer und vielleicht sogar weniger ordentlch arbeiten soll und was der Grund für die dumme Idee ist, meinte er "weil ich das gesagt habe und weil ich der Boss bin" ... Was soll man zu so einem schlagefertigen Argument noch sagen? Jetzt geht die Arbeit gut, wenn ich die Weinreben auf der linken Seite von mir habe und schlecht wenn die Reben auf der anderen Seite von mir sind... es sei denn ich dreh mich um und arbeite rückwärts, was ich zur Zeit auch tu. Dumm ist nun aber, dass ich die ganze Zeit auf das linke Knie runter gehen muss und nicht wie vorher die Belastung auf beide Knie und somit gleichmäßig verteilen kann. Mir tut nun der Rücken und das linke Knie weh, weil der Scheißidiot meint er ist der Boss und ich muss die Schere so halten wie er das gerne möchte. Tolle Wurst, das ist also nun mein Job. Vielleicht geb ich ihm einfach eine Kopfnuss und scheiß auf den Job, mal sehen.

 

 

Simon steht nun zur Zeit immer um 4:45 auf und fährt zur Arbeit um halb 6 los. Die Arbeit beginnt dann um 6 Uhr weil es Mittags einfach zu heiß wird und man nicht mehr arbeiten kann. Nora steht um 5 auf und fährt um kurz vor 6 los. Los gehts bei ihr um halb 7. Diese Woche haben wir sechs Tage gearbeitet. Noras Supervisor ist dagegen nur Alkoholiker und Kolerika. Aber immerhin hat er Sie schon auf ein Bier nach der Arbeit eingeladen und rastet nur einmal am Tag aus. Nora muss zwar länger zu Arbeit fahren, sieht dafür aber auch jeden Tag Kängurus, giftige Spinnen und ab und zu auch Schlangen. Und das witzigste ist, wenn die Vögel in den Weinreben bis zur allerletzten Sikunde warten, und dann direkt vor deinem Gesicht raus schießen. Heidenzack da erschreckt man sich so dolle, dass ein Junge wie ein Mädchen anfängt zu schreien.

 

 

Hm... was ist sonst noch so passiert letzte Woche? Die Iren sind nun mittlerweile alle weg. Der eine hat nen besseren Job in Perth als Betonmischer oder so gefunden, der andere hat keine Verlängerung für sein Visum bekommen und muss zurück anch Irland und der dritte geht mit seiner Freundin woanders hin, weil seine Freundin da wohl arbeiten kann und dann Anspruch auf die australische Staatbürgerschaft bekommt. Und dann sind noch ein irischer Typ und ein irisches Mädel mit dem visalosen Iren zusammen mitgefahren. Der Typ aus Estland und die zwei Asiatinnen fahren auch heute und dann wird es etwas leerer, was aber gar nicht schlecht ist, weil dann neue Jobs nicht gleich weg sind und wir nach dem Pruningjob eher einen neuen Job bekommen, weil wir dann schon recht lange hier sind.



Oh und Mittwoch musste ein Australier, der hier wohnt und David heißt, ins Krankenhaus weil er Schüttelfrost und Fieber hatte und Blut erbrochen hat ... dort hat sich dann rausgestellt, dass er zwei Tage vorher wohl von ner giftige Spinne 6 mal ins Bein gebissen wurde und das die Vergiftungssymptome waren. Er hat dann dort ein Gegengift bekommen und dann hatte er nur noch einen weiteren Tag lang Kopfschmerzen und dann wars wieder gut. Er hat das nichtmal gemerkt bei der Arbeit, dass ihn die Spinne gebissen hat und er hatte auch lange Jeans an... kann echt schnell gehen sowas.

Das Eilight in der Pause
Das Eilight in der Pause

Sonst haben wir uns die Zeit mit unterhalten, Essen, Schlafen, Billard spielen und rumsitzen vertrieben. Ab und zu gehen ein paar Leute mal Fischen unten am See aber bisher wohl ohne großen Erfolg.



Interessant ist echt, dass man hier grade mehr über Europa lernt als über Australien... Das tolle ist ja, dass wir hier mit Italienern, Franzosen, Briten (die aber sagen sie sind Engländer und sauer werden wenn man sie Briten nennt) und Iren und Australiern und Taiwanesen und Hongkongchinesen (auch liebevoll Hongkonesen genannt) zusammen hocken und man erstmal merkt wie tief bei den gazen Leuten noch die alten Konflikte aus historischen Zeiten drin sitzen... wir deutschen reden immer nur über den zweiten (und ab und zu den ersten) Weltkrieg und viele reduzieren ihr Wissen über Deutschland auch darauf ..... und das, obwohl wir alle noch lange nicht gelebt, geschweige denn in Planung gewesen sind, als der Krieg tobte. Naja wie dem auch sei, jedenfalls hacken die Briten au den Australiern rum, es sei immernoch nur die Gefängniskolonie und Australier verhhnen die Briten für Ihre Blödheit und die Franzosen sagen, die haben ja eigentlich Australien zuerst entdeckt, was aber eigentlich nur Tasmanien war und der Rest dann von den Niederländern und den Briten "entdeckt" wurde.... und die Franzosen und die Briten ärgern sich wegen irgendwelcher Kriege aus dem späten Mittelalter und die Engländer und die Iren können sich ja eh nicht aufs Fell gucken und sagen jeder habe die beste Arme, wobei die Iren wohl gar keine haben zur Zeit, aber in der Vergangenheit die bessere gehabt haben.... Ach und de Engländer können die Schotten auch nicht leiden ... usw usw..... hm.... die Italiener sind eigentlich ganz friedlich bis jetzt ..... obwohl, die haben die Mafia und die soll hier in Australien auch ganz stark sein und überall ihre Finger mit im Spiel haben.... Aber keine Sorge Leute, das ist eigentlich alles nur gefasel und keiner ist wirklich auf Stress auf, ein großes Piesacken und Aufziehen ... Auch wenn es etwas befremdlich ist von den Engländern mit dem Hitlergruß begrüßt zu werden ... für die alles nur ein Witz ....



Also, wir halten die Ohren steif und uns munter und wünschen euch viel Spaß mit dem Herbstwetter ... hatten heute einen kleinen Vorgeschmack was wettertechnisch bei euch so los ist.... wobei das eher Aprilwetter ist... heut morgen vorm Sonnenaufgang war es 27 Grad und dann wurde es gegen Mittag kälter und regnet seitdem ... seltsam, aber war zum arbeiten ok das Wetter.



Machts gut alle miteinander!

Simon und Nora

14.10. - 26.10. 2012



Arbeit – keine Arbeit – Arbeit – keine Arbeit – Drecksloch – nette Leute - Vollidioten



Moin zusammen, ich sitz hier grade in meinem Bett, aus dem Nachbarzimmer schallt Techno und draußen betrinken sich die Arbeitslosen wieder aus purer langeweile. Es ist ungefähr Mittag und ich bin einer der gelangweilten Arbeitslosen, allerdings ohne Bier. Wie unsere Woche bisher hier im Arbeitslager war? Sehr unterschiedlich. Von himmelhoch jauchzend bis abgrundtief enttäuschend...



Fang ich mal an. Wir kamen also Montag vor einer Woche hier im Hostel an und haben von Lesley, der Dame aus dem Büro hier, die alles managed, erfahren, was das Hostel alles zu bieten hat. Es werden Jobs besorgt, man wird zum Job gefahren und wieder abgeholt, man wird in die nächste Stadt zum einkaufen gefahren, es gibt einen Pool, ein Zimmer hat 6 bis 8 Betten und draußen gibt es einen großen Gasgill, auf dem alle zwei Wochen ein großes kostenloses Barbeque für alle gemacht wird. Waschmaschinen gibt es, Wifi-Internet gibt es wieder ab Mittwoch, da es grade kaputt ist. Einen Pool gibt es hinter dem Haus, einen Billardtisch im Aufenthaltsraum, einen großen Fernseher mit Videoplayer und DVD-Player und einer Playstation gibt es im TV-Room. Außerdem sind hier viele nette Leute. Ab Mittwoch steht wohl Kirschenpflücken auf dem Programm, die brauchen viele Leute – für einen Job ist dann also wohl gesorgt.



Klingt ja alles ganz gut soweit nech... Nun mal kurz ein Eindruck, wie es hier aussieht und abläuft. Dummerweise haben wir das erst mitbekommen, nachdem wir uns entschieden hatten hier zu bleiben und die 155 Dollar für die erste Woche bezahlt hatten. Ich weiß gar nicht wo ich anfangen soll. Also, das Internet ist bis heute nicht repariert worden, weil der Besitzer, Murray ein absolutes Arschloch ist, aber dazu später mehr. Der Pool beherbegt mehr Dreck als Wasser und ist auch kaputt (wurde aber, oh Wunder, am Wochenende repariert). Das ganze Hostel ist ein einziges Drecksloch. Eine Absteige wie wir sie noch nicht erlebt haben. Dagegen war jedes ranzige Hotel in Thailand besser. Überall stinkt es, weil die Mülleimer nicht geleert werden. Überall sind Löcher in den Türen und alles ist heruntergekommen und notdürftig geflickt mit Klebeband oder halt auch nicht geflickt. So gut wie alle Moskitonetze an Fenstern und Türen sind kaputt und bringen einen Scheiß. Der Grill starrt vor Dreck und da würd ich niemals in meinem Leben Essen drauf legen. Der wurde auch noch nie sauber gemacht glaub ich. Die Waschmaschine war auch kaputt, wurde dann aber Mittwoch repariert. Überall liegt Müll und Dreck rum. Flaschen und Dosen und alles Mögliche an Abfall ist überal verteilt. Die Grünflächen rund um das Hostel sind übersäht mit Müll. Das Wasser aus den Wasserhähnen stammt aus dem nahegelegenen See und ist braun bis ocker-gelb. Damit muss man sich auch duschen. Es gibt einen Trinkwasserhahn draußen aus dem das Wasser nur tropft und es dementsprechend bis zu 5 Min dauert bis ein Kochtopf voll ist. Die Küche... alter Schwede, sowas ekliges hab ich noch nicht gesehen. Der Gestank, die Essensreste überall, es gibt nur 2 mega eklige Schwämme und eine noch wiederliche Bürste, alles Geschirr ist voll verdreckt und die Kühlschränke sind total überflutet mit Essensresten und Dreck. Die Kühltruhe schließt nicht, weil sie total berfüllt ist und die Leute immer mehr oben drauf legen. Auf dem Platz vor dem Hostel, wo die Autos stehen, liegen zermatschte Orangen und so rum, weil die Leute die aus Langeweile durch die Gegend pfeffern. Es gibt hier tausende Spinnen und überall ist Ungeziefer. Manche hatten Kakerlaken im Bett. Überall sind Spuren von Vandalismus und idiotischer mutwilliger Zerstörung. Auf die Sofas setzen wäre Selbstmord bei dem Getier das darin wohnt und der Billardtisch ist kurz vorm Auseinanderfallen. Die meisten Leute hier benehmen sich so asozial daneben und machen soviel Scheiße und alles dreckig.

Es gibt da sone Gruppe von Iren... sowas ekelhaften haben wir noch nicht gesehen, die rotzen überall hin wo Leute Barfuß oder mit Flipflops laufen, die haben am Wochenende ihre Zimmertür im Suff zerlegt, sind immer besoffen oder bekifft, schmeißen mit Essen und Müll rum und hören mega laut ihre Scheiß Technomusik (Die haben sich dann die Tür vom Waschraum genommen und haben die jetzt als Zimmertür und der Waschraum hat keine Tür mehr). Der eine von denen könnte glatt als Gorilla im Zoo durchgehen, der hat sooo einen unglaublich dämlichen Blick, aufgepumpte Muskeln und einen IQ von schätzungsweise 3. Das ist so heftig, wie eklig Menschen sein können. Der kann nichts als Nahrung in Scheiße verwandeln und andere Leute mit seiner Anwesenheit belästigen. Da könnte man echt zum Sozialdarwinisten werden. Biomasse mit einem Stoffwechsel und Reflexen... mehr ist der nicht... aber gut, lass ich das, schreib hier ja öffentlich.



So... das nur ein paar Eindrücke... kommen wir mal zu Lesley. Lesley ist eine ca. 50 Jahre alte Mutti, die das hier alles managen muss. Die Frau ist für alles zuständig und maßlos überfordert. Sie muss sich um einfach alles Kümmern. Von dem gazen Bürokram und dem organisieren des Hostels, über die Abwicklung der Bezahlung von 50 Leuten bis hin zu alles instand halten, Dinge reparieren, Flurschäden beseitigen, putzen. Die Frau tut mir so leid, weil sie einfach alles machen muss und der Besitzer, Murray ist einfach ein Arschloch. Er hat Lesley seit 3 Monaten nicht mehr bezahlt, ist wohl reich genug und meint er hat kein Geld für Reparaturen, Renovierungen und Ausgaben, die man machen muss, um ein Hostel in Stand zu halten. Murray ist so ungeführ 70 und ein absoluter Idiot. Der stellt einfach kein Personal ein, obwohl es hier eigentlich Jemanden geben müsste, der putzt, dann Jemanden, der Jobs organisiert und dann jemanden, der den ganzen Bürokram macht und im Prinzip müsste dieses ganze Disaster abgerissen, planiert und neu gebaut werden. Das ist hier alles mehr als Abrissreif. Lesley ist ein sooo lieber und engagierter und sympathischer Mensch. Sie abeitet hier rund um die Uhr, 7 Tager die Woche und hat wohl seit einem Jahr keinen einzigen Tag mehr frei gehabt. Das Problem ist auch, dass Lesley nicht wirklich ein System hat und auch nicht so richtig organisiert ist. Geht aber auch nich, weil sie dafür A nicht ausgebildet ist und sowas nie gelernt hat und B ihr von Murray nur Steine in den Weg gelgt werden. Der Typ ist eh so ein Idiot, der lässt hier alles so wie es ist und macht nur das absolut nötigste und redet sich ständig raus. Und statt mal jemanden einzustellen, kommt der hier alle 2 Tage mal vorbei und spült ein wenig Geschirr ab und putz den Ofen, vergisst das dann irgendwann mittendrin zu Ende zu machen und fährt wieder weg und lässt einen auseinandergebauten Ofen zurück. Der Typ ist absolut durch und ein extremer Trottel.

Ok, reicht erstmal, komm ich mal zu der Katastrophe mit den Jobs hier. Es hieß ja, ab Mittwoch Cherry picking. Dienstag morgen weckt mich Lesley um kurz nach 6 und sagt "Simon, do you wanna go pruning? 2 Minutes departure!" .... und ich "öhm joa nö weiß nich" gedacht und "Actually i am not sure" gesagt.... 2 Minuten hätte ich gar nicht geschafft, hatte ja auch nix zu Essen vorbereitet und so. Naja im Nachhinein bereue ich das etwas, was später klar wird. Am Dienstag dann sollten sich die Leute in Listen eintragen, also ob man Früchte ernten oder in der Verpackungsanlage arbeiten will, also im packing shed. Dann hieß es ja, Jungs dürfen nur picking machen und Mädchen können sich das aussuchen. Packing shed ist etwas relaxter und wird genauso bezahlt. Ok, eingetragen und auf Mittwoch gefreut. Dann hieß es irgendwann, dass die eine Liste mit den packing shed weg ist und sich alle nochmal eintragen müssen und dann aber nur die ersten 10 den Job bekommen und Nora war dann plötzlich auf Platz 15 oder so und vorher aber auch Platz 4. Ich konnte dann Cherry picking machen und Nora hatte plötzlich keinen Job. Zum Glück hieß es dann, dass Nora Mittwoch weeding machen konnte. Weeding heißt Unkraut aufm Zwiebelacker rupfen. Das gab sogar 20 Dollar die Stunde vor Steuern. Kirschen pflücken gab 19 Dollar die Stunde.



Sind dann Mittwoch mitten in der Nacht aufgestanden und los zum Kirschenbauern. Angekommen und erstmal gewundert, warum a plötzlich immer mehr Leute kommen. Irgendwann waren da aufm Hof um die 60 Leute, die arbeiten wollten und wir haben dann an dem Tag 4 Stunden Kirschen in Behälter geplückt und dann hieß es plötzlich vom Farmer, ja die Kirschen sind noch nich wirklich reif und zu viele Leute sind da und daher brauchen wir erst Montag wieder kommen. Was für eine Scheiße. Damit hätte Simon dann genau 4 Stunden die Woche gearbeitet und damit 66$ verdient und 155$ Miete bezahlt. Tolle Wurst. Wir haben uns dann überlegt den Laden hier zu verlassen und nach Mildura in ein Workinghostel zu gehen und dort zu arbeiten. Wir haben dann die Frau dort angerufen und die meinte, ja zu 98% bekommen wir einen Job am nächsten Tag. Wir also am Donnerstag etwas länger geschlafen und wollten dann nach Mildura. Beim Aufstehen gucken wir aufs Handy, eine SMS von dem Hostel aus Mildura, wir haben doch keinen Job wenn wir da ankommen und müssten dann dort warten. Richtig Scheiße, die Stimmung war voll im Keller. Damit hatten wir noch einen Tag verschwendet und keinen Job und Nora konnte nicht weeding machen weil wir ja länger geschlafen hatten und nicht damit gerechnet hatten. Irgendwann kam Lesley dann zu Nora und meinte Sie könnte den Pruningjob machen. Da haben wir uns dann entscheiden im Hostel zu bleiben, weil Nora n sicheren Job hatte.... sofern hier irgendwas sicher sein konnte, und nur noch ich einen Job brauchte. Nora ist also Freitag morgen aufgestanden und ich hab mich entscheiden auch aufzustehen und auf gut Glück in ein Auto zu hüpfen und vielleicht einen Job zu bekommen, weil hab gehört, dass andere das auch so gemacht haben beim weeding. Bin also hoch und als es dann losging meinte Lesley, jo steig ein, kannst weeding machen.



Mein Weegindjob sah dann so aus, dass wir zu einem Zwiebelacker gefahren sind vom größten Farmer hier in der Region und dem größten Kartoffelbauern Australiens. Ein Par Fakten. Der Famer stellt hier in der Region über 300 Leute ein. Die haben Baumschinen für den Straßenbau und über 40 große John Deer Traktoren. Das Wasser, was die verbrauchen zum bewässern der Ersnte, hat einen Wert von 60 Millionen Dollar im Jahr und der Farmer baut Kartoffeln, Getreide, Zwieblen, Kühe und Schafe und weiß der Geier was noch alles an. Die Arbeit besteht für uns jedenfalls daraus, dass wir durch die Reihen Zwiebeln laufen und unkrautbüsche rausrupfen. Ab und zu ist da so viel Unkraut, dass man auf allen Vieren durch den Acker kriecht und rechts und links einfach alles rausrupft. Manchmal sieht man vor lauter Unkraut die Zwiebeln gar nicht mehr. Dabei gibt es keinen Schatten und morgens ist es arschkalt. Bis die Sonne dann rauskommt, dann wird es unerträöglich heiß und man wird von der Sonne gebraten. Hatte am ersten Tag meinen Hut vergessen und mir war dementsprechend nach 4 Stunden ganz schön schwindelig. Hab dann aber vom Vorarbeiter (Supervisor hier) einen Hut bekommen. Noras Job sieht so aus, dass Sie neue Triebe an Weinreben auf Bodenhöhe und am Stamm der Rebe bis Bauchhöhe abknipsen muss. Ebenfalls nicht wirklich Schatten, da die Reben nur Mannshoch sind und auch extrem anstrengend für Rücken und Knie und Beine und Füße, da man Kilometer läuft am Tag.

Am Samstagkonnte ich zum Glück nochmal weeding machen und Nora auch pruning. Blöd war nur, dass wir nur immer 6 statt 8 Stunden gearbeitet haben. Sonntag gab es dann keinen Job und wir waren im Glauben, dass alles gut ist nun. Tja, Fehlanzeige, die Odyssee geht noch weiter.

Montag wollte ich wieder weeding machen, Sonntag kam aber Lesley und meinte derSupervisor will eine feste Gruppe, die sich nicht ständig ändert und daher sollen nur die Leute arbeiten, die schon länger weeding gemacht haben. Toll, Simon war also wieder arbeitslos.Es hat sich dann aber ergeben, dass ich Orange picking gehen könnte am Montag. Hab das dann gemacht.

Die Arbeit war vielleicht beschissen. Wir wurden pro bin, also Behälter, bezahlt. Man bekam einen Sack, den man sich vor den Bauch geschnallt hat, und dann musste man die Bäume leer pflücken und auch auf Leitern rauf. Ein bin hat ungefähr so 20 Säcke gefasst und bei Orangen normaler Größe konnte man pro Stunde einen bin schaffen. Ein bin wurde mit 25 Dollar bezahlt. Örte sich ja so mal ganz gut an. Wenn man gut war konnte man Kohle machen und man konnte sich die Zeit selber einteilen und so. Als wir dann ankamen meinte die Farmerin, steigt ins Auto und folgt mir zu einer anderen Wiese. Die andere Wiese, nicht die, die Lesley gezeigt wurde als sie den Job rangeholt hat, hatte Bäume, die kein Stück geschnitten waren und Orangen, die kleiner als Limonen und Zitronen waren. Orangenbäume haben etrem fiese Stacheln und man reißt sich den ganzen Arm auf. Die scheiß kleinen Orangen haben den bin ienfach nicht füllen wollen und ich hab mich soooo beeilt und hab für einen bin 2 1/2 Stunden gebraucht. Auch meinte die Farmerin, dass wir mit Bäumen anfangen sollten, die unten schon leer geplückt waren und wir daher die ersten Bäume mit Leitern leer pflücken sollten, was nochmal länger gedauert hat. Nach den 2 1/2 Stunden haben sich 90% der Leute dafür entschieden wieder nach Hause zu fahren, weil das einfach totale Abzocke ist. Super, wieder ein Tag weg und nur 25 Dollar verdient.

Im Hostel angekommen rief dann die Farmerin irgendwann an und meinte sie wird niemanden für den Tag bezahlen, weil die Bäume nicht richtig leer gepflückt worden seien. Wir haben uns extrem aufgeregt und geärgert weil man die Bäume teilweise gar nicht leer pflücken konnte, da sie ja niemals zurückgeschnitten wurden und daher der Busch so dicht war, dass man nicht innen an die Orangen rankam. 5 Leute sind sogar noch länger geblieben und haben 4 bins gefüllt. Die waren richtig angepisst. Wir haben uns dann entscheiden Sonntag hinzufahren und unser Geld einzufordern. Zur Not mit spontan ausgedachten Mitteln (Letztlich hat die Farmerin dann 20 Dollar pro bin ezahlt...und Lesley hat das Geld eingetrieben).

Dienstag war Nora dann wieder prunen und Simon wieder Arbeitslos weil der Orangepickingjob fürn Arsch war und keiner mehr hingefahren ist. Abzocken lassen wir uns nur wenn sich einer geschickt anstellt, aber sowas dreistes geht nicht klar. Im Laufe des Tages ergab sich dann leider nichts neues. Mittwoch morgen um 6 Uhr dann die Überraschung. Nachdem Lesle abends vorher meinte, ich könne nicht einfach in irgendein Auto hüpfen wegen Job und ich solle mich gedulden, habe ich mir dann auch keinen Wecker gestellt und mich auch nicht auf Arbeit eingestellt. Plötzlich steht Janni an meinem Bett (Janni und Paul sind mit uns im Zimmer und kommen aus Frankreich, Janni ist aber asiatisch, kommt aus dem französischen Teil der Schweiz und hat Familie in Laos und Französisch Guana und hat Paul auf Reisen kennen gelernt und ist mit ihm zusammen.) und meinte "Simon, do you wanna go weeding? Andrew didn't stand up. 5 Minutes we are leaving" .... Ich dann wie vonner Tarantel gestochen ausm Bett in meine Klamotten gefallen und in den Van gestolpert.... Konnt grad noch schnell Zähne putzen und ne Flsche Wasser, 2 Müsliriegel und 3 Möhren schnappen bevor es los ging. Der Tag war so unglaublich anstrengend... ohne Frühstück und Kaffee und viel Essen dabei dann 6 Stunden schwere körperliche Arbeit. Aber immerhin Arbeit. Hab Jack, den Supervisor am Ende dann gefragt, ob ich morgen wieder kommen könnte und er meinte jo, du bist ein guter Arbeiter, du kannst immer wiederkommen. Yeeha. Blöd nur, dass der Weedingjob nur noch eine Woche ungefähr geht und dann zu Ende ist weil das Feld dann durch ist. Aber gut, immerhin so lange Arbeit. War dann also Mittwoch und Donnerstag weeden.



Der Pruningjob: Mir wurde in Aussicht gestellt, dass der Farmer, der Nora schon eingestellt hatte, bald 10 weitere Leute einstellen will. Der ist aber wohl komisch und will nur Deutsche und Briten einstellen. Und zu Beginn will er auch nur Frauen einstellen. Keine Ahnung was das soll. Aber scheinbar sind die hier alle voll dämlich und rassistisch. Einige Farmer wollen nur die und die Nation und dafür dann keine Franzosen und einige wollen gar keine Asiaten und einige wollen zum Beispiel nur Asiaten für packing sheds und dafür aber nur Frauen da und da und nur Männer da und da. Total behindert, aber was soll man machen. Jedenfalls wurde ich für den Pruningjob immer wieder Tag für Tag vertröstet und ich sollte mich ja gedulden und so... Nora hat dann bei sich nachgefragt, ob die noch einen erfahrenen deutschen Typen brauchen. Der Supervisor meinte dann jo, auf jeden Fall, immer her damit. Wit also zu Lesley und gesagt, dass die mich wollen. Lesley meinte dann, dass der Supervisor gar nichts zu melden hätte und wir uns gedulden müssten bis irgendso ein Paul, der für das Einstellen von Leuten verantwortlich ist, Lesley anruft und sagt, dass er noch Leute braucht und außerdem sollte ich mich ja gedulden, bald würden wir alle nen Job bekommen. Von bald und Geduld und so kann ich mir aber nichts kaufen und daher hab ich nicht Däumchen gedreht, sondern wir haben weiterhin versucht mir nen Job zu beschaffen. Also ist Nora wieder zu dem Supervisor und hat dem gesagt, er soll Paul bescheid geben, dass er Lesley anrufen soll und nach mit fragen soll. Das hat Paul dann beim ersten Mal vergessen und ich war ja wie gesagt dann Donnerstag nochmal weeding machen.



Donnerstag hat Jack, der Supervisor vom weeding, uns alle zum Grillen eingeladen. Jeder sollte 5$ bezahlen und dann sollte es wohl Fleisch und so satt geben, das war ein mehr als günstiger Preis. Donnerstag nchmittag kam dann aber Lesley etwas ungehalten in unser Zimmer und meinte "Simon, you go pruning tomorrow" Und zack, wieder weg. Tjoar, dann gabs für mich leider kein Barbeque, aber immerhin einen Job für die nächsten 8 Wochen.



8 Wochen, weil uns das so gesagt wurde. Am Freitag hat sich dann rausgestellt, dass der Farmer vom pruning doch keine 15 Leute mehr haben will und der pruningjob auch nur 4 Wochen geht. Ziemlich asozial wie mit uns hier herumgesprungen wird. Wir lernen also, traue NIEMALS einem Workinghostel oder einem Contraktor oder einem Farmer, der die Arbeit verspricht, wenn er Miete oder so von dir bekommen will. Tja, auf jeden Fall haben Nora und ich nun beide den Pruningjob, zar in unterschiedlichen Gruppen auf verschiedenen Feldern und der Supervisor in meiner Gruppe ist ein Stinkstiefel, der meint er wär der König und keiner kann so toll Triebe knipsen wie er und er wäre nur von Idioten umgeben.... aber was solls, ich guck am Ende des Tages auf die Uhr und weiß ich hab 120 Dollar verdient.

So, nun ist Wochenende und Halloween steht vor der Tür und wir machen hier am Samstag ein großs Barbeque das vom Pfandgeld bezahlt wird. Hier lag nämlich Pfand im Wert von ungefähr 250 Dollar rum.



Bis denn, wir melden uns demnächst wieder, dann aber etwas kürzer, das war nämlich ganz schön viel zu berichten was hier die letzten 2 Wochen passiert ist. Denke mal in Zukunft wird es langweiliger werden und wir werden einfach nur arbeiten und nachmittags und am Wochenende kaputt und gelangweilt sein.



Liebe Grüße an alle und haut rein nech,

Simon und Nora von weit weg.

05.10. - 14.10.2012



Roadtrip: Perth – Adelaide



So, hier kommt jetzt der heiß ersehnte näcste Bericht über unseren Roadtrip von Perth nach Adelaide und danach erzählen wir noch wo wir nun untergekommen sind und was wir hier für Arbeit gefunden haben und wie es uns so geht. Los gehts:



Tag 1: Unser Wecker hat extrem früh geklingelt, wie die letzten Tage zuvor auch. Wir hatten mit Gerry abgemacht, dass er zu Scott fährt und uns abholt und wir dann losfahren. Wir waren also um 10 Startklar und haben voller Spannung auf Gerry und seinen Campervan, der die nächsten 10 Tage unser zu Hause sein sollte, gewartet. Und gewartet...und gewartet. Haben ihn dann mal angerufen und gefragt wo er bleibt. Er kam irgendwie nich so ganz klar und war zu müde und joa um 12 Uhr ca war er dann da und es konnte losgehen. Haben dann in Perth noch viel zu teuer eingekauft mit dem Wissen, dass es in den Käffern und je weiter man der Zivilisation entflieht immer teurer wird.



Ein paar Worte über Gerry. Gerry ist ein wirklich sonderbarer Vogel. Ein Eigenbrödler und Lebenskünstler und Ex-Hippie und nun bekennender Grünen-Partei-Hasser. Er hat viele krude und extreme Ansichten und flucht den ganzen Tag. Er ist irgendwie spirituell angehaucht bzw. Nach einem Gefängnisaufenthalt erleuchtet worden und will so viel Liebe und Frohsinn verbreiten wie er kann. Er ist 58 Jahre alt, hat 7 Jahre ein Backpackerhostel in Port Augusta betrieben und das schließlich aufgegeben und verkauft, um seiner Tochter ein Medizinstudium zu ermöglichen. Die ist dann nach ein paar Monaten abgehauen und die Kohle war futsch. Seine Tochter ist nun Stripperin in Melbourne und Gerry will sie besuchen und nimmt uns zwischen Perth und Adelaide mit. Er ist Schreiner bzw. Dachdecker von Beruf und verdient damit einen Haufen Kohle. Er muss 2 Wochen im Monat arbeiten um über die Runden zu kommen undwohnt in seinem Campervan. Zur Zeit muss er 30 Strafzettel a 80 Dollar für Wildcampen abbezahlen, weil das in Australien verboten ist. Oh, und er raucht wie ein Schlot und kifft jeden Tag. Er hat irgendwie eine versteinerte Speiseröhre wegen jahrelangem Asbestkonsum auf dem Bau, weswegen sein Arzt ihm rät den Marijuanakonsum zu reduzieren und auf Blätter umzusteigen. Deswegen kann Gerry auch fast nichst Essen, sondern nur Milch trinken, weil er nicht wirklich Schlucken kann ohne Schmerzen zu haben. Also alles in Allem ein echt komischer Kauz, der aber wirklich nett war und überall Leute kennt und herzlich aufgenommen wird. Einige seiner Ansichten sind auf den ersten Blick zwar komisch, aber wenn man mal drüber nachdenkt hat er mit vielem Recht was er sagt, auch wenn ers extrem überspüitzt und übertrieben ausdrückt. Man kann sagen, dass Gerry ein cleverer, netter, verrückter alter Mann ist (dabei ist er gar nicht so alt, aber sein Lebensstil und seine Arbeit lassen ihn sehr alt aussehen).



Wir sind dann nach Frementle gefahren, was ja wie ihr euch erinnert nur 15 Min von Perth weg ist und schon fast ein Stadtteil von Perth ist. Dort hat Gerry uns einen schönen Platz am Strand zeigen wollen und dann zufällig einen Haufen junger Backpacker gefunden, die gut mit ihm befreundet waren und wir haben ein oder zwei Stunden am Strand gesessen und immernoch Hummeln im Hintern gehabt weil wir los wollten...



Irgendwann sind wir dann auch aufm Highway gewesen und haben auf den Ort Margret River zugehalten. Wir haben also noch unsere psychologischen Kilometer bekommen und konnten dann mit einem guten Gefühl die erste Nacht im Campervan aufm Parkplatz kurz vor Ortsschild verbringen. Gerry hat uns sein Bett (Doppelbett hinten im Van) schlafen lassen und es sich selbst vorne aufm Fahrersitz auf ner Tür bequm gemacht.



Davon gabs in Margret River jede Menge... Muh!
Davon gabs in Margret River jede Menge... Muh!

Tag 2: Sind nachm Aufwachen erstmal zum Strand gefahren und haben und da Zähn e geputzt und gefrühstückt. Nora ist dann noch im absoluten Eiswasser bei gefühlten 5 Grad Minus kurz schwimmen gewesen. Danach gings dann weiter Richtung Süden bis an die südwestlichste Spitze Australiens wo wir nochmal die Aussicht genossen haben. Dann ging es weiter nach Osten. Die Landschaft hat sich langsam verändert und die kahre Dürre Mittelmeervegetation ist erst einem immer dichter werdenden kleinen Eukalyptuswald und später einem Wald aus riesigen bis über 60 Meter hohen Eukalyptusbäumen gewichen. Von Anfangs eher flach, ging es dann über in eine leichte Hügellandschaft und die Straße ging kurvig immer wieder Hügel auf und Hügel ab. Unterwegs is Gerry beim Thema Bergbau (mein Gott haben wir in der Zeit viel über alles Mögliche und Gott und die Welt geredet) plötzlich voll in die Eisen gegangen und ausm Wagen gehüpft. In der Hand ein großer Magnet und er hat uns mal gezeigt warum die Erde in Westaustralien rot ist. Das ist komplett alles Eisen (und noch mehr Metallverbindungen)!!! Ganz Westaustralien kann komplett abgebaut werden im Tagebau und verschifft werden. Die Erde da it Magnetisch. Ich hab da ein Video von gemacht und versuch euch das zu zeigen, das is unglaublich, der ganze Boden ist voll mit Eisen. Die Steinchen sind auch total schwer wenn man die hochhebt und die rote Farbe kommt halt von der Korrosion, also das rote ist Rost. Unser nächstes Ziel war das Tal der Giganten, das wir am nächsten Tag erreichen wollten. Haben dann irgendwo im Mammutbaumwald auf einem Parkplatz übernachtet. Als wir da ankamen hatten sich da schon 2 Gruppen von Jungen Leuten ausgebreitet. Lustig war, dass beide aus Deutschland kamen und die eine Gruppe einen Franzosen dabei hatte. Auf dem Parkplatz waren nun 8 Leute und 6 davon waren deutsch. Haben uns nett unterhalten und sind dann irgendwann zu Gerry zurück in den Weed-Van zum schlafen gegangen. Bis jetzt hatten wir noch kein einziges lebendes Kangoroo gesehen. Nur 3 tot am Straßenrand und eine überfahrene Schlange und einen toten Vogel... Bald stellt sich dann raus, dass wir die Roadkillliste vergessen können. Wir haben ungelogen tausende tote Tiere am Straßenrand, auf der Straße verteilt und überall gesehen. Wir sind an Tag 2 von Margret River bis Warpole gefahren.

Tag 3: Sind am nächsten Morgen nach einer recht ungemütlichen Nacht in Warpole zum frisch machen und frühstücken gefahren. Ungemütlich, weil Gerry wieder in sein Doppelbett gezogen ist und wir genau ein Bett für uns beide hatten. Das Bett gestand aus einem komplett waagerecht geklappten Fahrerstitz und einer ehemaligen Tür, die als Matratze darauf gelegt wurde (und mit dem anderen Ende auf den Sitz hinten). Darauf eine Isomatte und voilà, fertig war das Bett... Darauf konnte aber nur einer schlafen (der stärkere von uns beiden xD) und der andere musste sich hinten im Van auf der unteren Ebene ein Bett basteln mit einer zweiten Isomatte aufm Boden und zwei Sitzkissen dazu. Ok, der Grund warum Nora da geschlafen hat ist, weil ich ein kleines Stück länger war und der Platz da unten recht begrenzt war und ich da gar nicht reingepasst habe.



In Warpole haben wir dann einen Schlenker zu einerm netten Aussichtspunkt gemacht und dabei eine lebende, riesige Schlange über die Straße kriechen sehen. Das Wasser an der Klippe unten war komplett rot und das sah ziemlich krass aus. Der Boden des Inlets (sone Art See, der vom Fluss gespeist wird, aber am Ende einen Zugang zum Meer hat... also ein Brackwasser-Inlet.) bestand komplett aus feuerrotem Gestein, daher die Farbe... und weil das Gestein wohl abgefärbt hat.



Im Tal der Giganten ist einem förmlich die Kinnlade beim hochgucken runtergeklappt. Die Bäume sind sooooo krass hoch gewesen, echt krass. Die Art Eukalyptus die hier wuchs ist der höchste Laubbaum der Welt und die Bäume können bis zu 80 Meter hoch werden. Hier waren einige Exemplare auch bestimmt 70 Meter hoch, das kann man sich echt nich vorstellen wie hoch die sind... und die Stämme sind echt krass dick. Von sonem Baum kann man getrost einen ganzen Winter lang heizen xD. Haben dann auf sonem Rundgang durch Bäume einer etwas anderen Art, aber ebenso beeindruckend, noch ein paar Fotos gemacht und Simon hat nen riesigen Rüsselkäfer gefunden... auch sehr beeindruckend, wenn sich dafür interessiert und weiß wie klein die in Deutschland sind. Oh, und was hier erwähnt werden muss, Noras Göffel ist in die ewigen Jagtgründe eingezogen. Wir haben doch beide von LmBh Hamburg, wo wir gearbeitetr haben, als Abschiedsgeschenk so einen Göffel (Gabel und Löffel in einem) bekommen und der ist von Ikea und aus Plastik und hier isst man Erdnusbutter wie Marmelade und das ist lecker und man kann sich das leisten. Nur ist Erdnusbutter auch ziemlich zäh und Ikea hat das wohl falsch berechnet. Jedenfalls it der Göffel zu einem kurzen Löffel und einer kurzen Gabel transformiert worden. Mit roher Gewalt, was Nora bestreitet.



Aber weiter im Text. Als wir dann weiter fahren wollten, kamen von hinten plötzlich die beiden Deutschen von letzter Nacht vom Parkplatz angerannt. Wie sich rausgestellt hat is deren Kasse entgültig verreckt. Der Anlasser war schon vorher im Arsch und war wohl so verrust und verkrustet, dass der nur funktioniert hat wenn man mit nem Schraubenzieher und nem Hammer draufgekloppt hat und gleichzeitig versucht hat den Motor zu starten. Nur ging das nun auch nicht mehr und die Karre stand 15 Minuten von uns irgendwo in der Pampa au nem Hügel im Wald und wollte nich mehr anspringen. Wir haben dann unsre Hilfe angeboten und die beiden zu ihrem Auto gefahren und geguckt was man machen kann. Man konnte nicht viel machen, außer helfen die Karre aufzubocken, damit der Typ drunterkrabbeln konnte und versuchen konnte den Anlasser auszubauen. Das war wohl ein ganz schöner Krampf. Wir haben dann dort den Abend verbracht und Instantnudeln gekocht. Das Gute war, dass der Anlasser wohl schon 2 von 4 Schrauben verloren hatte und daher leichter augebaut werden konnte. Sind dann zu dem Schluss gekommen, dass wir nicht mehr machen können und Gerry hat seine Nummer da gelassen, falls die nochmal Hilfe brauchen und nich mehr wegkommen. Die Beiden wollten dann am nächsten Tag in die nächste Stadt trampen und nen neuen Anlasser kaufen. Was aus ihnen wurde wissen wir nicht, aber scheint wohl alles gut gegangen zu sein, weil sie sich nicht mehr bei uns gemeldet haben.



Sind dann noch ein paar Stunden in der Dunkelheit weiter gefahren und haben nahe Denmark in den Dünen an einem Strand übernachtet. In Denmark wollten wir eine bekannte von Gerry treffen, die Pferde hat und die er lange nicht gesehen hat und wo wir auch mal reiten könnten. Als wir uns den Platz zum campen in den Dünen ausgesucht haben wussten wir noch nicht, dass das die bis jetzt schlimmste Nacht im Van werden sollte...

Tag 4: Die Todesmoskitonacht! ... Aber sowas von, meine Fresse! Was wir nicht gesehen haben im dunkeln, hinter den Dünen lag ein mehrere quadratkilometergroßer Sumpf... eine Brutstätte für Mücken wie sie im Buche steht. Wir hatten ungelogen an die hundert Mücken im Van. Nora und ich haben bestimmt 40 Mücken gekillt und es kamen immer mehr, keine Ahnung wie die reinkamen, vll durch den Motor und dann durch die Löcher bei den Pedalen oder keine Ahnung, durchn Auspuff, aber die Nacht war die Hölle. So blutrünstige Insekten hab ich noch nich erlebt. Ich bin in den Schlafsack rein, weil ichs nich ausgehalten hab. Hatte zwar Ohropax drin, aber ständig sind die in meinem Gesicht gelandet und das hat mich nicht schlafen lassen. Sogar als ich komplett im Schlafsack lag hat es eine dort hinein geschafft und mir den letzten Nerv geraubt... ein Mann gegen Mann Kampf auf engstem Raum.... wobei das eigentlich ich gegen eine Frau war... naja ich hab gewonnen. Sind troptzdem alle voll oft aufgewacht und es war arschkalt.



Haben dann in nem Park in der Stadt gefrühstückt und uns fertig gemacht und sind dann zum Strand, um die großen Wellen des Südmeeres zu sehen. Mussten auf die Frau warten, die wir besuchen wollten, die hat sich nicht hören lassen. Die Wellen waren toll und die Küste mit rundgewaschenen Granitfelsen sah auch toll aus. Sind dann gegen Mittag, als Gemma sich endlich gemeldet hat zu dem Haus gefahren. Das Haus war nicht ihres, aber ihre Mutter hat da wohl "House...öhm..dings" gemacht, das heißt, dass eine Familie für länger nicht zu Hause ist und die Mama wohnt dann da und passt auf alles auf und hällt das Haus instandt oder so.



Gemma war eine Frau von 75 Kg purer Energie und Kraft und hatte eine Statur wie ein Hühne. Voll Power und sie hat Zirkusakrobatik gemacht und so Kurse für Kinder und verdient irgendwie so ihr Geld. War recht witzig mit ihr, voll cool drauf die Dame (26 Jahre alt). Und nun kommt: WIR HABEN DAS ERSTE MAL KÄNGURUS GESEHEN!!! Als Gemma gehört hat, dass wir bisher keine gesehen haben, hat sie uns geschnappt, ist mit uns und ihren beiden Schoßhunden ins Auto gehüpft und hat uns zu einem Hügel am anderen Ende des rtes gefahren wo mega viele kängurus rumstanden und rumgehüpft sind. Der Tag wird also als der Kängurutag in die Annalen eingehen. Später hat Gemma uns noch bekocht, weil sie wohl vor einiger Zeit ein Lamm geschlachtet hatten und daher Unmengen an Fleisch hatten. Sowas leckeres hatten wir lange nicht mehr. Nach Tagen mit Toast und Leitungswasser gabs dann Lammfleisch mit Bratkartoffeln, Gemüse und Bratensoße. Lecker. Abends haben wir dann noch einen sher berühmten australischen Film gesehen (also in Australien berühmt), Red Dog hieß der, und sind danach dann in ein kuscheliges, tolles, großes Bett gestiegen und konten gut schlafen. Nach der Todesmoskitonacht eine angenehme Alternative.

Tag 5: Nach einer tolle und nötigen Dusche sind wir dann zu den Pferden gefahren und ein bisschen auf dem Gelände da rumgeritten. Ganz schön hoch auf sonem Pferd, für Simon ja das erste Mal im Leben. Nachdem Nora und mir das dann irgendwann zu langweilig wurde sind wir mit Gerry zum Strand gefahren und Simon ist da in den Felsen rumgeklettert und hat sich die Gischt der Riesenwellen ins Gesicht wehen lassen und Nora ist an einer sicheren Stelle sogar ins Wasser gegangen. Die Wellen haben wie verrückt an ihr gezerrt, aber alles ist gut gegangen. Nachdem uns das dann zu kalt wurde sind wir wieder zu dem Haus da wo die Pferde waren und habe weiter rumgepimmelt und gechillt. Irgendwann wurden wir dann nochmal bekocht, was gut war xD und sind dann ziemlich früh ins Bett. Waren aber auch müde. Simon hat noch gelesen bis die Taschenlampe leergelutscht war und dann gabs wieder ein gemütliches Bett.

Tag 6: So, in aller Frühe sind wir aufgestanden und dann hit the road Jack! Die Rumgammeltage haben nun ein Ende, ab jetzt kommt Wüste bzw. Steppe und ganz ganz viel Gegend. Da wollten wir Kilometer machen (was wir auch musste, sind bis dato noch nicht sehr weit gekommen). Am Straßenrand haben wir mehr und mehr tote Kangurus gesehen und einmal sogar ein totes Kamel. Dazu kamen noch sehr viele undefinierbare Roadkills. Nachdem Gerry dann zu müde wurde hab ich ihm angeboten zu fahren. Leichter gesagt als getan xD. Bin von der Tankstelle erstmal auf die falsche Straßenseite gebogen und habs dann erst gemerkt, dass ich n Geisterfahrer bin, aber kam zum Glück iemand, sonst wärs mir ja aufgefallen. Das zweite Problem war dann die Gangschaltung, die nämlich links amLenker war und nicht wie ich das gewohnt bin rechts unten neben einem. Das nächste war dann der heftige Wind, der den extrem schmalen und hohen Van immer wieder zur Seite gedrückt hat. Hat anfangs ganz schön Konzentration gekostet, aber ging alles gut. Sonst ist nicht viel passiert und wir haben in Norseman übernachtet, nachdem wir im dunkeln erst keine gute Stelle gefunden haben schon mitten in einem Tagebau standen... bei Nacht, höhö.

Tag 7: Aufgewacht, voll verballert, wieder total gefroren. Nachdem wir schon von einer Dame beim Parkplatz gewarnt wurden, sind wir dann in einem routinemäßige Polizeikontrolle gekommen, richtig groß mit TV-Kameras und so. Gerry hatte unmengen an Gras dabei und ein Polizist meinte zu uns wir sollten aufpassen mit wem wir unterwegs sind, weil unschöne Dinge in Australien passieren können... die haben dann von allen die Pässe und so kontrolliert und den Inhalt des Autos außen vor gelassen, Glück gehabt, Gerry. Und dann der Schock: Gerry hatet kein Geld mehr für Sprit teilen. Haben dann überlegt, ob wir nun da bleiben sollen und er arbeitet und wir langweilen uns... haben uns dann dafür entschieden, dass wir den sprit komplett auslegen, das waren über 500$... und er zahlt uns das dann zurück wenn er mit uns zusammen Arbeit findet. Haben uns weiter Richtung Osten aufgemacht und sind das längste Gradeausstück Australien gefahren. Über 100 Kilometer nur gradeaus ohne eine einzige kleine Kurve, gar nichts. Schnurstrack gradeaus für mehr als eine Stunde, da wir nur 80 gefahren sind. Dann bin ich wieder gefahren, dann Gerry wieder und dann haben wir 2 Zeitzonenrenzen überquert und mussten die Uhr jeweils 45 Min vorstellen. Sehr verwirrend. Irgendwann bin ich wieder gefahren und auf dem Weg aben wir schon hunderte tote Kangurus gesehen bis dann schließlich wieder Kanguruzeit war. 2 Stunden vor Sonnenuntergang bis 2 Stunden nach Sonnenuntergang. Wobei die meisten erst nach Sonnenuntergang rauskommen. Mir sind fast 2 Schafe vors Auto gelaufen und wir haben riesige Adler gesehen, die größten Raubvögel Australiens. Ein paar tote, aber auch ein paar lebende.Irgendwann hab ich dann an Gerry übergeben und wir haben echt duzende Tiere am Straßenrand weghupen müssen. Dann haben wir die Grenze zu South Australia überfahren. Es gab einen Checkpoint wie wenn man in ein anderes Land fährt und es war verboten Gemüse und Obst mitzunehmen... hat niemand kontrolliert. Danach gabs ne heiße Schokolade an ner Raststätte bei ner deutschen aus Hamburg, die da Bedienung gemacht hat. Nach der Grenze gab es irgendwie keine Kangurus mehr, sondern nur noch Kaninchen... zich Kanickel. Haben dann die Klippen verpasst und irgendwo im Niergendwo übernachtet. War so kurz vor Yalata Roadhouse (was es aber nicht gab, wie wir morgen sehen werden).

Tag 8: Hab diesmal mit Klamotten an im Schlafsack gepennt und nicht gefroren, dafür geschwitzt... Haben weniger als 6 h geschlafen... Dann ging es wieder auf die Straße und nachdem wir das Roadhouse als Runine identifiziert hatten sind wir weiter bis nach Nundoo gefahren und haben da gefrühstückt.Dort haben wir kurz mit einem älteren Ehepaar Smalltalk gemacht und rausgefunden, dass der Mann in Hamburg geboren wurde und als er 21 Jahre als war nach Australien ausgewandert ist. Der war nun bestimmt schon 75 Jahre als. Als wir dann irgendwann die große Ebene hinter uns gelassen hatten und die Vegetation zurückgekehrt war, haben wir in Ceduna bei einer mega unfreundlichen Touristeninformationstante nach Infos gefragt und sind dann weiter nach Port Augusta gefahren. Der Sprit ist sooo hammer teuer! Wir haben pro Tag mehr als einen Tank verfahren. Die Roadkills haben sich von Kangurus und Kanninchen zu Wombats und Riesenechsen gewandelt. Diese großen Echsen mit der blauen Zunge, die Schlangen fressen.

Tag 9: Haben aufm Parkplatz vor Port Augusta gepennt und nicht gefroren. Hab hier meinen ersten Emu gesehen, yay! Nora hat es irgendwann nicht mehr ausgehalten und wir haben uns überlegt wo wir eine Dusche herbekommen. Zum Glück sind wir so gerissene Kaufleute. Haben bei einem Caravanpark angehalten, n popeliger Campingplatz, und haben an der Rezeption nach einer Dusche gefragt. Der Typ meinte dann, 5$ pro Person. Ich hab ihm dann vorgeschlagen, dass wir uns eine Dusche teilen könnten und dann nur ein Mal 5$ zahlen. Fand er lustig und meinte ok. Haben dann trotzdem jeder eine Dusche genommen aber für den halben Preis, haha, wir Füchse! Nachdem wir eingekauft hatten haben wir dann auf einem Parkplatz hinter Port Augusta gefrühstückt. Und ich hab in meinem Lebens noch nicht so nervige Fliegen gesehen!!! Die sind absolut stumpf gewesen, du hast die verjagt und innerhalb einer Sekunde sind die wieder gkeommen haben und haben sich in deine Augen, deine Ohren und deine Nase gesetzt. Die haben versucht überall in deine Körperöffnungen zu kommen, so verdammt nervige Viecher, echt unglaublich. Sind den Tag dann bis Nuriopta gefahren und haben den Abend in der Stadt, bzw dem Ort verbracht. Gab nicht so viel zu tun da. Ein Türsteher vor einem Laden mit Livemusik mochte Noras Mütze nicht und meinte wir kommen nur ohne die rein. Sind dann weiter gegangen, blöder Sack! Haben dann eine hammer teure, aber riesige Pizza gekauft, also jeder eine. Meine hieß "Meat-Lover" und so sah die dann auch aus. Gefühlte 10Kg Fleisch auf der Pizza. Eine Grundschicht aus Schinken, darauf Hühnchen verteilt und oben drauf Salamie. Anschließend Käse drauf und ganz oben Kabanossischeiben. Hab da zwei Tage von gegessen :). Sind dann später noch ein bisschen weitergefahren bis nach Tannuda, wo wir übernachtet haben.

Tag 10: Da waren wir also, in Tannunda, 60 Km von Adelaide entfernt im Barossa Valley, DEM Weinanbaugebiet. Los ging die Jobsuche. An einem Sonntag. Alle Arbeitsagenturen hatten geschlossen und der Druck steig einen Job zu finden. Waren beim Barossa Backpackers, einem Working-Hostel. Leider war aber keiner da und es sah scheiße und teuer aus. Dann haben wir rumtelefoniert und ein Jobangebot in Mildura bekommen. Gerry wollte blöderweise nich nach Mildura. Da wir uns gesagt haben, dass wir dahin gehen wo wir einen Job bekommen, blieb uns nicht sanderes übrig, als uns von Gerry zu trennen... und das obwohl er uns noch 134 Dollar schuldet. Wir hoffen echt, dass das gut geht... aber es gab keine andere Möglichkeit. Gerry hat uns dann zum Stuart Highway gebracht, von wo aus wir trampen wollten. Dabei hatten wir dann richtig Glück. Erst hielt keine Sau an, weil die Stelle nicht grad geeignet zum anhalten war. Dann ist aber ein richtig chicker Geländewagen angehalten und ein Typ mitte 40, Colin, hat uns die Hälfte der Strecke nach Mildura bis nach Kongston on Murray mitgenommen. Wir sind fast 2 Stunden gefahren und Colin hat erzählt, dass er in einem Reisebüro arbeitet und auch viel in der Welt unterwegs ist. In Kingston on Murray (Murray ist der große Fluss, der hier in der Gegend sein geschlängeltes Flussbett hat und die ganze Gegend heißt auch Riverland und ist ebenfalls ein großes Weinanbaugebiet und viele Orangenplantagen gibt es hier) haben wir dann bei einem Hostel nach Jobs gefragt, bzw ob es einen Bus oder so bis nach Mildura gibt. Es wurde langsam spät und die chancen bis nach Mildura zu kommen schwanden. Die Frau vom Hostel hatte vll ab Mittwoch einen Job für uns, konnte uns das aber erst abends um 9 Uhr sagen. Zurück an der Straße standn wir für weitere 15 Min, bis Colin zurück kam und uns anbot mit zu sich zu kommen und den Abend und die Nacht in seinem Haus mit seiner Familie zu verbringen. Gesagt, getan. Das Haus hat er selber gebaut, steht oben auf einem Hügel und man hat eine gigantische Aussicht dort. Die Dusche und das Bett waren echter Luxus und seine Frau und seine 6 jährige Tochter waren auch mega nett. Haben uns bekocht und wir haben bei gutem Wein und leckerem, kalten Bier den abend lang geredet und viel erzählt. Nachdem Lesley aus dem Hostel angerufen hatte und meinte, wir können ab Mittwoch arbeiten, haben wir uns umentschieden und wollten in Kingston bleiben, getreu dem Motto "wir gehen dahin wo wir Arbeit haben". Am nächsten Tag dann hat Colin uns zum Hostel gefahren, uns seine Handynummer gegeben und sich ein zweites Mal von uns verabschiedet. Damit endet das Kapitel Roadtrip und ein neues Kapitel beginnt... dazu gibts demnächst mehr.



Fortsetzung folgt....

Trampen für Dummies: Ein Schild, ein Gesichtsausdruck und los gehts
Trampen für Dummies: Ein Schild, ein Gesichtsausdruck und los gehts

04.09.2012



Perth – Jobsuche – aufm Sprung nach Osten



Moin Leute,

na? Alles klar bei euch? Also bei uns so mehr oder weniger. Fangen wir mal mit Perth an. Perth ist zwar eine weitere große Millionenstadt wie schon viele zuvor und viele noch kommende Städte, aber irgendwie auch nicht. Perth ist irgendwie anders. Es gibt Hochhäuser, Bürotürme und eine fette Skyline und einen richtigen Financial District und eine Innenstadt mit Fußgängerzone, aber alles in allem wirkt Perth auf einen wie eine Kleinstadt. Vielleicht weil die Flächenausdehung der Stadt doch sehr extrem ist, Platz haben die hier in Australien ja genug. Jedenfalls sind die Straßen alle total klein und man hat breite Fußwege und alles in allem wirkt das Zentrum einfach wie ein Dorf, trotz der Hochhäuser. Man kann z.B aus mitten den Hochhäusern in Downtown einfach in alle Richtungen 500 Meter laufen und zack sind die Häuser höchstens 2 Stockwerke hoch und man könnte in irgendeiner kleinen Ortschaft sein. Auch machen die Geschäfte alle schon extrem früh zu (18 Uhr) und die letzten Busse fahren um 23 Uhr... abends ist eh nich so wirklich viel los, da werden die Bordsteine hochgeklappt und es ist Schlafenszeit. Was auch cool aussieht sind überall zwischen den Hochhäusern alte historische Gebäude aus der Gründerzeit von Perth und den ersten Tagen der Besiedelung von Australien durch die Briten.



Fincancial District
Fincancial District

Perth ist generell eine ziemlich historische Stadt und Gegend hier. Gleich neben Perth (20 Km von Downtown Perth entfernt) liegt Fremantle, eine Stadt, die eigentlich schon fast vom wachsenden Perth geschluckt wurde. Fremantle liegt direkt am Meer und hat noch eine sehr historische Altstadt. Hier ist glaub ich auch mal James Cook gelandet und hat Australien versucht zu kartographieren. Auf jeden Fall wurde Perth 1829 (genau wie Fremantle) gegründet und die Kolonie West Australien ausgerufen, um eine Kolonialisierung durch Frankreich zu verhindern. Ok, soviel zum kleinen Geschichtsexkurs.



Weiter mit der heutigen Realität. Wir waren am Wochenende bei 30 Grad in der Sonne und recht kaltem Wind (hier ist so ein trockenens Mittelmeerklima mit trockenen und heißen Sommern und trockenen und kalten Wintern und nun ist Frühling) whalewatching. Und wir haben tatsächlich Buckewale gesehen. Die Tiere waren zwar immer weit weg, da das Schiff aus Schutzgründen nur 100 Meter an ein Tier heranfahren darf und die Tiere auch nicht verfolgen darf, aber ein Tier kam von alleine in unseren Weg und wir haben dieses Männchen aus ca. 30 Metern entfernung gesehen, das war verdammt nah für so einen Koloss! Vorher hatten wir schon ein Weibchen mit seinem Kalb gesehen und dann danach noch ein einzelnes Männchen. Man konnte meistens die Rücken beim Luftholen sehen und dann natürlich auch die Fontäne beim ausatmen (was übrigens kein Wasser ist, sondern Luft, die mit so hohem Druck und in so großen Mengen (Lungevolumen eines Kleinwagens) aus der Lunge gepustet wird, dass sie an der frischen Luft kondensiert oder sich halt ausdehnt und dann als "Fontäne" sichtbar wird. Ja, die Frau auf dem Schiff hat noch mehr interessante Dinge erzählt, z.B. wenn ein Kalb von der Mutter gesäugt wird, dann gibt die Mutter die Milch ins freie Wasser ab, und da die so fetthaltig und dick ist, schwimmt die dann als eine Kaugummiartige Masse im Wasser und das Jungtier frisst/trinkt die Milch dann so ausm Wasser. Die Tiere sind grade hier auf der Durchreise und bekommen hier ihre Jungen und schwimmen dann weiter den indischen Ozean rauf um zu fressen und damit die Jungen sich eine dicke Fettschicht anlegen können. Danach gehts dann wieder zurück ins arktische Südmeer, wo die Tiere nun auch herkommen.

Nach dem Wale gucken sind wir dann noch durch Fremantle gelaufen und haben uns noch einen coolen Makrt angesehen (aber nicht zu vergleichen mit asiatischen Märkten) auf dem es alles mögliche an alternativen Produkten und Naturkost und gesundem mehr oder weniger notwendigen Schnickschnack gab. Wäre auf jeden Fall was für unsere Mütter ;)



Abends haben wir uns dann mit Lisa (die ja hier mit uns bei Steve wohnt) getroffen und sind auf ein Konzert der Rockband Shihad gegangen. Die Stimmung war bombe, das Mojos hat gebebt und joa, die Band ist nicht schlecht, recht exzentrisch, aber das muss eine Band ja auch sein heutzutage. Die Musik war irgendwie eine Mischung aus Hardrock und Psychedelischen Elementen fand ich. Ab und zu klang es wie Metallica meets Led Zeppelin. Auf dem nach Hause Weg haben wir dann mit der S-Bahn unsere Haltestelle verpasst, von der aus wir eh noch ne Stunde hätten laufen müssen oder ein Taxi rufen müssen. War also nicht so schlimm. Sind dann ein paar Meter gelaufen und haben dann aus Spaß mal den Daumen rausgehalten und siehe da, ein netter Asiate ist angehalten und hat uns bis nach Hause gefahren weil er eh grade bei nem Kumpel war und in die Richtung musste. Sehr nett :)

Nora zeigt ausnahmsweise mal ihre Schokoladenseite
Nora zeigt ausnahmsweise mal ihre Schokoladenseite

Die meiste Zeit haben wir bisher hier mit Jobsuche verbracht und geguckt wie wir am besten die nächste Zeit planen und an Geld kommen sollen. Australien ist zur Zeit einfach soooooo extrem teuer und joa, das nervt etwas. Ach ja und wir waren beide krank, dicke Erkältung, das hat auch etwas geschlaucht. Erst Nora und dann ein bisschen versetzt Simon... woher die Viren wohl hat... naja hab vorgestern und gestern wohl das Schlimmste durchlebt und heute gehts schon besser, also alles wird gut.



Gestern waren wir noch bei einem tollen indischen vegetarischen Restaurant mit Blick auf die Skyline von Pert direkt am Hafen. Man konnte so viel Essen und Trinken wie man wollte und sich auch nachnehmen und dann am Ende hat man so viel bezahlt wie man wollte. Echt cooles Prinzip und scheint zu funktionieren. Das geht viel über Spenden und joa, war echt chick der Laden und viele hatten dort auch Tische reserviert und ist wohl son Wohlfahrtsding, allerdings sahen die Leute da nicht wirklich arm aus. Aber vielleicht ist das hier auch anders als bei uns. War auf jeden Fall eine nette Erfahrung.



So, nun noch ein paar wichtige Infos zum Schluss. Wir fahren heute Abend mit nem Australier in sienem Campervan los Richtung Adelaide. Dort gibt es mehr bzw jetzt überhaupt Jobs auf Farmen und in der Landwirtschaft und der Ernte. Wir denken, dass wir so 2 Wochen brauchen, da wir nicht nur Straße sehen und hetzen und Strecke zurücklegen wollen, sondern auch was vom Land sehen wollen und das mehr eine Art camping Roadtrip werden soll als eine Fahrt von A nach B. Deshalb, aufgepasst, haben wir wohl 2 Wochen kein Internet und können uns auch nich hören lassen. Also, macht euch mal alle keine Sorgen, wir melden uns wenn wir in Adelaide ankommen oder wenn wir zwischendurch mal auf das Internet stoßen sollten, man weiß ja nie.



Ok, haut rein und wünscht uns Glück, dass wir kein Kangoroo überfahren ;)



Die Weltenbummler.

Eines der vielen unglaublichen und einzigartigen Tiere der wilden australischen Fauna. Hier ein äußerst gefährliches Exemplar aus der Familie der Anatidae.
Eines der vielen unglaublichen und einzigartigen Tiere der wilden australischen Fauna. Hier ein äußerst gefährliches Exemplar aus der Familie der Anatidae.

Was bisher geschah...



Simon und Nora sind aus Singapur mit dem Flugzeug nach Australien geflogen... dem Land down under, dem Land des Ozonlochs und der Kangoroos, dem Land der Koalas und den Wombats und der giftigen Reptilien und Insekten und Quallen...



29.09.2012



Perth – Australien – schokierend – in vielen Belangen!



Nachdem wir alles was wir an Essen dabei hatten, und das war eine Menge, aufgegessen hatten kamen wir in Australien an. Australien hat drakonische Strafen auf Vergehen wie ein Kaugummi ins Land bringen oder eine Tüte Kekse. Es ist stengstens verboten Nnahrungsmittel, Tierprodukte, Pflanzenprodukte und jede erdenkliche Form orgaischer Produkte ins Land einzuführen. Da ich aber in Thailand zwei tolle Muscheln am Strand gefunden hatte, wollte ich die mit nach Australien reinbringen und musste daher beim Zoll in den den Quarantänebereich und da fragen, ob das in Ordnung ist. Wir also zu dem Typen und Simon treudoof seine Muscheln ausgepackt, ok, kein Problem, sind tot und nein wir haben sonst nichts mit, kein Essen, nichts. Weiter ging es zum Ersten großen Schock. Es ist ARSCHKALT hier! Wir kamen so gegen halb 10 aus dem Terminal an die frische Luft und alter Schwede war die frisch! Wir hatten 9 Grad und Nieselregen... wofür fährt man denn da vn Deutschland aus ans andere Ende der Welt, nach Australien....

 

Das war geil, wir kamen ausm Flieger und dort konnte man Essen wegschmeißen und da lagen einfach mal Schokoriegel rum... haben dann nochma schön n Snickers gegessen bevors durch Zoll ging
Das war geil, wir kamen ausm Flieger und dort konnte man Essen wegschmeißen und da lagen einfach mal Schokoriegel rum... haben dann nochma schön n Snickers gegessen bevors durch Zoll ging

Naja wir dann den Bus gesucht und gleich die nächste Überraschung erlebt. Das Englisch, das hier gesprchen wird, klingt als wenn ein betrunkener eine heiße Kartoffel im Mund hat und dabei versucht zu singen... man versteht irgendwie nichts. Haben dann aber doch noch verständliche Menschen getroffen und uns zu einem Shuttelbus durchgefragt. Wie wir später rausgefunden haben, hat das tolle Busverbindung vorher raussuchen nicht viel gebracht, da wir an einem Terminal angekommen sind, der nicht ans Busnetz angeschlossen ist. Und der Bus, den wir rausgesucht hatten, fuhr an nem andern Kilometer weit entfernten Terminal... Der Shuttelbus brachte dann den nächsten Schock.. wir hatten ja mit nem tueren Land gerechnet... aber so teuer? Ein Taxi zu der Adresse wo wir nun sind hätte uns 50 dollar gekostet. Der Bus konnte uns nur bis zu nem Busport bringen und hat uns 18 Dollar pro Person gekostet. Das mit dem Taxi wären umgerechnet fast 40 EUR für 18 Kilometer, eine halbe Stunde Fahrt höchstens... Naja haben uns dan erstmal warme Sachen angezogen und sind dann mit dem Shuttlebus los. Im Bus hat Simon dann Hunger bekommen und so über Essen sinniert bis ihm dann einfiehl, hey, ich hab ja noch Toffifee im Rucksack, geil.... kurze Pause..... oh, shit! Ich hab einfach mal Toffifee ins Land geschmuggelt... darauf steht Kknast und extrem hohe Geldstrafe... ups... naja aber es stellt sich noch raus, dass die Toffifee schon wichtig sind, Essen ist unglaublih teuer hier. Kilo Bannanen 4,60 EUR... Packung Toast 1,80 EUR ... im Supermakrt.... Flasche Wasser über einen Euro die Pulle....



Naja der Stress hatte aber grade erst angefangen... der dödelige Busfahrer, zwar sehr höflich und nett, hat so rumgepimmelt auf der Fahrt und alle Gäste direkt bis vor die Haustür deren Hotels gefahren. Uns hat er dann irgendwo mit den Worten "der Busport ist die Straße runter und dann links" rausgelassen. Da wir wussten, dass der letzte Bus in unsere Richtung um halb 11 fuhr, hatten wir leichte Panik, also wir dann um 20 nach 10 ausm Bus gestiegen sind. Wir dahin gestratzt wo der Busfahrer hingezeigt hat und standen in nem Parkhaus. Haben dann jemanden gefragt und der meinte "jo Treppe hoch und dann rechts rum nach hinten so schräg" ... gesagt, getan. Wir standen also mutterseelenallein zwischen Hotels, Parkplätzen und leeren Bürotürmen mit der Zeit im Nacken und Schweiß auf der Stirn. Haben dann wirklich in allerletzter Minute einen kleinen unscheinbaren Eingang zum Busterminal gefunden, sind nem Putzmann voll durchn frisch gewischten Gang gelatscht und haben dann den Bustieg E1 gefunden. Einen Moment gewaret und da kam der letzte Bus. Simon konnte mit deinem Studentenausweis für 1,10$ fahren und Nora ging auch mal eben als Student durch. Normalerweise kost das Ticket (so wie die folgenden Tage, man weiß ja nich nech) 2,70$. Für Kurzstrecke, Zone 1 von 8 Zonen wohlgemerkt...



Sind nach irgendwo ausgestiegen und haben uns versucht zu der Adresse bei ner Tanke durchzufragen... haben dann zufällig das Haus gefunden und joa... das hab ich ja auch noch nicht erzählt. Wir wohnen bei Steve. Steve haben wir aber noch nie gesehen. Bei Steve wohnt auch eine andere deutsche weltreisende Couchsurferin, Lisa. Wir 3 deutschen wohnen also bei Steve und nutzen seine Wohnung und vielleicht bekommen wir ihn niemals zu Gesicht. Er kommt wohl erst am 8. Oktober zurück. Vielleicht können wir dann bleiben, aber vielleiche müssen wir uns bis dahin auch was anderes suchen. Erstmal müssen wir uns aber einen Job suchen. Dazu brauchen wir eine australische Handynummer (0415751531, da muss aber wenn man ausm ausland was will noch die australische vorwahl vor glaub ich), eine Steuernummer und ein australisches Bankkonto. Handynummer haben wir uns heute besorgt. Bei ner Jobagentur haben wir unseren Lebenslauf auch schon abgegeben. Blöd ist aber, dass hier down under alles etwas anders läuft. Hier fährt der letzte Bus um halb 11, die Geschäfte machen zwischen 6 und 8 zu, Samstag und Sonntag hat alles zu und die Leute haben zu viel Geld. Perth hat übrigens 1,6 Millionen Einwohner... und vom Flughafen in die Stadt gibts nichma ne S-Bahn oder ne U-Bahn... Naja jedenfalls ist nun Montag auch noch ein Feiertag und daher können wir erst Dienstag zu Bank und zur Agentur und nach Jobs fragen (haben den Lebenslauf nur online hingeschickt). Die Steuernummer können wir entweder online beantragen oder auch erst Dienstag zu ner Firma gehen, die da Infos und Angebote hat.

Das Wohnzimmer von Steve, der Sessel rechts ist zum ausklappen und da sitz ich grade und der ist sehr gemütlich
Das Wohnzimmer von Steve, der Sessel rechts ist zum ausklappen und da sitz ich grade und der ist sehr gemütlich

Naja uns gehts eigentlich sonst gut, wir essen Toast und Nudeln und Kartoffeln mit Ketchup und gehen morgen Whale watching.... hoffentlich sehen wir auch ein paar Tiere. Hier fängt nämlich grad die Saison an in der die Buckelwale aus der Arktis Richtung indischen Ozean wandern und hier vor Perth eben halt machen um sich neugierigen Touristen zu zeigen und aich fotographieren zu lassen.... Danach gehen wir dann mit Lisa aufn Rockkonzert. Steve hat wohl Karten gekauft und kann nun nicht hin und hat uns die hinterlassen. Nett oder?



Ok, glaub das war erstmal. Wir sind nun fleißig auf Jobsuche und hoffen bald eine Arbeit zu finden, damit der Druck weg is einen Job bekommen zu müssen... Ohne Job können wir uns das Leben hier nicht leisten und müssen vll auf trockenen Toast mit chlorversetztem Leitungswasser umsteigen...



Grüße an alle lieben Menschen, die so fleißig und begeistert unsere Reise verfolgen, macht uns stolz, dass sich so viele für uns interessieren ;)



Cheers, Simon und Nora

noch sind wir im Emuland, aber bald gehts rechts rüber ins Känguruland :)
noch sind wir im Emuland, aber bald gehts rechts rüber ins Känguruland :)

24.09. - 27.09.2012



Singapur – Kulturschock



Hallo und herzlich willkommen zum heiß ersehten nächsten Bericht aus der weiten Welt,

wir haben uns also mit Henry bei seinem Institut getroffen und sind dann hoch in das Gebäude und haben ein bisschen die Aussicht genossen. Dann haben wir was in nem Foodcourt nebenan gegessen und Simon hatte den bis dahin leckersten Wwassermelonenshake überhaupt. Also diese Foodcourts sind sowas wie kontrollierte Märkte. Also wie in Bangkok, wo ein paar Gaarküchen auf Rädern und alle möglichen fahrbaren oder festen kleinen Fressbuden, die zusammen stehen und in der Mitte oder so ein paar Tische und Stühle haben und sich somit zusammengefunden haben. In Singapur war das dann noch etwas moderner, also ein festes Gebäude mit vielen Kochnieschen drinnen und joa Prinzip das gleiche, aber alles etwas größer und moderner und wahrscheinlich zentral vermietet und organisiert.

Ganz schön hoch von da oben aus...
Ganz schön hoch von da oben aus...
Essen im Foodcourt bei uns um die Ecke
Essen im Foodcourt bei uns um die Ecke

Henry hat uns dann ein bisschen über seine Erfahrung in Singapur erzählt und wie krass das dort eigentlich ist. Es gibt wohl einen so extremen Arbeitsdruck auf alle möglichen Menschen, besonders an der Uni, dass es eine Suizidquote für Proffessoren gibt... das muss man sich ma vorstellen... Auch ist das System in Singapur ziemlich rassistisch. Einheimische Singapurer werden überall extrem bevprzugt und es gibt staatliche Wohnungen und alles nur für Einheimische, in denen kein anderer wohnen darf und wenn Jobs frei werden gibt es das teilweise, dass diese nur von Singapurern besetzt werden dürfen und keine Ausländer die haben dürfen. Zu Ausländern zählen da auch Inder die es zu tausenden in Singapur gibt und die nur im Baugeschäft tätig sind. Also überall wo gebaut wird, und das wird in Singapur zur Zeit an jeder Ecke, sieht man Inder und keine anderen. Müll wegräumen und Putzen machen auch Inder... Generell ist es wohl so, dass Singapurer bei freien Jobs immer bevorzugt werden, auch wenn sie schlechter qualifiziert sind. Was die Universitäten und die Forschung und Lehre angeht hat Singapur scheinbar einen ziemlich großen Minderwertigkeitskomplex, den es versucht zu kompensieren. Es gibt wohl so Punktesysteme für Proffessoren, je bessere Noten Studenten haben, desto bessere Bewertung und Gehalt gibt es für Proffessoren (Leistungsdruck) und daher wird auch viel geschummelt und schlechte Schüler extrem gepushed damit der Notenschnitt sich hebt. Die Medien sind wohl auch ganz gruselig. Es wird einfach kein bisschen über Verbrechen oder was sonst so schlimmes in einer Millionenstadt jeden Tag passiert berichtet, sondern nur über Börsenkurse oder über irgendwelche bösen indischen Mütter, die ihre Kinder allein gelassen haben oder sonst einen unwichtigen Kram. Die Regierung ist auch ziemlich mysteriös und man kann nicht so wirklich rausfinden wie der Hase da läuft. Aso, vll noch interessant, Singapur hat über 5 Millionen Einwohner und davon sind 40% Ausländer...

Das war ein oft gesehenes Bild, man beachte die gigantischen Ausmaße der Baustelle... was das wohl für ein riesen Komplex wird
Das war ein oft gesehenes Bild, man beachte die gigantischen Ausmaße der Baustelle... was das wohl für ein riesen Komplex wird

Nachdem Henrys Mittagspause dann vorbei war, sind wir mit dem MRT (U- und S-Bahn-Verschnitt) ins Zentrum gefahren und haben uns die Stadt mal angesehen... war aber halt so financial district und daher nicht so aufregend... bis auf die Hochhäuser und die Skyline natürlich. Sind dann bis zu der Marina Bay gelaufen und haben uns den Merlion angeguckt. Eine große Wasserspuckende Statue eines Fischlöwen. Der Gründer Singapurs, ein Herr Raffels, ist dort wohl an Land gekommen und hat Löwen und Fische gefunden und sich dann son Tier ausgedacht als Wappentier für den neu gegründeten Stadtstaat. Das Marina Bay, dieses Gebäude mit dem Schiff aufm Dach, sieht schon beeindruckend aus, is aber im Prinzip ein völlig unnnötiges und unwichtiges Staatussymbol, wie so oft. Aber trotzdem ne architektonisch interessante Konstruktion.

Hier der große Löwenfisch am Wasser spucken vor einem Teil der Skyline
Hier der große Löwenfisch am Wasser spucken vor einem Teil der Skyline
Und hier das besagte Statussymbol, Marina Bay
Und hier das besagte Statussymbol, Marina Bay

Danach sind wir dann auf dem noch nicht komplett abgebauten Formel 1 Kurs mit dem Bus nach Little India gefahren und haben erstmal was gegessen... Simon, wieder zu blöd aus Fehlern zu lernen, bestellt erstmal das schärfste Essen dort und brauchte dann erstmal n paar Minuten um das zu verdauen. Aber er hat brav alles aufgegessen. Sind dann zu Mustafas, eine riesige mit den Jahren gewachsene Einkaufsmall, in der es einfach alles gibt. Aber nicht sone auf hochglanz polierte Shoppingmall wie es sie überall zu Hauf gibt, sondern eine mit irgendwie noch Scharm. Mitten in Little India, ein über mehrere Blöcke sich erstreckenden System an Gebäuden, in denen es einfach alles gibt. Vom Rasierer über Goldschmuck und Drogerieartikel bis zu Bohrmaschinen, Gewürzen und Klamotten einfach alles. Ein Komplex, wohl der ursprünglichere war teilweise echt ranzig und mit mega niedrigen Decken und keinen Fenstern und total abgewrackt. Der war dann aber mit einem andern risigen Block auf ner andern Straße über eine Brücke verbunden, in dem es dann Gewürze und Nahrungsmittel in zichtausendfacher Ausführung und mit Auswahl bis nach Meppen gab. Alles in nem richtig neuwertigen und modernen Komplex.

 

Später haben wir uns dann noch mit Henry und dem Polen (Tommasch, der auch irgendwie da arbeitet wo Henry arbeitet) getroffen und von einem Restaurant und Imbiss zum nächsten gelatscht bis wir dann irgendwo so Teigkugeln beim Chinesen gegessen haben. Simons war mit Kaffeefüllung und Noras mit Gemüse. Danach sind wir noch in nen Supermarkt auf der Suche nach Bier gewesen und haben das erste und einzige Bier in Singapur getrunken. Also Simon und Henry, Nora hatte keine Lust auf Bier. Naja jedenfalls umgerechnet (und das war n Sonderangebot) kostete die Dose Bier 2 EUR. Im Supermarkt. Das mieseste Bier was es wohl gab. Jedenfalls haben wir uns dann auf ne Rasenfläche vor ne Baustelle gesetzt und geschnackt und den Indern beim Feierabend machen zugesehen.



Eine Ecke in Little India mit alten Häusern vorne und dem nicht aufzuhaltenden Fortschritt im Hintergrund
Eine Ecke in Little India mit alten Häusern vorne und dem nicht aufzuhaltenden Fortschritt im Hintergrund

Am nächsten Tag wollten wir dann eigentlich erst an einen Strand und dann zum botanischen Garten, haben den Strand aber aus Zeitgründen weggelassen und dafür etwas ausgiebiger geduscht und gefrühstückt. Danach gings dann in den Garten, der ziemlich cool war. Wenns um die Natur geht kann der Staat von uns aus ruhig aufräumen und für Ordnung und Sauberkeit sorgen... Jedenfalls war der echt groß und schön angelegt.



Hm, ich esse grade verbotene Tofifee, aber dazu komm ich noch...



Sind da rumgelaufen und haben ein paar witzige Fotosessions gemacht und Simon hat viel Ungeziefer und interessante Tiere gefunden und beobachtet und geknipst. Wir haben da zum Beispiel mega viele Tausendfüsser gesehen und später im Evolutionsrundgang hat Simon eine riesige Spinne der Gattung Nephila gefunden, die dort frei gelebt hat. Die Tiere gabs auch in Hamburg im Spinnenlabor und die werden verdammt groß. Das Netz der Spinne hatte n Durchmesser von mehr als 1,5 Metern! Später haben wir dann am Teich noch die Warane gesucht, die es dort frei lebend geben sollte, aber haben nur n Dutzend Schildkröten gefunden, waren auch nett...

Abends haben wir uns dann mit Henry beim Raffels Place getroffen, das ist ein großer Foodcourt aus dem 19 Jahrhundert, der mitten im financial district liegt und der älteste Foodcourt der Stadt ist. Das Gebäude ist eine Stahlkonstruktion mit Nieten und Muttern und sieht echt cool aus so umzingeld von Wolkenkratzern. Nach dem Essen sind wir dann noch zur Bucht gelaufen und haben uns die Skyline bei Nacht angesehen. Sehr bunt und groß und beeindruckend. Aber als dann das Marina Bay seine Feuer- Licht- Wasser- und Lasershow dargeboten hat, zeigte sich wieder mal wie unnötig das ganze auch sein kann. Naja Singapur hat wohl Geld genug und kann daher munter kompensieren. Interessant ist noch, dass Singapur alles importieren muss, sogar das Trinkwasser wird aus Malaysia durch dicke Pipelines importiert.

Am Donnerstag haben wir dann Sachen gepackt, unser super Frühstück, bestehend aus Toast und Ekel-auflöse-Kaffee zu uns genommen und sind nochmal zu Mustafas gefahren, um dort Geld zu wechseln. Dann gings mit abgezählten Münzen, Essen für dn Flug und frischen Australischen Dollar zum Flughafen. Am Flughafen haben wir dann noch die 2 Deutschen getrofen, die mit uns auch im Zug von Kuala Lumpur nach Singapur saßen, sehr witzig, wie klein die Welt doch ist. Danach ging es dann durch den Changiairport, der extrem gut ausgeschildert ist, Richtung Sicherheitskontrolle. Check In vorher war kein Problem. Sicherheitskontrolle eigentlich auch nicht, wenn Simon nicht vergessen hätte sein Taschenmesser aus dem Handgepäc zu nehmen xD. Aber die waren zum Glück cool drauf, hab nur n Wisch unterschrieben, dass die das einziehen und dann konnte ich durch... ohne das Messer ^^



TigerAirways ist eine typische Billigfluglinie... Enge, ungemütliche Sitze für kleine Menschen. Meine Knie kamen beim Sitzen an den Sitz vor mit, sehr ungemütlich, aber zum Glück saß neben mir keiner, da konnte ich meinen Körper teilweise dahin auslagern... Die restlichen Singapurdollar, die wir beim Zurückgeben unserer Bus und Bahnfahrkarte bekommen haben, haben dann für 2 kleine Orangensäfte gereicht... 8 Dollar... so teurern Safte hatten wir auch noch nicht. Der Sonnenuntergang von über den Wolken aus sah zumindest sehr cool aus.



Fortsetzung folgt...

Tschüss asiatischer Kontinent
Tschüss asiatischer Kontinent

25.09.2012

 

Singapore

 

Moin mitienander,

wir sind gestern Abend nach einer unglaublich langen Reise im Wow-Hostel angekommen. Wir haben glaub ich noch nie so lange für eine so kurze Strecke gebraucht. Das war bis jetzt auch die kürzeste Reisestrecke von Kuala Lumpur nach Singapur, aber wir haben den kompletten Tag gebraucht bis wir wir angekommen sind. Aber der Reihe nach.

 

WIr sind gestern mitten in der Nacht um halb 8 Uhr morgens aufgestanden und mit der Bahn zum Busterminal. Als uns das komisch vorkam, dass niemand an unserem Gate zu sehen war, hat Simon dann einen Beamten da angeschnackt und der hat rausgefunden, dass unser Bus gecancelled wurde. Gut, dass uns jemand bescheid gesagt hat. Naja ich dann wieder zurück zum Schalter gehetzt und das Ticket umbuchen lassen und dann sind wir mit nem andern Bus RichtungSingapur gefahren. Der war ganz schön luxuriös und wir hatten sogar noch die Plätze, die wir uns für den andern Bus ausgesucht haben.

 

Kamen dann in Jarkin am frühen Nachmittag an und sind dann mit nem Linienbus über die Grenze gefahren. Meine Herren, das ja ne Festung! Also so einen doppelten und dreifachen Hypergrenzposten hab ich noch nich gesehen. Erstmal alle raus ausm Bus mit Gepäck und so. Dann durch ne Passkontrolle und nen Stempel bekommen, dass wir ausgereist sind. Gepäck wurde dann noch gescannt und wir wieder runter in den Bus ein paar Meter über den Fluss durchs Niemandsland. Dann wieder alle raus ausm Bus und wieder durch etliche Kameraüberwachte Gänge in eine Halle mit Passkontrolle. Dort mussten wir dann einen Zettel ausfüllen was wir hier wollen und wie lange und wo wir wohnen und so.

 

Nora hat ersma das Sicherheitspersonal auf sich aufmerksam gemacht und als wir da standen kamen 4 Polizisten und fragen sie erstmal was sie hier will und wo sie herkommt und wie lange sie bleiben will und wo es danach hingeht... während sie den Zettel mit den gleichen Fragen ausfüllt.... Und irgendwie haben die Leute total Respekt oder Angst oder so vor den Sicherheitsmenschen gehabt. Ein Asiate hat mich dann gefragt ob er meinen Stift haben kann... dann wollte er noch wissen wie er den Zettel ausfüllen muss. Ich würd ja wohl n Ausländer, der offensichtlich von nem andern Kontinent kommt niemals fragen wie ich son offiziellen Zettel ausfüllen muss... der wirds ja wohl am wenigsten wissen... Vor allm standen die Pozilisten ja 3 MEeer daneben. Aber die wollte er wohl nicht fragen. Ich hab dann einen von denen angesprochen und nachm Stift für den armen eingeschüchterten Asiaten gefragt... und auch gleich wie er das richtig ausfüllen...

 

Danach jedenfalls gings zum Stempelmann durch die Schleuse und dann nochma durch n Metalldetektor und n Gepäckröntgengerät wie am Flughafen und DANN waren wir drinnen... wurden dann wieder zum Bus geschleust und der hat uns dann zu der Bushaltestelle gefahren, die Henry uns gesagt hat.

 

Dort mussten wir uns dann bis zu seinem Hosten durchfragen und herausfinden, dass die von jedem umgerechnet 100 EURO für 3 Nächte haben wollten. Das war dann der erwartete Preisschock und wir haben uns was neues Überlegt. Konnten dann dort ins Internet und die Dame hat uns noch einen Stadtplan mitgegeben und gezeigt wie wir zu dem Hostel kommen, das wir uns im Internet ausgesucht hatten. Da dann mit dem Bus hin und erstmal das scheiß Hotel gesucht. Sind die olle Straße 2 mal hoch und runtergelaufen, wurden von dämlichen Idioten in die falsche Richtung geschickt und haben dann GLück gehabt und eine nette Dame gefunden, die uns bis vor die Tür des Hostels gebracht hat. Und das war ne einfach braune Tür mit nem ausgedruckten DinA4 Zettel drüber geklebt mit dem Namen des Hostels.... sowas kann man doch gar nicht finden.... Naja... weiter ging die Odyssee...

 

Wir da rein voll froh endlich was gefunden zu haben, war schon 19 uhr. Dann meinte die aber nö, wenn man nich übers Internet bucht dann sind die schon voll... dann haben uns ein paar Norweger geholfen alternativ Hostels zu finden und wir konnten da zum Glück ins Internet gehen. Haben dann von der Frau da erfahren, dass gegenüber auf der andern Straßenseite noch 2 Hostels sind (auch mit ner einfachen Tür). WIr dann Preise verglichen und uns für das Wow-Hostel entscheiden... Irgendwann um 9 oder 10 standen wir dann endlich unter der Dusche.

 

Wohnen nun mit einer Familie und noch mehr andern Leuten in einem 8 Bett-Zimmer und die dicke Mama da schnarcht. Aber nicht so schlimm wie die dicken Punks in Kuala Lumpur. Zum Glück.

 

Jetzt fahren wir in die Stadt und treffen Henry und gucken uns seine Arbeit an und dann gehts noch weiter zu ein paar Interessanten Stellen.

Ach ja, die Gegend, in der das Hostel ist, wird als eine der noch wenigen ursprünglichen Stadtviertel betrtachtet, die nich so herausgeputzt und high society und schickimicki sind wie der Rest der Stadt. Hier soll es noch wi vor hundert Jahren aussehen was die Häuser und das Flair angeht. Hat auch ehrlich gesagt etwas Ähnlichkeit zu Kuala Lumpur z.B..... außer, dass es extrem viel hunderttausendmal teurer ist. Alles...

 

Ok, müsen nu los, bis die Tage, machts gut alle zusammen.

 

23.09.2012

 

Heute noch in Malaysia

 

Heyho, ein paar Impressionen und letzte Nachricht aus Malaysia. Also was wir ja schon geschrieben haben ist, dass die Luft extrem dreckig ist. Es hat zwar die letzten Tage ab und zu geregnet und die Luft ist daher relativ sauber zur Zeit, aber was aus den Bussen und den Autos rauskommt ist tiefschwarz und mehr als KRebserregend. Ein Typ hat mir erklärt da gibt es so Abgasregelwerte die EURO1 bis EURO6 oder so genannt werden und ich weiß nich mehr was bei uns in Deutschland der Grenzwert ist, aber hier ist der Grenzwert 3 Stufen darunter.... also ein Vielfaches schädlicher als das was aus Autos bei uns rauskommt. Naja jedenfalls husten die Leute hier sooo viel. Überall husten und aufn Boden rotzen weil so viel Dreck in der Luft ist.

 

Was mich (Simon) noch sehr geprägt hat, ist dass alls hier für kleine(re) Menschen gemacht ist. Gaz offensichtlich ist das bei den Vordächern, den Bussen, den Bäumen, die auf ne bestimmte Höhe geschnitten sind (sofern die über Gehwegen wachsen) und bei Türen und eigentlich überall wo man sich den Kopf stoßen kann. Dazu sind die Sitze überall so klein angebracht, dass die Knie den Sitz vor einem berühren und man nur extrem breitbeinig sitzen kann. Was auch interessant ist, sind die Treppenstufen. Die sind kleiner als bei uns und daher für mich ziemlich nervig zu gehen weils einfach ne komplett komische Höhe ist die man da überwindet.

 

Was noch interessant ist, sind die Busfahrten. Es gibt wie in THailand auch einen Fahrer und einen Fahrkartenverkäufer. Aber der Fahrkartenverkäufer steigt bei jeder Haltestelle aus bzw hängt sich in die Tür und schreit lauthals wohin der Bus geht und macht regelrecht Werbung, dass man doch mit dem Bus fahren soll un spricht Passanten an, ob sie nicht mitfahren wollen. Also ich weiß ja nicht wie die entlohnt werden, aber vielleicht ja nach Leistung bzw transportierten Menschen. Und die Busse hupen immer wenn sie auf Haltestellen zufahren um sich anzukündigen.

 

So, das nur kurz am Rande. Morgen gehts früh los nach SIngapur. Mit dem Reisebus starten wir um 10 Uhr und sind dann irgendwann um halb 3 bei einem Ort vor der Grenze. Da nehmen wir dann den Linienbus nch SIngapur rein und hoffen, dass wir überhaupt in den Stadtstaat reinkommen bei den Zollvorschriften. Da darf man so gut wie gar nichts einführen, alles verboten. Vielleicht ja noch schlimmer als hier in Malaysia... Polizeistaaten sind echt gruselig...

 

Und nu versuch ich zu schlafen... aber hier sind dicke Leute im Raum die schnarchen wie bekloppt und es gibt nicht was mich aggressiver macht wenn ich schlafen will als Schnarchen! Hab die letzten Tage eh kaum geschlafen weil ich nur wach lag und das schnarchen mein Blut zum kochen gebracht hat...

 

wünscht mir Glück, dass ich einschlafen kann,

Grüße und bis die Tage,

die Weltenbummler!

21.09.2012

 

Kuala Lumpur


Morgends um fuenf geweckt durch den Zugschaffner sprangen wir aus dem Zug, voellig durch mussten wir uns erstmal orientieren wo wir eigentlich gerade sind. Dann kam es uns...wir sind in Malaysia in Kuala Lumpur, nur hier kann es so nach Smog riechen und ja, wir sollten Recht bekommen. Nach dem wir kapiert hatten das die Uhrzeit auf unserem Ticket nach thailaendische Zeit geschrieben wurde und nicht nach malaysischer wurde uns auch klar warum wir schon da sind und nicht erst in einer Stunde. Voellig verplant fanden wir dann auch den Geldautomaten sowie Ticketschalter, denn wir mussten ersteinmal noch durch die ganze Stadt fahren um an unseren Schlafplatz zu gelangen. So fuhren wir bei Sonnenaufgang durch Kuala Lumpur und sahen zum erstenmal die riesen Skyline und die Petronas Towers. Nachdem der erste Nazipunk an uns vorbei lief (was ich immer noch nicht verstehen kann, wie das eigentlich funktioniert) fanden wir dann das Rumah Api. Das Rumah Api ist das einzigste Punkprojekt in Kuala Lumpur. Hier fanden wir freundliche Menschen und einen Platz zum schlafen. Simon schlief dann eher weniger, denn das schnarchen der anderen Bewohner lies ihn keine Ruhe finden. Am selben Tag nocheinmal aufgewacht schauten wir uns ersteinmal die Umgebung an und merkten das wir in der kurzen Zeit schon schwarze Popel in der Nase hatten und man nicht zum Himmel oder Horizont kucken konnte, da alles voller Smog war. Nach dem fleißigen Einkauf und den ersten extrem kommischen Blicken der Bewohner dieser Stadt (die zum groessten Teil aus Muslimen besteht) gingen wir zurueck zu unserer Bleibe und unterhielten uns mit den Punks hier ueber ihre Probleme und Konflikte mit dem Staat.

Rumah Api von außen
Rumah Api von außen

Physalis ging dann ersteinmal in den Keller und schaute sich den Konzert-und Partyraum an. Nachdem sie die tote Katze an der Hintertuer gefunden hatte uebergab sich sich erstmal mit Physalisbrei und ging schnell wieder die Treppen hoch und lies sich erklaren wie die Jungs und Maedels sich diese Raeumlichkeiten leisten koennen. Sie erfuhr, dass hier T-Shirts bedruckt und bei Konzerten verkauft werden

Physalis lernt wie man sich hier über Wasser halten kann
Physalis lernt wie man sich hier über Wasser halten kann

Tag zwei: Nach verspaettetem Aufstehen hielt uns nichts laenger mehr im Haus und wir nahmen den Bus zu den Petronas Towers und schauten uns die riesen Gebaude einmal von nahem an.  Ja was soll man dazu sagen....verdammt hoch, teuer und nur Snobs. Im Park dahinter ist alles verboten was spass macht und schaukeln duerfen auch nur die Kleinen, was wir schmerzlich mit dem Gerausch einer Trillerpfeife erfahren mussten.

Am Folgtag besuchten wir die Batu Caves, ein Hinduschrein in Malaysia. Der Weg in die Hoehle war sehr steil und von ueberall kammen Affen, die einem alles klauen wollten und von den ganzen Softgetraenken der Besucher voellig auf Zucker und Koffein waren. Als waeren diese Tiere nicht schon aufgedreht genug. Also ueberhaupt nicht so einfach da rein zu kommen. Ersteinmal die vielen Stufen und dann noch diese ueberdrehten Affen. Innendrinnen wurde einem erseinmal voellig unnoetiger Grimskrams angeboten und als man den Blick davon abwenden konnte, konnte man dann auch die schoene Tropfsteinhoele betrachten und all diese kommischen indischen Figuren. Der Weg zurück in die stadt war auch sehr abenteuerlich. Es fing fuerchterlich an zu Gewittern und anscheinend sind nicht alle Fenster richtig in den Busen befesstigt, denn nach einer Weihle fand der Regen seinen weg durch manche Fenster und auch durch die Klimaanlage. Der Busfahreer fluchte dann auch etwas, denn sein Fussraum life voll mit Wasser und auch die Straßen waren etwas ueberschwemmt.

Ja nun chillen wir wiedereinmal mit den Leuten hier und bereiten uns auf ein Konzert fuer morgen Abend vor.

 

Bis zur nächstn Ausgabe von Team-Physalis umrundet die Welt

18.09.2012



Hat Yai



So, weiter im Text...



Auf dem Weg nach Hait Yai haben wir dann morgens, bevor wir angekommen sind als es hell wurde die Landschaft gesehen. Und wir haben gegrübelt und gegrübelt was das wohl sein könnte was wir da gesehen haben. Wir sind über eine Stunde durch Plantage ohne Ende gefahren. Das waren Bäume, die wir nicht kannten und die auch keine Früchte oder so getragen haben. Das Holz war auch ncih besonders grade oder geeignet um es abzubauen. Und die Bäume dieser Plantage hatten alle Altersstadien. Irgendwann sind Simon dann die kleinen Gefäße am Stamm aufgefallen und dann wars klar. Wir sind durch hunderte, wenn nich tausende Hektar Naturkautschukplantagen gefahren. Das waren alles Gummibäume. Voll schlimm, die haben so viel Regenwald zerstört, nur damit die ganze Welt Kondome zum volllümmeln hat... Naja das wohl wie die Welt tickt.

wir sind (mit der Fahrt nach Malaysia) mehrere Stunden lang durch Gummibaumplantagen gefahren
wir sind (mit der Fahrt nach Malaysia) mehrere Stunden lang durch Gummibaumplantagen gefahren

Jedenfalls waren wir so lange schon wach weil wir uns den Wecker in weiser Voraussicht so gestellt haben, dass wir noch Zeit zum Rucksack packen haben bevor wir aussteigen mussten. Der Zug hat in Hat Yai nämlich nur kurz gehalten und ist dann weiter gefahren. Blöd war dann, dass wir über eine Stunde Verspätung hatten von der wir nichts wussten. Naja in Hat Yai angekommen haben wir dann auch gleich hundert Meter vom Bahn hof weg das Hotel gefunden, dass wir uns im Internet rausgescuht hatten. Klang dort gar nicht so schlecht und war schön günstig. Dem war dann leider nicht so. Der Typ an der Reception war das arroganteste Arschloch überhaupt. Hat uns voll von oben herab behandelt und dann hat das Hotel fast doppelt so viel gekostet und wir wir dann gesehen haben war das mega die ranzige Absteige, sowas hab ich bis dato auch noch nciht gesehen. Ne Quittung gabs auch nicht, haben wir auch durch die Müdigkeit vergessen zu erfragen. War ca 7 Uhr als wir angekommen sind. Wenigstens haben wir dann noch bis mittags geschlafen und mussten nur eine Nacht zahlen. Konnten also dann nochmal eine Nacht bis Sonntag dort bleiben. Naja guckt euch die Fotos an, die sprechen für sich. Ziemlich dreckig alles und abgefuckt bis zum geht-nicht-mehr. Tagsüber sind wir dann etwas planlos durch Hat Yai gelatscht und hatten im Hotel kein Internet, weswegen wir uns auch nicht so wirklich informieren konnten was man tollen machen kann in Hat Yai. Haben dann in einem Internercafe ein neues Hotel gesucht und ein Regenschutz für Noras Rucksack gekauft. Witzig war die große Shoppingmall gegenüber des Hotels in der eine Modenshow für Unterwäsche statt fand. Aufm Laufsteg Models in Unterwäsche und hochgedrückten Brüsten und im Publikum verschleierte Muslime mit Handykameras und Kinder... warum nicht.

Am nächten Tag haben wir bei einem weiteren Spaziergang durch die Stadt bei einem Getränkeladen halt gemacht und den Typen dort mal gefragt wo man so vielleicht was trinken gehen kann oder tanzen kann. Der Typ hieß Peng und war 27 Jahr alt und voll cool drauf. Er hat sich kurzerhand n Kumpel als Vertretung für den Saftverkauf geschnappt, uns auf sein Moped hinten drauf gesetzt und ist mit uns durch die Stadt gefahren und hat uns ein paar Kneipen und Bars gezeigt. Echt sehr nett. Hat uns dann in einer B ar abgesetzt wo wir nen Cocktail probiert haben.

pimp my tuktuk
pimp my tuktuk

Am nächsten Tag sind wir dann in ein anderes Hotel umgezogen, das zwar etwas teurer war, aber für das höhere Maß an Luxus voll klar ging. Eigentlich wäre sogar n Pappkarton unter ner Brücke mehr Luxus als die Absteige vorher. Hi Season Hotel Hat Yai sollte es also nun sein. Nachmittags sind wir nochma zu dem Saftladen gegangen und abends sind wir dann mit Peng und noch nem Kumpel zusammen in einen scheinbar extrem angesagten Club gegangen. Alter Schwede, so viel Bass wie aus diesen Boxen kam war schon nicht mehr normal. Ich glaube die haben die Wände als Membran benutzt.... ziemliche krass... und die Damenwelt war so unglaublich aufgetakelt und chick gemacht, schon tüchtig. Wir hatten das an was wir immer anhaben. T-Shirt, kurze Hose und Flipflops xD. Nachdem ich dann reingekommen bin hab ich n Schild gesehen, dass Flipflops verboten sind. Aber VIP-Simon ist trotzdem reingekommen, harhar. Peng und sein Kollege haben uns dann den ganzen Abend lang Bier ausgegeben und sind später noch mit uns zu einem Restaurant gefahren und haben uns zum Essen eingeladen. Um 6 Uhr morgens. Danach haben die uns dann noch bis zum Hotel gefahren.

nanü?
nanü?

Am nächsten Tag wollten wir Peng dann nochmal bei seinem Stand besuchen und danke sagen. Leider hat uns eine Vertretung gesagt, dass Peng heute "krank" sei, höhö... Dann war schonwieder nächster Tag und wir haben um 12 augecheckt. Rucksäcke beim Bahnhof eingeschlossen und nochmal durch die Gegen gelaufen. Eingekuaft für die Reise und dann gings auch schon um 4 los mit dem Zug nach Malaysia. Wir haben diesmal einen Schlafwagen gebucht und joa... Die Kojen waren mega klein und Simon hat nicht ganz reingepasst. Nora und Physalis schon. An der Grenze zu Malaysia mussten wir dann alle aus dem Zug raus mit samt Gepäck und erstmal durch den Thai-check-out, gucken ob wir auch nicht zu lange im Land waren. Dann waren wir so 4 Meter Lang im internationalen Niemandsland und danach ging es durch den Malayischen Check-In. Stempel bekommen, gefragt ob wir was zu verzollen haben – nö – und wieder auf den Bahnsteig und auf den Zug warten. Hatten eine Stunde Zeit bis wir gemerkt haben dass in Malaysia ne Stunde unterschied zu Thailand ist. Somit hatten wir noch 5 Min bis der Zug kam. Irgendwann haben wir uns dann schlafen gelegt und den Wecker auf ne halbe Stunde bevor wir in Kuala Lumpur ankommen. Heftig war noch die Luft im Zug. Erst war unser Waggon ganz hinten. Dann hat der Zug irgendwann "gedreht" und unser Waggon war ganz vorne, direkt hinter der Lock. Und ich weiß nicht mit was die Hier fahren, wahrscheinlich Rohöl oder so, aber das hat so nach Abgasen gestunken da wo wir schlafen sollten, echt heftig. Man konnte kaum atmen, aber das war wohl normal so. Ein kleiner Vorgeschmack auf das was uns in Kuala Lumpur (die sagen KL) erwarten sollte.

Größe ist nicht alles im Leben
Größe ist nicht alles im Leben

Durch die Zeitumstellung und dadurch, dass der Bahnmensch in Thailand uns die Ankunftszeit in Thai-Zeit gesagt hat, hat unser Wecker völlig falsch geklingelt, nämlich gar nicht. Wir wurden unsanft geweckt und mussten mega schnell alles zusammen packen und aus dem Zug rennen. Nachdem wir, die letzten, dann draußen waren ist dieser auch wieder weiter gefahren und da standen wir nun. 6 Uhr morgens, der unterirdische Bahnhof bis zur völligen Orientierungslosigkeit mit Abgasen zugequalmt in einer großen unbekannten Stadt ohne Geld und nur mit einer Adresse in der Tasche.



Fortsetzung folg...



14.09.2012



Chumphon



Wir sind mit Bebe und Sack und Pack gleich nach Anbruch des Mittags in Richtung Meer losgefahren. Also nicht nur kurz den Rückwärtsgang einlegen und aufn Strand setzen, sondern ein bisschen die Küste entlang zu einem Fischerdorf. Vorher haben wir Matrazen, Schnorchelausrüstung, Grill und Essen sowie Zelte und ne Harpune eingepackt und einen Stop bei nem Restaurant eingelegt um was zu Frühstücken. Der Reifen war dann irgendwie im Eimer und wir sind mit platten Vorderreifen zur nächsten Werkstatt gefahren. Reifen abbauen, flicken und wieder dran tüdeln haben dann ne halbe Stunde Zeit und 3,50 EUR umgerechnet gekostet. Vielleicht hat uns die Sonne da schon gereicht. Dazu aber später mehr. Wir sind dann mit einem kleinen schnuckeligen Boot und all dem kram zu einer unbewohnten Insel (Ko Ngam) übergesetzt. Unbewohnt bis auf einen Affen wie sich am nächsten Tag herausstellte. Die Bootsfahrt war schon abenteuerlich genug, haben selten eine so wackelige Fart gehabt.

Das Ziel schon in Sicht
Das Ziel schon in Sicht

Aber alles gut gegangen... bis auf die Dosis UV-Strahlung, die war wohl scheinbar wieder höher als vermutet. Auf der Insel angkeommen haben wir dann gleiche eine große Sonneneincremesession gestartet, wir sind ja nicht blöd nech. Lichtschutzfaktor eine Million und dann ab ins Wasser, is ja wasserfest die Creme. Dengste. Naja wir haben dann geschnorchelt und Wasser geschkluckt bis wir den Dreh raus hatten und konnten dann echt witzig Tiere und Fische und son Zeug sehen. Zum Beispiel haben wir einen tollen recht großen Oktopuss gesehen, der wie wild seine Farbe gewechselt hat als Simon ihm die Hand schütteln wollte. Und da gab es rieeeesige Muscheln, so groß wie ein Menschenrücken. Die haben sich zurückgezogen wenn man unter Wasser in die Hände geklatscht hat. Und tolle Seeanemonen und Korallen und Fische und Seeigel in ganz groß und ne Seegurke die ziemlich dämlich aussah.

das war eine von den großen Muscheln, aber tot und ein sehr kleines Exemplar. Unter Wasser haben wir davon riesige lebende gesehen
das war eine von den großen Muscheln, aber tot und ein sehr kleines Exemplar. Unter Wasser haben wir davon riesige lebende gesehen

Nachdem wir dann durchgefroren waren und uns in der Sonne aufgewärmt hatten wurden wir nebenbei auf die Qualität der wasserfesten Sonnencreme aufmerksam gemacht. Simon hatte noch nie einen solchen Sonnenbrand auf den Knien und den Knöcheln und den Waden ... Der Rücken war auch ziemlich rot und tat höllisch weh in der Nacht. Nora/Wibke hatte sich nur den Rücken verbrannt...



Abends haben wir dann gegrillt und Bannanen und Fleisch am Spieß und Reis gegessen. Danach haben wir am Lagerfeuer gesessen und zugesehen wie es aufm Festland geregnet hat. Bei uns blieb es zum Glück trocken und wir konnten echt viele Sterne sehen. Oh nund wir haben 3 Sternschnuppen gesehen und 4 Satelliten :)

Höhö, wir hatten Glück mit dem Wetter
Höhö, wir hatten Glück mit dem Wetter

Am nächsten morgen haben wir dann die blutgetränkten Mücken im Zelt getötet und sind nocmal schnorcheln gegangen. Das Mückennetz hatte die größe, dass blutleere Mücken hineinkonnten aber vollgefressene Viecher nicht mehr heraus. Hatten also jede Menge Stiche, aber die Scheißbiester konnten unser Blut immerhin nicht mehr für ihre Brut verwenden, muhaha!



Mit schmerzendem Sonnenbrand und einer Extrarunde um die Insel auf dem Boot, bei der wir dann auch den einsamen Affen gesehen haben, der dort in der Nähe des Küste wohnte, ging es dann zurück zum Strand wo wir von nun an die Sonne gemieden haben. Hat dann auch die nächsten zwei Tage oft geregnet, was uns nur gelegen kam. Noras / Wibkes Schlafsack flatterte auf der Rückfahrt noch im Wind, nachdem er beim aussteigen aus dem Boot ein Bad im Meer genommen hatte.

Aua... leider zu spät, aber man gibt die Hoffnung ja nicht auf
Aua... leider zu spät, aber man gibt die Hoffnung ja nicht auf

Nachdem wir die letzten Tage dann noch jede Menge Fruchtshakes und lecker Essen sowie die Hitlerkatze genossen haben, sind wir in little Paris, wie man den Ort auch nennen könnte, zu einem weiteren Franzosen in seine Bar 30 Meter neben unserer Unterkunft gegangen und haben uns von ihm ein Zugticket für den nächsten Tag von Chumphon nach Hat Yai im Süden des Landes aus der Stadt mitbringen lassen. Als es dann am nächsten Tag zum Bahnhof gehen sollte wurde der Schlafsack wieder nass, allerdings diesmal von unten, aber dazu kommen wir noch. Jedenfalls hat es den ganzen Tag geregnet und wir haben wiedermal auf das gelbe Trucktaxi gewartet. Nach 3 Stunden, die wie im Flug vergingen kam es dann auch pünktlich zusammen mit der Sonne, die sich blicken lies. Der Frieden war aber trügerisch und nicht von langer Dauer. Wir also unsere Rücksäcke oben aufs Dach verfrachtet und uns hinten in den Truck. Nach 5 Minuten Fahrt von 30 Minuten insgesamt fing es dann wie aus eimern zu Schütten an. Das Ende vom Lied war ein nasser Rucksack von Simon, der aber zum Glück dicht gehalten hat und ein nasser Rucksack von Nora / Wibke, der leider nicht dicht gehalten hat. So wurde der Schlafsack also ein zweites Mal nass.



In der Raggaebar am Bahnhof hatten wir dann aber noch 3 Stunden, um was zu essen, einem bekifften Rastafari bei Lifemusik zuzuhören und den Raum mit nassen Klamotten zu schmücken. Abends kam dann der Zug und es ging auf einem gemütlichen Sitzplatz mit echt viel Beinfreiheit (also nu ohne Ironie) mit einer halben Stunde Verspätung los Richtung Hat Yai. Simon konnte leider im Sitzen wieder nicht schlafen und hat die ganzen 10 Stunden Zugfahrt mehr oder weniger entspannt genossen.

Kleines Malör mit nass...
Kleines Malör mit nass...



Fortsetzung folg...



Bis dahin, cheers und haut rein, Team Physalis

10.09.2012

 

Erkenntnis des Tages

 

Wenn man nach dem aufstehen Frühstück in einem Restaurant bestellt bracht man keinen Kaffee, wenn man vergisst "not spicy" zu sagen. Ich glaube das passiert mir jetzt noch 2 Mal und dann denke ich dran beim Essen bestellen bescheid zu sagen, dass ich jede Mal sterbe wenn die das hier "normal" scharf würzen...

09.09.2012

 

Bangkok hinter uns gelassen – Strand, Palmen, Meer – coole Leute

 

Guten Tach aus Chumphon an die restliche Welt,

So, das Reinfeiern in meinen Geburtstag ist ins Wasse gefallen... fast knietief ins Wasser gefallen. Es hat so geregnet in Bangkok und dann sind sogar die Straßen total überflutet gewesen und wir mussten Barfuß vom Supermarkt zurück zu Nings Haus waten. Zum Geburtstag hab ich dann eine Fußmassage von Nings Papa geschenkt bekommen, also nicht er hat massiert, er hat massieren lassen von professionellen Fußmassösen xD. Wibke hat auch eine Massage bekommen und musste sich halb totlachen. Wibke hat mir Schnorcheln am Riff zum Geburtstag geschenkt, was wir übermorgen wohl machen werden, aber dazu später mehr.

Land unter in BKK
Land unter in BKK

Wir sind dann Freitagabend mit dem Bus nach Chumphon gestartet, einem kleinen Ort der auf der Karte aber einen großen Punkt bekommen hat und darum so tut als wenn es eine große Stadt wäre. Macht aber nichts, hier gibt es auch alles was man braucht. Die Busfahrt dahin war der Hammer. Sowas bescheuertes haben wir noch nicht erlebt. Erst lief der Fernseher so laut, dass Wibke kurz davor war den abzureißen und ausm Fenster zu werfen und dann hatten wir es auch noch mit einem höchst autoritären Busunternehmen zu tun. Nachdem Wibke ihre Ohren mit Ohropax so versiegelt hatte und angefangen hatte ihr Buch zu lesen wurden der Fernseher und das Licht plötzlich aus gemacht und es war stockdunkel und die Lampen an der Sitzen gingen auch nicht. Es wure also von höchster Stelle (unsere Busstewardess mit eigener Uniform) befunden, dass jetzt Nacht ist. Wir haben dann noch einen Film auf dem Netbook geschaut und dann versucht zu schlafen. Als das auch fast funktioniert hat macht die Diktatorin plötzlich um halb 2 Uhr nachts das Licht an, brüllt durchn Bus dass nun Pause ist und jeder was zu Essen oder Schnikschnack kaufen kann. Der Bus hat dann bei nem Markt angehalten und alle Schafe sind brav raus und haben konsumiert. Der Knaller war dann noch ein ca 10 Jahre alte Junge, der durch den leern Bus gelaufen ist, bei uns angehalten ist und versucht hat uns was zu verkaufen. Ein Kind... mitten in der Nacht.... mitten im Niergendwo.... Naja, andere Länder, andere Sitten. Der Terror ging dann jede Stunde so weiter. Nacht. Tag. Nacht. Tag. Hatte was von dem Langstreckenflug. Nur dass nun die Haltestellen angesagt wurden und die Leute überall rausgelassen wurden. Laut Ticket sollten wir dann um 6 Uhr morgens in Chumphon angekommen. Wir kamen um 4 Uhr an, waren dementsprechend überfordert als wir aus dem Bus geworfen wurden. "You, go out, go out! Its Chumphon, go! Go! Goooo!" ... Watn Stress. Da standen wir dann also. Um 4 Uhr nachts, nur die Kakerlaken waren auf den Beinen und ein paar Straßenhunde haben den Mond angeheult. In Chumphon. Allein.

in Bangkok am Busterminal für Reisen in den Süden
in Bangkok am Busterminal für Reisen in den Süden

Ok, so schlimm wars nicht, ein paar Mopedtaxis haben gleich am Ortseingang die Verfolgung des Busses aufgenommen und bei jedem Stop ihre Dienste angeboten. So auch, als wir aus dem Bus gespukt wurden. Wir hatten erst gedacht, wir brauchen ein richtiges Taxi, aber "is noo problem, i take it" Die Mopedfahrer haben also unsere großen Wanderrucksäcke zwischen ihre Beine genommen und uns dann hinten drauf. Die Fahrt war echt witzig. Nur leider dauerte Sie nur 2 min, weil dann waren wir da und haben beide 30 Baht bezahlt. Gut, hätte man auch laufen können, aber macht nix, das war trotzdem noch günstig.



Das Salsa Hostel hat um 5 Uhr auf gemacht. Es war aber 4 Uhr. Zum Glück gab es einen Zettel mit "Ring the bell" und wir haben den Besitzer wachgeklingelt. Der hat uns dann aufgemacht und einchecken lassen. Das Hostel war mega gut. 5,50 EUR pro Nacht und Person und dazu Frühstück, Internet und n echt toller Service und so sauber da. Das war cool. Alles neu und modern. Kann man nich meckern. Gestern haben wir uns dann mit einer Gruppe von Leuten getroffen, von denen wir zwei über Couchsurfen angeschrieben haben und die leider schon besuch hatten und daher keinen Platz für uns, aber sich gerne mit uns treffen wollten. Oh alter, die Fahrt zu dem Treffpunkt war ja auch geil. Wir haben gezeigt bekommen wo der "Bus" zum Strand fährt. Ein Pickuptruck mit Sitzplätzen auf der Ladefläche. Der sollte alle 30 Minuten kommen. Tat er aber nicht, welch ein Wunder. Wir standen 1 1/2 Stunden und hatten dann keinen Bock mehr. Nachdem wir schon etliche Taxis weggeschickt haben haben wir noch einen Franzosen getroffen und sind dann zu dritt zum Strand gefahren (14 Km). Der Bus hätte 30 Baht gekostet (Man vergleiche Rollertaxi in der Nacht), das Taxi hat nun 100 Baht für jeden Gekostet.

Am Meer angekommen!!!
Am Meer angekommen!!!

Die Leute sind voll cool drauf und sehr nett und offen und hilfsbereit. Bertrand (Bebe) ist Franzose und 32 Jahre alt und hat am Strand eine Tauchschule. Chris ist 22 Jahre als, kommt aus Südafrika und arbeitet hier in Chumphon als Englischlehrer (aber glaub nur für ein halbes Jahr von der Uni aus) und wohnt auch in Chumphon. Dann war noch ein Typ dessen Namen ich vergessen hab hier, auch aus Südafrika, 24 Jahre alt. Ein Mädchen aus den USA, 21 Jahre alt und ein Mädchen aus den Niederlanden, 22 Jahre alt, die hier grad 4 Monate durch Süd-Ost-Asien reist. Und wir zwei deutschen Weltenbummler mittendrin. Eine witzige internationale Gruppe.



Wir sind dann mit dem Pickuptruck von Bebe (3 Leute auf die Ladefläche und 4 auf die Sitzbänke im Auto) nach Chumphon gefahren und haben kurz bei Chris zu Hause halt gemacht. Dann ging es zu einer Raggaebar, die ihr 2 jähriges Bestehen gefeiert hat und Livemusik hatte. Sehr geil die Band, einer brauchte mehr Aufmerksamkeit als der andere. Dann hat sich noch ein witziger besoffener Thai an uns gehängt und später kam noch eine Gruppe Teenager und hat in dem Laden zu Musik vom DJ Breakdance vorgeführt. Voll die Gute Stimmung überall. Danach sind wir dann zu einem Club gleich um die Ecke von unserem Hostel und haben da dann die Gruppe Breakdancer wiedergetroffen. Die ham sich alle so gefreut als wir da ankamen, das war nich zu glauben. Wir kamen in den Laden da rein und wurden behandelt wie Rockstars, von überall bekamen wir Getränke in die Hand gedrückt, alle wollten uns die Hand geben und haben sich mega gefreut und einige haben mich angefasst als wenns Glück bringen würde. In dem Club, in dem nur Thais waren, hat eine wohl recht berühmte koreaniche Band gespielt. Die Stimmung war da echt am kochen, so wie man sich das vorstellt wenn Tokio Hotel oder Justin Biber (oder wie der Bengel sich schreibt) die Mädchen zum kreischen bringen. Die sind da auch total abgegangen. Das Lustige ist ja auch, dass man überall seinen selbst mitgebrachten Whiskey in Bars und Clubs trinken darf so lange man ein oder zwei Sachen bestellt. Um drei war dann Feierabend in dem Club, was gar nicht schlecht war, da wir heute um 9 Uhr aufstehen mussten, um noch was vom Frühstück zu bekommen und rechtzeitig auszuchecken.

Sind dann wieder mit dem gelben Truckbus zum Strand gefahren mit Sack und Pack (bei geilstem, sonnigen Wetter 2 Stunden an der Hauptstraße gewartet ....). Nachdem wir einen Kilometer gefahren sind, war hinter uns ein zweiter gelber Truckbus ohne Passagiere und ist die gleiche Strecke gefahren.... blöde Trottel. Am Strand angekommen hats dann angefangen zu regnen... Aber zum Glück nur kurz.



Wir wohnen jetzt umsonst bei Bebe in der Tauchschule wo wir alles haben was wir brauchen. Bebe hat für eine Woche noch ein zweites Haus von nem Kumpel auf dessen Hund und Katze er aufpassen soll und pennt so lange wir hier sind dort. Übermorgen wollen wir dann schnorcheln gehen wenn das Wetter gut ist. Bebe hat ein Boot und Ausrüstung dazu. Wir fahren dann zu einer kleinen Insel auf der wir dann auch schlafen wenn das Wetter sich hält.



Wir melden uns dann die Tage wieder, haut rein und viele liebe Grüße nach Deutschland!

Auschecken aus dem Salsa Hostel
Auschecken aus dem Salsa Hostel

05.09.2012

 

Ein paar Fotos und Infos – immernoch Bangkok


Moin miteinander,

wir sind immernoch in Bangkok und langsam ganz schön kaputt vom vielen Herumlaufen und Sachen angucken, man glaubt es kaum, aber das schlaucht. Also machen wir heute einen ruhigen Tag zu Hause und gehen nur vielleicht heute Abend noch weg. Es ist heute eh viel zu warm um raus zu gehen, wir haben hier über 35 Grad und die Sonne scheint.



Vorgestern sind wir wieder in der Stadt herumgelaufen und mit dem Sskytrain gefahren. Wir haben uns eine Shoppingmall angeguckt und waren etwas erschlagen von all den Eindrücken. Abends haben wir dann mit Ning in einem japanischen Restaurant gegessen wo es Curry gab. Das war richtig lecker. Sone braune Matschepampesoße mit Reis und dann fritiertes Fleisch dazu. Ich hatte Geflügel und Wibke Tintenfischringe. Ning hatte Schwein als Fleisch. Danach sind wir dann noch mit ein paar Freunden von Ning und ihrem Freund in eine Bar gegangen.

Mit Nings Freunden in einer Bar
Mit Nings Freunden in einer Bar

Gestern waren wir dann erst in einem Butterflygarden (Schmetterlingsgarten) und sind dann mit der U-Bahn nach Chinatown. Die Schmetterlinge sind sooooo krass groß gewesen, auf den Fotos hab ich meine Hand direkt neben einem und berühr den fast... und ich hab große Hände. Gab sehr viele tolle und bunte Tiere. Und einen riesigen Tausendfüsser haben wir auf dem weg dahin auf dem Boden gesehen. Als wir zu Fuß durch den Park zum Schmetterlingsgarten gelaufen sind hat es angbefangen zu regnen und da kam dann ein Gärtner auf nem Motorroller vorbei und hat uns mitgenommen bis zu dem Garten, sehr nett und zu dritt aufm Roller geht auch irgendwie xD.

Der war größer als meine Hand, sowas hab ich auch noch nie gesehen
Der war größer als meine Hand, sowas hab ich auch noch nie gesehen

Wenn man hier mit der U-Bahn fährt steht an jedem Eingang ein Metalldetektor wie im Flughafen wo man durch muss und ein Beamte ist da der einem in den Rucksack guckt wenn es piept. Bei mir hat es wieder wie bekloppt gepiept und geblinkt, aber ein Blick in Rucksack und wir konnten weiter. Bei Einkaufszentren und großen Shoppingmalls is es das Gleiche. In Chinatown angekommen, sind wir erstmal noch einen Tempel mit einem großen goldenen Buddha, Wat Traimit genannt. Sehr schöner Tempel, alles in gold und echt groß. Dann wollten wir durch Chinatown und sind aber wohl leicht daran vorbeigelatscht durch eine "Working street". Alter Schwede! So viel Dreck und ungesund und eklig hab ich vorher noch nich gesehen. Alles schwarz, nur Metallverarbeitung und Schmiere und Öl und Chemie überall. Und ich da in FlipFlops durch. Meine Füße waren schwarz danach.

abspacken...
abspacken...

Danach gings mit der Fähre über den Chao Phraya, den Fluss der durch Bangkok fließt, bis nach weit weg wo wir dan gegessen haben. Mit dem Bus sind wir dann zurück nach Hause gefahren, nachdem ir fast ne Stunde auf den gewartet haben. Dafür ist der dann aber auch mit Lichtgeschwindigkeit gefahren und hatte Dauerlichthupe an... Sozusagen mit Fernlicht durch die Rushhour, wackelig, aber witzig.



Ok, das wars wieder, lg und bis bald Leute!

03.09.2012

 

Immernoch Bangkok – nicht mehr so am schwitzen – pleite

 

Moin Daheimgebliebene,

 

wieder 2 Tage voller Programm in Bangkok verlebt. Vorgestern sind wir mit Nings Eltern (Ning musste den ganzen Tag zur Uni) bei 3 Sehenswürdigkeiten gewesen. Wir sind fast 2 Stunden mit dem Auto nach Süden zur Stadt Samut Songkhram gefahren, die einen sehr berühmten Markt auf Bahngleisen hat. Die Stadt ist so eng, dass sich da vor dem Endbahnhof der Eisenbahn ein Markt direkt auf den Bahngleisen ethabliert hat. Und die verkaufen ihren Kram da direkt auf den Gleisen und immer wenn der Zug kommt, räumen die schnell alles von den Schienen runter und klappen die Dächer zur Seite damit der Zug durchpasst. Gleich nach dem Zug bauen die innerhalb von Sekunden alles wieder auf als wenn nie was gewesen wäre, sehr cool. Das Video ist zwar nicht von mir, aber ich hab ungefährt genau das gleiche gemacht, nur kann ich das hier nicht hochladen. Aber das ist schon beeindruckend, wenn da der Zug direkt an einem vorbeifährt.


Nings Eltern haben uns dann viele leckere Sachen zu Essen gezeigt und wir haben viel probiert und überall etwas Geld ausgegeben. Danach sind wir dann weiter gefahren zu einer Gedenkstätte für König Rama den 2. Da waren ganz viele Schulklassen, die dort so Projekte gemacht haben und es wurde gezeigt wie das traditionelle Leben in Thailand vor vielen Jahren mal ausgesehen hat. Dazu gehörten die ganz charakteristischen Wasserstraßen, auf denen sich das Leben abgespielt hat. Diese Floating Markets hat es früher überall gegeben, sind heute aber wohl seltener geworden. Jedenfalls sind wir dann zu einem ganz berühmten, mittlerweile zur Touriattraktion verkommenen Markt gelaufen und haben wieder gegessen und geguckt und fotographiert wie die blöden xD. Teilweise war das etwas eklig, als ein Typ da Müll in seiner Schiffschraube hatte und den abmachen wollte, indem er die Schraube halb ins Wasser gehalten hat und vollgas gegeben hat. Das dreckige Wasser is dann durch die Gegend gespritzt und hat teilweise auch diese Boote, die Essen zubereitet und verkauft haben, nass gemacht.... inklusive dem Essen... naja die sind abgehärtet, nicht so wie wir verweichlichten Europäer xD.

Schulklassen bei der Rama 2. Gedenkstätte
Schulklassen bei der Rama 2. Gedenkstätte
Floating Market
Floating Market

Danach gings dann auch fix weiter zu einem 400 Jahre alten Tempel. Zu Zeiten König Taksins, als Myanmar in Siam (früherer Name von Thailand) eingefallen ist und versucht hat dieses einzunehmen, wurde in dem Tempel Thaiboxen gelehrt und die Menschen auf die Schlacht vorbereitet und trainiert. Vor 200 Jahren wurde der Tempel dann der Natur überlassen und seitdem wachsen Bäume darüber und haben diesen schon fast komplett überwachsen.Thailand ist übrigens das einzige Land Südostasiens, das nie unter Fremdherrschaft war und nie von einem anderen Land besetzt oder eingenommen wurde.

200 Jahre die Kraft der Natur erlebt
200 Jahre die Kraft der Natur erlebt

Abends gings dann zurück nach Bangkok wo wir uns mit Henry und 3 Polen getroffen haben. Hendrik ist ein Schulfreund von mir (Simon) und arbeitet zur Zeit in Singapur. Ein Wochenendtrip von ihm und seinen 3 Freunden aus Polen nach Bangkok hats möglich gemacht. Wwir also von Seven Eleven zu Seven Eleven um Bier zu kaufen und anschließend zu 6. mit dem Tuk Tuk zum flowermarket. Junge war das ne fahrt, das haben selbst die Einheimischen selten gesehen so wie die geguckt und gelacht haben. So ein Tuk Tuk hat einen Platz für den Fahrer und 2 Plätze hinten für 2 Passagiere... Dieser Tuk Tuk Zweitakter hat nun 7 Personen transportiert und is abgegangen wien Zäpfchen... sehr lustige Fahrt!

So, ich fass mich nun mal kürzer... also ich versuch es. Gestern waren wir, nachdem wir ausgeschlafen haben, auf dem Chatuchak Weekend Market in Bangkok und haben eingekauft. Simon eine kurze Hose und eine Badehose und Nora ein Strandtuch und einen Bikini. Der Markt ist riesengroß und man bekommt dort alles was man sich nur vorstellen kann. Das soll der größte open air Markt der Welt sein, der war aber auch  groß xD. Besonders Spaß macht das Feilschen um den Preis. Die Fangen Grundsätzlich bei so Weißbroten aus Europa wie uns mit mehr als dem doppelten Preis an. Man kann dann wenn man gut ist bis auf die Hälfte runterfeilschen und die machen immernoch Gewinn. Man kauft überall alle paar Minuten was zu Essen oder zu trinken und irgendwelche Sachen, die alle an sich günstig sind, nur wenn man die ganze Zeit Geld ausgibt dann macht Kleinvieh irgendwann auch Mist xD. Naja später haben wir dann Ning getroffen und sind noch in ein Restaurant gegangen. Essen bestellt und wieder Fresse verbrannt xD ... "is it spicy?" "no, not spicy" .... ok probiert und gestorben :D.

 

Heute machen wir erstmal nen ruhigen Tag und fahren dann wohl später noch in die Stadt und drehen eine Runde mit dem Skytrain, so einer Hochbahn quer durch die Stadt.

 

Bis dahin, haltet die Ohren steif!

Die armen kleinen Hunde hatten nichtmal was zu trinken... man kann auf den Märkten echt alles kaufen
Die armen kleinen Hunde hatten nichtmal was zu trinken... man kann auf den Märkten echt alles kaufen

31.08.2012

 

Bangkok – 35 °C im Schatten – Jetlag

 

Wir sind nun den dritten Tag in Bangkok und es sind einfach soooo hammer viele Eindrücke die uns hier um die Ohren knallen. Der Verkehr, die Hitze, die Geräusche, das Essen, die Gerüche und der Gestank, die Menschen, das Essen und die Hitze... Also Essen und Klima sind am krassesten. Aber wir erzählen mal der Reihenfolge nach.

 

Der Start in das Abenteuerjahr hätte nicht genialer und besser sein können. Wir hatten so ein Glück und es ist einfach alles so unglaublich perfekt gelaufen bis jetzt, kaum zu glauben! Im Flieger der OmanAir von Frankfurt nach Muscat, Oman hat uns kurz nach dem Einsteigen ein mega netter Flugbegleiter auf unsere Festivalbändchen an den Handgelenken angesprochen und ganz begeistert erzählt, dass er mit seinen Freunden auch schon in Wacken war und dass es auch Heavy Metal hört und es total cool findet 2 so junge "Metaller" im Flugzeug zu haben. Der war so um die 30 und Araber, was bedeutet, dass so eine extreme Musikrichtung in Verbindung mit dem Islam vielleicht nicht so einfach ist und er darum meinte die Metaller müssen zusammenhalten. Jedenfalls hat er uns wie erste Klasse Passagiere behandelt. Erst hat er uns einen besseren Platz als den auf unseren Bordkarten gegeben, damit wir die Rückenlehnen runter machen können. Dann hat er gemeint wir können alles haben, wenn was ist hilft er uns und als es portioniertes Essen gab, Lasagne, hat er uns gleich nachdem wir fertig waren noch ein komplettes Menü gebracht, wir müssen ja mit Kräften in unere Reise starten. Dann hat er uns noch eine Tüte zusammengestellt mit diesen ganzen Gimmiks wie Socken, Schlafmasken, zich Tüten mit Snacks (so Studentenfutter) und Ohropax und Zahnbürsten und Kartenspielen und weiß der Geier was da noch fürn Zeug drin war. Mein Rucksack war voll danach. Dann hat er gesehen, dass wir gerne Bier mögen (Alkohol war komplett im Ticketpreis mit drin) und hat mir noch 6 Dosen Bier und 6 Fläschchen Schnaps in meinen Rucksack getan. Am Ende ist er noch in die Erste Klasse und hat uns ein Beautycase in Gold gegeben. Das war eigentlich nur für erste Klasse gedacht mit goldenen Socken, goldener Zahnbürste, Nähzeug, Mentos, Bodylotions undShampoo und noch mehr Kleinkram den erste Klasse Passagiere so bekommen. Schließlich hat er uns noch seinen Namen, Handynummer und E-Mailadresse aufgeschrieben, falls wir in Muscat am Flughafen Hilfe gebraucht hätten. Zu Geil und Nett der Typ!

 

In Muscat dann hatten wir den ersten Kulturschock. Wir wurden angeguckt als wenn die am liebsten sofort die Sharia auf uns angewendet hätten. Ein Junge mit langen blonden Haaren und ein Mädchen mit Piercings im Gesicht. Todesstrafe wenn wir den Flughafen verlassen hätten. So ungläubig und teilweise mit Ekel im Gesicht wurden wir noch nie angestarrt... Aber war nur 2 Stunden.

 

In Bangkok angekommen war es dann Abend und wir haben Ning und Ihren Freund Mike sehr schnell gefunden. Wir sind dann mit dem Auto zu einem Restaurant gefahren wo wir Nings Vater getroffen haben und haben erstamal groß gegessen. Das Essen war hammer lecker und es gab Fisch und so Spinat und Reis und noch ganz viel... Mangosalat und öhm... weiß nich mehr, ganz tolle Gescmacksrichtungen und dazu ganz viele extrem scharfe Soßen. Alter Verwalter, scharf in Deutschland isn Scheiß dagegen. Das is nich mehr scharf, das is Schmerz pur! Darum kriegen die auch keine Scheißerei, bei der schärfe is das Essen steril. Jedenfalls hat Nings Vater uns eingeladen und wir sind dann weiter zu Nings Haus gefahren.

 

Das Haus is mega groß mit Garten drumherum und n Carport mit Mercedes und Honda (glaub ich) und ner Mauer ums Grundstück herum. Dann gibt es eine Frau, Pinu (muss nochmal Fragen wie man das schreibt), die wohnt hier und ist sowas wie eine Haushälterin die aber eine sehr gute Freundin der Eltern ist. Die Eltern von Ning geben ihr die Arbeit und die kocht hier und kümmert sich so um den Haushalt. Nings Eltern sind beide schon im Ruhestand und haben für Thailändische Verhältnisse viel Geld. Die Frau arbeitet schon sit 25 Jahren für Nings Eltern. Naja und wir bekommen jeden morgen (egal wann wir aufstehen) Frühstück von ihr gemacht. Richtig geil was die hier essen, jeden Tag 3 Mal warmes Essen mit vielen verschiedenen Dingen zur Auswahl. Und das Obst, sooo süß und der Geschmack so intensiv und so viele verschiedene Geschmäcker, die man gar nich kennt und bei denen man immer überlegt, öhm vielleicht ne Mischung aus Mango und Banane aber noch etwas saurer oder schmeckt wie Lichi und Kiwi oder so .... Und die Annanas is soooo lecker, sowas gibts in Deutschland gar nicht. Also wer nur Annanas aus D kennt, der hat noch nie Annanas gegessen!

 

Vorgestern sind wir dann mit dem Bus durch die Stadt bis ins "Zentrum" gefahren, wobei hier 11 Millionen Menschen leben und eigentlich alles Zentrum ist. Aber ich meinte die Altstadt mit Königspalast und so. Nings Mutter hat uns extra mit dem Auto bis zur Station wo der Bus gestartet ist, gefahren, damit wir einen Sitzplatz bekommen. Und der Bus fährt dann 5 Stationen und hält dann 2 Straßen neben Nings Haus xD. Die Stationen sind auch so geil, die Leute winken, der Bus fährt langsamer auf der Straße, die Leute kommen hergelaufen und steigen fast schon in den fahrenden Bus ein, so kurz hält der nur. Und der Straßenverkehr ist sooo genial. Die fahren alle wie sie wollen, wirklich.... wie es grade passt. Ampeln (gibt es so gu wie keine) und Straßenmarkierungen braucht hier kein Mensch und beachtet auch keiner, die fahren da wo Platz ist und der Stärkere gewinnt. Und überall die kleinen Roller, es gibt hier wohl auf jeden Einwohner 2 Roller... gefühlt. Die fahren hier zu dritt oder zu viert plus Hund auf einem Roller auf einer 8 Spurigen Schnellstraße aufm Standstreifen als Geisterfahrer und keiner hat n Helm auf und alle nur T-Shirt an :D sowas hab ich noch nie gesehen. Aber das Tolle is ja, es funktioniert. Wir haben bis jetzt noch keinen Unfall oder so gesehen. Ach ja und Lichthupe, ich hab mal nachgefragt, bedeutet: "its my big way, i will not stop!" ... Erklärung von Nings Vater. Die machen Lichthupe um zu zeigen, dass sie nicht anhalten, wenn einer abbiegen will oder Fußgänger über die Straße wollen, echt witzig. Kreuzungen (wenn keine Ampel da ist) Funktionieren so, dass eine Straße fährt und eine Kreuzende steht bis immer mehr kommen und sich immer weiter Stück für Stück auf die Straße tasten und die andern immer weiter ausweichen müssen bis der Druck zu groß ist und dann die andere Straße fährt und die erste steht und wartet bis genug da sind und die andere wieder stoppen können. Echt ne witzige Massendynamik.

 

Ok, aber weiter zu Bangkok. Wir sind also mit dem Bus angekommen, sind ausgestiegen und wurden gleich erstmal von ner Gruppe Schulmädchen angequatscht die uns was fragen wollten aber nicht wrklich Englisch konnten. Die haben dann ein Foto von uns gemacht und waren dann zufrieden. Dann hat uns ein Uni-Proffessor angesproche und Tip und Ratschläge gegeben und gleich die wichtigsten Wörter auf Thai aufgeschrieben: "Hallo", "Tschüss", "Danke" und "zu teuer!". Hat uns dann in der Khao San Road (oder so ähnlich) auch geholfen. Das ist echt anstrengend, über all "Hey my good frind" "where are you from" "Hey special price for you" ... Aber selber Schuld, wenn man mitten ins dickste Touristenviertel geht. Woanders ist das dann nicht mehr so, nur da wo Touristenttraktionen sind. Wir haben da mal nach dem Weg gefragt, weil wir zu dm Hostel von Jakob wollten und ihn treffen wollten, weil er nur noch 2 Tage in Bangkok war und dann zeigen wir dem so die Karte und sagen wo wir hinwollen und wir wussten, dass es nur eine Straße weiter war und er sagt auf der Karte kann es uns nicht zeigen, aber für 100 Baht fährt er uns hin xD

 

Naja wir hams gefunden und haben dann später mit Jakob und seiner Freundin gegessen und etwas getrunken und eingekauft. Bier schmeckt geht so und man muss aufpassen, weil die verkaufen auch Weißweinschorle in Bierflaschen...

 

Oh und wir haben Insekten gegessen... Heuschrecke, Made, Grille achja und ein kleiner Frosch, der eigenltich nur noch aus Haut und Knochen bestand. Der Verkäufer hat dann überall Sojasoße und Salz drüber gemacht und so hat das dann auch geschmeckt.... nach Sojasoße und Salz... sont nix.... nur wenn man sehr sehr lange drauf rumgekaut hat dann hat es etwas muffig und mehlig geschmeckt. Die Made hat sehr schnell muffig geschmeckt, nicht so lecker. Naja war aber nicht so schlimm wie wir dachten. Und Froschknochen und Kopf kann man komplett zerkauen...

 

Und wenn man es richtig macht kostet eine Dreiviertelstunde Taxifahren nur 4 Euro...

 

Gestern sind wir mit Ning und ihrem Freund dann mit dem Auto in eine benachbarte Stadt im Osten am Meer gefahren und waren da bei einem Freund von Ning der Clownsfische züchtet. Der hatte Nemo und Dori... und gefährliche Hunde, die erst ins Haus mussten als wir gekommen sind. Und die haben hier soooo viele Straßenhunde und Katzen. Überall sind Hunde und Katzen die niemandem gehören und überall rumliegen und laufen. Danach waren wir dann auf sonem Markt direkt am Wasser mit ganz viel Fisch und Meeresfrüchten und dann sind wir noch mit anderen Freunden zu soner Insel gefahren (Brücke bis dahin) und haben uns kurz ganz große Unterwasserschildkröten angeguckt und dann sind wir in eine Milchbar gefahren und ich hab n Melone-Milchshake getrunken, so geil lecker... und Wibke hatte einen Lichicocktail, auch mega lecker.

 

Heute sind wir dann mit einem Minibus für umgerechnet 1,50 EUR 1 1/2 Stunden bis zur historischen Stadt "Ayutthaya" gefahren. Ganz viele Ruinen und Buddhas in Stein und Gold. Alles sehr interessant und sieht cool aus mit den Bäumen die da so rüberwachsen in den Tempelruninen. Wir sind da für 7,50 EUR mit einem Tuxi (kein Tuk-Tuk und kein Taxi, eine Mischung, ein Tuxi (gibt es nicht wirklich, ich nenn das nur so)) den ganzen Tag rumgefahren und der hat uns von einer Sehenswürdigkeit zur nächsten gefahren und hat dann da gewartet bis wir fertig geguckt haben. Heute Abend sind wir dann mit dem Zug in der 3. Klasse für 40 cent zurück nach Bangkok gefahren und dann von dem Bahnhof bis zu Nings Haus gelaufen, war nur 30 Minuten. Hier konnten die das alle gar nicht glauben, dass wir so weit und so lang gelaufen sind. Wir sind dann noch mit dem Auto 2 Straßen weiter, 3 Minuten zum Essen gefahren.

 

So, morgen gehts mit Nings Eltern zu den floating Markets und zu einem berühmten Markt auf Bahngleisen. Aber dazu dann mehr die Tage. Jetzt habt ihr ungeduldigen Menschen erstmal ganz viel zu lesen und zu gucken :)

 

Viel Spaß mit den Bildern, auch wenn die die Eindrücke gar nicht richtig vermitteln können. Das erschlägt einen hier echt wenn man hier ist. Aber voll spannend und interessant alles.

 

Ach ja, das Wetter. Nachts 30 Grad und Tagsüber 35 Grad und bewölkt. Man sieht die Sonne nicht oft, ist aber auch gut so, weil wir haben schon mit Wolken Sonnenbrand bekommen... Man schwitzt einfach nur... die ganze Zeit... man braucht gar nicht aufs Klo weil man alles ausschwitzt.

 

Also bis denn, wir melden uns. Meine (Simons) Handynummer ist: +66824488477

 

Gute Nacht alle miteinander

 

 

Sowas bekommt man in der 1. Klasse
Sowas bekommt man in der 1. Klasse
Khao San Road... Chaos trifft es... Hey my good friend, special price, just for you!
Khao San Road... Chaos trifft es... Hey my good friend, special price, just for you!
Frühstück bei Ning zu Hause ... lecker!
Frühstück bei Ning zu Hause ... lecker!
Auf einem Markt in Chon Buri
Auf einem Markt in Chon Buri

28.08.2012

 

Angekommen:

Sodela nur eine schnelle Nachricht, weil wir muessen nun ins bett, wir sind hammer gut angekommen und hatten den besten Start den man sich nur vorstellen kann. Super Flug, tolles Essen, schoene Villa :D in der wir wohnen duerfen und super nette Gastgeber.  Und nach 33 ansteregenden Stunden trinken wir nun ein Feierabendbier und gehen ins Bett.

27.08.2012

 

Sicherheitskontrolle - check!

 

So, sitzen grad am Frankfurter Airport und haben die Sicherheitskontrolle und die Bordkartenabreißprozedur hinter uns gebracht. Dank deutscher Telekom haben wir nun 30 min umsonst Internet... 26 min und 40 sec...

 

Vor uns Blinkt alles ganz verwirrend... wir gucken auf das Rollfeld mit ganz vielen FLugzeugen.

Haben eben Geld gewechselt und nun grinst uns Herr Bumibol (oder so ähnlich) in Zukunft beim bezahlen an.

 

Wir sind nun schon 11 Stunden unterwegs und müssen noch 16 Stunden durchhalten... Dann ist es 17:30 in Bangkok und wir haben noch n Abend zu meistern... könnte n langer Tag werden. Mal gucken ob wir im FLugzeug etwas schlafen können. Noch 23. min und 44 sec.

 

Wir melden uns, stay tuned und so

 

 

 

 

  "Die gefährlichste Weltanschauung ist die Weltanschauung der Leute, welche die Welt nie angeschaut haben."

(Kleiner Hinweis zum ungestörten

Bilderguckerlebnis. Wenn ihr die

Bilder anklickt und euch dann mit

den Pfeilen durchklickt, geht das

immer nur bis zu den Trennstrichen

zwischen den Bildern. Danach

gehts wieder von vorne los.

Also wenn ihr alle Bilder sehen

wollt, scrollt hier runter und klickt

nach jedem Trennstrich auf die

Bilder, um die mit den Pfeilen

dann weiterzuklicken. Viel Spaß)